Zuletzt aktualisiert am: 17.02.2020

CO2-Steuer: Gasheizung im Vorteil

Mit dem Klimaschutzgesetz der Bundesregierung soll der CO2-Ausstoß drastisch reduziert werden. Um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen, wurden im Klimapaket Preise für CO2-Emissionen festgelegt. Doch wie wirkt sich diese CO2-Steuer auf die Heizung aus?

Die Bundesregierung hat im Dezember 2019 das Klimaschutzgesetz verabschiedet. Mit diesem Klimapaket sollen die CO2-Emissionen reduziert werden, um die auf der Klimakonferenz in Paris ausgelobten Ziele zu erreichen. Um Energieverbraucher zum Umstieg auf erneuerbare und umweltfreundlichere Energien zu bewegen, wurde ein Preis für CO2-Emissionen festgelegt, die sogenannte CO2-Steuer.

Die Abgabe für CO2 erhöht sich bis zum Jahr 2025 auf 55 Euro pro Tonne. Dadurch wird nicht nur Benzin für Autofahrer teurer. Auch die Preise von Erdgas und Heizöl für die Wärmeerzeugung werden deutlich steigen.

CO2-Steuer für Heizungsbesitzer

Wer mit fossilen Brennstoffen heizt, stößt damit CO2 aus. Da es sich bei CO2 um ein klimaschädliches Gas handelt, sollen diese Emissionen in Folge des Klimaschutzgesetzes drastisch reduziert werden. Ab 2021 erhebt der Bund eine Abgabe für CO2-Emissionen. Diese CO2-Steuer startet bei 25 Euro pro Tonne und steigt bis 2025 auf 55 Euro pro Tonne CO2 an. Ab dem Jahr 2026 soll der Preis für die Tonne CO2 abhängig von den jährlichen CO2-Emissionen in Deutschland steigen.

Die steigenden Preise für CO2 sollen durch unterschiedliche entlastende Maßnahmen kompensiert werden. So soll u.a. die EEG-Umlage als Bestandteil des Strompreises ab 2021 sinken und so die Stromkosten für Verbraucher senken. Außerdem sollen Pendler durch eine höhere Pendlerpauschale und Bezieher von Wohngeld durch ein höheres Wohngeld entlastet werden.

Grundsätzlich werden die Kosten für Öl- und Gasheizungen durch die CO2-Steuer erst einmal steigen.

Mögliche Szenarien für Verbraucher haben u.a. das DIW aus Berlin mit einer Studie und das Institut für Makroökonomische und Konjunkturforschung mit einer weiteren Studie entwickelt. Demnach sind vor allem kinderlose Doppelverdiener von der Kostensteigerung betroffen.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie sich die Heizkosten bei steigender CO2-Steuer in einem Zwei-Personen-Haushalt und bei einer vierköpfigen Familie entwickeln. Dabei gehen wir jeweils von einem minimalen und einem maximalen Heizwärmebedarf pro Jahr aus*.

  • Heizwärmebedarf im Zwei-Personen-Haushalt pro Jahr: 5.000 bis 10.000 kWh
  • Heizwärmebedarf in einer vierköpfigen Familie pro Jahr: 10.000 bis 20.000 kWh

So hoch sind die CO2-Emissionen von Öl- und Gasheizung pro kWh:

  • Gas: 0,22 kg CO2/kWh
  • Heizöl: 0,28 kg CO2/kWh

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Mehrkosten durch CO2 Bepreisung bei einer Gasheizung:

Jahr Preis pro Tonne CO2 Zusatzkosten bei 10.000 kWh Zusatzkosten bei 20.000 kWh
2021 25 Euro 55 Euro 110 Euro
2022 30 Euro 66 Euro 132 Euro
2023 35 Euro 77 Euro 144 Euro
2024 45 Euro 99 Euro 198 Euro
2025 55 Euro 121 Euro 242 Euro

Mehrkosten durch CO2 Bepreisung bei einer Ölheizung:

Jahr Preis pro Tonne CO2 Zusatzkosten bei 10.000 kWh Zusatzkosten bei 20.000 kWh
2021 25 Euro 70 Euro 140 Euro
2022 30 Euro 84 Euro 168 Euro
2023 35 Euro 98 Euro 196 Euro
2024 45 Euro 126 Euro 252 Euro
2025 55 Euro 154 Euro 308 Euro

Wie Sie sehen, können für eine vierköpfige Familie mit Ölheizung bis zu 308 Euro Mehrkosten pro Jahr durch die CO2-Steuer entstehen. Auf zehn Jahre gerechnet ergeben sich dadurch mehr als 3.000 Euro Mehrkosten, sofern die CO2-Steuer ab 2025 auf diesem Niveau bleibt.

