In der Regel müssen Mieter die Heizkosten nicht selbst berechnen, denn sie finden die Aufstellung darüber in der jährlichen Heizkostenabrechnung des Vermieters. Aufgrund steigender Energiepreise möchten jedoch immer mehr Verbraucher im Vorfeld die möglichen Kosten abschätzen. Wer seine Heizkosten selbst ermitteln möchte, hat dazu verschiedene Möglichkeiten, die wir Ihnen hier zeigen.

Wohndauer <1 Jahr

Wer erst kürzlich in eine neue Wohnung gezogen ist und seine Heizkosten berechnen will, kann dies anhand der Quadratmeterzahl des Wohnbereichs selbst tun. Allerdings spielt auch das Volumen der beheizten Räume eine Rolle: je höher die Decke der Wohnung, desto höher die anfallenden Heizkosten. Somit sollten Heizkosten grundsätzlich anhand des jeweiligen Wohnraums berechnet, beziehungsweise eingeschätzt werden.

Letztlich handelt es sich bei einer Heizkostenberechnung über die Raumgröße immer nur um einen Schätzwert. Denn in der Praxis entscheiden noch weitere Faktoren darüber, wie hoch die Kosten ausfallen, u.a. die Dämmung des Gebäudes, Ihr individueller Wärmebedarf sowie das Alter der Heizungsanlage. Schlecht gedämmte Gebäude oder ein altes Heizsystem werden die Heizkosten deutlich in die Höhe treiben. Gleiches gilt, wenn Sie Ihre Zimmer im Winter sehr stark beheizen.

Wohndauer >1 Jahr

Wohnen Sie schon länger in Ihrer Wohnung und haben mindestens einen Winter dort verbracht, sind die Vorverbräuche der letzten Jahre in der Regel ein zuverlässiger Parameter zur Berechnung der Heizkosten. Faktoren, wie bspw. eine Änderung der Bewohnerzahl oder ein neues Heizsystem sollten dabei natürlich berücksichtigt werden. Seit der Corona-Pandemie arbeiten vor allem Büroangestellte öfter im Homeoffice. Arbeitet man im Winter nun komplett von zu Hause aus statt im Büro, verursacht dies durchschnittlich fünf Prozent mehr Heizkosten pro Heizperiode.

Um die Heizkosten für die kommende Heizperiode zu berechnen, können Sie folgende Faustformel nutzen:

Endenergieverbrauch (in Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr) x Wohnfläche (in Quadratmetern) x Rohstoffpreis (in Euro je Kilowattstunde/Liter) = Jährliche Heizkosten (in Euro)

Wenn keine größeren Änderungen in puncto Heizverhalten zu erwarten sind, können Sie zur Ermittlung des Endenergieverbrauchs die Werte aus Ihrer letzten Heizkostenabrechnung übernehmen. Informieren Sie sich am besten auch zu Ihrem aktuell gültigen Rohstoffpreis. In der Regel sind diese vertraglich festgelegt, können jedoch in gewissen Intervallen angepasst werden.

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Die aktuelle Gas- bzw. Energiekrise spielt bei der Ermittlung der zu erwartenden Heizkosten eine große Rolle. Besonders beim Heizen mit Gas ist eine genaue Berechnung für die aktuelle Heizperiode momentan schwierig. Bereits im Juni rief Wirtschaftsminister Klaus Habeck die zweite Stufe des sogenannten Notfallplan Gas aus. Diese besagt, dass eine erhebliche Störung der Gasversorgung vorliegt. Der Markt ist hier allerdings noch in der Lage, die Nachfrage zu bewältigen, sodass keine staatlichen Eingriffe nötig sind.

Sollte die dritte und letzte Stufe in Kraft treten, regelt die Bundesnetzagentur die Gasversorgung. Die sogenannte Preisanpassungsklausel könnte aktiviert werden, wodurch Versorger Preiserhöhungen direkt an die Verbraucher weitergeben können. Die zwischen Versorger und Verbraucher vertraglich festgelegten Preise können somit ausgehebelt werden.

Auch die kürzlich eingeführte Gasumlage enthält eine Klausel, die eine Preisanpassung in einem Abstand von drei Monaten ermöglicht. Momentan liegt diese bei 2,4 Cent pro kWh und wird zusätzlich zum regulären Gaspreis erhoben. Eine erste Erhöhung könnte demnach frühestens zum 1. Januar 2023 erfolgen.

Für eine erste Berechnung Ihrer Heizkosten können Sie durchschnittliche Verbrauchswerte hinzuziehen. Bitte beachten Sie, dass Sie hiermit keine exakte Berechnung Ihrer Heizkosten erwarten können, da es sich um Durchschnittswerte handelt. Mögen Sie es besonders warm oder eher kühler, wird Ihr Verbrauch und damit auch die Heizkosten davon abweichen.

Beim Berechnen der Heizkosten ist zudem die Wahl des Heizsystems entscheidend. Unabhängig von der Energiekrise unterliegen die Kosten für fossile Brennstoffe in der Regel starken Schwankungen und steigen aller Wahrscheinlichkeit weiter an. Experten prognostizieren, dass der Gaspreis auch langfristig auf einem eher hohen Niveau bleibt und nicht wieder auf die Vorjahreswerte sinken wird. Der Gaspreis für Bestandskunden liegt momentan zwar noch deutlich unter dem aktuellen Neukundenpreis, allerdings erhöht sich dieser in vielen Fällen bereits ebenfalls.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aufschlüsselung zu den jährlichen Heizkosten für eine Gas- und Ölheizung sowie Wärmepumpe. Als Berechnungsgrundlage dienen die aktuellen Energiepreise (Stand: September 2022) sowie der durchschnittliche Jahresverbrauch einer 100 qm2 großen Wohnung. Auf Basis dieser Wohnfläche können Sie die Quadratmeteranzahl Ihrer eigenen Wohnung am einfachsten ins Verhältnis setzen.

