Zuletzt aktualisiert am: 05.10.2020

Alternative Heizung: Heizen ohne Gas oder Öl

Mit fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl heizen immer noch mehr als 50 Prozent der deutschen Haushalte. Doch im Zuge der Energiewende spielen ökologische Alternativen eine immer größere Rolle. Wir zeigen Ihnen alternative Heizungen ohne Gas oder Öl.

Auf dem Markt gibt es mittlerweile viele verschiedene leistungsfähige und effiziente Heizsysteme, die nicht auf der Verbrennung von Gas oder Öl beruhen.

Solarthermie als alternative Heizung

Solarthermie wandelt Sonnenenergie in Wärmeenergie zum Heizen oder für die Warmwassererzeugung um. Hierfür werden Solarkollektoren auf Dächern oder an Wänden montiert. In den Kollektoren fließt Solarflüssigkeit, ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel. Diese Flüssigkeit wird durch die Sonne erwärmt. Sie fließt zu einem Wärmetauscher und erwärmt wiederum Heizungswasser oder Brauchwasser.

Vorteile von Solarthermie:

  • emissionsfreie Wärmeerzeugung
  • einfache Funktionsweise
  • wartungsarme Technik
  • einfach zu montieren
  • Nutzung von kostenloser Sonnenenergie
  • hohe staatliche Förderung

Nachteile von Solarthermie:

  • erzeugte Wärme allein meist nicht ausreichend zum Heizen
  • erfordert eine passende Kollektorfläche
  • nicht für jedes Gebäude geeignet
  • abhängig von Sonneneinstrahlung

Solarthermie ist ein sinnvoller Einstieg in alternative Heizsysteme. Die Technik eignet sich hervorragend in Kombination mit einer Gasbrennwertheizung zu einer Hybridheizung.

Wärmepumpe als alternative Heizung

Wärmepumpen nutzen die in der Erde, der Luft oder in Flüssigkeit gespeicherte Sonnenenergie. Diese Energie wird per Sonde oder Kollektor gesammelt und mittels Trägermedium zu einem Kondensator geführt.

Dort wird die Flüssigkeit mithilfe von Strom noch stärker erwärmt und verdichtet, bis sie kondensiert. Beim Kondensieren setzt sie Wärme frei, die über einen Wärmetauscher an Heizungswasser oder Brauchwasser abgegeben wird. Nach dem Abkühlen fließt die Flüssigkeit zurück und der Kreislauf beginnt von vorn.

Vorteile von Wärmepumpen:

  • geringere CO2-Emissionen
  • ganzjährig nutzbar
  • kein Abgassystem notwendig
  • Primärenergie aus Luft, Wasser, Erde ist kostenlos
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • hohe staatliche Förderung

Nachteile von Wärmepumpen:

  • hoher Installationsaufwand
  • im Winter häufig höhere Stromkosten
  • nur in Energiesparhäusern als alleinige Heizung sinnvoll
  • Installation von der Umgebung abhängig

Die Wärmepumpe ist eine sinnvolle alternative Heizung. Allerdings sollten Hausbesitzer den Stromverbrauch im Blick behalten und die Wärmepumpe am besten mit Fotovoltaik kombinieren.

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Brennstoffzellenheizung

Die Brennstoffzellenheizung ist das aktuelle Hightech-Produkt der Heiztechnik. Sie erzeugt sowohl Strom als auch Wärme. Das geschieht durch die sogenannte „kalte Verbrennung“ in einer Brennstoffzelle. Dort wird Wasserdampf mit Gas gemischt. Auf diese Weise entsteht Wasserstoff, der in der Brennstoffzelle Wärme und Strom erzeugt. Das Ergebnis ist eine emissionsfreie Wärmeerzeugung.

Vorteile Brennstoffzellenheizung:

  • emissionsfreie Energieerzeugung
  • günstiger Strom zum Eigenbedarf
  • hohe Förderung der Brennstoffzellenheizung durch Zuschuss und Einspeisevergütung
  • hohe Energieeffizienz
  • höhere Unabhängigkeit von Stromkosten
  • platzsparende Technologie
  • Kombination mit PV-Anlage möglich
  • geräuscharme und wartungsarme Technik
  • keine Abgasanlage erforderlich
  • hohe staatliche Förderung

Nachteile Brennstoffzellenheizung:

  • begrenzte Lebensdauer der Brennstoffzellen-Einheiten
  • Nutzung von Erdgas verschlechtert CO2-Bilanz
  • hoher Anschaffungspreis trotz Förderung

Die Brennstoffzellenheizung bietet Hausbesitzern die Möglichkeit, hocheffizient Strom und Wärme selbst zu produzieren. Lediglich Erdgas als Energieträger reduziert die positive CO2-Bilanz.

Alternatives Heizen mit Holz

Wer sich für eine Holzfeuerung entscheidet, kann CO2-neutral heizen. Denn bei der Verbrennung von Holz entsteht nur so viel CO2, wie das Holz beim Verrotten ohnehin ausstoßen würde. Darüber hinaus ist Holz ein nachwachsender Rohstoff.

