Zuletzt aktualisiert am: 06.07.2021

Öl-Hybridheizung: Ist diese Kombination wirklich sinnvoll?

Mit einer Öl-Hybridheizung wird ein Ölbrennwertgerät zusammen mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie oder einer Wärmepumpe kombiniert. Dadurch sinken der Brennstoffverbrauch und der CO2-Ausstoß. Doch ist eine Öl-Heizung noch empfehlenswert?

Um den ökologischen Fußabdruck beim Heizen mit Öl zu verringern, kann ein Ölkessel mit erneuerbaren Energien verknüpft werden. Analog zu Gas-Hybridheizungen gibt es auch Öl-Hybridheizungen in folgenden Kombinationen:

  • Öl-Solar-Heizung: In diesem Fall wird eine Solarthermie-Anlage installiert. Sie sorgt für die Warmwassererzeugung und warmes Heizungswasser im Winter. Die Solarthermie kann in der warmen Jahreszeit den kompletten Wärmebedarf abdecken. Im Winter ergänzt sie den Ölbrennwertkessel und heizt z.B. das Heizungswasser vor, sodass weniger Verbrennungsenergie für die gewünschte Vorlauftemperatur benötigt wird.
  • Ölheizung mit Wärmepumpe: Eine Wärmepumpe kann ganzjährig für Heizwärme oder Warmwasser sorgen. In der kalten Jahreszeit kann sie die Ölheizung ergänzen. Werden beide Heizquellen kombiniert, benötigt die Wärmepumpe im Winter nicht so viel Strom. Im Gegenzug benötigt auch die Ölheizung nicht so viel Brennstoff, da sie mit Wärme aus der Wärmepumpe versorgt wird.
  • Ölheizung mit Pelletheizung: Mit einer Pelletheizung lässt sich ganzjährig Wärme für Warmwasser und zum Heizen erzeugen. Die Ölbrennwertheizung springt nur dann ein, wenn es besonders kalt ist und die Leistung der Pelletheizung nicht ausreichen sollte. Primär wird aber mit Pellets geheizt.
  • Ölheizung plus mehrere alternative Energieerzeuger: Werden Wärmepumpe und Solarthermie kombiniert, ist die Ölheizung lediglich eine Ergänzung. Die Hauptlast für die Wärmeerzeugung liegt dann bei den Erneuerbaren.

Welche Heizung ist die beste für Ihr Zuhause?

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Ob es sich lohnt, eine Ölheizung mit Solar oder anderen erneuerbaren Energieträgern zu kombinieren, hängt vor allem davon ab, wie alt Ihre Heizung bereits ist.

Eine alte Ölheizung verbraucht meist bis zu 30 Prozent mehr Brennstoff als ein modernes Brennwertgerät. Die Einsparungen bei Brennstoff und CO2 wären bei einem alten Ölkessel somit wieder zunichtegemacht.

Es bliebe dann noch die Möglichkeit, auf eine neue Öl-Hybridheizung umzusteigen. Auch hier stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, auf einen Brennstoff zu setzen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren deutlich teurer wird. Die Preise werden zum einen durch die CO2-Steuer und zum anderen durch Rohstoffknappheit steigen.

In diesem Fall wäre das wirtschaftliche Einsparpotenzial trotz der Kombination mit erneuerbaren Energieträgern dahin.

Eine Ölheizung mit Solarthermie wäre nur dann eine gute Idee, wenn Sie erst vor zwei oder drei Jahren einen neuen Ölbrennwertkessel in Betrieb genommen haben. So sind moderne Ölbrennwertkessel leichter mit moderner Steuertechnik kombinierbar und somit geeignet, um effizient im Verbund mit Erneuerbaren für Wärme zu sorgen. Die moderne Brennwerttechnik bietet zudem einen geringeren Brennstoffverbrauch.

Eine Ölbrennwertheizung mit Solarthermie lohnt sich zudem nur dann, wenn Ihr Wohngebäude gut gedämmt ist und mit einer Flächenheizung wie einer Fußbodenheizung ausgestattet ist. Erst dann macht sich das Einsparpotenzial der Kombination Öl-Solar deutlich bemerkbar.

Wenn Sie auf eine Hybridheizung umsteigen wollen, wird sich eine Gashybridheizung eher lohnen. Denn mit diesen Systemen erhalten Sie noch die volle Förderung für die Heizung von bis zu 45 Prozent.

Entscheiden Sie sich für eine Öl-Hybridheizung, gibt es für den Ölkessel keine Förderung mehr. Lediglich für die erneuerbaren Energieträger lässt sich Förderung beantragen.

Eine Gas-Hybridheizung hat darüber hinaus den Vorteil, dass Sie langfristig auch mit Biogas heizen können und die Gaspreise konstanter sind als Ölpreise.

Langfristig empfiehlt es sich für Hausbesitzer nach einer anderen Lösung zu suchen. Folgende Möglichkeiten bieten sich an:

  • Brennstoffzellenheizung: Ist ein Gasanschluss am Grundstück möglich, kann eine Brennstoffzellenheizung interessant sein. Sie produziert über Kraft-Wärmekopplung nicht nur Wärme, sondern auch Strom. Das Heizsystem ist wartungsarm und zugleich gibt es sehr gute Fördermöglichkeiten.
  • Gas-Solarheizung: Eine Gasbrennwerttherme kann in Kombination mit Solarthermie in einem gut isolierten Gebäude sehr sparsam sein. Auf lange Sicht können Sie so nicht nur sehr viel Heizkosten sparen, sondern ihren ökologischen Fußabdruck deutlich verbessern.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.