Selbst ein sparsamer Zwei-Personen-Haushalt (5000 kWh/Jahr) mit Gasheizung muss ab 2025 mit Mehrkosten von rund 60 Euro pro Jahr rechnen, was in zehn Jahren mehr als 600 Euro entspricht.

Wie kann man trotz CO2-Steuer beim Heizen sparen?

Die steigende CO2-Steuer sorgt also für höhere Heizkosten. Beim aktuellen Gaspreis von rund sechs Cent pro Kilowattstunde Wärme müsste eine Familie mit hohem Gasverbrauch im Jahr 2021 2.333 Kilowattstunden einsparen, um die Kostensteigerung durch die CO2-Steuer zu kompensieren. Im Jahr 2025 müsste die gleiche Familie bei einer CO2-Steuer von 55 Euro pro Tonne rund 4.000 kWh einsparen, um die Mehrkosten für die Steuer zu decken.

Ein Zwei-Personen-Haushalt mit niedrigem Heizenergiebedarf kann bereits mit der Einsparung von rund 583 kWh im Jahr 2021 bei einem Gaspreis von sechs Cent pro Kilowattstunde seinen Aufschlag durch die CO2-Steuer aufheben. Rund 1.000 kWh müsste der gleiche Haushalt 2025 einsparen, um die Heizkosten auf gleichem Niveau zu halten und die CO2-Steuer auszugleichen.

Entsprechend höher muss das Einsparpotential bei Ölheizungen sein, da diese aufgrund der höheren CO2-Emissionen mehr CO2-Steuer verursachen.

Da für neue Ölheizungen ohnehin ab dem Jahr 2026 ein Einbauverbot gilt, es aktuell keine Förderung mehr für Öl-Brennwert-Heizungen gibt und die CO2-Steuer beim Heizen mit Öl noch stärker ins Gewicht fällt, sind Ölheizungen keine sinnvolle Alternative mehr.

Nur wenn durch bauliche Voraussetzungen kein Umstieg auf Gas oder komplett regenerative Energien möglich ist, wäre es nachvollziehbar, bei Öl zu bleiben. In diesem Fall sollte aber auf eine moderne Ölbrennwertheizung umgestellt werden, insofern dies noch nicht geschehen ist. So lässt sich der Verbrauch senken. Zudem empfiehlt sich die Kombination mit Wärmepumpe oder Solarthermie, um die künftigen Mehrkosten besser zu kompensieren und die Umwelt zu schonen.

Sinnvoll sind jetzt moderne Gasbrennwertheizungen:

  • Gasbrennwertheizung: Durch die Umrüstung auf Gasbrennwerttechnik können Sie den Verbrauch von Primärenergie um bis zu 30 Prozent senken. Auf diese Weise sparen Sie trotz CO2-Steuer langfristig Heizkosten.
  • Gas-Hybridheizung: In Kombination mit einer Solarthermieanlage oder einer Wärmepumpe ist das Einsparpotential noch höher. Zum einen senken Sie durch die Solarthermie Ihre Heizkosten deutlich, da Sie einen Großteil Ihrer Wärmeenergie aus Sonnenenergie beziehen. Die energiesparende Gasbrennwertheizung schaltet sich erst dann ein, wenn die Solarthermie z.B. im Winter nicht ausreicht, um das komplette Haus zu heizen.

Zum anderen erhalten Sie beim Umstieg auf eine Hybrid-Gasheizung vor allem Fördermittel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, wodurch sich die Investitionskosten noch schneller amortisieren. Eine Gas-Hybridheizung wird demnach mit 30 Prozent gefördert. Wechseln Sie von einer Ölheizung beträgt der Fördersatz sogar 40 Prozent. Das Ergebnis: Sie sparen trotz CO2-Steuer beim Heizen Geld und schonen die Umwelt nachhaltig.

Das Heizen mit Gas und Öl wird im Zuge des Klimapakets durch die CO2-Steuer definitiv teurer werden. Sie können mit Ihrem Heizverhalten, sinnvoller Lüftungssteuerung und Wärmedämmung zu einem geringeren Brennstoffverbrauch beitragen.

Langfristig lohnt sich jedoch die Umstellung auf moderne Gasbrennwerttechnik oder noch besser, eine Gas-Hybridheizung. Interessieren Sie sich für eine effiziente Heiztechnik, mit der Sie langfristig Heizkosten sparen? Nutzen Sie unseren Heizungsplaner und erhalten Sie die beste Lösung für Ihr Zuhause, mit der Sie Heizkosten sparen und für eine hohe CO2-Bepreisung gut gerüstet sind

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Quellen:

*http://www.klimaneutral-handeln.de/php/kompens-berechnen.php (zuletzt aufgerufen am 11.02.2020)

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.