Der einwandfreie Betrieb der Heizung spielt in Zeiten der Energiekrise eine wichtige Rolle. Bleiben die Heizkörper kalt, obwohl die Heizung aufgedreht wurde, ist in den meisten Fällen Luft in den Heizkörpern. Dies führt zu einer Verminderung der Heizleistung und kann die ohnehin stark gestiegenen Energiekosten zusätzlich erhöhen. Aber keine Sorge, Sie können die Heizung ganz einfach selbst entlüften. Wie das geht und was Sie benötigen, erklären wir Ihnen Schritt für Schritt.

Wenn Ihre Heizkörper bei aufgedrehtem Thermostat kalt oder nur lauwarm bleiben, ein „Gluckern“ im Heizkörper zu vernehmen ist oder dieser gerade ausgetauscht wurde, sollten Sie Ihre Heizung in jedem Fall entlüften. Verbleibt die überschüssige Luft im Heizkörper, liegt die Wärmeabgabe der Heizung auf einem eher niedrigen Niveau, was zu erhöhten Heizkosten führen kann. Vor allem für Nutzer einer Gas- oder Ölheizung empfiehlt sich eine routinemäßige Heizungsentlüftung vor der großen Heizperiode, um die bereits erhöhten Preise nicht extra ansteigen zu lassen.

Die Entlüftung ist dabei völlig ungefährlich, und auch wenn sich letztlich herausstellt, dass keine Luft im Heizkörper war, hat man durch das Heizung entlüften nichts verloren. Pro Heizkörper fallen beim Entlüften durchschnittlich nur fünf Minuten Arbeitsaufwand an. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie mit Gas, Öl oder auch Wärmepumpe heizen. Die Entlüftung der Heizkörper erfolgt immer nach demselben Schema.

Heizungsentlüftungsschlüssel: Ohne den geht gar nichts. Diesen standardisierten Vierkantschlüssel finden Sie in jedem Baumarkt oder Sanitärfachgeschäft und er kostet kaum etwas.

Dünnwandiger Becher: Das kann ein leerer Joghurtbecher sein, mit dem Sie eventuell entweichendes Heizungswasser auffangen können.

Lappen: Der wird notwendig, falls doch einmal austretendes Heizungswasser daneben tropft.

Mit Lappen, Becher und Entlüftungsschlüssel ist es ganz einfach, die Heizung zu entlüften, und zwar in nur sechs Schritten:

  1. Stellen Sie die Umwälzpumpe ab
  2. Drehen Sie die Heizkörper zu
  3. Halten Sie ein Gefäß unter das Entlüftungsventil
  4. Nehmen Sie den Entlüftungsschlüssel und öffnen Sie das Ventil
  5. Lassen Sie die Luft komplett entweichen
  6. Sobald Heizungswasser austritt, sind Sie fertig!

Auf zum nächsten Heizkörper.

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Heizkörper entlüften im Detail:

Heizung entlüften: Schritt für Schritt erklärt

Vorbereitung:

Umwälzpumpe abstellen: Bei eingeschalteter Pumpe wird die Luft im System und den Rohren herumgewirbelt, wodurch sich die Chance einer vollständigen Entlüftung verringert. Daher ist es wichtig, dass Sie die Umwälzpumpe vor der Entlüftung abstellen. Sollten Sie als Mieter keinen Zugang zur Umwälzpumpe haben, so schließen Sie einfach den Heizkreislauf Ihrer Wohnung.

Jetzt mindestens eine Stunde warten: So hat die Luft Zeit, sich in den Heizkörpern zu sammeln.

Heizkörper zudrehen.

Schritt 2 Heizung entlüften

Entlüftungsvorgang:

Halten Sie das Gefäß unter das Entlüftungsventil, das sich auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats befindet.

Entlüftungsschlüssel zur Hand nehmen: Drehen Sie mit dem Heizkörper-Entlüftungsschlüssel das Ventil eine viertel bis halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn. Dabei halten Sie das Gefäß so nahe wie möglich unter das Ventil und haben den Lappen griffbereit.

Tipp: Bei Handtuchheizkörpern fürs Bad liegt das Ventil im hinteren, oberen Bereich.

