Ob für die Heizungssanierung oder für einen Neubau, wer Heizkörper kaufen möchte, sollte dabei ein paar Dinge beachten. Wir zeigen Ihnen in diesem Ratgeber, worauf es beim Heizkörper-Kauf ankommt und welche Aspekte beim Einbau oder Abbau berücksichtigt werden sollten.

Worauf kommt es beim Heizkörper-Kauf an?

Beim Kauf neuer Heizkörper spielen verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle. Zunächst sollten Verbraucher darauf achten, ob die gewünschten Heizkörper für die bestehende oder geplante Heizungsanlage geeignet sind. Darüber hinaus müssen die Heizkörper zu den baulichen Gegebenheiten passen. In der Theorie lassen sich grundsätzlich verschiedene Heizkörpertypen miteinander kombinieren. Allerdings sollten Sie im Vorfeld genau prüfen oder besser vom Fachbetrieb prüfen lassen, ob eine solche Kombination Sinn ergibt.

Schließlich kommt es auf die erforderliche Heizlast an, die für das Erwärmen der Räume in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung erforderlich ist. Entsprechend des Heizbedarfs werden danach die Heizkörper dimensioniert.

Wenn Sie nach diesen Vorüberlegungen Heizkörper kaufen, sollten Sie diese am besten im Fachhandel beziehen. So können Sie sichergehen, dass die angebotenen Produkte die gewünschten Qualitäts- und Leistungsansprüche erfüllen.

Ganz gleich, ob Sie nur einen Heizkörper austauschen oder Ihre Räume komplett mit neuen Heizkörpern bestücken wollen: Es empfiehlt sich für Laien unbedingt immer, sich von Experten beraten zu lassen. Denn eine Heizung ist keine kurzfristige Anschaffung, bei der es lediglich auf die Optik ankommt. Entscheiden Sie sich für Qualität, werden Ihre Heizkörper Sie oftmals ein Leben lang begleiten.

Heizkörper-Typen

Die Hersteller arbeiten mit sogenannten „Typ-Bezeichnungen“ bei Heizkörpern. Die Typenbezeichnung besteht dabei aus zwei Ziffern. Die erste Ziffer gibt an, wie viele Heizplatten im Heizkörper verbaut wurden. Die zweite Ziffer bezieht sich auf die Anzahl der im Heizkörper enthaltenen Konvektorbleche.

Gängig sind Heizkörper nach Typ 11, Typ 20, Typ 21, 22 und Typ 33. Die unterschiedlichen Heizkörpertypen sind in verschiedenen Bauhöhen und -tiefen erhältlich und werden auf der Basis des vorhandenen Platzes im Raum ausgewählt.

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Welcher Heizkörpertyp eignet sich für meine Heizung?

  • Plattenheizkörper: Diese Heizkörper können Sie verwenden, wenn Sie eine Gas- oder Ölheizung nutzen. Geeignet sind diese Heizkörper aber auch für die Kombination mit Wärmepumpen, Blockheizkraftwerken oder Pelletheizungen.

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  • Röhrenheizkörper: Röhrenheizungen können mit Öl- oder Gasheizungen kombiniert werden. Wasserführende Kamin- oder Pelletöfen lassen sich ebenfalls an diese Heizkörper anschließen.

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  • Gliederheizkörper: Diese Heizkörper werden heute nur noch selten eingesetzt. Sie haben vor allem hygienische Vorteile und kommen in Kombination mit Öl- und Gasheizungen zum Einsatz.

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  • Konvektoren: Konvektoren sind überwiegend als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen gedacht. Da sie mit Strom betrieben werden, lassen sie sich nicht an ein bestehendes Heizungssystem anschließen, das mit Gas oder Öl betrieben wird.

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Mit welchen Kosten für Heizkörper muss ich rechnen?

Eine pauschale Angabe von Kosten für Ihre Heizkörper wäre an dieser Stelle nicht zielführend. Denn letztlich hängen die Kosten von verschiedenen Faktoren wie der Größe des Heizkörpers, dem Typ sowie dem Hersteller ab.

So beträgt allein die Preisspanne bei kleineren Plattenheizkörpern 50 bis 150 Euro pro Stück, abhängig von der Anzahl der Konvektionsbleche und Heizplatten. Röhrenheizkörper sind meist günstiger und sind schon für weniger als 50 Euro im Baumarkt erhältlich.

Wo kann ich Heizkörper kaufen?

Verbraucher haben heute mehrere Möglichkeiten, um Heizkörper zu kaufen. Wer digital affin ist, kann seine Heizkörper online bestellen. Im Netz gibt es neben großen Verkaufsplattformen auch Online-Baumärkte sowie Fachhändler für Heizungszubehör. Vor Ort bieten Baumärkte, sowohl Ketten als auch genossenschaftlich organisierte, Heizkörper von unterschiedlichen Herstellern an.

Sie können Heizkörper aber auch über Ihren Fachbetrieb kaufen. Dabei haben Sie den Vorteil, dass Sie mit dem Kauf von einer kompetenten Beratung profitieren. Zudem kann der Betrieb die Heizkörper gleich installieren oder die alten ausbauen. Auf Baustellen ist es von Vorteil, wenn ein Fachbetrieb Kauf und Installation übernimmt. Denn dann müssen Sie sich nicht um die Koordination und Lieferung der Heizkörper kümmern.

Heizkörperauslegung – welche Größe soll der Heizkörper haben?

Um zu ermitteln, wie viele Heizkörper Sie benötigen und wie viele es sein sollen, muss zunächst der Heizbedarf berechnet werden. Diese Rechnung kann je nach Gebäude und Räumlichkeit komplexer werden. Deshalb behelfen sich viele Laien mit Faustregeln. Gängige Richtwerte sind zum Beispiel 100 Watt pro Quadratmeter Wohnfläche in Neubauten. Demnach bräuchten Sie für einen Raum mit 20 Quadratmetern Heizkörper, die eine Heizleistung von 2.000 Watt liefern.