Heizen mit Holz ist mit Pellets, Hackschnitzel oder Holzscheiten möglich. Die Nachteile der Holzfeuerung bestehen im Vergleich zu anderen alternativen Heizoptionen im hohen Wartungsaufwand sowie im hohen Betriebsaufwand. So müssen Heizkessel gepflegt und Brennstofflager regelmäßig gefüllt werden. Darüber hinaus wird viel Platz für den Brennstoff benötigt, wenn die Holzheizung als alleiniges Heizsystem genutzt wird. Wer nicht in unmittelbarer Nähe der Holzwirtschaft lebt, muss sich seine Brennstoffe zudem über längere Strecken liefern lassen.

Holzfeuerung ist am besten in Kombination mit anderen alternativen Energieerzeugern, weil so ein hohes Maß an Autarkie bei der Energieerzeugung möglich ist. Allerdings müssen Hausbesitzer selbst gewillt sein, den Mehraufwand beim Heizen zu leisten. Eine vollkommen automatisierte Lösung ist mit Holzheiztechnik außerdem nur in beschränktem Umfang möglich.

Alternative Heizungen wie Wärmepumpen oder Solarthermie sind am besten geeignet, um emissionsfrei Wärme zu erzeugen. Wer als Hausbesitzer ökologisch nachhaltig heizen möchte, aber nicht vollständig auf alternative Energieerzeuger umsteigen kann, findet mit der Kombination aus Solarthermie und Gasbrennwert eine sehr gute Alternative.

Die Ökobilanz der Gas-Hybridheizung ist deutlich besser als bei einer reinen Gasheizung. Vom Frühjahr bis zum Herbst können Sie mit einer solchen Heizung je nach Region fast ausschließlich mit Solarthermie heizen und benötigen die Gasheizung erst, wenn es richtig kalt wird. So sparen Sie nicht nur Brennstoffkosten, sondern auch Emissionen.

Ein weiteres Argument, das für eine Gas-Hybridheizung mit Solarthermie spricht, ist die hohe staatliche Förderung. Beim Umstieg auf Gas-Hybrid erhalten Sie bis zu 40 Prozent Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Wenn Sie auf ein modernes Heizsystem mit Gas und Solar umsteigen, trägt der Förderzuschuss nahezu die gesamten Kosten für die Solarthermieanlage.

Die Gesamtkosten für eine Gas-Solar-Heizung liegen je nach Kollektorfläche und Heizungsgröße zwischen 15.000 und 20.000 Euro. In diesem Preis sind Montage, Gasbrennwertheizung, Solarthermieanlage und Pufferspeicher enthalten.

Mit der staatlichen Förderung reduzieren sich die Anschaffungskosten für eine Gas-Hybridheizung um bis zu 8.000 Euro, wenn die Gesamtkosten zum Beispiel 20.000 Euro betragen.

Fossile Brennstoffe sind hervorragende Energielieferanten. Gas, Öl oder Kohle liefern der Zivilisation seit vielen hundert Jahren zuverlässig Wärme oder Strom. Allerdings haben fossile Brennstoffe zwei große Nachteile: Zum einen sind sie endlich und zum anderen erzeugt deren Verbrennung CO2.

Hält der Verbrauch in gleichem Maße wie heute an, werden eines Tages keine Brennstoffe fossiler Art mehr zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zu Holz können sie sich nicht regenerieren. Sie wachsen nicht nach, sondern haben sich in der Natur teilweise über mehrere Millionen Jahre hinweg entwickelt.

Öl und Gas erzeugen beim Verbrennen viel Energie. Diese Energieerzeugung ist jedoch immer mit der Freisetzung von CO2 verbunden, das im Öl oder Gas gespeichert war

Aus Gründen der Nachhaltigkeit und der Verantwortung für künftige Generationen muss die Gesellschaft langfristig zunehmend alternative Heizmöglichkeiten nutzen, die nicht ausschließlich Öl oder Gas verwenden.

Mit Wärmepumpe oder Solarthermie können Sie Warmwasser erzeugen und heizen. Die Technik ist mittlerweile ausgereift und vielfältig einsetzbar. Allerdings sind Wärmepumpe und Solarthermie deutlich von der Witterung abhängig. Als alleinige Heizsysteme sind sie nur effizient, wenn das Gebäude exzellent gedämmt ist. Ansonsten reicht die Wärmeenergie üblicherweise allein nicht zum Heizen aus.

Wer alternativ heizen möchte, findet einen sehr guten Kompromiss mit einer Hybridheizung aus Gasheizung und Solarthermie. Diese Variante spart CO2 und reduziert den Gasverbrauch auf ein Minimum. Möchten Sie auf dem neuesten Stand der Heiztechnik heizen und Strom erzeugen, ist die Brennstoffzellenheizung die beste Wahl.

Beide Systeme bieten wir Ihnen als Option für Ihren Heizungswechsel an. Dabei umfasst eine Modernisierung Ihrer Heizung nicht nur die Planung, Koordination und Installation Ihres neuen Heizungssystems, sondern auch unseren Förderservice, mit dem wir dafür sorgen, dass Sie das Maximum an Fördermitteln erhalten.

Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und erhalten Sie mehr Informationen zu einem Heizungswechsel mit Thermondo und dem Umstieg auf alternative Heizungen.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.