aus 0 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 10/04/2018

Pelletheizung: CO2-neutral mit Makel

Pelletheizungen sind in der Heizbranche noch vergleichsweise jung. Das Heizen mit Holzpellets hat sich erst in den letzten zehn Jahren stark weiterentwickelt. Wir haben hier nützliche Informationen rund um die Pelletheizung für Sie aufbereitet.

Das Funktionsprinzip einer Pelletheizung ist das gleiche wie bei einer gas- oder ölbetriebenen Zentralheizung. Im Brennraum wird ein Brennstoff verbrannt, der wiederum Wärmeenergie an Wasser abgibt, das über eine Pumpe in den Heizungsleitungen verteilt wird. Für die Warmwassererzeugung erwärmt die Pelletheizung Wasser, das einem Speicher zugeführt wird. Bei Bedarf wird das warme Wasser dann abgegeben.

Hinsichtlich des Brennstoffspeichers ist die Pelletheizung vergleichbar mit der Ölheizung. Während bei Gasheizungen der Brennstoff über die öffentliche Leistung eingespeist wird, ist für Öl- und Pelletheizung ein eigener Vorratskeller nötig. Die Holzpellets werden in einem trockenen Raum gelagert und bei größeren Anlagen automatisch über eine sogenannte „Förderschnecke“ in den Brennraum befördert.

Was sind Holzpellets?

Im Grunde sind Holzpellets für die Pelletheizung einfach nur gepresstes Holz mit einer Länge von maximal 3 Zentimetern.

Hergestellt werden Holzpellets aus Stammholz oder Resten, die bei der Holzproduktion anfallen. Zunächst werden diese Teile ganz fein zerkleinert. Danach wird das Holzmaterial unter hohem Druck durch eine Form gepresst. Unter Einwirkung des Drucks entwickelt sich ein chemisch-physikalischer Prozess, der Wärme erzeugt und das im Holz enthaltene Lignin freisetzt. Es sorgt dafür, dass die einzelnen Holzelemente nach der Pressung ihre Pelletform behalten.

Ähnlich wie bei einer Spätzlepresse werden die „Fäden“ aus der weichen Holzmasse in kleine Stückchen – die Pellets – mit einer Länge von 10 bis 30 Millimetern geschnitten. Der Durchmesser beträgt zwischen 6 und 10 Millimetern.

Herstellung ressourcenschonend

Für die Herstellung von Holzpellets aus trockenem Holzmaterial wird üblicherweise weniger als drei Prozent des Energiegehalts benötigt. Im Vergleich zu Heizöl ist das eine sehr niedrige Zahl. Dort werden zehn Prozent der später mit dem Brennstoff erzeugten Energie zuvor für die Herstellung verbraucht.

Holzpellets sind in Europa nach EN 14961-2 genormt. Diese Pellets werden auch als Klasse A1-Pellets bezeichnet. Pellets mit geringerer Qualität erfüllen zwar ebenfalls die Norm, werden aber als A2-Pellets bezeichnet. Die überwiegend in Deutschland verwendeten ENplus- sowie DINplus-Pellets gelten als die qualitativ besten Holzpellets.

Weltweit werden geschätzt jährlich Pellets mit einem Gesamtgewicht von über 22 Tonnen verbraucht. Deutschland gehört zu den führenden Pelletproduzenten auf dem Weltmarkt.

In der Praxis werden Pelletöfen von sogenannten Pelletbrennern oder Pelletheizkesseln unterschieden. Ein Pelletofen wird meist nur für die Erwärmung eines Raumes oder weniger Räume genutzt. Er hat ähnlich wie ein Kaminofen noch einen dekorativen Zweck und wird im Wohnraum aufgestellt. Eine Pelletheizung hingegen wird in der Regel im Keller installiert, ähnlich wie eine öl- oder gasbetriebene Zentralheizungsanlage. Der Pelletbrenner hat dabei die Aufgabe Heizungswasser und Trinkwasser zu erwärmen.

Pelletheizungen haben eine deutlich höhere Leistung als Pelletöfen. Allerdings können auch Pelletöfen wasserführend genutzt werden. Ihre Wärmeenergie wird dann nicht nur für das Beheizen vom Aufstellraum genutzt, sondern kann ebenfalls für die Warmwassererzeugung oder das Heizen über eine Zentralheizungsanlage genutzt werden. Jedoch ist dafür dann in der Regel auch ein Wärmespeicher notwendig, der zusätzliche Installationen im Keller oder einem Aufstellraum erforderlich macht.

Wie teuer eine Pelletheizung ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann nicht pauschal beantwortet werden. Richtwerte gehen von Anschaffungskosten von rund 20.000 Euro für eine Pelletheizungsanlage aus. Damit liegen die Kosten erst einmal deutlich höher als bei einer herkömmlichen Ölheizung, die im Vergleich mit rund 10.000 Euro kalkuliert werden kann.

