Zuletzt aktualisiert am: 15.06.2020

Förderung Wärmepumpe: Welche Fördermöglichkeiten gibt es 2020?

Wer sich als Hausbesitzer für den Kauf einer Wärmepumpe entscheidet, kann die Anschaffung staatlich fördern lassen. Hier erhalten Sie einen Überblick über Ihre Möglichkeiten bei der Wärmepumpen-Förderung 2020.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat sein Förderprogramm "Heizen mit erneuerbaren Energien" im Januar 2020 angepasst. Die Förderung für die Heizung ist bei diesem Programm mit dem Austausch alter und ineffizienter Heizungsanlagen verknüpft. Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt von der Art der bisher verwendeten Heizung ab.

Wenn Sie als Hausbesitzer Ihre alte Öl- oder Gasheizung gegen eine Wärmepumpe tauschen, können Sie die BAFA-Förderung nutzen. Die Förderhöhe kann zwischen 35 und 45 Prozent der förderfähigen Kosten liegen. Sie erhalten also keinen direkten Zuschuss, sondern das BAFA erstattet Ihnen einen Teil Ihrer Investitionskosten. Den Höchstsatz von 45 Prozent erhalten Sie als Wärmepumpen-Förderung, wenn Sie eine alte Ölheizung austauschen.

Auch für den Einbau einer Wärmepumpe in einem Neubau ist eine Förderung von 35 Prozent der Investitionskosten durch das BAFA möglich.

Wärmepumpen werden ebenfalls vom BAFA gefördert, wenn Sie eine sogenannte "Hybridheizung" einbauen. So können Sie z.B. eine Gasbrennwertheizung mit einer Wärmepumpe kombinieren. Beide Wärmeerzeuger sind als Hybridheizung perfekt aufeinander abgestimmt, um so effizient wie möglich zu arbeiten.

Ihre Optionen:

  • 20 Prozent Förderung, wenn Sie eine "renewable ready" Gasheizung einbauen und nach spätestens zwei Jahren eine Wärmepumpe oder einen alternativen Wärmeerzeuger damit kombinieren
  • 30 Prozent Förderung, wenn Sie eine Gasbrennwertheizung als Hybridheizung mit einer Wärmepumpe verwenden
  • 40 Prozent Förderung, wenn Sie Ihre alte Ölheizung gegen eine Hybridheizung tauschen

Wichtige technische Voraussetzungen: Die Hybridheizung mit Wärmepumpe muss im Bestand eingebaut werden. Außerdem muss die Wärmepumpe bei der Hybridheizung mindestens 25 Prozent der benötigten Heizlast erfüllen.

Wärmepumpen: Wer ist förderberechtigt?

Von der Wärmepumpen-Förderung können alle Hausbesitzer profitieren, die ihr Gebäude energetisch sanieren oder einen Neubau errichten. Die Förderung im Bestand ist nur möglich, wenn die Heizung bereits mindestens zwei Jahre in Betrieb war. Darüber hinaus ist der Heizungstausch nur förderfähig, wenn die alte Heizung nicht ohnehin schon von der Austauschpflicht betroffen ist. Die Pflicht zum Heizungstausch besteht u.a. für Geräte, die 30 Jahre und älter sind und noch nicht Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik nutzen.

Technische Voraussetzung für den Erhalt der Förderung ist, dass beim Einbau der Wärmepumpe auch ein Wärmemengen- und Stromzähler installiert wird. So kann die Effizienz der Wärmepumpe kontinuierlich gemessen werden.

Ziel der Wärmepumpe sollte dabei im Neubau eine Jahresarbeitszahl von 35 Prozent, im Gebäudebestand beim Austausch der Öl-Heizung von 45 Prozent und beim Austausch anderer Heizungen von 35 Prozent haben.

Weitere Anforderungen für die Förderung:

  • Bestand: Nach dem Einbau muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden, um die Heizkurve der Wärmepumpenheizung optimal einzustellen. Wird eine Erdwärmepumpe installiert, muss der Bauherr eine Sachschadenversicherung abschließen und er darf nur eine für die Bohrung zertifizierte Firma engagieren.
  • Neubau: Im Neubau müssen Wärmepumpen die geforderten Jahresarbeitszahlen erreichen. Darüber hinaus muss die Wärmepumpe mit einer Flächenheizung kombiniert werden.

Die BAFA-Förderung für die Wärmepumpe umfasst alle förderfähigen Kosten bis zu einer Summe von 50.000 Euro pro Wohneinheit. Die förderfähigen Kosten enthalten neben den Kosten für die Wärmepumpe auch die Ausgaben für die Demontage der alten Heizsysteme oder z.B. die Entsorgung von Nachtspeicheröfen im Zuge der Heizungsumstellung.

Wichtig: Das BAFA orientiert seine Förderung am Angebot, das Sie dort einreichen. Wird das Projekt nachträglich teurer, passt das BAFA seine Förderung nicht mehr an. Deshalb sollte ein Angebot vom Fachbetrieb so genau wie möglich kalkuliert werden.