Heizsystem Energieträger Jährlicher Verbrauch Preis pro kWh/Liter Heizkosten/Jahr
Wärmepumpe Umweltenergie (Luft, Wasser, Erde) / Strom 3.000 - 5.000 kWh 40 Cent*
51 Cent
1.200 - 2.000 €
1.530 - 2.550 €
Gasheizung Erdgas 12.000 - 15.000 kWh 10 Cent**
36 Cent***
1.200 - 1.500 €
4.320 - 5.400 €
Ölheizung Erdöl 1.500 Liter 161 Cent 2.415 €

* Bei Nutzung eines speziellen Stromtarif für Wärmepumpen (20 - 25 % günstiger als Haushaltsstrom)

** Aktueller Gaspreis für Bestandskunden (Durchschnittswert)

*** Aktueller Gaspreis für Neukunden

Wichtig: Die ab 1. Oktober 2022 gültige Gasumlage von 2,4 Cent/kWh muss dieser Berechnung noch hinzugefügt werden. Bei Nutzung einer Gasheizung müssen laut obigem Verbrauch nochmal rund 300 Euro zusätzlich pro Jahr gezahlt werden.

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Die Heizkostenabrechnung bringt die Wahrheit

Eine exakte Auflistung Ihrer Heizkosten erhalten Sie tatsächlich erst mit der jährlichen Abrechnung. Die Vergleichswerte sollten Sie jedoch zur Überprüfung der Rechnung heranziehen. Zudem fällt es Ihnen im Folgejahr leichter, die Heizkosten zu berechnen, da Sie nun Ihren Verbrauch kennen und mit den aktuellen Energiepreisen abgleichen können

Seit dem 1. Januar 2022 sollen Mieter monatlich über ihren Verbrauch für Heizung und Warmwasser informiert werden. Dies gilt allerdings nur für Gebäude, die gemeinschaftlich eine Heiz- und Warmwasseranlage nutzen sowie bereits ein fernablesbares Messgerät installiert haben. Der Verbraucher soll in der Auflistung u. a. über Kosten sowie Vergleiche zum Vor- und Vorjahresmonat informiert werden.

Eine dauerhafte Senkung Ihrer Heizkosten erreichen Sie mit einer neuen Heizung, die ihren jeweiligen Energieträger viel effizienter nutzt. Wie man der obigen Tabelle entnehmen kann, ist die Wärmepumpe die derzeit günstigste Option in puncto Heizkosten. Und das, obwohl eine kWh Strom mehr kostet als eine kWh Gas. Grund dafür ist der hohe Wirkungsgrad einer Wärmepumpe – dieser liegt im Schnitt zwischen drei und fünf. Aus einer kWh Strom kann die Wärmepumpe somit drei bis fünf kWh Wärme produzieren.

Zum Vergleich: der Wirkungsgrad einer Gasheizung liegt bei unter eins. Sie benötigt also deutlich mehr Energie, um die gleiche Menge Wärme herzustellen. Die neu eingeführte Gasumlage sowie die jährlich steigende CO2-Steuer erhöhen die Betriebskosten zusätzlich.

Obwohl der Strompreis aktuell ebenfalls auf einem hohen Niveau liegt, ist hier seitens der Regierung eher mit Entlastungen zu rechnen. Ein Beispiel dafür ist der vorgezogene Wegfall der EEG-Umlage, wodurch der Strompreis um rund 3,7 Cent/kWh gesunken ist. Hinzu kommen Vergünstigungen wie ein spezieller Stromtarif für Wärmepumpen, der um bis zu 25 Prozent günstiger als üblicher Haushaltsstrom ist.

Gut zu wissen: Um die eigenen Klimaziele zu erreichen, fördert der Staat den Ausbau erneuerbarer Energien mit attraktiven Zuschüssen. Die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe können damit um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Für den Einbau einer neuen Öl- oder Gasheizung gibt es diese Zuschüsse nicht. Auch die Förderung für Gas-Hybridheizungen entfiel im Sommer 2022 nach Anpassung der Richtlinien zur Heizungsförderung.

Eine Wärmepumpe verringert nicht nur die Heizkosten, sondern erhöht auch Ihre Versorgungssicherheit, da Sie nicht mehr abhängig von fossilen Brennstoffen sind. Damit Ihnen der Umstieg leichter fällt, unterstützt thermondo Sie bei allen wichtigen Schritten, die für den Heizungswechsel nötig sind. Neben der Planung und Beratung übernehmen wir alle erforderlichen Arbeiten für die fachmännische Installation der Wärmepumpe. Die regelmäßige Wartung sowie die Unterstützung bei Beantragung der staatlichen Förderung sind ebenfalls Teil unseres Komplettpakets. Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und fordern Sie Ihr unverbindliches Festpreisangebot an. Wir setzen uns zeitnah mit Ihnen in Verbindung und beraten Sie kostenlos und klären alle aufkommenden Fragen.

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Franziska Reiche Franziska ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Heizsysteme, Heizungsförderung und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.