Steigende Preise für Öl und Gas verteuern die Heizkosten enorm. Seit dem Ukraine-Krieg hat sich vor allem die Situation auf dem Gasmarkt verschärft, sodass Verbraucher Versorgungsengpässe befürchten. Eine Hybridheizung schenkt Ihnen mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Durch die staatliche Förderung können Sie die Anschaffungskosten außerdem reduzieren. Für einige Hybridheizungen wurde diese im August 2022 allerdings eingestellt. Welche Hybridsysteme davon betroffen sind und ob diese sich auch ohne staatliche Zuschüsse lohnen, erfahren Sie hier.

Hybridheizungen kombinieren meist zwei Energiequellen zur Wärmegewinnung in einem Gebäude. Oftmals sind dies herkömmliche Energiequellen wie Gas oder Öl und erneuerbare Energieträger. Dies kann eine Solarthermieanlage sein, eine Wärmepumpe oder auch eine Pelletheizung.

Daneben gibt es auch Hybridlösungen, in denen zwei erneuerbare Energiequellen miteinander kombiniert werden, wie beispielsweise Umweltwärme (Wärmepumpe) in Kombination mit Solarthermie oder Pelletheizung.

Ziel einer Hybridheizung ist, mehr Energieeffizienz, geringere Betriebskosten und eine höhere Umweltverträglichkeit zu erzielen. Gerade für Neubauten ist im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz ein bestimmter Anteil von erneuerbaren Energien vorgeschrieben. Hybride Systeme sind dann eine gute Alternative, wenn der Einbau eines alleiniges Heizsystem aus erneuerbaren Energien – wie bspw. einer Wärmepumpe – nicht möglich sein sollte.

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Vorteile:

  • Mehr Unabhängigkeit von steigenden Brennstoffpreisen: Die Kosten für Gas und Öl steigen, daher bringt die Kombination mit erneuerbaren Energien langfristig mehr Kostensicherheit.
  • Eine solche Heizung senkt Kosten und sichert Verfügbarkeit von Wärme: Durch den Einsatz der regenerativen Wärmeerzeuger reduzieren Sie Ihre Heizkosten, da der Bedarf an fossilen Brennstoffen deutlich zurückgeht. Gleichzeitig sorgt die Kombination aus beiden Wärmequellen für Versorgungssicherheit. Liefern beispielsweise die Solarthermie-Kollektoren nicht ausreichend Wärmeenergie, sorgt der Brennwertkessel der Anlage für den notwendigen Ausgleich.
  • Eine Hybridheizung leistet einen Beitrag zum Klimaschutz, da sie den Bedarf an fossilen Brennstoffen, wie Gas und Öl, senkt.
  • Hybridheizungen sind häufig flexibel erweiterbar. Grund hierfür ist der modulare Aufbau der Anlagen.
  • Hohe Förderung für Hybridheizungen aus erneuerbaren Energien: Kombinieren Sie zwei Heizsysteme aus erneuerbaren Energien miteinander, können Sie bis zu 40 Prozent Förderung erhalten. Für Hybridsysteme, die mit Gas oder Öl betrieben werden, gibt es seit August 2022 nur noch 25 Prozent allein auf den erneuerbaren Teil. Entscheiden Sie sich demnach für eine Gasheizung mit Solarthermie, wird nur Solarthermie mit 25 Prozent gefördert.

Nachteile:

  • Doppelte Anschaffungskosten, da mind. zwei vollwertige Heizsysteme genutzt werden.
  • Doppelte Wartungskosten: Auch die regelmäßige Wartung muss für alle verwendeten Heizsysteme separat durchgeführt und bezahlt werden.
  • Doppelte Reparaturkosten: Defekte können häufiger auftreten, da mehrere Heizsysteme genutzt werden.
  • Weiterhin abhängig von fossilen Brennstoffen, wenn eines der Systeme eine Gas- oder Ölheizung ist.
  • Sind die Heizsysteme nicht optimal aufeinander abgestimmt, kann die Nutzung ineffizient werden.
  • Die Förderung für Gashybridheizung von max. 45 % wurde am 15.08.2022 gestrichen. Ölhybridheizungen wurden bereits vorher nicht gefördert. Lediglich der Erneuerbare-Energien-Anteil kann beim BAFA zur Heizungsförderung eingereicht werden.
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Bei der Kombination aus fossiler und erneuerbarer Energie fangen Hybridheizungen den in kalten oder sonnenlosen Zeiten entstehenden Energiemangel auf, denn die erneuerbare Energie (z. B. Solarthermie) steht nicht immer in gleichem Maße zur Verfügung, wie die aus fossilen Energieträgern.

