aus 0 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 01/08/2019

Heizölpreise – Entwicklung und Tendenz

Besitzer von Ölheizungen studieren meist ausführlich die Ölpreise. Denn schon geringe Änderungen können sich merklich auf die Jahreskosten für das Heizöl auswirken. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wovon die Ölpreise abhängen und welche Entwicklung die Preise aufzeigen.

Heizöl ist ein Produkt unter vielen, die aus den weltweit sprudelnden Ölquellen gewonnen werden. Aus Erdöl wird Treibstoff für Fahrzeuge hergestellt, für Schiffe, PKW oder LKW. Außerdem wird Erdöl in einigen Ländern für die Stromerzeugung eingesetzt.

Zudem ist Erdöl ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Kunststoffen, Straßenbelägen und vielen weiteren Produkten, die unseren Alltag prägen.

Ein großer Nachteil an Erdöl und somit auch Heizöl besteht darin, dass die Ressourcen endlich sind. Eines Tages werden die Erdölvorräte aufgebraucht sein. Aus diesem Grund entwickeln Staaten und Unternehmen weltweit alternative Energieträger kontinuierlich weiter.

Eine bedeutsame Entwicklung vollzieht sich zum Beispiel bei PKW und LKW. Hier sind E-Antriebe sowie Hybrid-Motoren auf dem Vormarsch.

Auch beim Heizen gibt es unterschiedliche Konzepte, die eines Tages dazu führen können, dass die Ölheizung überflüssig wird.

Was ist Heizöl?

Heizöl wird mittels Destillation, Konversion und Raffination aus Erdöl gewonnen. Abhängig von seinen Anteilen an Asche und Schwefel sowie dem Verhältnis von Kohlenstoff zu Wasserstoff lassen sich verschiedene Heizölsorten unterscheiden.

Für den Betrieb von Brennwert-Ölheizungen wird in Deutschland fast ausschließlich schwefelarmes Heizöl (=HEL) eingesetzt. Wie es zusammengesetzt ist, wird in der DIN 51603-1 festgelegt.

Ungefähr 60 Prozent des in Deutschland eingesetzten Heizöls wird von Privathaushalten verbraucht. Im Jahr 2016 betrugt der Anteil an HEL an allen in Deutschland verbrauchten Ölprodukten rund 16 Prozent.

Es gibt ganz unterschiedliche Faktoren, die die Preise für Heizöl beeinflussen. Allgemein beruht der Heizölpreis auf dem wirtschaftlichen Prinzip von Angebot und Nachfrage. Ist die Nachfrage nach Heizöl groß, steigen entsprechend die Preise.

Sinkt das Angebot, steigen die Preise bei konstanter Nachfrage ebenfalls. Darüber hinaus haben folgende Faktoren Einfluss auf die Heizölpreise:

  • Preise für Rohöl: Steigt der Preis für das Barrel Öl, werden mittelfristig auch die Preise für Heizöl steigen.
  • Produktionskosten in Raffinerien: Wenn die Verarbeitung von Rohöl in Raffinerien teurer wird, wirkt sich das auf den Heizölpreis aus.
  • Kosten für Transport und Lagerung: Sollten zum Beispiel die Kosten für Kraftstoffe steigen, wird auch der Heizöltransport teurer. Entsprechende Auswirkungen hat dieser Anstieg dann auf den Heizölpreis.
  • Preisgestaltung der Lieferanten: Auf dem freien Markt können Ölhändler die Preise selbst festlegen.
  • Absprachen der OPEC: Entscheidet sich die OPEC zur Drosselung der Erdölförderung, können mit Verzögerung auch die Heizölpreise steigen.
  • Saison: In der Regel steigen die Heizölpreise in den Wintermonaten während der Heizperiode, da hier eine größere Nachfrage besteht. Dahingegen sinken die Preise häufig im Sommer.
  • Steuern: Heizöl wird zwar geringer besteuert als Kraftstoffe, doch spielen sinkende oder steigende Steuersätze eine Rolle bei der Heizölpreisentwicklung.

Trockener Sommer hat Heizölpreise 2018 zusätzlich steigen lassen

Im Sommer 2018 wurden in Deutschland in vielen Regionen Hitzerekorde gebrochen. Gleichzeitig war dieses Jahr eines der regenärmsten in der Geschichte der Wetteraufzeichnung.

Die ausbleibenden Regenfälle haben schließlich zu niedrigen Pegelständen auf dem Rhein und anderen wichtigen Wasserstraßen in der Bundesrepublik geführt.

Da über diese Wege ein großer Teil der Öltransporte von Raffinerien zu Abnahmestellen erfolgt, waren auch indirekt die Ölpreise von der Trockenheit betroffen. Denn die großen Tankschiffe konnten bei Niedrigwasser entweder gar nicht auslaufen oder nur gering beladen werden. Diese geringere Lieferkapazität führte in weiten Teilen Deutschlands zu regelrechten Ölengpässen und sorgte für steigende Ölpreise.

