Erdgas oder Heizöl?

So unterschiedlich sie auch wirken mögen, etwas Wesentliches haben Heizöl und Erdgas gemeinsam: Deutschland importiert beide Energieträger zum größten Teil aus dem Ausland und ist so von der dort stattfindenden Preispolitik abhängig – und die richtet sich stark nach der internationalen Nachfrage.

Im Moment ist der spezifische Preis pro Energieeinheit bei Heizöl (ca. 5,81 Cent/kWh im Vergleich zu 6,5-7,5 Cent/kWh für Erdgas, respektive 55-65 Euro/100 Liter; Stand Januar 2015) günstiger als bei Erdgas. Die Heizöl-Preise sind dabei in der Vergangenheit stärker gestiegen und stärkeren Schwankungen unterworfen als die des Erdgases. Zukünftig wird sich diese Entwicklung mit großer Wahrscheinlichkeit fortsetzen.

Im Vergleich zu Heizöl ist Erdgas zwar umweltfreundlicher, es hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Es ist nicht überall verfügbar. Während Heizöl per Tanklastwagen nahezu überall hin geliefert werden kann, benötigen Sie für Erdgas einen Anschluss an das lokale Netz. Ist dieser noch nicht vorhanden, so muss erst ein Anschluss an die Leitung stattfinden, was im Durchschnitt Kosten von 1.500-2.500 Euro mit sich führt. Hinzu kommen monatliche Gebühren zwischen 10 und 30 Euro.

In Regionen, in denen keine Erdgasleitungen verlegt sind, kann Flüssiggas als Alternative dienen. Dieses wird – ähnlich wie Heizöl – angeliefert und in einem Tank gespeichert. Meist finden hier große Außentanks Verwendung. Leider ist Flüssiggas meist teurer als Erdgas.

Heizölpreise schwanken

Die Preisentwicklung von Öl ist schon seit langem durch starke Schwankungen geprägt. Daher sind auch künftig kurzfristige Abfälle wie zum Jahreswechsel 2015/2016 denkbar. Dennoch werden wohl 60-70 Euro je 100 Liter langfristig den Durchschnitt bilden. Der Jahrestiefststand lag 2015 bei 53,20 Euro und damit deutlich unter den Vorjahren (2013: 81,3 Euro , 2014: 58,8 Euro). Die Entwicklung des Heizölpreises 2015 ist für alle Verbraucher als positiv zu bezeichnen.

Nachteilig für Besitzer einer Ölheizung ist, dass ein niedriger Ölpreis nach Möglichkeit auch mit einem leeren Tank zusammen fallen sollte. Ist der Heizöltank noch fast voll, kann man nicht vom Tief profitieren.

Erdgaspreis sinkt

Für Erdgas ist tendenziell sogar eine Senkung des Weltmarktpreises zu erwarten. Aufgrund der angespannten Situation mit Russland begann eine Bevorratung von Erdgas zur eigenen Absicherung. Auch das internationale Erdgasnetz wird stetig ausgebaut, neue Erdgasmärkte und -technologien wurden erschlossen. Die Folge: Eine Überversorgung und Preisabfälle. Gibt der Gasversorger das nicht weiter, sollten Besitzer einer Gasheizung über einen Anbieterwechsel nachdenken.

Verglichen mit Öl emittiert Erdgas weniger CO2  pro Kilowattstunde produzierter Wärmeenergie, die Brennstoffkosten sind auf lange Sicht niedriger und konstanter und die Anschaffung einer neuen Gasheizung ist günstiger. Alte Niedertemperaturgeräte oder noch ältere Standardkessel verbrauchen zirka 30 Prozent mehr Öl und Gas als neue, effiziente Brennwertgeräte.

Wenn Sie also vor einer Heizungsneuanschaffung stehen und ein Anschluss an das Gasnetz vorhanden ist, so empfiehlt sich die Installation einer Gasheizung – am besten in Kombination mit Solarthermie.

Wer noch eine alte Ölheizung hat und keinen Zugang zu Gas, sollte zumindest über die Investition in eine neue, effiziente Ölheizung mit Brennwerttechnik nachdenken. Der Aufwand zum Heizungswechsel ist gering. Finanziell greift Ihnen der Staat durch etliche Förderungen wie dem Programm KfW 430 unter die Arme, zudem haben Sie die Kosten der Neuanschaffung durch geringere Heizkosten schnell wieder drin. Und von der Auswahl bis zur Montage sind wir Ihr Partner.

Jetzt Angebot einholen

Zum Heizungsplaner

Profilfoto Sebastian

Sebastian ist Autor dieses Artikels und Experte für Heizsysteme. Außerdem beschäftigt er sich mit aktuellen Themen rund um die Wärmewende. Helfen Sie Sebastian, den Artikel zu verbessern und geben Sie Ihre Bewertung ab.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?

Weitere Artikel zum Thema Vergleichen & Entscheiden