aus 0 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 10/09/2018

Das Thermostat für die Heizung - Funktionsweise, Arten und Auswahl

Das Heizkörperthermostat hat nicht nur entscheidenden Einfluss darauf, wie warm es in unseren Räumen wird, sondern auch, wie viel Energie wir verbrauchen. Hier erfahren Sie, wie Thermostate funktionieren und gewechselt werden können.

Herkömmliche Heizungsthermostate bestehen aus zwei großen Elementen, dem Ventilkörper und dem Ventilkopf. Im Ventilkörper ist ein Stößel untergebracht. Er drückt den sogenannten „Ventilteller“ gegen den „Ventilsitz“. Dadurch bestimmt der Stößel, wie viel Heizungswasser durch den Heizkörper strömt. Davon hängt schließlich ab, wie warm es im entsprechenden Raum wird. Diese Form der Temperaturregelung wird als „Durchsatzregelung“ bezeichnet.

Das Funktionsprinzip ist ähnlich wie beim Wasserhahn. Wie auch dort sitzt im Heizthermostat eine Patrone. Darin befindet sich eine spezielle Flüssigkeit. Wenn diese warm wird, dehnt sie sich aus. Durch die Ausdehnung drückt die Flüssigkeit auf den Ventilstößel, der somit die Menge des durchlaufenden Warmwassers verringert.

In Folge dessen wird der Heizkörper kühler. Gleichzeitig kühlt auch die Patrone ab, sodass wieder mehr Wasser durch den Heizkörper strömen kann. Der Radiator wärmt sich also wieder auf.

Diese Funktion können Sie nun durch das Öffnen des Heizkörperventils hervorrufen, denn durch das Aufdrehen des Ventils, zieht sich der Stößel ebenfalls zurück und das heiße Heizungswasser kann schneller durchströmen. Beim Zudrehen des Ventils verringern Sie die durchströmende Wassermenge, sodass der Heizkörper wieder kühler wird.

Abhängig vom gewählten Heizthermostat erfolgt die Regelung des Stiftes mechanisch oder elektronisch. Bei WLAN- oder Funkthermostaten können Sie die Wärmezufuhr zusätzlich aus der Ferne oder per App steuern.

  • Manuelle Thermostate für Heizkörper:

Bei manuell bedienbaren Heizkörperthermostaten finden Sie eine Skala von eins bis drei oder eins bis fünf. Je höher die Zahl, desto höher wird die Zimmertemperatur durch die Heizkörper erhöht. Jede Zahl entspricht abhängig vom Hersteller einer bestimmten Temperaturspanne.

  • Elektronisch geregelte Heizthermostate:

Diese Thermostate funktionieren genauso wie mechanische Ventile. Allerdings wird hier die Temperatur digital angezeigt. Darüber hinaus verfügen diese Thermostate in der Regel nicht über eine Patrone mit Flüssigkeit, sondern über einen Temperatursensor.

Zusätzlich wird ein kleiner Prozessor benötigt, der die Steuerung übernimmt. Das Ventil wird dann mit Hilfe eines Mini-Elektromotors bewegt. Im Gegensatz zum mechanischen Thermostat benötigen elektronische Varianten eine Energiequelle. Hierfür sorgt eine Batterie im Gerät.

Info: Abhängig von der Ausstattung des Thermostats kann es per Smartphone-App und Bluetooth oder über ein Smart-Home-System per WLAN oder Smart-Home-Controller webbasiert reguliert und eingestellt werden.

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Vor- und Nachteile von mechanischen Heizungsthermostaten

Mechanische Thermostate für die Heizung haben den Vorteil, dass sie sehr wartungsarm und günstig in der Anschaffung sind. Darüber hinaus benötigen diese Ventile keine Batterien für den Betrieb.

Nachteilig sind die eher ungenauen Steuerungsmöglichkeiten sowie die fehlende Möglichkeit, die Heizungsanlage noch effizienter zu regulieren.

Vor- und Nachteile von elektronischen Heizungsthermostaten

Ein großer Vorteil der elektronischen Thermostate besteht darin, dass sie sich sehr individuell regulieren lassen. Mit ihnen können Sie in jedem Raum genau die Temperatur einstellen, die Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen.

Durch die effiziente, smarte Heizungssteuerung können Sie den Energieverbrauch Ihrer Heizungsanlage reduzieren und Heizkosten sparen. Nutzen Sie WLAN-fähige oder Smart-Home-Thermostate, können Sie Ihre Heizungsanlage in ein gesamtes smartes Wohnkonzept integrieren.