In der Praxis spielen aber noch weitere Faktoren wie Fensteröffnungen, Türen oder die Wärmedämmung eine wichtige Rolle bei der Berechnung der Heizlast. Deshalb sollten Sie diese Berechnungen am besten von einem Fachbetrieb durchführen lassen.

Das hat den Vorteil, dass Ihre Heizungsanlage optimal berechnet wird und Sie die fürs Heizen benötigte Energie wirklich effizient nutzen. Sind die Heizkörper nämlich zu groß dimensioniert, besteht die Gefahr, dass Sie Ihre Räume im Winter überheizen. Sind die Heizkörper zu wenig oder zu klein, wird es in Ihren Wohnräumen nie ausreichend warm

Heizkörper abbauen – so geht’s

Wer Heizkörper abbauen möchte, kann das selbst tun, sofern er die Fachkenntnis und das nötige handwerkliche Geschick mitbringt. Theoretisch sind dafür acht Schritte notwendig. Zuerst wird die Heizungsanlage ausgeschaltet und vom Strom getrennt. Im zweiten Schritt wird die Wasserzufuhr gestoppt, welche die Heizkörper mit Heizungswasser versorgt. Danach muss die Heizungsanlage entleert werden. Bereits an diesem Punkt ist Fachwissen gefragt, um die Heizung nicht zu beschädigen.

Zum Abmontieren der Heizkörper werden die Thermostate geschlossen. Heizkörper ohne Rücklaufventil müssen mit einem Sechskantschlüssel abgesperrt werden. Anschließend wird das Entlüftungsventil geöffnet, damit restlicher Druck aus dem Heizkörper entweichen kann. Nachdem der Rücklauf aufgedreht wurde und das Restwasser aus dem Heizkörper auslaufen konnte, wird der Vorlauf abgeschraubt. Danach können alle Schrauben gelöst und der Heizkörper von der Befestigung an der Wand genommen werden.

Viele Schritte sind einfache mechanische Vorgänge. Doch wer noch nie mit Heizkörpern hantiert hat, kann viel falsch machen. So kann ausgelaufenes Heizungswasser die Böden beschädigen oder verschmutzen oder die Heizungsanlage kann durch falsches Entleeren Schaden nehmen. Die Folge: Die Versicherung wird für derartige Beschädigungen nicht aufkommen, und Sie haben am Ende höhere Kosten, obwohl Sie durch den eigenhändigen Abbau der Heizkörper sparen wollten.

Was für die fachgerechte Demontage der Heizung spricht

Wenn Sie einen Fachbetrieb mit dem Abbau der Heizkörper beauftragen, profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

  • Bei Beschädigungen zahlt die Versicherung.
  • Auf die Arbeiten der Handwerker gibt es eine zweijährige Gewährleistung bei möglichen Folgeschäden.
  • Sie können die Herstellergarantie dank der fachgemäßen Installation in vollem Umfang in Anspruch nehmen, sofern es zum Beispiel materialbedingte Schäden an den Heizkörpern geben sollte.
  • Ihre Heizungsanlage wird fachgerecht behandelt.
  • Sie können die Kosten für die Handwerkerarbeit als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen. Voraussetzung dafür ist eine Rechnung.

Wo soll der Heizkörper montiert werden?

Heizkörper werden in der Regel unter dem Fenster montiert. Doch warum ist das so? Unabhängig von der Art des Gebäudes sind Fenster immer die Stellen in einem Raum, wo es am kältesten ist. Indem jedoch Heizkörper unterhalb des Fensters montiert werden, entsteht durch die aufsteigende, warme Heizungsluft eine Art Barriere. Die kalte Luft kann vom Fenster aus dann nicht mehr ungehindert in den Raum einströmen. Wären die Heizkörper nicht unter dem Fenster installiert, hätte das demnach einen unangenehmen Effekt auf das Wohlbefinden im Raum, da trotz Heizung immer in kühler Luftzug von den Fenstern in den Innenraum strömen würde.

Hängt der Heizkörper unter dem Fenster, gibt es noch einen weiteren Vorteil. Da es bedingt durch unterschiedliche Temperaturverhältnisse an Fenstern immer einen Luftzug gibt, kann diese kühle Luft nun ebenfalls durch den Heizkörper erwärmt werden. Dadurch wird die Warmluft noch besser im Raum verteilt.

Bei sehr gut gedämmten modernen Gebäuden mit Isolierfenstern müssen Heizkörper nicht immer unter dem Fenster installiert werden. In diesen Fällen können die Heizelemente auch an anderen Stellen im Raum eingesetzt werden. Allerdings sollte ein Fachbetrieb immer prüfen, ob eine solche Installation auch energetisch sinnvoll ist.

In Räumen mit hohen Decken können zusätzlich sogenannte Vertikalheizkörper montiert werden. Diese Heizelemente reichen in die Höhe und nicht in die Waagerechte. Diese Heizkörper werden meist an Innenwänden montiert.

Fazit

Heizkörper kaufen viele Verbraucher mittlerweile im Internet und versuchen sich selbst am Abbau und der Montage neuer Heizkörper. Allerdings sprechen viele Gründe dafür, die Heizungsanlage inklusive der dafür benötigten Heizkörper von einem Fachbetrieb planen und berechnen zu lassen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Wohnung oder Ihr Haus optimal beheizt wird und Ihre Heizungsanlage effizient betrieben wird. Dadurch sparen Sie langfristig Kosten und schonen die Umwelt, weil Sie weniger Brennstoffe benötigen.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.