- Definition: Was ist ein CO₂-Fußabdruck?
- Wie groß ist der CO₂-Fußabdruck beim Heizen?
- Wie viel CO₂ verursacht eine Gas- oder Ölheizung?
- Wie senkt eine Wärmepumpe den CO₂-Fußabdruck?
- Wie senken Sie Ihren CO₂-Fußabdruck beim Heizen?
- Fazit zum CO₂-Fußabdruck beim Heizen
- FAQ - Häufig gestellte Fragen zum CO₂-Fußabdruck
- CO₂-arm heizen mit der Wärmepumpe von thermondo
Was ist ein CO₂-Fußabdruck?
Der CO₂-Fußabdruck beschreibt die Menge an Kohlendioxid, die ein Mensch innerhalb eines Jahres verursacht. Er gilt als persönliche Klimabilanz und wird in Tonnen CO₂ pro Jahr angegeben.
Das Konzept geht auf ein Modell zurück, das Wissenschaftler in den 1990er-Jahren entwickelten: Je mehr CO₂ ein Mensch durch Konsum, Mobilität und Wohnen verursacht, desto größer sein Fußabdruck.
Dasselbe Prinzip lässt sich aufs Heizen übertragen. Je mehr Brennstoff Ihre Heizungsanlage verbrennt, desto höher fällt der CO₂-Anteil Ihres Fußabdrucks aus, der aufs Heizen entfällt. Eine vollständige Berechnung berücksichtigt Ernährung, Mobilität, Konsum und eben auch die Heizung.
Der durchschnittliche CO₂‑Fußabdruck pro Kopf liegt in Deutschland aktuell bei 9,8 t CO₂‑Äquivalenten im Jahr. Wohnen, worunter Heizen und Strom fallen, macht davon rund 20 % aus und ist damit einer der größten Einzelposten neben Mobilität (21 %) und sonstigem Konsum (26 %).
Das Klimaziel sieht einen Fußabdruck von unter einer Tonne CO₂ pro Kopf vor. Bis dahin ist es ein weiter Weg, gerade beim Heizen lässt sich aber viel bewegen. Einen eigenen CO₂-Rechner bietet das Umweltbundesamt an, mit dem Sie Ihren persönlichen Fußabdruck ermitteln können.
Wie groß ist der CO₂-Fußabdruck beim Heizen im Vergleich zu anderen Bereichen?
Heizen und Strom zusammen machen rund ein Fünftel des persönlichen CO₂‑Fußabdrucks aus, ähnlich viel wie Mobilität. Damit liegt Wohnen auf einer Stufe mit dem Autofahren und deutlich vor der Ernährung.
Beim Verkehr zeigt sich ein großer Unterschied zwischen den Verkehrsmitteln: Ein Flugzeug verursacht mit rund 297 g CO₂ pro Personenkilometer fast doppelt so viel wie ein Auto mit rund 164 g.
Der PKW bleibt trotzdem der größte Einzelposten im deutschen Verkehrssektor, weil die meisten Wege damit zurückgelegt werden.
Anders als beim Verkehr, wo Sie zwischen Verkehrsmitteln wählen, haben Sie beim Heizen nur eine Stellschraube: das Heizsystem selbst. Genau hier setzt die CO₂-Steuer aufs Heizen an: Sie verteuert fossile Brennstoffe seit 2021 zusätzlich.
Wie viel CO₂ verursacht eine Gas- oder Ölheizung?
Eine Gasheizung stößt bei einem typischen Wärmebedarf von 20.000 kWh im Jahr rund 4 t CO₂ aus, eine Ölheizung rund 5,3 t. Grundlage sind die CO₂-Emissionsfaktoren von Erdgas (201 g/kWh) und Heizöl (266 g/kWh). Damit bleiben beide Brennstoffe die mit Abstand größten Verursacher beim Heizen.
Das zeigt sich auch in der Statistik: Mehr als die Hälfte aller bestehenden Wohngebäude in Deutschland heizt mit Erdgas (53,9 %), knapp ein Viertel mit Heizöl (24,7 %).
Entsprechend hoch ist der Anteil dieser beiden Energieträger am CO₂‑Ausstoß des gesamten Gebäudesektors, der 2024 bei 100,5 Mio. t CO₂ lag und damit über der gesetzlich erlaubten Grenze.
CO₂‑Ausstoß verschiedener Heizsysteme im Vergleich
| Heizsystem | Verbrauch bei 20.000 kWh Wärmebedarf | CO₂-Emissionsfaktor | CO₂-Ausstoß pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Gasheizung | 20.000 kWh Erdgas | 201 g CO₂/kWh | rund 4,0 t |
| Ölheizung | 20.000 kWh Heizöl | 266 g CO₂/kWh | rund 5,3 t |
| Wärmepumpe (JAZ 4) | 5.000 kWh Strom | 363 g CO₂/kWh | rund 1,8 t |
Die Tabelle zeigt bereits, worauf Wärmepumpen von thermondo ihren CO₂-Vorteil stützen: Sie verbrauchen für dieselbe Wärmemenge nur einen Bruchteil der Energiemenge einer fossilen Heizung.
