Zuletzt aktualisiert am: 27.09.2021

Klimaanlage mit Heizung – sinnvoll oder nicht?

Viele Klimaanlagen lassen sich nicht nur zum Herunterkühlen der Raumtemperatur einsetzen, sondern auch zum Heizen. Wie ein solches Gerät funktioniert und ob sich die Klimaanlage als Heizung überhaupt lohnt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Eine Klimaanlage verbinden die meisten mit kühler frischer Raumluft oder einer angenehmen Kühlung im Auto. Dass Klimaanlagen jedoch auch zum Heizen genutzt werden können, wissen viele nicht. Dabei funktioniert eine Klimaanlage ähnlich wie eine Wärmepumpe.

In der Anlage wird Kältemittel mithilfe eines Kompressors verdichtet. In den Kühlrippen wird das verflüssigte Mittel verdampft, wodurch Kälte freigesetzt wird. Mithilfe einer Lüftung wird ein kühler Luftstrom erzeugt, der den Raum herunterkühlt. Je mehr die Klimaanlage den Innenraum herunterkühlt, desto mehr Wärme erzeugt sie, die nach außen abgegeben wird.

Damit eine Klimaanlage zur Heizung wird, wird dieser Vorgang einfach umgekehrt. Das Kältemittel verdampft im Außengerät und wird anschließend verflüssigt. Dabei nimmt es Wärme aus der Außenluft auf und gibt sie im Innenraum wieder ab. Es ist das Funktionsprinzip einer Luft-Luft-Wärmepumpe.

Wer mit einem Klimagerät heizt, muss mit verschiedenen Nachteilen rechnen:

  • konstante Luftströmung: Um die warme Luft in tiefere Raumbereiche zu befördern, muss die Klimaanlage diese nach unten blasen. Dadurch entsteht ein konstanter Luftstrom, der bei längerem Betrieb unangenehm werden kann und die Luft austrocknet. Um diesen Effekt zu vermeiden, sollten zum Heizen verwendete Klimageräte besser bodennah installiert werden.
  • nur für gut isolierte Gebäude geeignet: Je besser ein Gebäude isoliert ist, desto geringer sind die Strömungsgeschwindigkeiten der Luft. Deshalb sollten wärmeerzeugende Klimageräte am besten nur in gut isolierten Gebäuden eingesetzt werden.
  • Geräuschentwicklung: Klimaanlagen passen die Leistung ihrer Lüfter an den Wärmebedarf im Innenraum an. Benötigt ein Raum jedoch besonders viel Wärme, kann die Klimaanlage störende Betriebsgeräusche erzeugen.
  • Platzbedarf an der Außenfassade: Bei der Installation von Klimaanlagen müssen bestimmte Voraussetzungen berücksichtigt werden. Meist werden sie oberhalb von Fensteröffnungen oder eigenen Öffnungen an der Außenwand befestigt. Das kann ästhetisch nicht sehr ansprechend sein.
  • Aufwändige Installation: Für jedes Klimagerät ist eine Kernbohrung durch die Fassadenwand notwendig. Dabei wird das Mauerwerk durchbohrt. Es ist zwar möglich, den Abstand mit Rohrleitungen zu erhöhen. Doch sinkt die Effizienz der Klimaanlage mit zunehmendem Abstand von dem Raum, der gekühlt oder erwärmt werden soll.
  • hoher Stromverbrauch: Klimageräte werden mit Strom betrieben. Nutzen Sie die Klimaanlage zum Heizen, können Ihre Stromkosten deutlich steigen.

Eine Klimaanlage hat den Vorteil, dass sie kühlen, heizen, lüften und entfeuchten kann. Diese Multifunktionalität kann keine Heizung bieten. In einem modernen Wohngebäude mit starker Wärmedämmung kann eine Klimaanlage mit Heizfunktion deshalb sinnvoll sein. So kann das Klimagerät z.B. gleichzeitig für die kontrollierte Wohnraumbelüftung genutzt werden und Räume entfeuchten, um die Gefahr von Schimmelbildung in Energiesparhäusern zu reduzieren.