Nachteilig an elektronischen Thermostaten sind die deutlich höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu manuellen Thermostaten. Außerdem wird für den Betrieb der Thermostate eine Batterie benötigt, wodurch sie von einer externen Energiequelle abhängig sind.

Da es bei smarter Heizungstechnik bis jetzt keine einheitlichen Funkstandards gibt, müssen Sie bei der Anschaffung sehr genau überlegen, für welches System Sie sich entscheiden. Darüber hinaus sind nicht alle Thermostate mit allen aktuellen digitalen Assistenten wie Amazon Alexa, Google Home oder dem Apple Homekit kompatibel. Für sicherheitsbewusste Verbraucher stellen App-basierte Heizungssteuerungen zudem ein Sicherheitsrisiko dar.

Mechanische Heizkörperthermostate sollten Sie dann wechseln, wenn die Stößel klemmen und nicht wieder beweglich werden. Bei elektronischen Systemen sollten Sie die Thermostate tauschen, wenn Sie Probleme mit dem Sensor feststellen.

Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Thermostat dauerhaft hohe Heiztemperaturen schafft, obwohl die Raumtemperatur schon ausreichend hoch ist. Gleiches gilt auch dann, wenn die Thermostate die Heizkörper nicht mehr ausreichend mit heißem Wasser versorgen und Sie dadurch nicht mehr heizen können.

Allgemein wird bei mechanischen Heizthermostaten von einer Lebensdauer bis zu 15 Jahren ausgegangen. Abhängig von der individuellen Nutzung und dem Verschleiß kann dieser Zeitraum auch länger oder kürzer sein.

Ihr SHK-Fachmann kann Ihnen weiterhelfen, ob ein Thermostatwechsel erforderlich ist oder nicht. In der Regel werden Heizungsthermostate im Sommer gewechselt, also außerhalb der Heizperiode.

Da Heizkörper in der Regel normierte Windungen haben, können alle gängigen Ventile auf alle gängigen Heizkörper montiert werden. Somit ist auch ein Wechsel auf smarte Heizthermostate problemlos möglich.

Beim Wechsel ist Folgendes zu beachten:

  1. Zunächst wird das Ventil auf Höchststufe gestellt, damit der Druck auf den Ventilstößel reduziert wird.
  2. Danach wird die Mutter für die Befestigung des Ventils mit einer Rohrzange oder einem Schraubenschlüssel am Heizkörper gelöst. Manche moderne Thermostate haben auch nur einen einfachen Klickverschluss, nach dessen Öffnung das Thermostat einfach „abgezogen“ werden kann.
  3. Die Schrauben des Ventilgehäuses werden dabei nicht gelöst, da sonst das Heizwasser aus dem Heizkörper strömt.
  4. Ist die Mutter des Ventils gelöst, kann das Thermostat ausgebaut werden.
  5. Ist das alte Ventil entfernt, kann das neue Thermostat angeschraubt werden. Vor dem Einbau sollte es noch auf die höchste Stufe gestellt werden.

Auch wenn der Wechsel der Heizungsthermostate im Grunde genommen eine einfache mechanische Arbeit darstellt, profitieren Sie als Verbraucher von einem Fachbetrieb.

So ist sichergestellt, dass Ihre neuen Thermostate nach dem Wechsel reibungslos funktionieren. Darüber hinaus erhalten Sie bei Korrekter Abrechnung per Rechnung Garantie auf die Arbeiten.

Außerdem können Sie die Kosten für den Einbau abzüglich des Materials in der Regel als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ von der Steuer absetzen.

Falls Sie von älteren Thermostaten zu modernen Heizungsthermostaten wechseln wollen, kann in manchen Fällen ein Adapter notwendig werden. Welches „Format“ dieser Adapter haben muss, entnehmen Sie in der Regel den Angaben der Hersteller in der jeweiligen Bedienungsanleitung.

Grundsätzlich können Sie üblicherweise auf jeden Heizkörper mit passendem Adapter auch ein modernes, elektronisches Thermostat schrauben.

Am besten ist es in diesem Fall jedoch immer, sich an einen Fachbetrieb zu wenden. Die Firmen können Ihnen genau mitteilen, welche Thermostate Sie verwenden können.

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