Wie senkt eine Wärmepumpe den CO₂-Fußabdruck beim Heizen?
Eine Wärmepumpe senkt den CO₂‑Fußabdruck beim Heizen um rund 55 %, weil sie Umweltwärme statt Brennstoff nutzt. Sie entzieht der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme und braucht dafür nur Strom als Antrieb, keine Verbrennung. Für 20.000 kWh Wärme reichen ihr rund 5.000 kWh Strom, wie die Tabelle oben zeigt.
Dieser Effizienzvorsprung kommt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe zustande. Bei einer JAZ von 4 gewinnt die Anlage aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme. Selbst mit dem heutigen deutschen Strommix, der noch nicht vollständig erneuerbar ist, bleibt eine Wärmepumpe damit klar im Vorteil gegenüber Gas und Öl.
Steigt der Anteil erneuerbaren Stroms weiter, sinkt ihr CO₂‑Ausstoß automatisch mit, ohne dass an der Heizung selbst etwas geändert werden muss.
Im Jahr 2025 heizten bereits 73,6 % der neu gebauten Wohngebäude in Deutschland mit einer Wärmepumpe.
Im Bestand ist die Wärmepumpe damit längst nicht mehr die Ausnahme, sondern der Standard für den Heizungstausch. Auch bei thermondo bestätigt sich das: 95 % der 2025 verkauften Wärmepumpen in Deutschland waren Luft-Wasser-Wärmepumpen, die auch ohne Erdarbeiten in fast jedem Bestandsgebäude nachrüstbar sind.
Seit dem 29. Juli 2026 gilt für den Heizungstausch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Es lässt Ihnen die freie Wahl zwischen neun Heizungsoptionen, eine Pflicht zur Wärmepumpe gibt es also nicht. Anders als eine neu eingebaute Gas- oder Ölheizung muss eine Wärmepumpe aber keine steigende Quote an teureren, biogenen Brennstoffen erfüllen.
Wer ohnehin vor einem Heizungstausch steht, bekommt mit der Wärmepumpe damit ein System, das ohne Brennstoffquote und ohne steigenden CO₂-Preis auf Erdgas auskommt.
Wer den Stromverbrauch der Wärmepumpe zusätzlich mit einer eigenen Wärmepumpe mit Photovoltaik deckt, senkt den CO₂-Fußabdruck noch einmal: Ein Teil des benötigten Stroms kommt dann direkt vom eigenen Dach statt aus dem allgemeinen Strommix.
Durch die Kombination der Wärmepumpe mit einem dynamischen Stromtarif und einem intelligenten Energiemanager lässt sich der verbleibende Netzstrom zudem bevorzugt dann beziehen, wenn der Anteil erneuerbarer Energien im Netz besonders hoch ist.
Wie senken Sie Ihren CO₂-Fußabdruck beim Heizen sonst noch?
Neben dem Heizungstausch gibt es weitere Wege, den CO₂-Ausstoß Ihrer aktuellen Heizung zu senken, auch wenn ein vollständiger Wechsel gerade nicht ansteht:
- Wärmedämmung: Je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto weniger Energie brauchen Sie für dieselbe Wärme. Das senkt den CO₂-Ausstoß unabhängig vom Heizsystem.
- Solarthermie ergänzen: Wer die bestehende Heizung mit einer Solarthermie-Anlage kombiniert, deckt einen Teil des Wärmebedarfs CO₂-frei und spart zusätzlich Heizkosten.
- Eigenes Verhalten anpassen: Beheizen Sie nur Räume, die Sie wirklich nutzen, und lüften Sie stoßweise statt dauerhaft mit gekipptem Fenster. So vermeiden Sie, dass Wärme ungenutzt entweicht.
- Alte Heiztechnik modernisieren: Wer kurzfristig nicht auf ein neues System umsteigt, senkt mit einer modernen Brennwerttherme trotzdem den Brennstoffverbrauch der bestehenden Gas- oder Ölheizung um bis zu 30 %. Das ist eine Übergangslösung, ersetzt aber nicht den langfristigen Umstieg auf ein System ohne fossilen Brennstoff.
Fazit
Heizen macht rund ein Fünftel des persönlichen CO₂‑Fußabdrucks aus, ähnlich viel wie Mobilität. Gas- und Ölheizungen tragen darin den größten Anteil, weil ihr CO₂-Ausstoß direkt an den verbrannten Brennstoff gekoppelt ist.
Eine Wärmepumpe kommt für dieselbe Wärmemenge mit einem Bruchteil der Energiemenge aus und senkt den CO₂-Ausstoß dadurch um rund 55 %, selbst mit dem heutigen Strommix. Mit steigendem Anteil erneuerbaren Stroms wächst dieser Vorteil von selbst weiter.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
CO₂-arm heizen mit der Wärmepumpe von thermondo
Wer seinen CO₂‑Fußabdruck beim Heizen senken will, findet bei thermondo Beratung, Planung, Installation und Förderberatung – alles aus einer Hand. Auf Wunsch ergänzt eine Wärmepumpe mit Photovoltaik den Umstieg um selbst erzeugten Strom. Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und erhalten Sie ein unverbindliches Festpreisangebot.
Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.