Wird die Klimaanlage mit einer Heizung kombiniert, kann das heizende Klimagerät z.B. in der Übergangszeit für Wärme sorgen. Die Heizungsanlage kann so lange ausgeschaltet bleiben. Damit die Klimaanlage beim Heizen aber nicht zur Kostenfalle wird, sollte sie überwiegend in Räumen mit niedrigem Wärmebedarf eingesetzt oder mit Strom aus einer PV-Anlage betrieben werden.

Grundsätzlich kann eine Klimaanlage mit Heizfunktion in Ferienhäusern sinnvoll sein, wenn vor allem im Sommer Kühlung benötigt wird und die Heizfunktion nur sporadisch im Winter erforderlich ist.

Geht es um ein besonders energieeffizientes Heizsystem, wird eine Klimaanlage nicht mit einer Gas-Hybridheizung oder einem Gasbrennwertgerät mithalten können. Als alleiniges Heizsystem für ein Wohngebäude oder eine Wohnung ist die Klimaanlage deshalb weniger geeignet.

Die Klimaanlage punktet als Heizsystem gegenüber einer klassischen Gas-Brennwertheizung oder anderen Heizsystemen durch deutlich günstigere Anschaffungspreise. Allerdings muss hier berücksichtigt werden, dass in der Regel jeder größere Raum eine eigene Anlage benötigt, die Kälte bzw. Wärme erzeugt.

Die Anschaffungskosten pro Klimagerät liegen zwischen 500 und 2.500 Euro, für den Einbau müssen nochmals zwischen 200 und 400 Euro pro Gerät berücksichtigt werden. Im Gegensatz zur Heizung entfällt beim Klimagerät ein Rohr- oder Leitungssystem, ebenso ein Abgassystem. Es wird lediglich ein Stromanschluss benötigt.

Wie hoch die Betriebskosten ausfallen, hängt von der Leistung des Klimageräts und von der Nutzungsdauer ab. Die Kosten fallen ähnlich hoch aus wie bei einer Elektroheizung. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde kostet eine Klimaanlage zum Heizen mit 1.000 Watt Leistung pro Stunde 30 Cent. Ist sie pro Tag zehn Stunden in Betrieb, entstehen Heizkosten von drei Euro pro Tag, das sind 90 Euro pro Woche, pro Klimagerät. Sind in einen Einfamilienhaus vier Geräte im Einsatz, wären das 360 Euro an Heizkosten pro Monat.

Wer nach einer Alternative für die Erzeugung von Wärme und Kälte sucht, wird bei Wärmepumpen fündig. Viele Wärmepumpen sind mit einem sogenannten „integralen Wärmetauscher“ ausgestattet, der im Sommer Wasser kühlen kann, das für die Fußbodenheizung oder andere Flächenheizungen genutzt wird. Insbesondere Luft-Wasser-Wärmepumpen sind für Kühlen und Heizen geeignet.

Allerdings ist der Kühleffekt im Vergleich zu einer Klimaanlage im Sommer eher begrenzt. So lassen sich Räume in der Regel nicht um mehr als drei oder vier Grad Celsius herunterkühlen. Dafür ist die mit der Wärmepumpe erzeugte Kälte deutlich nachhaltiger und günstiger.

Da Klimaanlagen vor allem mit Strom betrieben werden, müssen Hausbesitzer sowohl beim Kühlen im Sommer als auch beim Heizen im Winter die Stromkosten im Auge behalten. Das gilt insbesondere dann, wenn die Klimaanlage gleich mehrere Räume mit Wärme versorgen soll.

Letztlich ist ein Klimagerät als Heizung nur dann sinnvoll, wenn die Räume sehr gut isoliert sind und der Strom am besten mit einer eigenen PV-Anlage oder einer Brennstoffzellenheizung erzeugt wird. Im zweiten Fall dient die Klimaanlage im Sommer vor allem zur Kühlung und kann im Winter die Brennstoffzellenheizung unterstützen.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.