Schritt 3 Heizung entlüften

Luft entweichen lassen: Sobald Sie ein leichtes Zischen vernehmen, entweicht die überschüssige Luft aus dem Heizkörper. Drehen Sie das Ventil nun nicht mehr auf. Sobald ein konstanter Wasserstrahl aus der Öffnung entweicht, war das Heizungsentlüften erfolgreich und Sie können das Ventil vorsichtig wieder schließen.

Fertig und auf zum nächsten Heizkörper: Diesen Vorgang wiederholen Sie nun an allen Heizkörpern in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus.

  • Drehen Sie das Heizungsventil nicht zu weit auf und nicht zu fest zu. Lassen Sie Vorsicht walten, um nicht vom ausströmenden Wasser überrascht zu werden.
  • Bei der Absicht, alle sich im Gebäude befindlichen Heizkörper zu entlüften, beginnen Sie am besten im obersten Stockwerk und arbeiten Sie sich Stockwerk für Stockwerk nach unten, bzw. starten Sie mit dem Heizkörper, der am weitesten von der Anlage entfernt ist.
  • Überprüfen Sie nach dem Entlüften der Heizung den Druck in der Heizungsanlage. Ist dieser zu niedrig, so füllen Sie entweder selbst Wasser nach oder bitten einen Installateur um Unterstützung.
  • Den Druck können Sie am Manometer des Heizsystems ablesen. Hier ist der Idealdruck in der Regel farblich dargestellt, sodass die Bewertung leicht fallen sollte.
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Wird der Radiator nach dem Entlüften immer noch nicht richtig warm, so kann neben einem fehlenden hydraulischen Abgleich auch ein verklemmtes oder verkalktes Thermostat die Ursache sein. Auch dieses Problem können Sie durch ein paar kleine Tricks und Kniffe einfach selbst beheben.

Einfache Maßnahme, große Wirkung: erfahren Sie mehr über den hydraulischen Abgleich.

Wenn die Heizung kalt bleibt, kann es am Thermostat liegen - Lesen Sie, was Sie beim Thermostat selbst reparieren können.

Führen auch diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Ergebnis, ist es vielleicht doch an der Zeit über einen Heizungswechsel nachzudenken. Dabei ist nicht nur die Senkung zu hoher Heizkosten, sondern auch der Erhalt attraktiver Heizungsförderung bis zu 40 Prozent ein guter Grund, die Heizung zu modernisieren.

Mit einer modernen Wärmepumpe sparen Sie erheblich Heizkosten gegenüber konventionellen Heizsystemen, die fossile Brennstoffe nutzen. Wärmepumpen nutzen kostenfreie Umweltenergie zur Wärmegewinnung und benötigen ausschließlich Strom, um betrieben zu werden. Dabei erzielen sie einen deutlich höheren Wirkungsgrad, als Öl- oder Gasheizungen. Dieser liegt bei Wärmepumpen zwischen drei und fünf, was bedeutet, dass aus einer kWh Strom drei bis fünf kWh Wärme erzeugt werden.

Zum Vergleich: Der Wirkungsgrad einer Gasheizung liegt bei unter eins. Sie braucht also wesentlich mehr Energie, um Wärme zu produzieren.

Vergleicht man den aktuellen Strom- und Gaspreis miteinander, wird unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Wirkungsgrades schnell klar: Eine Wärmepumpe verursacht deutlich weniger Heizkosten als eine Gasheizung, um die gleiche Menge Wärme zu erzeugen.

Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass der Preis für Gas und Öl weiterhin ansteigen und auf einem deutlich höheren Niveau als in den vergangenen Jahren bleiben wird.

Zwar liegt der Strompreis aktuell ebenfalls auf einem eher hohen Niveau. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien wird jedoch davon ausgegangen, dass dieser langfristig sinken und sich zugunsten der Wärmepumpe entwickeln wird. Der Wegfall der EEG-Umlage sowie der vergünstigte Stromtarif speziell für Wärmepumpen bestärken diese Prognose.

Der Umstieg auf die klimafreundliche Wärmepumpe reduziert zudem nicht nur die Heizkosten, sondern bietet auch eine hohe Versorgungssicherheit, da diese Sie komplett unabhängig von fossilen Brennstoffen macht.

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Franziska Reiche Franziska ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Heizsysteme, Heizungsförderung und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.