Zuletzt aktualisiert am: 24.04.2019

Energieeffizienz – in welchem Verhältnis stehen der Einsatz von Energie und Ihr Nutzen?

Ob Kühlschrank, Leuchten oder Heizung, das große Thema Energieeffizienz spielt in unserem Leben täglich eine wichtige Rolle. Doch was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung und was hat Energieeffizienz mit Ihrer Heizung zu tun? Wir liefern Antworten.

Als Energieeffizienz wird die Eigenschaft von Geräten bezeichnet, bei gleichem Einsatz von Energie unter gleichen Rahmenbedingungen mehr Leistung oder beim Einsatz von weniger Energie eine gleichwertige Leistung zu erzielen.

Energieeffizienz spielt vor allem bei der Gebäudetechnik eine wichtige Rolle. Durch die Angabe der Energieeffizienz lässt sich zum Beispiel ermitteln, wie viel Energie und somit Kosten sich durch die Sanierung eines Gebäudes oder den Austausch alter Heizungssysteme einsparen ließen.

Die Energieeffizienz ist insbesondere für die Heizungstechnik relevant, da ein Großteil der in Deutschland verwendeten Primärenergie für die Erzeugung von Wärmeenergie eingesetzt wird.

Die Energieeffizienz kann in der Gebäudetechnik zum Beispiel durch die Verringerung von Wärmeverlusten durch Wärmedämmung oder durch die Verwendung moderner Gas- oder Ölbrennwertöfen verbessert werden. Dämmungen und Heizsysteme sind darüber hinaus auch relevant für die Bestimmung der Energieeffizienzklasse auf dem Energieausweis.

Primärenergiefaktor als Gradmesser für Energieeffizienz

Die Energieeffizienz kann u.a. über den Primärenergiefaktor gemessen werden. Dabei handelt es sich um einen Faktor, der ausdrückt, wie viel Primärenergie im Verhältnis benötigt wird, um die gewünschte Energie zu erhalten. Insbesondere Strom zeichnet sich durch einen hohen Primärenergiefaktor von 2,8 aus. Dies bedeutet, dass sehr viel Primärenergie benötigt wird, um Strom zu erzeugen.

In der Energieeinsparverordnung aus dem Jahr 2014 wird der Primärenergiefaktor für unterschiedliche Energieträger definiert:

  • Heizöl: 1,1
  • Erdgas und Flüssiggas: 1,1
  • Fernwärme aus Heizwerken: 1,3
  • Holz: 1,2

Energieeffizienz bestimmt unseren Alltag mit, denn unser Energiebedarf steigt mit zunehmender Technik immer weiter an. Umso wichtiger ist es deshalb, dass neue Geräte die erforderliche Energie auch effizient nutzen. Das gilt für Strom ebenso wie für Holz, Gas oder Öl.

Ein erhöhter Energiebedarf sorgt gleichzeitig für höhere Preise. Je stärker sich Verbraucher deshalb um Energieeffizienz kümmern, desto mehr Kosten können sie sparen. Gleichzeitig sorgt ein geringerer Energieverbrauch für weniger Emissionen an CO2. Somit hat die Energieeffizienz auch Einfluss auf den Umweltschutz.

Regelungen zur Energieeffizienz von Heizungen

Das Thema „Energieeffizienz“ findet sich in gängigen Vorschriften für Hausbesitzer oder Verbraucher wieder. So schreibt zum Beispiel das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vor, dass die erzeugte Wärme oder Kälte in Teilen aus erneuerbaren Energien wie Erdwärme, Solarenergie oder Biomasse gewonnen werden muss.

In der Energieeinsparverordnung (EnEV) kommt das Prinzip der Energieeffizienz ebenfalls zum Tragen. So müssen zum Beispiel alte Heizkessel, die nicht moderne Technologien wie Niedertemperatur oder Brennwert anwenden, ausgetauscht werden, wenn sie mehr als 30 Jahre in Betrieb sind. Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich sehr kleine Heizungen mit weniger als vier Kilowatt oder sehr große Anlagen mit mehr als 400 Kilowatt Nennleistung. Sind Sie vor dem 1. Februar 2002 in Ihr Haus eingezogen, sind Sie von der Austauschpflicht befreit, auch wenn Ihre Heizung vor 1989 eingebaut wurde.

Wer jedoch vom Heizungsaustausch betroffen ist und sich trotz Aufforderung durch den Schornsteinfeger weigert, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen.