Während die Grundlast von regenerativen Energiequellen getragen wird, springen Gas- oder Öl-Brennwertkessel in Zeiten der Spitzenauslastung an, um schnell und sicher für das gewünschte Temperaturniveau zu sorgen.

Wesentlicher Bestandteil jeder Hybridheizung ist ein Warmwasser- oder Pufferspeicher, dem aus verschiedenen Quellen bedarfsgerecht Energie zugeführt wird. Im Speicher wird die von mehreren Energieträgern erzeugte Wärme „gelagert“ und schließlich dem Heizkreislauf im Haushalt zugeführt.

Welcher Speicher eignet sich am besten bei einer Hybridheizung? Lesen Sie mehr zu Pufferspeicher, Latentwärmespeicher und Schichtenspeicher.

Die Kosten einer Hybridheizung sind vor allem von der gewählten Kombination abhängig. Unter Verwendung eines Pufferspeichers lassen sich theoretisch alle Arten von effizienten Heizsystemen miteinander kombinieren. Sinnvoll ist es aber nur dann, wenn ein ökologischer und wirtschaftlicher Vorteil dahintersteckt.

Durch die Anpassung der staatlichen Förderung am 15. August 2022 ist die Anschaffung einer Gashybridheizung deutlich unattraktiver geworden. Wurde diese vormals mit bis zu 45 Prozent gefördert, wird nun lediglich der Anteil erneuerbarer Energien bezuschusst. Selbiges galt bereits für Ölhybridsysteme. Kombinationen aus erneuerbaren Energien werden nach wie vor staatlich gefördert. Doch auch hier fanden im Rahmen der Anpassung Kürzungen statt, die vor allem Biomasseheizungen betrafen. Folgende Fördersätze gelten seit dem 15.08.2022 für Hybridheizungen:

Einzelmaßnahmen Zuschuss Heizungstausch-Bonus (Gas oder Öl) Wärmepumpen Bonus Max. Fördersatz
EE-Hybrid ohne Biomasse 25 % 10 % 5 %* 40 %
EE-Hybrid mit Biomasse 20 % 10 % 5 %* 35 %

*Wenn ein Teil der Hybridheizung aus einer Wärmepumpe besteht, die als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser nutzt.

Nutzen Sie nach wie vor Öl oder Gas, fällt die staatliche Förderung für das Gesamtsystem Hybridheizung wie bereits erwähnt weg. Allerdings können Sie den Anteil erneuerbarer Energien separat beim BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) einreichen. Für eine Kombination aus Gasheizung und Solar wären dies beispielsweise 25 Prozent Zuschuss auf die Solarthermie.

Es sind generell auch andere Kombinationen denkbar, wie die Power-to-Heat-Lösung aus Photovoltaik-Anlage (erzeugt Strom) und Wärmepumpe (nutzt den Strom). Das hängt immer von den individuellen Voraussetzungen, dem Platzangebot, den Energiesparzielen und natürlich vom verfügbaren Budget ab. Denn eins ist klar: Eine Hybridheizung ist nicht unbedingt günstig, da hier zwei oder mehr Heizsysteme verbaut werden müssen.

Kostenbeispiel Hybridheizung

Für das folgende Kostenbeispiel haben wir die Kombination Gasheizung mit Solarthermie, jeweils von unserer Eigenmarke, gewählt. Dabei gilt es zu beachten, dass nur noch die Solarthermie-Anlage mit bis zu 25 Prozent staatlich gefördert wird.

  • Gesamtinvestition Gasheizung mit Solar: 23.000 Euro
  • Anteil Solarthermie: 6.900 Euro
  • 25 % Förderung auf Solarthermie: 1.725 Euro
  • Ihre Kosten abzüglich Förderung: 21.275 Euro

Die Kosten im Beispiel können selbstverständlich von Ihrem Angebot abweichen, geben Ihnen aber einen ersten Eindruck über die Höhe der Investition in eine Hybridheizung.

Angebot zugeschnitten auf:

Bei dem hier dargestellten Angebot für eine Hybridheizung wurden folgende Parameter des Gebäudes berücksichtigt:

  • Reihenhaushälfte in dem fünf Personen leben
  • 3 Etagen
  • Fläche 185 m²
  • Baujahr 1972
  • keine Fassadendämmung
  • Dachdämmung
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Ein intelligentes Steuerungsmodul regelt normalerweise automatisch die Funktion einer Hybridheizung, wobei es verschiedene Betriebsmodi gibt. Diese können beispielsweise von „höchste Energiesparstufe“ bis „maximale Leistung“ reichen. Grundsätzlich aber funktioniert jedes Heizsystem unabhängig vom anderen, also auch im alleinigen Betrieb.

