Zuletzt aktualisiert am: 03.09.2020

Ölheizung mit Solar: Lohnt sich das?

Ölheizungen sind mit dem Klimapaket für Verbraucher unattraktiver geworden. Doch ebenso wie Gasbrennwerttechnik lässt sich auch Öl-Brennwerttechnik mit Solarthermie kombinieren. Wir zeigen Ihnen, ob und wann sich die Ölheizung mit Solar lohnt.

Trotz Austauschpflicht für Heizungen, die älter als 30 Jahre alt sind, gibt es heute immer noch viele ältere Ölheizgeräte. Möglich machen es verschiedene Ausnahmen in der EnEV. Allerdings sind Ölheizwertkessel oder Konstanttemperaturkessel nicht sehr wirtschaftlich. Sie verbrauchen zu viel Öl und stoßen zu viele Emissionen aus.

Wenn es also um die Kombination von Ölheizung mit Solartechnik geht, ist eine Ölbrennwertheizung Voraussetzung für maximale Energieeffizienz. Zum einen sparen Sie mit einer Ölbrennwertheizung bis zu 30 Prozent Brennstoff im Vergleich zu alten Öl-Heizsystemen. Zum anderen ist moderne Brennwerttechnik mit zeitgemäßer Regeltechnik ausgestattet, sodass die Ölheizung perfekt mit einer Solarthermie-Anlage zusammenarbeiten kann.

Eine weitere Voraussetzung ist ein ausreichend großer Pufferspeicher. Denn nur so kann die Wärmeenergie auch dann genutzt werden, wenn die Sonne nicht mehr scheint und die Solarflüssigkeit erwärmt. Empfehlenswert ist ein Kombispeicher, der sowohl warmes Trink- als auch erwärmtes Heizungswasser speichern kann.

Es kann sich lohnen, eine nur wenige Jahre alte Öl-Brennwertheizung mit Solarthermie zu kombinieren. Denn zum einen sparen Sie damit sehr viel Brennstoff und reduzieren so Ihre Emissionen deutlich. Zum anderen haben Sie die Möglichkeit, für die Solarthermie-Anlage Förderzuschüsse durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu beantragen.

Auch wenn das Klimapaket ein Verbot von Ölheizungen ab 2026 vorsieht, bedeutet das nicht, dass Sie Ihre Ölheizung sofort stilllegen müssen. Da diese Heizungen problemlos zwischen 15 und 20 Jahre laufen können, wird sich eine Kombination mit Solarthermie fast immer lohnen.

Eine wichtige Voraussetzung ist natürlich, dass Sie ausreichend Kollektorfläche installieren können, um genug warmes Wasser für die Heizung und das Warmwasser mit Sonnenkraft erzeugen.

Abhängig von der installierbaren Kollektorfläche können Sie sich beim Nachrüsten der Ölheizung für Solarthermie entscheiden, die entweder als Heizungsunterstützung das Heizungswasser erwärmt. Oder Sie wählen Solarthermie, die sowohl Heizungswasser als auch warmes Brauchwasser erzeugen kann.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Wärme die Solaranlage liefert, desto geringer fallen Ihre Brennstoffkosten aus und desto umweltfreundlicher ist Ihre Heizungsanlage.

Eine Solarthermie-Anlage zur Warmwassererzeugung benötigt ca. einen Quadratmeter Kollektorfläche pro Hausbewohner, damit sie effizient arbeiten kann. Soll die Solaranlage auch die Heizung unterstützen, sollten Sie pro zehn Quadratmeter Wohnfläche ca. einen Quadratmeter Kollektorfläche installieren. Hierbei handelt es sich natürlich nur um Richtwerte. Die tatsächliche Kollektorfläche hängt u.a. auch von der Art der Solarkollektoren ab.

