Zuletzt aktualisiert am: 15.01.2020

Heizungsförderung im Check: Ihre wichtigsten Fragen beantwortet

Mit Beginn des Jahres wurde die Heizungsförderung neu aufgestellt. Wir geben einen ersten Überblick und beantworten aufkommende Fragen.

Warum gibt es Förderungen zum Heizungswechsel?

Die Heizungsförderung soll Ihnen dabei helfen, Ihre alte und ineffiziente Heizung gegen moderne Heizungstechnik auszutauschen - und das bevor Sie gesetzlich dazu verpflichtet sind. Denn im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen Sie Ihre alte Heizung austauschen, wenn diese 30 Jahre und älter ist.

Der Grund dafür ist einfach, die Politik dahinter etwas umfangreicher. Kurz gesagt, hat sich die Bundesregierung mit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens im Dezember 2015 zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Besonders hoch ist das Einsparpotenzial in privaten Haushalten, da auf diese rund ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs entfallen. Vor allem in Bestandsbauten wird aufgrund fehlender Isolation und veralteter Heiztechnik ein Großteil der Energie ungenutzt an die Umwelt abgegeben. Der Umstieg auf effiziente und moderne Heizungen ist ein Schritt in Richtung Ziel.

Zum 1. Januar 2020 wurde die bisherige Heizungsförderung gründlich überarbeitet, um vor allem den Einsatz von erneuerbaren Energien voranzubringen. So werden seitdem keine Gas- oder Ölbrennwertheizungen mehr gefördert. Nur wenn eine Gasheizung mit einer Wärmequelle aus erneuerbaren Energien kombiniert wird, wird Förderung gewährt.

Welche Förderungen sollten Sie kennen?

Seit Beginn 2020 wurde die Förderung für Heizungen enorm vereinfacht. Unter dem Marktanreizprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind nun die wichtigsten Fördermaßnahmen versammelt.

Wie viel Förderung bekomme ich vom BAFA?

Bei einer Heizungsmodernisierung zahlt Ihnen das BAFA bis zu 45 Prozent der Anschaffungskosten (inkl. Installation). Dabei kommt es darauf an, für welches Heizsystem Sie sich entscheiden. Besonders lukrativ ist der Wechsel für Besitzer einer Ölheizung, da diese bei bestimmten Heizsystemen zu den üblichen Fördersätzen bei noch einmal 10 Prozent mehr erhalten.

Im Neubau gelten andere Richtlinien. Hier erhalten Sie 30 Prozent auf Solarkollektoranlagen und 35 Prozent auf Biomasse- oder Wärmepumpenanlagen.

BAFA Heizungsförderung in Bestandsbauten im Überblick

Neue Heizung alte Heizung Gas alte Heizung Öl
Gasbrennwertheizung “renewable ready” 20 % 20 %
Gas-Hybridheizung 30 % 40 %
Erneuerbare Energien Hybridheizung (EE-Hybrid) 35 % 45 %
Solarkollektoranlage 30 % 30 %
Biomasse- o. Wärmepumpenanlage 35 % 45 %

>> Erfahren Sie mehr zur Förderung Heizung

Was heißt "renewable ready" und lohnt sich das?

"Renewable ready" bedeutet, dass bei der Installation Ihrer neuen Gasbrennwertheizung bereits die Erweiterung um eine erneuerbare Wärmequelle, wie Solarthermie, eingeplant und vorbereitet werden muss. Die Installation der erneuerbaren Wärmequelle muss dann zwei Jahre später installiert sein. Ist dies nicht der Fall, muss die Förderung zurückgezahlt werden.

Diese Option hat im Vergleich zu einer kompletten Sofortinstallation vor allem Nachteile. So fällt Ihre Förderung insgesamt 10-20 Prozent geringer aus, während die Gesamtkosten steigen, unter anderem durch zusätzliche Anfahrten etc. Nicht zu unterschätzen ist der Aufwand einer solchen Nachrüst-Pflicht. Sie müssen rechtzeitig planen, damit die Montage im vorgegebenen Zeitfenster erfolgt, ansonsten ist die Förderung zurückzuzahlen.

