Mit fossilen Brennstoffen wie Gas heizen immer noch mehr als 50 Prozent der deutschen Haushalte. Doch gerade der Krieg in der Ukraine zeig, wie fragil die Preise für Gas sind. Mittlerweile wurde sogar die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen, was weitere Preissteigerungen zur Folge haben kann. Zusätzlich fürchten Verbraucher Versorgungsengpässe und suchen auch aus ökologischen Gründen nach Alternativen. Wir zeigen Ihnen alternative Heizsysteme, mit denen Sie Ihren Gasverbrauch reduzieren oder gänzlich einstellen.

Am 23.06.2022 rief Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die zweite Stufe des Notfallplans Gas aus. Begründet wurde dieser Schritt durch eine Störung der Gasversorgung. Aktuell ist der Markt noch in der Lage, der Nachfrage nachzukommen. Doch Gas gilt jetzt als knappes Gut – was weitere Preissteigerungen quasi unumgänglich macht. Habeck appellierte an die Verbraucher, ihren Gasverbrauch weiter zu reduzieren. Im Sommer mache sich dieser Mangel für Endverbraucher zwar nicht allzu sehr bemerkbar, doch spätestens im Winter sind extreme Preissteigerungen zu befürchten. Daher ist es wichtig, jetzt vorzusorgen. Eine Möglichkeit ist, den eigenen Gasverbrauch einzustellen und bereits jetzt nach einer Alternative zur Gasheizung zu suchen.

Fossile Brennstoffe galten lange Zeit als perfekte Energielieferanten. Gas, aber auch Öl sowie Kohle liefern der Zivilisation seit vielen hundert Jahren zuverlässig Wärme oder Strom. Allerdings haben fossile Brennstoffe zwei große Nachteile: Zum einen sind sie endlich und zum anderen erzeugt deren Verbrennung CO2.

Hält der Verbrauch in gleichem Maße wie heute an, werden eines Tages keine Brennstoffe fossiler Art mehr zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zu Holz können sie sich nicht regenerieren. Sie wachsen nicht nach, sondern haben sich in der Natur teilweise über mehrere Millionen Jahre hinweg entwickelt.

Öl und Gas erzeugen beim Verbrennen viel Energie. Diese Energieerzeugung ist jedoch immer mit der Freisetzung von CO2 verbunden, das im Öl oder Gas gespeichert war.

Aus Gründen der Nachhaltigkeit und der Verantwortung für künftige Generationen muss die Gesellschaft langfristig zunehmend alternative Heizmöglichkeiten nutzen, die nicht ausschließlich Öl oder Gas verwenden.

Durch die aktuelle politische Lage wird ein weiterer Nachteil immer sichtbarer. Versorgungsunsicherheit sowie steigende Preise für Gas und Öl lassen die Heizkosten schnell in die Höhe schießen. Dem können Verbraucher nur durch sparsameres Heizverhalten oder ein effizientes Heizsystem entgehen. Zwar können neue Gas- und Ölheizungen durch moderne Technologien Heizkosten einsparen, aber erst durch eine partielle oder komplette Einbindung von erneuerbaren Energien werden die Heizkosten signifikant reduziert. Wer in Zukunft gänzlich auf ein Heizsystem aus erneuerbaren Energien – wie bspw. die Wärmepumpe – setzt, macht sich außerdem komplett unabhängig gegenüber einem möglichen Gasmangel.

Auf dem Markt gibt es mittlerweile viele verschiedene leistungsfähige und effiziente Heizsysteme, die nicht auf der Verbrennung von Gas oder Öl beruhen.

Wärmepumpe als alternative Heizung

Wärmepumpen nutzen die in der Erde, der Luft oder in Flüssigkeit gespeicherte Sonnenenergie. Diese Energie wird per Sonde oder Kollektor gesammelt und mittels Trägermedium zu einem Kondensator geführt.

Dort wird die Flüssigkeit mithilfe von Strom noch stärker erwärmt und verdichtet, bis sie kondensiert. Beim Kondensieren setzt sie Wärme frei, die über einen Wärmetauscher an Heizungswasser oder Brauchwasser abgegeben wird. Nach dem Abkühlen fließt die Flüssigkeit zurück und der Kreislauf beginnt von vorn.

Vorteile von Wärmepumpen:

  • geringere CO2-Emissionen
  • macht unabhängig von Gas und Öl
  • ganzjährig nutzbar
  • kein Abgassystem notwendig
  • Primärenergie aus Luft, Wasser, Erde ist kostenlos
  • auch im Altbau ohne Fußbodenheizung möglich
  • hohe staatliche Förderung von bis zu 40 Prozent
  • einfache Installation von Luft-Wasser-Wärmepumpen

Nachteile von Wärmepumpen:

  • hoher Installationsaufwand bei Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen (inkl. Baugenehmigungen)
  • im Winter häufig höhere Stromkosten
  • Installation von der Umgebung abhängig

Die Wärmepumpe ist der Gamechanger für das Gelingen der Wärmewende, mit der klimaneutrales Heizen möglich wird. Sie macht unabhängig von Gas und Öl und damit auch von schwankenden Preisen. Vor allem die Luft-Wasser-Wärmepumpe hilft Hausbesitzern, ohne großen Aufwand klimaneutral zu heizen. Zudem ist sie deutlich energieeffizienter als Gas- oder Ölheizungen. So macht sie aus einer Kilowattstunde elektrischer Energie drei bis fünf Kilowattstunden Wärmeenergie. Sie hat damit einen Wirkungsgrad von 300 bis 500 Prozent. Der Wirkungsgrad einer Gasheizung liegt hingegen nur bei rund 90 Prozent.