Für die Förderung Ihrer Wärmepumpe durch das BAFA gelten folgende Voraussetzungen:

  • Die Förderung muss vor der Beauftragung eines Fachbetriebs und vor dem Kauf der Wärmepumpe beantragt werden.
  • Die Beantragung erfolgt ausschließlich online auf der Homepage des BAFA. Dort werden die geplanten Kosten des Projekts sowie die zentralen Daten zur Wärmepumpe angegeben.
  • Die Wärmepumpe muss zu den vom BAFA geförderten Geräten mit Effizienz- und Prüfnachweis gehören.
  • Erst nach einer Zusage erhalten Sie die BAFA-Förderung.

Sie können die BAFA-Wärmepumpen-Förderung mit einer Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau kombinieren. Voraussetzung dafür ist, dass die Fördersumme die Summe der förderfähigen Kosten der Anlage nicht überschreitet.

Über diese KfW-Programme können Sie staatliche Förderung für Ihre Wärmepumpe erhalten und diese mit BAFA-Förderung kombinieren:

  • KfW-Programm 153 - Energieeffizient Bauen: Dieser KfW-Kredit kann beim Neubau eines KfW-Effizienzhauses 55, 40 oder 40 Plus beantragt werden. Sie können das Programm auch nutzen, wenn Sie ein unbeheiztes Nicht-Wohngebäude „umwidmen“, z.B. eine Scheune zu Wohnraum energieeffizient umbauen. Zu den geförderten Baukosten gehört im KfW-Programm auch der Einbau einer Wärmepumpe.
  • KfW-Programm 167 - Energieeffizient Sanieren- Ergänzungskredit: Mit diesem Programm wird die Umstellung einer bestehenden Heizungsanlage auf erneuerbare Energien gefördert. Gefördert werden Kreditbeträge bis zu 50.000 Euro.

Beachten Sie dabei, dass es sich bei der KfW-Förderung um Kredite handelt und nicht um Investitionszuschüsse wie beim BAFA. Die staatliche Förderung zeichnet sich bei der KfW durch günstige Zinsen und Tilgungszuschüsse für ein Darlehen aus.

Steuerliche Förderung von Wärmepumpen

Wenn Sie weder Förderung durch KfW noch durch das BAFA in Anspruch nehmen wollen, gibt es die Möglichkeit, einen Steuerbonus für energetische Sanierungen bzw. Modernisierungen zu erhalten. Sie können den Steuerbonus somit auch für Ihre Wärmepumpe verwenden. Im Rahmen der Steuererleichterung können Sie bis zu 40.000 Euro über drei Jahre hinweg steuerlich absetzen.

Um den Bonus zu nutzen, geben Sie die Kosten für die Wärmepumpe bzw. die energetische Sanierung in Ihrer Einkommenssteuererklärung an.

Wichtige Voraussetzung für den Steuerbonus ist, dass Ihr Gebäude zum Zeitpunkt des Einbaus der Wärmepumpe oder der Sanierung mindestens zehn Jahre alt oder älter ist.

Ob eine steuerliche Anrechnung Ihrer Wärmepumpen-Kosten lukrativer ist als eine BAFA-Förderung, sollten Sie mit Ihrem Steuerberater abklären.

Geförderte Wärmepumpe durch Programme von Bundesländern, Städten oder Gemeinden

Über die staatliche Förderung von KfW oder BAFA hinaus, gibt es auch die Möglichkeit von Förderprogrammen durch Bundesländer oder Kommunen. Hier sollten Sie sich gezielt vor der Planung Ihres Wärmepumpen-Projekts informieren. Dabei kann Ihnen auch ein Energieberater helfen.

Je nach Ausführung und Umsetzung können Sie bei einer Luft-Wärmepumpe mit Kosten zwischen 13.000 und 24.000 Euro inklusive Gerät und Einbau rechnen.

Für eine Erdwärmepumpe müssen Sie mit 18.000 bis 27.000 Euro an Kosten rechnen.

Beispiele:

  • Austausch Ölheizung durch Hybridheizung: Die Kosten für eine neue Gas-Hybridheizung mit Wärmepumpe betragen 20.000 Euro. Da Sie auch noch Ihre alte Ölheizung tauschen, erhalten Sie 45 Prozent der förderfähigen Kosten vom BAFA zurück, also 9.000 Euro. Ihre Hybridheizung mit Wärmepumpe würde dann noch 11.000 Euro kosten.
  • Einbau Wärmepumpe im Neubau: Die Kosten für eine leistungsstarke Erdwärmepumpe in Ihrem Neubau liegen bei 23.000 Euro. Sie beantragen BAFA-Förderung und erhalten nach der Genehmigung 8.050 Euro vom BAFA zurück. Die Wärmepumpe würde dank Förderung noch 14.950 Euro kosten.

Wer sich für den Tausch einer alten Ölheizung entscheidet oder auch einen Neubau mit einer Wärmepumpe ausstatten möchte, kann immer von Förderung profitieren. Gleichzeitig sinken die Kosten für Brennstoffe, sodass sich die umweltfreundliche Anlage noch schneller amortisieren kann.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.