Zu Beginn des Dezembers 2018 haben neue Regenfälle wieder für eine Beruhigung der Ölpreise in Deutschland gesorgt.

Der Preis für Heizöl hat sich zwischen 2010 und 2012 nahezu verdoppelt. Im September 2012 haben die Heizölkosten seit 2010 ihren Höhepunkt erreicht. Im Januar 2016 waren die Kosten für Heizöl hingegen so niedrig wie vor 2010. Danach folgte wieder ein kontinuierlicher Preisanstieg bis in den Oktober 2018, um im Winter 2018 wieder deutlich zu fallen.

Um die Entwicklung an einem Beispiel zu verdeutlichen:

Eine Familie in Deutschland benötigte zwischen 2010 und 2018 jedes Jahr rund 3.000 Liter Heizöl EL nach DIN 51603-1. Im Jahr 2010 hätte die Familie rund 1.800 Euro dafür gezahlt.

Zum Höhepunkt der Ölpreisentwicklung 2012 hätten die Verbraucher für die gleiche Menge an Heizöl über 3.600 Euro aufbringen müssen. Beim historischen Tiefstand 2016 wären für 3.000 Liter Heizöl EL hingegen nur knapp 1.200 Euro fällig geworden.

Was die Heizöl-Preistendenz zeigt, ist eine sehr instabile Preisentwicklung, bei der sich Verbraucher nicht auf konstante Preise verlassen können. Betreiber einer Ölheizung sind demnach immer direkt von den Entwicklungen auf dem Ölmarkt abhängig.

Für das Jahr 2019 rechnen Experten mittelfristig damit, dass die Ölpreise wieder deutlich ansteigen können. Entsprechend kann auch der Preis für Heizöl steigen.

Dafür spricht, dass Kanada seine Ölproduktion senkt und die Nachfrage nach Heizöl in Deutschland aufgrund der zuletzt hohen Ölpreise steigt und somit die Preise auch deshalb wieder steigen werden.

Negativ kann sich außerdem der ungeklärte Handelsstreit zwischen China und den USA auf die Ölpreisentwicklung auswirken. Darüber hinaus hat die OPEC im Dezember 2018 eine Förderkürzung beschlossen, wodurch sich der Preis für Rohöl wieder erhöhen kann.

Gegen eine deutliche Preiserhöhung spricht, dass die Ölförderländer außerhalb der OPEC wieder mehr Öl produzieren und die Nachfrage nach Heizöl im Januar voraussichtlich deutlich sinkt, weil sich im Winter 2018 alle Verbraucher ausreichend mit günstigem Heizöl eingedeckt haben. W

odurch die Preissteigerung ebenfalls verlangsamt werden könnte, ist die steigende Förderleistung der USA, die sich unabhängig von Energieimporten machen wollen.

Sie interessieren sich für die Ölheizung? Dann lesen Sie unsere weiteren Artikel:

Die Entwicklung der Heizölpreise zeigt, dass sich Verbraucher immer mit Schwankungen und langfristig tendenziell steigenden Preisen rechnen müssen. Eine mögliche Alternative zur Ölheizung wäre bei einer Sanierung die Gasheizung.

Obwohl Gas auch ein fossiler Brennstoff ist, zeigt sich das Preisniveau seit mehreren Jahren relativ konstant. Um allerdings noch unabhängiger vom Weltmarkt und fossilen Brennstoffen zu werden, sollten Verbraucher alternative Energieerzeuger wie Windkraft, Photovoltaik, Wärmepumpen oder Holzheizungen in Betracht ziehen.

Auch mit einer neuen Ölheizung können Sie Ihre Heizkosten senken und etwas gegen steigende Heizölpreise tun. Schließlich senken Sie mit einer Modernisierung und der Nutzung der Brennwerttechnik den Heizölbedarf um bis zu 30 Prozent.

Für diese Modernisierungsmaßnahme sind wir Ihr idealer Partner. Wir planen und führen den Heizungswechsel schnell und sauber durch, übernehmen dir Kommunikation mit dem Schornsteinfeger und entsorgen bei Bedarf auch den alten Öltank. Für Sie entsteht kein Aufwand. Nutzen Sie noch heute unseren Heizungsplaner und finden Sie die passende Ölheizung für Ihr Zuhause.

Jetzt passende Heizung finden - kostenlos & unverbindlich!
Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
Profilfoto Sebastian Sie haben Fragen zum Thema Heizungswechsel? Dann schreiben Sie Sebastian − Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende − Ihre Nachricht an fragen@thermondo.de.