Neben den Kosten für den Pelletkessel müssen Sie mit weiteren Kosten für mögliche Anpassungen an der Abgasanlage sowie dem Anlegen eines Pelletlagerraums mit entsprechender Förderschnecke zur Automatisierung der Heizungsanlage rechnen.

Ebenso wie die Öl- oder Gasanlage muss auch die Pelletheizung regelmäßig gewartet werden. Das ist wichtig, um den Wirkungsgrad der Anlage beizubehalten. So können auch die über die Schnecke transportierten Pellets für Ablagerungen sorgen, die den Betrieb beeinträchtigen.

Allerdings können sich die Mehrkosten für eine Pelletanlage langfristig amortisieren. Wer heute rund 3.000 Liter Heizöl im Jahr benötigt, kann die Heizkosten mit Holzpellets für eine vergleichbare Heizleistung um bis zu 1.000 Euro senken. Bei einer jährlichen Einsparung von rund 1.000 Euro an Heizkosten haben sich somit die Mehrkosten für die Anschaffung nach mehr als einem Jahrzehnt amortisiert.

Was kostet Sie welche Heizung? Lesen Sie mehr in unseren Artikeln zu den Kosten einer Gasheizung und den Kosten einer Ölheizung.

Pelletheizung-Hersteller und Marken

Es gibt mittlerweile viele verschiedene Hersteller für Pelletheizungen und -öfen auf dem Markt. Österreichische Hersteller zählen hier zu den führenden Anbietern, da die Technik bei unseren Nachbarn noch häufiger zum Einsatz kommt als hier. Auch die Nachfrage nach Pelletheizungen ist dementsprechend höher.

Unabhängig von der Marke sollte eine Pelletheizung immer perfekt auf die baulichen Gegebenheiten angepasst werden. Daher steht die Marke bei der Wahl der Heizungsanlage nicht unbedingt im Vordergrund, sondern eher die Passung.

Infobox: Pelletheizungen und Feinstaub

Das Heizen mit Holzpellets produziert im Vergleich zu Öl- und Gasbrennwertkesseln deutlich weniger CO2.

Allerdings erzeugt eine Pelletheizung mehr Feinstaub als eine Gas- oder Ölheizung. Aber: Heutige Pelletkessel sind so konstruiert, dass sie die strengen Anforderungen der aktuellen Stufe der Bundesimmissionsschutzverordnung erfüllen.

Vorteile Nachteile
- sehr gleichmäßige Energieleistung des Brennstoffs dank Normierung - Pelletheizung benötigt sehr großen Lagerraum für Holzpelletvorrat
- schnelle Verfügbarkeit der Wärme ohne Vorheizen wie bei einer klassischen Holzheizung - Pellet-Lagerraum muss wg. Brand- und/oder Schimmelgefahr sehr gut belüftet sein
- automatisierte Steuerung möglich - vergleichsweise wartungsintensive Feuerungstechnik
- umweltfreundlicher Brennstoff, da aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt - mögliche Geruchsentwicklung durch lagernde Holzpellets
- CO2-neutrale Verbrennung - kostenintensive Anschaffung
- Brennstoff in der Regel günstiger als bei konventionellen Heizgeräten - nicht in jedem Haus einsetzbar, meist mit baulichen Maßnahmen verbunden
- Fördermöglichkeiten durch Bafa oder KfW
- größere Unabhängigkeit von großen Energiekonzernen
- höhere Wirkungsgrade als klassische Holzfeuerstätten
- Kombination mit Solaranlagen möglich

Hinweis: Aktuell kann der Pelletbedarf nur noch teilweise mit Resten aus der Holzverarbeitung gedeckt werden. Mit steigender Nachfrage werden auch Wälder für Holzpellets abgeholzt. Inwiefern die Pelletnutzung dann noch ökologisch sinnvoll ist, wird häufig kritisiert. Dennoch handelt es sich bei Holzpellets um einen nachwachsenden Rohstoff und nicht um Brennstoffe mit endlichen Ressourcen wie Öl oder Gas.

Grundsätzlich kann eine Pelletheizung in jedem Gebäude genutzt werden. Sowohl eingeschossige als auch mehrgeschossige Häuser können mit Holzpellets beheizt werden. Allerdings müssen verschiedene bauliche Voraussetzungen für die Nutzung einer Pelletanlage gegeben sein.

Neben einem ausreichend großen Lagerraum wird auch Platz für den Pelletheizkesseln benötigt. Darüber hinaus muss das Abgasrohr für die höheren Abgastemperaturen ausgelegt sein und für den nötigen Zug im Schornstein sorgen.

Am meisten kann sich eine Pelletheizung für Eigenheimbesitzer lohnen, die zusätzlich eine Solaranlage betreiben. Auf diese Weise können die Warmwasserversorgung sowie die Wärmeversorgung im Haus nahezu autark zu großen Energieversorgern erfolgen.

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