Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat die Heizungsförderung im Rahmen des BEG kurzfristig angepasst. So soll im Bereich Sanierung von Bestandsbauten ein noch stärkerer Klimaschutzeffekt erreicht und gleichzeitig die Unabhängigkeit von russischem Öl und Gas erhöht werden. Informieren Sie sich hier über alle Änderungen der Heizungsförderung und welche neuen Fördersätze ab 15.08.2022 gelten.

Mit den Anpassungen an der staatlichen Förderung soll vor allem der Klimaschutz gestärkt und eine größere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen geschaffen werden. Der Fokus liegt nun auf dem Gebäudebestand, da bei diesem die knapperen zur Verfügung stehenden Mittel sinnvoller eingesetzt werden können. Zudem argumentiert das BMWK, dass die staatliche Förderung der Heizung durch die Reduzierung der Fördersätze mehr Haushalten zugutekommen kann.

Die wichtigsten Änderungen der Heizungsförderung im Bestand im Rahmen des BEG EM (Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen) finden Sie hier auf einen Blick:

  • Gas-und Ölheizungen allein wurden bereits vorher nicht gefördert, neu ist, dass auch Gashybridheizungen und Gasheizungen “Renewable-Ready” nicht mehr gefördert werden.
  • Wärmepumpen werden mit 25 Prozent gefördert, war die vorherige Heizung eine Ölheizung oder eine Gasheizung (mind. 20 Jahre alt) erhöht sich die Förderung um zehn Prozentpunkte. Für den Einbau bestimmter Wärmepumpen gibt es einen Wärmepumpen-Bonus von fünf Prozentpunkten.
  • Der 5-Prozent-Bonus für die Vorlage eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) entfällt.
Maximaler Fördersatz bis 14.08.2022 Maximaler Fördersatz ab 15.08.2022
Wärmepumpe 50 % 40 %
Solarthermie 45 % 25 %
EE-Hybrid ohne Biomasseheizung 50 % 40 %
EE-Hybrid mit Biomasseheizung 35 % 35 %

Anders als zuvor stellt die neue staatliche Förderung die Abkehr von der Gasheizung in den Fokus. Zum einen fällt die Förderung für Gas-Hybridheizungen weg, zum anderen wird der Austausch alter Gasheizungen mit einem Wechselbonus von zehn Prozent belohnt. Voraussetzung hierfür ist, dass die Gasheizung bei Antragsstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Ausnahmen bilden hier Gasetagenheizungen, hier spielt das Alter für den Bonus keine Rolle. Auch für den Tausch der alten Ölheizung gibt es nach wie vor zusätzlich 10 Prozent Wechselbonus auf den regulären Förderbetrag.

Wärmepumpe profitiert weiterhin von hoher Förderung

Mit den Änderungen der staatlichen Förderung für die Heizung ist die Wärmepumpe nun die attraktivste Lösung für viele Hausbesitzer. Zwar wurde der maximale Fördersatz von 50 auf 40 Prozent gesenkt, doch der Vergleich von Anschaffungs- und Betriebskosten sieht die Wärmepumpe im Vorteil.

Der Fördersatz für den Einbau einer Wärmepumpe beträgt jetzt 25 Prozent, tauschen Sie diese gegen Ihre alte Öl- oder Gasheizung kommen nochmal 10 Prozent hinzu. Neu ist auch der sogenannte “Wärmepumpen-Bonus” von 5 Prozent. Kaufen Sie eine Wärmepumpe, die Erde oder Wasser als Energiequelle nutzt, kommen Sie mit diesem auf insgesamt 40 Prozent Förderung.

Für Luft-Wasser-Wärmepumpen wird dieser Bonus zwar nicht gewährt, allerdings sind diese in der Anschaffung wesentlich kostengünstiger, da keine aufwändigen Bauarbeiten für die Installation durchgeführt werden müssen.

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Einzelmaßnahmen Zuschuss Heizungstausch-Bonus (Gas oder Öl) Wärmepumpen Bonus Max. Fördersatz
Sole-Wasser-Wärmepumpe 25 % 10 % 5 % 40 %
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 25 % 10 % 5 % 40 %
Luft-Wasser-Wärmepumpe 25 % 10 % 35 %
Solarthermie 25 % 25 %
Biomasseheizung 10 % 10 % 20 %
EE-Hybrid ohne Biomasse 25 % 10 % 5 % 40 %
EE-Hybrid mit Biomasse 20 % 10 % 5 % 35 %

Durch Anpassung der Fördersätze hat sich auch die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten verändert.

Beispiel Wärmepumpe:

Für den Einbau einer Wärmepumpe ist ein Höchstbetrag für die Investitionskosten von 60.000 Euro je Wohneinheit festgelegt. Da der maximal Fördersatz von 50 auf 40 Prozent reduziert wurde, reduziert sich auch die maximale Fördersumme von 30.000 auf 24.000 Euro.