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Solarthermie als alternative Heizung

Solarthermie wandelt Sonnenenergie in Wärmeenergie zum Heizen oder für die Warmwassererzeugung um. Hierfür werden Solarkollektoren auf Dächern oder an Wänden montiert. In den Kollektoren fließt Solarflüssigkeit, ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel. Diese Flüssigkeit wird durch die Sonne erwärmt. Sie fließt zu einem Wärmetauscher und erwärmt wiederum Heizungswasser oder Brauchwasser.

Vorteile von Solarthermie:

  • emissionsfreie Wärmeerzeugung
  • einfache Funktionsweise
  • wartungsarme Technik
  • einfach zu montieren
  • Nutzung von kostenloser Sonnenenergie
  • staatliche Förderung (25 Prozent auf Solarthermie)

Nachteile von Solarthermie:

  • erzeugte Wärme allein meist nicht ausreichend zum Heizen
  • erfordert eine passende Kollektorfläche
  • nicht für jedes Gebäude geeignet
  • abhängig von Sonneneinstrahlung

Solarthermie ist ein Einstieg in alternative Heizsysteme. Die Technik eignet sich in Kombination mit einer Gasbrennwertheizung zu einer Hybridheizung. Wer als Hausbesitzer ökologisch nachhaltig heizen möchte, aber nicht vollständig auf alternative Energieerzeuger umsteigen kann, findet mit der Kombination aus Solarthermie und Gasbrennwert eine Möglichkeit, um zumindest den Verbrauch von Gas zu reduzieren.

Allerdings haben sich die Voraussetzung für diese Hybridlösung mit der Aktualisierung der Förderung für den Heizungswechsel geändert. Waren zuvor bis zu 45 Prozent Förderung eine Gasheizung mit Solarthermie möglich, sind nun nur noch 25 Prozent auf die Kosten für Solarthermie möglich. Gasheizungen wurden damit komplett aus der Förderung herausgenommen, auch wenn sie mit erneuerbaren Energien kombiniert werden.

Gasheizung mit Solar: Praktische Lösung?

Die Ökobilanz der Gas-Hybridheizung ist deutlich besser als bei einer reinen Gasheizung. Vom Frühjahr bis zum Herbst können Sie mit einer solchen Heizung je nach Region fast ausschließlich mit Solarthermie heizen und benötigen die Gasheizung erst, wenn es richtig kalt wird. So sparen Sie nicht nur Brennstoffkosten, sondern reduzieren auch die CO2-Emissionen.

Die Gesamtkosten für eine Gas-Solar-Heizung liegen je nach Kollektorfläche und Heizungsgröße zwischen 15.000 und 25.000 Euro. In diesem Preis sind Montage, Gasbrennwertheizung, Solarthermieanlage und Pufferspeicher enthalten. Leider lassen sich die Kosten mit der geänderten Förderung nicht mehr beinahe halbieren. Stattdessen lassen sich nur noch 25 Prozent der Solarthermiekosten im Rahmen der BEG-Förderung erstatten. Damit fällt natürlich auch ein starkes Argument für diese Heizlösung weg.

Sie können so zwar die Kosten für Gas senken, aber wenn es von den Voraussetzungen her möglich ist, ist ein Umstieg auf Wärmepumpe zu empfehlen. Hier ist die Förderung mit bis zu 40 Prozent am attraktivsten. Zudem ist es eine tatsächliche Alternative zur Gasheizung, da Sie komplett unabhängig werden. Versorgungsengpässe und extreme Preise beim Gas können Sie so entspannt aus der Ferne beobachten.

Brennstoffzellenheizung

Die Brennstoffzellenheizung ist ein Hightech-Produkt der Heiztechnik. Sie erzeugt sowohl Strom als auch Wärme. Das geschieht durch die sogenannte „kalte Verbrennung“ in einer Brennstoffzelle. Dort wird Wasserdampf mit Gas gemischt. Auf diese Weise entsteht Wasserstoff, der in der Brennstoffzelle Wärme und Strom erzeugt. Das Ergebnis ist eine emissionärmere Wärmeerzeugung.

