aus 5 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 10/04/2018

Die Fußbodenheizung - angenehme Strahlungswärme ohne Heizkörper

Fußbodenheizungen zählen zu den Flächenheizungen. Diese Heizungssysteme erzeugen über den ganzen Raum verteilt Strahlungswärme, die als sehr angenehm empfunden wird. Wir informieren Sie hier rund um alle Aspekte der Fußbodenheizung:

Fußbodenheizungen sind Flächenheizungen, die mit Hilfe von Heizelementen unter der Bodenfläche den Boden selbst und durch die Strahlungswärme die darüber liegenden Räume erwärmen. Schon zur Zeit der Römer gab es Fußbodenheizungen.

Damals wurden Wasserkanäle unter den Fußböden verlegt, durch die erhitztes Wasser floss. Das Prinzip moderner Fußbodenheizungen ist ähnlich. In der Praxis werden drei Arten von Fußbodenheizungen unterschieden:

  • Nasssysteme: Bei Nasssystemen werden Heizungsrohre im Estrich verlegt. Die Rohrsysteme liegen dabei entweder auf einer Dämmschicht oder werden mit Verlegeplatten eingespannt. Um die Wärmeleitung des Bodens zu optimieren, werden bei Nasssystemen meist Metallpartikel im Estrich gebunden. Nasssysteme kommen in der Regel bei Neubauten zum Einsatz.
  • Trockensysteme: Bei dieser Art von Fußbodenheizung befinden sich die Heizungsrohre direkt unter dem Bodenbelag in Schaumplatten. Über diese Schicht werden zusätzlich Trockenplatten gelegt. Trockensysteme bieten sich für die Nachrüstung mit einer Fußbodenheizung an.
  • elektrische Systeme: Bei elektrischen Fußbodenheizungen werden elektrisch betriebene Heizschlangen im Boden unterhalb des Bodenbelags eingelassen.

Fußbodenheizung im Haus

Wenn eine klassische Fußbodenheizung als Nasssystem installiert wird, ist ihr Aufbau immer ähnlich. Er besteht aus einer dämmenden Unterschicht, einem Trägersystem für die Leitungsrohre, den Heizungsrohren sowie einem speziellen Estrich, auf welchem schließlich der Bodenbelag verlegt wird.

Die Dämmschicht sorgt dafür, dass die erzeugte Wärme nicht nach unten abgegeben wird. Das Trägersystem wiederum hält die wasserführenden Heizungsrohre und trägt zu einer optimalen Wärmeverteilung auf dem Boden bei. In der Praxis werden hier sogenannte „Trackersysteme“ oder „Noppenplatten“ verwendet. In die Noppenplatten drückt ein Heizungsmonteur die Heizrohre ein, während die Rohre bei Trackersystemen mit einzelnen Klammern befestigt werden.

Die Heizungsrohre selbst werden üblicherweise mäanderförmig oder schneckenförmig verlegt. Bei der Mäanderform wird die Wärme unregelmäßiger an den Boden abgegeben. Sie bietet sich deshalb eher für kleine Räume an. Bei der schneckenförmigen Verlegung sind Vor- und Rücklauf nebeneinander verlegt, sodass die Wärmeabgabe sehr gleichmäßig erfolgt. Diese Technik ist demnach für alle Räumlichkeiten geeignet.

Nach dem Verlegen der Rohre wird ein Estrich aufgetragen, auf dem letztlich die Bodenbeläge folgen. Ein Fachbetrieb wird vor dem Verlegen der Fußbodenheizung alle Elemente genau planen. So ist zum Beispiel der Verlegeabstand der Rohre entscheidend für die spätere Heizeffizienz. Ebenso kann mit speziellem Heizestrich die Leistung der Anlage gesteigert werden.

Werden Fußbodenheizungen als Trockensysteme umgesetzt, liegen die Kosten abhängig vom Hersteller und System in der Regel zwischen knapp 30 und 45 Euro pro Quadratmeter. Hinzugerechnet werden noch die Kosten für Leitungen oder Verlegeplatten von rund 17 Euro pro Quadratmeter.

Fußbodenheizungen mit Wassersystem können Preise zwischen 13 und 40 Euro pro Quadratmeter erreichen. Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt auch hier vom System und der Art der Installation ab.

Wer sich für elektrische Fußbodenheizungen entscheiden, kann mit Preisen ab 25 Euro pro Quadratmeter rechnen. Hier sinkt der Preis pro Quadratmeter in der Regel, wenn die Verlegefläche steigt.

Vorteie Nachteile
ökologischer Niedertemperaturbetrieb: Durch die geringe Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung kann diese Heizung mit alternativen Wärme- und Energiegewinnungssystemen wie Wärmepumpen, Solarpanels und Brennwerttechnik kombiniert werden. trägere Reaktionszeiten: Eine Fußbodenheizung hat eine längere Vorlaufzeit, bis eine bestimmte Raumtemperatur erreicht ist. Sie eignet sich somit nicht für gelegentlich beheizte Räume.
hohe Raumluftqualität: Da Fußbodenheizungen überwiegend Strahlungswärme abgeben, gibt es weniger Luftverwirbelungen als bei herkömmlichen Radialheizungen. Dadurch wirbeln weniger Staubpartikel herum, was gut für Allergiker ist. Außerdem ist die Raumluft nicht so trocken. höhere Einbau- und Reparaturkosten: In der Regel sind die Kosten für Einbau und Wartung einer Fußbodenheizung höher als bei einer herkömmlichen Radialheizung.
angenehme und gleichmäßige Wärme: Strahlungswärme wird als sehr angenehm empfunden. Sie entspricht der wärmenden Strahlung der Sonne. Zudem sorgt die Fußbodenheizung für eine gleichmäßige Verteilung der Wärme Änderungen umständlicher: Wer seine Fußbodenheizung später modifizieren oder austauschen möchte, muss mit einem höheren Aufwand rechnen. In manchen Fällen ist nur eine Neuinstallation möglich.
keine störenden Heizelemente: Mit einer Fußbodenheizung entfallen die Heizkörper an den Wänden. Dadurch ist mehr Platz und die Optik des Raums wird nicht beeinträchtigt.