Entscheiden Sie sich stattdessen gleich für eine Gas-Hybridheizung mit Solarthermie, erhalten Sie nicht nur mehr Förderung (30-40 Prozent der Gesamtkosten), Sie sparen auch deutlich früher Heizkosten ein. So können Sie beispielsweise den Wärmebedarf im Sommer (für Warmwasser) komplett über die Solaranlage laufen lassen. Der Gasverbrauch reduziert sich so noch einmal um bis zu 25 Prozent.

Reicht zur Förderung einer Gas-Hybridheizung eine Trinkwasser-Solaranlage?

In diesem Fall erhalten Sie Förderung ausschließlich für die Solaranlage, diese wird mit 30 Prozent gefördert.

Meine Heizung ist bereits 30 Jahre alt und muss modernisiert werden. Erhalte ich Förderung?

Sobald Ihre alte Heizung unter §10 der Energieeinsparverordnung (EnEV) fällt, ist sie nicht förderfähig. Das trifft auf viele Heizungen zu, die 30 Jahre und älter sind. Ob Ihre Heizung darunter fällt, können Sie hier prüfen: Austauschpflicht für meine Heizung?

Wer kann die Förderung beantragen?

Alle Gebäudetypen und Gebäudegrößen können gefördert werden, also auch Gewerbeeinheiten und Gebäude mit mehr als zwei Einheiten. Bei den Eigentümern spielt es keine Rolle, ob Privatperson, Vereine, Unternehmen oder Wohnungseigentümergemeinschaft.

Was wird alles gefördert?

Förderfähig ist die gesamte Heizungsmodernisierung. Das beinhaltet neben den Anschaffungskosten für die neue Heizung auch die Installation und Maßnahmen die im direkten Zusammenhand mit der Installation und der Inbetriebnahme der Heizung stehen. Dazu gehört beispielsweise auch die Entsorgung des Öltanks, die Schornsteinsanierung sowie Kosten für Anschaffung und Installation eines Pufferspeichers. Das BAFA hat hierzu ein Merkblatt zusammengestellt*.

Was wird nicht gefördert?

Es werden keine Heizungen gefördert, die Öl als Brennstoff nutzen. Kombinieren Sie eine Ölheizung mit einem erneuerbaren Wärmeerzeuger, dann kann dieser gefördert werden.

Wann muss ich den Antrag einreichen?

Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn bei der BAFA erfolgen. Das heißt, bevor Sie Ihrem Heizungsbauer die Auftragsbestätigung geben. Maßgeblich ist dabei, wann der Antrag bei der BAFA eingeht.

Wann bekomme ich die Förderung ausgezahlt?

Den Förderzuschuss erhalten Sie nach der Installation komplett ausgezahlt.

Kann ich den geförderten Heizungswechsel zusätzlich als Handwerkerleistung absetzen?

Geförderte Handwerkerleistungen können nicht von der Steuer abgesetzt werden, da dies einer doppelten Förderung ein und derselben Leistung entsprechen würde.

Mit der Änderung der Förderrichtlinien hat der Gesetzgeber den Fokus verschoben. Effiziente Anlagen, wie neue Gasbrennwertheizungen, werden allein nicht mehr gefördert. Dennoch lohnt es sich, die alte Heizung gegen eine effiziente Anlage auszutauschen, das Sie so bis zu 30 Prozent allein durch die moderne Brennwerttechnik einsparen. Das ist vor allem vor dem Hintergrund der Einführung eines CO2 Preises von Bedeutung. Die einfache Rechnung: Wenn Sie Brennstoff sparen, müssen Sie auch nicht für die entsprechenden Emissionen bezahlen.

Gerne beraten wir Sie zur möglichen Förderung Ihres Heizungswechsels und helfen Ihnen herauszufinden, ob die Kombination mit erneuerbaren Energien überhaupt zu Ihrem Zuhause passt und welche effiziente und preiswerte Heizung die richtige Lösung für Sie ist. Nutzen Sie hierfür unseren Heizungsplaner und erhalten Sie zeitnah ein für Sie unverbindliches Festpreisangebot.

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Profilfoto Bianca Bianca ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf dem Gebiet Förderung und Finanzierung. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder zum Thema Heizungsförderung haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.