Vorteile Brennstoffzellenheizung:

  • emissionsarme Energieerzeugung
  • günstiger Strom zum Eigenbedarf
  • hohe Förderung der Brennstoffzellenheizung durch Förderprogramm KfW 433
  • hohe Energieeffizienz
  • höhere Unabhängigkeit von Stromkosten
  • platzsparende Technologie
  • Kombination mit PV-Anlage möglich
  • geräuscharme und wartungsarme Technik
  • keine Abgasanlage erforderlich

Nachteile Brennstoffzellenheizung:

  • begrenzte Lebensdauer der Brennstoffzellen-Einheiten
  • Nutzung von Erdgas verschlechtert CO2-Bilanz
  • hoher Anschaffungspreis

Die Brennstoffzellenheizung bietet Hausbesitzern die Möglichkeit, hocheffizient Strom und Wärme selbst zu produzieren. Da Sie Erdgas benötigen, bleiben Sie auch weiterhin abhängig. Sie holen aber mehr aus dem Brennstoff, da Sie Ihren eigenen Strom erzeugen. Mit Kosten um die 30.000 Euro und einer Förderung von 11.200 € (beispielsweise für die Viessmann Vitovalor Pt2) haben Sie ein Heizsystem, mit dem Sie Ihre Kosten für Wärme und Strom im Haushalte nachhaltig senken und Ihre Unabhängigkeit stärken.

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Wer sich für eine Holzfeuerung entscheidet, kann CO2-neutral heizen. Denn bei der Verbrennung von Holz entsteht nur so viel CO2, wie das Holz beim Verrotten ohnehin ausstoßen würde. Als Massenlösung sollte die Holzfeuerung jedoch nicht dienen, auch wenn sie offiziell als klimaneutral gilt. Im Gesamtbild betrachtet, wäre es für das Klima nämlich besser Bäume wachsen zu lassen, statt sie zu verbrennen. Lediglich die Verbrennung von Abfallholz macht ganzheitlich Sinn, da hierfür kein frisches Waldholz gerodet wird.

Heizen mit Holz ist mit Pellets, Hackschnitzel oder Holzscheiten möglich. Weitere Nachteile der Holzfeuerung bestehen im Vergleich zu anderen alternativen Heizoptionen im hohen Wartungsaufwand sowie im hohen Betriebsaufwand. So müssen Heizkessel gepflegt und Brennstofflager regelmäßig gefüllt werden. Darüber hinaus wird viel Platz für den Brennstoff benötigt, wenn die Holzheizung als alleiniges Heizsystem genutzt wird.

Wer nicht in unmittelbarer Nähe der Holzwirtschaft lebt, muss sich seine Brennstoffe zudem über längere Strecken liefern lassen. Ein weiterer Nachteil ist die Feinstaubbelastung, die bei der Holzfeuerung entsteht. Tatsächlich ist das Heizen mit Holz eine der Hauptquellen des Feinstaubausstoßes in ganz Deutschland.

Holzfeuerung ist am besten in Kombination mit anderen alternativen Energieerzeugern, weil so ein hohes Maß an Autarkie bei der Energieerzeugung möglich ist. Allerdings müssen Hausbesitzer selbst gewillt sein, den Mehraufwand beim Heizen zu leisten. Eine vollkommen automatisierte Lösung ist mit Holzheiztechnik außerdem nur in beschränktem Umfang möglich.

Mit einer Wärmepumpe können Sie Warmwasser erzeugen und heizen – und dabei gänzlich auf Gas verzichten. Durch den großen Technologiesprung sind sie mittlerweile auch in Altbauten sehr gut einsetzbar und heizen auch bei starken Minusgraden noch effizient und zuverlässig. Dank der hohen staatlichen Förderung von bis zu 40 Prozent für Wärmepumpen ist der Kostenunterschied zu einer neuen Gasheizung am Ende zudem nicht mehr allzu groß.

Wenn der Einbau einer Wärmepumpe technisch nicht möglich sein sollte, ist die Hybridheizung aus Gasheizung und Solarthermie ein Kompromiss. Diese Variante spart CO2 und reduziert den Gasverbrauch. Haben Sie einen hohen Verbrauch und möchten auch Ihren Strom selbst erzeugen, ist die Brennstoffzellenheizung eine Möglichkeit – jedoch benötigt auch diese Gas für die Stromerzeugung. Wer wirklich unabhängig von Gas werden will, findet in der Wärmepumpe oder einer Holzheizung die passende Lösung. Da aber Holzheizungen eine nicht unerhebliche Feinstaubbelastung mit sich bringen und auch im Sinne eines tatsächlichen Klimaschutzes eine eher wenig positive Bewertung erfahren, ist die Wärmepumpe die beste Lösung.

Ob Wärmepumpe, Hybridheizung oder Brennstoffzelle – alle Systeme bieten wir Ihnen als Option für Ihren Heizungswechsel an. Dabei umfasst eine Modernisierung Ihrer Heizung nicht nur die Planung, Koordination und Installation Ihres neuen Heizungssystems, sondern auch unseren Fördermittelservice, mit dem wir Ihnen die optimale Förderung sichern.

Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und erhalten Sie mehr Informationen zu einem Heizungswechsel mit thermondo und dem Umstieg auf alternative Heizungen.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.