Um es Ihnen als Nutzer einer kompakten Hybridheizung so einfach wie möglich zu machen, sehen die meisten Steuerungsmodule drei Betriebsarten vor, die sich per Knopfdruck einfach einstellen lassen:

  • Der energetisch optimierte Betrieb sorgt für minimalen CO2-Ausstoß und damit für bestmöglichen Klimaschutz.
  • Der kostenoptimierte Betrieb nutzt den jeweils günstigsten Energieträger zur Wärmeerzeugung.
  • Der temperaturabhängige Betrieb richtet sich nach Ihrem Wärmebedarf und den individuell eingestellten Temperaturwerten (z. B. 20 °C Raumtemperatur).

Je nach Anbieter und Technologie entscheidet bei einer Hybridheizung also auch die Steuerungseinheit darüber, inwieweit sich Ihre Investition in ein solches System bezahlt macht.

Wenn Sie aktuell mit Öl heizen und auch künftig nicht darauf verzichten möchten, ist eine Ölhybridheizung eine gute Möglichkeit. Der Einbau reiner Ölheizung ist ab 2026 nämlich nur noch in Ausnahmefällen möglich, ab diesem Zeitpunkt müssen diese mit erneuerbaren Energien kombiniert werden. Wer gänzlich unabhängig von fossilen Brennstoffen werden möchte, sollte zunächst über ein alleiniges Heizsystem aus erneuerbaren Energien nachdenken und von hohen staatlichen Förderungen profitieren. Vor allem die Wärmepumpe gilt hier als Schlüsseltechnologie, um den CO2-Verbrauch im Gebäudesektor zu minimieren. Sollte diese bei Ihnen technisch nicht umsetzbar sein, ist eine Kombination aus Gas und Solar eine gute Alternative und gilt nach wie vor als effizientes und zuverlässiges Heizsystem. Hier erläutern wir Ihnen die Kombination mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen:

Hybridheizung aus Gas und Solar

Mit Solarthermie und Gasbrennwerttechnik setzen Hausbesitzer auf sehr zuverlässige und wartungsarme Heizsysteme, die sich gut aufeinander einstellen lassen. Wenn die Sonne scheint, muss die Gasheizung in der Regel kaum laufen. Nur bei niedrigen Außentemperaturen muss der Gaskessel für Wärme sorgen. Diese Hybridheizung ist sowohl für Neubauten als auch für die Heizungssanierung sehr gut geeignet.

Mit Kosten zwischen 15.000 und 26.000 Euro ist eine Gas-Solar-Hybridheizung eine vergleichsweise günstige Variante. Mit BEG Förderung über das BAFA von bis zu 25Prozent auf die Solarthermie reduzieren Sie diese Kosten noch einmal.

Vorteile:

  • relativ niedriger Anschaffungspreis
  • reduzierte Heizkosten
  • hohe Energieeffizienz
  • bewährte und sichere Technik
  • kein Brennstofflager erforderlich

Nachteile:

  • CO2-Fußabdruck bei Bezug von konventionellem Erdgas höher
  • Abhängigkeit von Gaspreisentwicklung
  • bei Gasengpässen im Winter keine Alternative

Wärmepumpe als Alternative zur Hybridheizung

Wer auf doppelte Anschaffungskosten verzichten und komplett unabhängig von Gas und Öl werden möchte, sollte eine Wärmepumpe als alleiniges Heizsystem in Betracht ziehen. Neben der hohen staatlichen Förderung bis max. 40 Prozent erhalten Sie mit der Wärmepumpe ein zukunftssicheres, klimafreundliches und effizientes Heizsystem. Zudem sparen Sie bis zu 30 Prozent Heizkosten, da sie kostenlose Umweltwärme als Energiequelle nutzt und ausschließlich mit Strom betrieben wird.

Durch den großen Technologiesprung sind Wärmepumpen mittlerweile auch in Bestandsbauten sehr gut einsetzbar. Auch die Kombination aus Wärmepumpe und Fußbodenheizung ist für die effiziente Nutzung nicht zwingend notwendig. Zwar gilt die Kombination nach wie vor als ideal, doch auch normale und etwas größer dimensionierte Heizkörper reichen oftmals aus. Bereits jetzt sind daher rund 40 Prozent aller Eigenheime für Wärmepumpen geeignet, ohne dass Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen.

Ob Ihre Wahl auf eine Wärmepumpe oder Hybridheizung aus Gas und Solar fällt. Beide Heizsysteme erhalten Sie bei thermondo und profitieren dabei von unserem Komplettpaket. Wir beraten Sie markenneutral und finden gemeinsam mit Ihnen die Heizung, die perfekt zu Ihren Anforderungen passt. Die nachfolgende Planung und Installation liegt ebenso wie die Fördermittelberatung in unseren Händen und ermöglicht Ihnen einen bequemen und reibungslosen Heizungswechsel.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.