Grundsätzlich lassen sich Öl-Brennwertgeräte in fast jedem Wohngebäude mit Solarthermie kombinieren. Neben einem Platz für einen Heizöltank muss ausreichend Platz für die Solarkollektoren vorhanden sein. Wenn Sie die Ölheizung in einem Neubau installieren wollen, gibt es hinsichtlich des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes in Kombination mit Solarthermie keine Beschränkungen.

Gibt es an Ihrem Standort keine Möglichkeit, eine Gas-Hybridheizung zu installieren, weil kein Gasnetzanschluss vorhanden ist, können Öl-Hybridheizungen die Alternative sein. Sie können damit bis zu 50 Prozent Brennstoffkosten im Vergleich zu einer älteren Ölheizung ohne Solarthermie einsparen.

Bedenken Sie dabei dennoch:

  • Öl ist als fossiler Brennstoff endlich.
  • Sie benötigen einen großen Tank.
  • Es gibt keine staatliche Förderung für Ölheizungen.

Wichter Faktor für die Energieeffizienz: Die Dämmung

Wenn Sie in einem älteren Gebäude leben, das noch nicht wärmegedämmt ist, sollten Sie sich überlegen, ob die energetische Sanierung nicht Vorrang vor dem Einbau einer Solarthermie-Anlage hat. Denn allein durch die Gebäudehülle kann so viel Energie verloren gehen, dass die Einsparung durch die Solarthermie-Anlage dadurch schon wieder aufgehoben wird.

Es ist empfehlenswert, im Rahmen einer Energieberatung alle Möglichkeiten auszuloten und einen Sanierungsplan aufzustellen.

Die Kosten für eine Öl-Hybridheizung mit Solarthermie hängen von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt die Art der Solaranlage eine Rolle. Zum anderen die Größe der Heizungsanlage.

  • Anschaffungskosten für eine Öl-Brennwertheizung: zwischen 8.000 und 10.000 Euro
  • Kosten für eine Solarthermie-Anlage zur Brauchwassererwärmung inkl. Wärmespeicher, Rohrleitungen und Kollektoren: zwischen 3.000 und 5.000 Euro
  • Kosten für eine Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung und Warmwassererzeugung, inkl. Kollektoren, Rohren und Wärmespeicher: zwischen 8.000 und 10.000 Euro

Wenn Sie eine Ölbrennwertheizung mit Solar nachrüsten wollen, kommen nur die Kosten für die Solaranlage auf Sie zu.

Die Förderung für Öl-Brennwertheizungen ist im Januar 2020 ausgelaufen. Wenn Sie sich für eine neue Öl-Hybridheizung mit Solarthermie entscheiden, kann nur noch der Solarthermie-Anteil gefördert werden. Konkret bedeutet das, dass Sie bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten vom BAFA zurückbekommen.

Wie bei allen konventionellen Heizsystemen, die mit erneuerbaren Energien kombiniert werden, gilt auch bei der Ölheizung: Je höher der Anteil an erneuerbaren Ernergien, desto umweltfreundlicher ist das System. Deshalb sollten Sie grundsätzlich versuchen, den Anteil am Heizen mit Öl so gering wie möglich zu halten.

Es gibt jedoch noch weitere Alternativen zur Ölheizung. Gerade in Einfamilienhäusern könnte auch die Kombination aus Pelletheizung und Solarthermie oder die Kombination aus Photovoltaik, Wärmepumpe und Gasheizung interessant sein. Sehr attraktive Fördermöglichkeiten gibt es auch für die Brennstoffzellenheizung, mit der Sie nicht nur Wärme, sondern auch autark Strom produzieren können.

Als Hausbesitzer sollten Sie sich auf jeden Fall zu Ihren Möglichkeiten beraten lassen. So sorgen Sie dafür, dass Sie eine mögliche staatliche Förderung optimal ausnutzen und das Heizsystem bekommen, das optimal auf Ihren Bedarf und Ihre Wohnumgebung zugeschnitten ist. Nutzen Sie hierfür unseren Heizungsplaner

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.