Zuletzt aktualisiert am: 27.05.2020

Förderung Heizung: Bis zu 45 Prozent zahlt der Staat

Zum 1. Januar 2020 hat sich die staatliche Förderung für eine neue Heizung entscheidend verändert: Gasbrennwertheizungen werden nur noch in Kombination mit erneuerbaren Energien gefördert, Ölbrennwertheizungen gar nicht mehr.

Eine der wichtigsten Änderungen bei der Förderung für Heizungen ist der Wegfall des Förderprogramms KfW 430 der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Damit wird die Anschaffung einer neuen Gas- oder Ölbrennwertheizung nicht mehr gefördert.

Stattdessen werden nun im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP) des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Zuschüsse zwischen 20 und 45 Prozent für eine neue Heizung gezahlt. Der Fokus liegt dabei auf erneuerbaren Energien, entweder als alleinige Wärmequelle oder in Kombination mit einer Gasheizung.

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In Neubauten werden nur Erneuerbare-Energien-Heizsysteme, also Solarthermie-, Biomasse- und effiziente Wärmepumpenanlagen gefördert. Für Solarthermie gilt ein Fördersatz von 30 Prozent, bei Biomasse und Wärmepumpe werden 35 Prozent gefördert.

In Bestandsbauten ist dagegen eine Förderung von bis zu 45 Prozent möglich. Als Bestandsbauten gelten jene, bei denen zum Zeitpunkt der Antragstellung ein Heizsystem ersetzt wird, das vor mehr als zwei Jahren in Betrieb genommen wurde.

Förderung von Heizungen im Bestand

Für Gasbrennwertheizungen erhalten Sie 20 Prozent Förderung, wenn die Anlage “renewable ready” ist - also innerhalb von zwei Jahren um eine erneuerbare Energiequelle (z. B. Solarthermie) erweitert wird.

Für eine Gas-Hybridheizung in Kombination mit einer Solarthermie-, Biomasse- oder Wärmepumpenanlage werden 30 Prozent Förderung gezahlt. Basiert das Heizsystem ausschließlich auf erneuerbaren Energien (“EE-Hybrid” - die Kombination einer Biomasse- oder Wärmepumpenanlage mit Solarthermie), erhalten Sie einen Zuschuss von 35 Prozent.

Ölbrennwertheizungen werden generell nicht mehr gefördert. Steigen Sie jedoch von Öl auf Gas-Hybrid- oder eine Hybridheizung aus komplett erneuerbaren Energien um, erhöht sich der jeweilige Fördersatz noch einmal um einen Öl-Austauschbonus von +10 Prozent.

Förderung Heizung 2020 in der Übersicht:

Wechsel von Gas auf: Förderung
Gasbrennwertheizung “renewable ready” 20 %
Gas-Hybridheizung 30 %
Erneuerbare Energien Hybridheizung (EE-Hybrid) 35 %
Solarkollektoranlage 30 %
Biomasse- o. Wärmepumpenanlage 35 %
Wechsel von Öl auf: Förderung
Gasbrennwertheizung “renewable ready” 20 %
Gas-Hybridheizung 40 %
Erneuerbare Energien Hybridheizung (EE-Hybrid) 45 %
Solarkollektoranlage 30 %
Biomasse- o. Wärmepumpenanlage 45 %
  • Die Förderung für eine neue Heizung wird nicht gewährt, wenn Ihre alte Heizung der gesetzlichen Austauschpflicht unterliegt. Austauschpflichtig nach §10 der Einsparverordnung sind viele veraltete Heizungen, die 30 Jahre und älter sind.
  • Der Antrag für die Förderung muss vor Beginn des Vorhabens bei der BAFA eingehen.
  • Eine Kumulierung mit anderen Fördermitteln ist möglich, die Fördersumme darf aber nicht die förderfähigen Kosten übersteigen.
  • Eine Kumulierung mit der Steuerermäßigung im Rahmen der Einkommenssteuer ist jedoch nicht zulässig.

Erfahren Sie hier, ob Sie von der Austauschpflicht für Heizkessel nach EnEV 2014 betroffen sind.

Förderung Heizung: Was tun bei neuer Gasbrennwertheizung?

Eine Gasheizung wird gefördert, wenn Sie bereits bei der Installation “renewable ready” ist. Das bedeutet, dass die Steuerungs- und Regeltechnik für den erneuerbaren Teil des Heizsystems ebenso verbaut sein muss, wie der Speicher für die Wärme aus erneuerbaren Energien.

Die Installation des erneuerbaren Teils der Heizung hat innerhalb von zwei Jahren zu erfolgen - ansonsten muss die Förderung zurückgezahlt werden. Darüber hinaus muss ein hydraulischer Abgleich nach Installation der Gasbrennwertheizung durchgeführt werden.

Wenn Sie nur eine neue Gasheizung ohne erneuerbare Energien kaufen und installieren lassen, können Sie maximal die Montageleistung von der Steuer absetzen.

Kaufen Sie stattdessen eine Gas-Hybridheizung, kombinieren Sie die Gasbrennwertheizung mit einer erneuerbaren Wärmequelle (Solar, Wärmepumpe, Biomasse) und erhalten je nach altem Energieträger 30 bis 40 Prozent Förderung.

Dabei muss die Leistung des regenerativen Wärmeerzeugers mindestens 25 Prozent der Gebäudeheizlast betragen.