Im Laufe der Zeit können sich in den Heizungsrohren von Fußbodenheizungen mit Warmwassersystem Rost oder andere Rückstände ablagern. Dadurch wird der Durchmesser der wasserführenden Leitungen verringert und es kann weniger Heizwasser durchfließen. Die Folge ist eine geringere oder ungleichmäßige Heizleistung.

Wenn Heizungsbesitzer feststellen, dass ihre Fußbodenheizung trotz voll aufgedrehter Regler die Bodenfläche gar nicht mehr oder nur in geringem Maße erwärmt, kann eine Spülung erforderlich sein. Empfehlenswert ist es, die Heizrohre der Fußbodenheizung regelmäßig spülen zu lassen, damit sich Schlamm oder Rostpartikel gar nicht erst in großer Menge absetzen können.

Wie oft muss ich meine Fußbodenheizung spülen lassen?

Die Intervalle zum Spülen einer Fußbodenheizung hängen von der Bauart und dem Alter der Anlage ab. Ältere Fußbodenheizungen, die noch vor 1990 verlegt wurden, arbeiten in der Regel mit Metallrohren, die nicht diffusionsdicht sind. Das bedeutet, dass Sauerstoff in die Rohre eindringen kann und dadurch die Korrosion verstärkt wird. Diese älteren Fußbodenheizungen werden vom Fachmann meist jedes zweite Jahr gespült, um die Leistungsfähigkeit der Heizungsanlage aufrecht zu erhalten.

Neuere und moderne Fußbodenheizungen werden mit Kunststoffrohren umgesetzt, die diffusionsdicht sind. Diese Anlagen sind weniger anfällig für Ablagerungen und müssen deshalb meist nur alle fünf Jahre gespült werden.

Vor jeder Spülung sollte eine Prüfung durch einen Fachbetrieb erfolgen. Die Kosten für eine Spülung der Fußbodenheizung betragen bei einer beheizten Fläche von ca. 100 Quadratmeter 500 bis 1.800 Euro, abhängig vom Aufwand.

  • Wird es mit der Fußbodenheizung nicht zu warm?

Gemäß der DIN EN 1264 dürfen die Fußbodentemperaturen in Aufenthaltsbereichen 29° C, in Bädern 35° nicht überschreiten. Somit kann es bei einer Fußbodenheizung nicht zu warm werden. Tatsächlich sind für das gleiche Wärmegefühl einer Radiatorheizung mit einer Fußbodenheizung um bis zu 3°C geringere Raumtemperaturen erforderlich.

  • Kann ich eine Fußbodenheizung im Altbau realisieren?

Ein nachträglicher Einbau einer Fußbodenheizung im Altbau ist grundsätzlich möglich. Allerdings müssen Wohnungsbesitzer mit einem deutlich höheren Aufwand als im Neubau rechnen. Eine preisgünstige Alternative sind Elektrofußbodenheizungen. Sie können mit einer deutlich geringeren Aufbauhöhe realisiert werden. Allerdings muss bei Altbauten immer auch die Wärmedämmung berücksichtigt werden. Ist diese nur in geringem Maß vorhanden, wird die Fußbodenheizung sehr unwirtschaftlich.

  • Welcher Bodenbelag kann mit einer Fußbodenheizung kombiniert werden?

Mit einer Fußbodenheizung können theoretisch alle Bodenbeläge wie Teppich, Fliesen, Holz oder Kunststoff verwendet werden, sofern diese dafür ausgelegt sind. Vorteilhafter sind keramische Oberflächen, da diese die Wärme besser ableiten.

  • Welche Fußbodenheizung ist die richtige?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Welche Fußbodenheizung geeignet ist, hängt von der Bauweise des Hauses ebenso wie von den vorhandenen Energiequellen ab. Am besten lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten.

  • Was kostet eine Fußbodenheizung pro Quadratmeter?

Bei einer elektrischen Fußbodenheizung ist mit Kosten von durchschnittlich 38 Euro pro Quadratmeter auszugehen. Auf 100 Quadratmeter gerechnet wären das 3.800 Euro. Eine Fußbodenheizung mit Warmwassersystem kann mit ca. 45 Euro pro Quadratmeter veranschlagt werden. Bei einer 100-Quadratmeter-Fläche würden die Kosten 4.500 Euro betragen. Das ist allerdings nur ein grober Richtwert.

  • Wie hoch ist bei einer Fußbodenheizung der Verbrauch?

Eine genaue Aussage dazu lässt sich nicht treffen. Je besser eine Fußbodenheizung jedoch geplant und an die baulichen Gegebenheiten angepasst ist, desto effizienter kann die Heizungsanlage arbeiten. Wird sie dann noch mit alternativen Systemen wie Wärmepumpen oder Solaranlagen betrieben, ist die Energieeffizienz sehr hoch.

  • Wie hoch ist die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung?

Wie hoch die Vorlauftemperatur eingestellt ist, hängt vom individuellen Wärmebedarf sowie vom Fußbodenbelag und der Größe der Anlage ab. Im Durchschnitt ist eine Vorlauftemperatur zwischen 25 und 40°C bei Fliesenbelägen üblich. In Niedrigenergiehäusern kann bereits eine Vorlauftemperatur von 25°C im Winter für eine angenehme Wärmeentwicklung ausreichen.

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