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Zum Heizen und zur Warmwassergewinnung wird täglich in Deutschland sehr viel Energie benötigt. Allein 2016 wurden nach Daten des Umweltbundesamtes über 2.000 Petajoule an Wärmeenergie verbraucht. Ein Petajoule entspricht 277,778 Millionen Kilowattstunden.

Jedes Jahr werden also mehrere hundert Billionen an Kilowattstunden Wärmeenergie allein von Privathaushalten verbraucht. Diese enorme Energiemenge wird mit Gas-, Öl- oder Holzheizungen sowie mit alternativen Energieträgern erzeugt. Bei dieser beachtlichen Menge wird deutlich, wie wichtig Energieeffizienz gerade beim Heizen ist.

Wer dann noch berücksichtigt, dass mit steigendem Verbrauch von Brennstoffen auch die ausgestoßenen Emissionen ansteigen, stellt schnell fest, wie wichtig Energieeffizienz ist. Zumal der Verbrauch unmittelbar an die eigenen Kosten gekoppelt ist. So gibt zum Beispiel jeder deutsche Haushalt im Durchschnitt rund 900 Euro pro Jahr für Heizung und Warmwasser aus.

Im Vorteil sind deshalb alle Haushalte, die eine effiziente Heizungsanlage nutzen und diese auch energieeffizient betreiben.

Neue Heizungsanlagen müssen seit 2015 mit einem EU-Effizienzlabel ausgestattet sein. Betroffen sind Öl-, Gas- oder Biogasheizungen, die zum Beheizen von Wohnräumen oder zur Warmwassererzeugung verwendet werden. Auch Pufferspeicher bis 2.000 Liter Volumen müssen gelabelt werden. Das Label muss sowohl in Katalogen als auch bei Ausstellungsgeräten im Ladengeschäft gezeigt werden. Ausgenommen vom Effizienzlabel sind Feuerstätten für Brennstoffe.

Das Label zeigt anhand einer Klassifizierung, wie energieeffizient die Heizungsanlage ist. Die Einstufung reicht von der Effizienzklasse E bis zur Effizienzklasse A+++, die ab dem 26. September 2019 offiziell gültig ist. Klasse E bedeutet dabei die schlechteste Energieausbeute, A+++ die beste.

Die Effizienz bei der Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser wird auf dem Energielabel getrennt ausgewiesen.

Das Label beinhaltet außerdem folgende Angaben:

  • Lautstärke der Heizung
  • Leistung
  • Hersteller

Auch bestehende Heizungsanlagen erhalten im Rahmen der Überprüfung durch den Schornsteinfeger ein Energielabel. So können Betreiber sehen, wie energieeffizient ihre Gas- oder Ölheizung ist.

Jedes moderne Öl- oder Gasbrennwertgerät ist zwar auf maximale Energieeffizienz ausgelegt. Doch in der Praxis kann das beste Gerät nicht effizient arbeiten, wenn es nicht effizient betrieben wird. Wichtig ist zum Beispiel, dass Brennwertgeräte auch tatsächlich im Brennwertbetrieb laufen. Darüber hinaus ist entscheidend, dass Verbraucher ihr Lüftungsverhalten an die Heizungsanlage anpassen. In Neubauten kann die kontrollierte Wohnraumlüftung diese Aufgabe übernehmen.

Um die Effizienz einer Heizungsanlage zu bewahren, sollte diese außerdem regelmäßig gewartet werden. Davon profitieren Sie als Betreiber der Anlage in der Regel, denn die Gasheizung Wartungskosten haben sich meist schon innerhalb kurzer Zeit durch die Brennstoffeinsparung amortisiert.

Zur Effizienzsteigerung der Heizungsanlage bietet sich insbesondere bei Fußbodenheizungen, aber auch bei anderen Zentralheizungssystemen ein hydraulischer Abgleich an, den ein Experte durchführen kann.

Letztlich hängt die Effizienz Ihrer Heizungsanlage auch davon ab, wie Sie diese individuell regeln. Hierfür können Sie zum Beispiel Heizungsthermostate austauschen oder einen hydraulischen Abgleich durchführen.

Energieeffizienz ist in Zeiten des Klimawandels und dem Atom- und Kohleausstieg ein wichtiges Thema. Betroffen sind davon nicht nur Elektrogeräte, sondern auch Ihre Heizung sowie Ihr Heizverhalten. Wenn Sie noch eine ältere Heizungsanlage betreiben, können Sie allein durch den Austausch Ihrer Heizungsanlage die Energieeffizienz Ihres Haushalts steigern. Dadurch schonen Sie nicht nur die Umwelt, sondern sparen auch Kosten.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.