"renewable ready" vs. Gas-Hybridheizung:

Lohnt es sich, die neue Gasheizung "renewable ready" zu installieren und damit erst später um Solarthermie zu ergänzen oder ist eine Sofortinstallation der Gas-Hybridheizung die bessere Lösung? Tatsächlich ist "renewable ready" die kostenintensivere Option, denn:

  • insgesamt erhalten Sie eine 10-20 Prozentpunkte geringere Förderung
  • höhere Gesamtkosten bei der Installation, beispielsweise durch zusätzliche Anfahrten

Darüber hinaus bedeutet die Nachrüst-Pflicht einen großen Aufwand für Sie, da Sie erneut und rechtzeitig den Fachbetrieb beauftragen müssen, um die Förderung nicht zu gefährden. Denn erfolgt keine Erweiterung nach zwei Jahren, muss die bereits gezahlte Förderung zurückgezahlt werden.

Eine Sofortinstallation der neuen Gasheizung mit Solarthermie bietet hingegen eine Reihe von Vorteilen:

  • Sie erhalten eine Förderung zwischen 30 und 40 Prozent
  • Sehr geringer bis kein Gasverbrauch in den Sommermonaten
  • zusätzlich bis zu 25 Prozent geringerer Gasverbrauch

Mit einer Sofortinstallation bezahlen Sie am Ende nicht nur deutlich weniger für Ihre moderne Heizungsanlage inklusive Solarthermie, Sie sparen auch sofort deutlich mehr Heizkosten ein. Mit der Einführung einer jährlich steigenden CO2-Bepreisung ab 2021 sparen Sie mit der Kombination Gas/Solar noch mehr, da Ihre Heizung weniger CO2 ausstößt.

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Im Rahmen des Klimaschutzprogramms wurde der §35c im Einkommenssteuergesetz eingeführt. Demnach können nun 20 Prozent (maximal 40.000 Euro) für Aufwendungen zur energetischen Modernisierung in selbstgenutztem Wohnraum über drei Jahre von der Steuer abgesetzt werden.

Darüber hinaus lassen sich die Kosten für Energieberatung, Fachplanung und Baubegleitung bis zu 50 Prozent absetzen.

Staatliche Fördermittel als Hebel für Klimaschutz

Mit der Neuausrichtung der Förderung für eine Heizung sorgt der Gesetzgeber für neue Impulse in der Wärmewende. Während im Stromsektor der Anteil erneuerbarer Energien stetig zugenommen hat, stagniert er im Wärmesektor seit 2010 beinahe. Daher liegt der Fokus nun darauf, den CO2 Ausstoß über einen höheren Anteil regenerativer Energien zu senken.

Zusätzlich zum Bund fördern auch vereinzelt Länder und Kommunen den Umstieg auf moderne Heiztechnik. Berlin hat mit HeizungstauschPLUS ein Förderprogramm gestartet, das vorerst bis Ende 2021 ein Gesamtvolumen von sechs Millionen Euro umfasst. Hauptanliegen ist der Austausch alter Öl- und Gasheizungen mit Heizwerttechnik gegen neue Gasheizungen mit Brennwerttechnik oder Heizsysteme mit erneuerbaren Energien.

Bei einem Wechsel von Heizwertgeräten (Öl und Gas) auf moderne Gasbrennwertheizung werden Zuschüsse in Höhe von 1.000 Euro gewährt. Wird zusätzlich noch eine Solarthermieanlage eingesetzt, erhöht sich der Zuschuss um bis zu 1.000 Euro.

Die Förderung können Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, sowie Einzeleigentümer oder Wohnungseigentümergemeinschaften von Gebäuden mit mehrheitlicher Wohnnutzung mit einer Maximalanzahl von 20 Wohneinheiten erhalten.

Expertenfazit zur Förderung Ihrer Heizung
Andreas Kühl

Die staatliche Förderung macht den Tausch Ihrer alten Heizung gegen eine moderne Gas-Brennwertheizung noch interessanter, wenn Sie diese mit erneuerbaren Energien kombinieren, z.B. mit einer Solarthermie-Anlage.

Als Verbraucher erhalten Sie attraktive Zuschüsse für Ihre Investition, da Sie helfen, die Wärmewende voran zu bringen. Damit profitieren Sie durch geringere Heizkosten und die Umwelt wird weniger mit Emissionen belastet.

Andreas Kühl
Diplom-Ingenieur (FH) für Bauphysik, Elektromechaniker und Energieblogger

Die staatliche Förderung macht den Tausch Ihrer alten Heizung gegen eine moderne Gas-Brennwertheizung noch interessanter, wenn Sie diese mit erneuerbaren Energien kombinieren, z.B. mit einer Solarthermie-Anlage.

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Andreas Kühl
Andreas Kühl
Diplom-Ingenieur (FH) für Bauphysik, Elektromechaniker und Energieblogger

Damit Sie die bestmögliche Förderung zur neuen Heizung erhalten, beraten wir Sie gern ausführlich zu Ihrem Modernisierungsvorhaben, prüfen Ihre Fördervoraussetzungen und unterstützen Sie bei der kompletten Antragstellung.

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Profilfoto Bianca Bianca ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf dem Gebiet Förderung und Finanzierung. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder zum Thema Heizungsförderung haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.