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  • Der Antrag für die Förderung muss vor Beginn des Vorhabens bei der BAFA eingehen.
  • Eine Kumulierung mit anderen Fördermitteln ist möglich, die Fördersumme darf aber nicht die förderfähigen Kosten übersteigen.
  • Eine Kumulierung mit der Steuerermäßigung im Rahmen der Einkommenssteuer ist jedoch nicht zulässig.
  • Verpflichtender Einbau eines Wärmemengenzählers zur Effizienzmessung
  • Hydraulischer Abgleich ist nun in jedem Fall verpflichtend durchzuführen.
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Errichten Sie einen Neubau und möchten die Heizungsförderung in Anspruch nehmen, kann dies – im Gegensatz zu Bestandsgebäuden – nicht als Einzelmaßnahme gefördert werden. Der Neubau wird ausschließlich im Ganzen als Effizienzhaus gefördert. Die Antragstellung erfolgt im Rahmen des BEG WG (Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude) in der Kreditvariante und wird durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) administriert.

Neubauförderung: Änderungen ab 28.07.2022

Umfassende Änderungen der Neubauförderung soll es erst im Jahr 2023 geben. Bis dahin läuft das Programm EH 40 Nachhaltigkeit bis Ende 2022 weiter. Aufgrund der umfangreichen Anpassung des übrigen Förderprogramms gibt es für die Neubauförderung Folgeanpassungen, welche sofort in Kraft getreten sind. Das bedeutet, dass die Neubauförderung zum großen Teil auf zinsverbilligte Kredite umgestellt wurde. Die Tilgungszuschüsse im Neubau werden somit auf 5 Prozent gesenkt.

Mit dem Förderprogramm „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle (433)“ der KfW wird der Kauf einer Brennstoffzellenheizung bezuschusst. Im Rahmen dieses Programms werden Privatpersonen sowie kleine und mittelständische Betriebe gefördert. Gefördert werden Brennstoffzellenheizungen mit maximal 20 Kilowatt Leistung.

Höhe der Brennstoffzellenheizung-Förderung

Die Förderung der Brennstoffzellenheizung über das Programm 433 setzt sich aus einem Pauschalbetrag und einer leistungsabhängigen Summe zusammen. Diese wurde zuletzt am 1. Februar 2021 deutlich erhöht. Der pauschale Grundbetrag beträgt 6.800 Euro (vorher 5.700 Euro), der leistungsabhängige Zuschuss 550 Euro (vorher 450 Euro) pro angefangene 100 Watt elektrischer Leistung. Insgesamt ist die Förderung hier auf maximal 40 Prozent der förderfähigen Kosten beschränkt.

Bereits seit Februar 2021, ist die KfW-Förderung nicht mehr mit der Einspeisevergütung im Rahmen des Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetz kombinierbar. Für Hausbesitzer ist dies jedoch kein Nachteil, da die KfW-Förderung erhöht und die Beantragung so vereinfacht wurde

Im Rahmen des Klimaschutzprogramms wurde der §35c im Einkommenssteuergesetz eingeführt. Demnach können nun 20 Prozent (maximal 40.000 Euro) für Aufwendungen zur energetischen Modernisierung in selbstgenutztem Wohnraum über drei Jahre von der Steuer abgesetzt werden.

Darüber hinaus lassen sich die Kosten für Energieberatung, Fachplanung und Baubegleitung bis zu 50 Prozent absetzen.

Staatliche Fördermittel als Hebel für Klimaschutz

Mit der Reformierung der Gebäudeförderung setzt der Gesetzesgeber auf neue Impulse. Die Bundesregierung wollte die Förderung insgesamt einfacher und verlässlicher gestalten. Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen von einer Förderung profitieren können. Die energetische Sanierung steht dabei im besonderen Fokus. So sollen möglichst viele Energiefresser wie alte Fenster, Türen und Gasheizungen ausgetauscht werden. Dadurch sollen Energiekosten gespart und die angespannte Lage bei der Energieversorgung entschärft werden. Der Grundtenor lautet, fossile Heizsysteme durch jene mit erneuerbaren Energien zu ersetzen. Der günstigste Weg – und für jeden umsetzbar – ist jedoch, weniger Energie zu verbrauchen.

Zusätzlich zum Bund fördern auch vereinzelt Länder und Kommunen den Umstieg auf moderne Heiztechnik. Berlin hat mit Effiziente GebäudePLUS ein Förderprogramm, das Zuschüsse zur energetischen Sanierung des Hauses bereitstellt. . Hauptanliegen ist der Austausch alter Öl- und Gasheizungen mit Heizwerttechnik gegen neue Gasheizungen mit Brennwerttechnik oder Heizsysteme mit erneuerbaren Energien.

Bei einem Wechsel von Heizwertgeräten (Öl und Gas) auf eine Wärmepumpe, werden Zuschüsse in Höhe von 25 Prozent auf die förderfähigen Kosten gewährt. Für Wohngebäude erhält man somit maximal 15.000 EUR Zuschuss je Wohneinheit .

Die Förderung können Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, sowie Einzeleigentümer oder Wohnungseigentümergemeinschaften von Gebäuden mit mehrheitlicher Wohnnutzung mit einer Maximalanzahl von 20 Wohneinheiten erhalten.

Damit Sie die bestmögliche Förderung zur neuen Heizung erhalten, beraten wir Sie gern ausführlich zu Ihrem Modernisierungsvorhaben, prüfen Ihre Fördervoraussetzungen und unterstützen Sie bei der kompletten Antragstellung.

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Franziska Reiche Franziska ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Heizsysteme, Heizungsförderung und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.