Ölheizungen sind mit dem Klimapaket für Verbraucher unattraktiver geworden. Doch ebenso wie Gasbrennwerttechnik lässt sich auch Öl-Brennwerttechnik mit Solarthermie kombinieren. Wir zeigen Ihnen, ob und wann sich die Ölheizung mit Solar noch lohnt.

Trotz Austauschpflicht für Heizungen, die älter als 30 Jahre alt sind, gibt es heute immer noch viele ältere Ölheizgeräte. Möglich machen es verschiedene Ausnahmen in der EnEV. Allerdings sind Ölheizwertkessel oder Konstanttemperaturkessel nicht wirtschaftlich. Sie verbrauchen zu viel Öl und stoßen zu viele Emissionen aus.

Wenn es also überhaupt um eine Kombination von Ölheizung mit Solartechnik geht, dann nur mit einer Öl-Brennwertheizung. Die moderne Brennwerttechnik ist mit zeitgemäßer Regeltechnik ausgestattet, sodass die Ölheizung sinnvoll mit einer Solarthermie-Anlage zusammenarbeiten kann.

Eine weitere Voraussetzung für einen effizienten Betrieb einer Öl-Solar-Heizung ist ein ausreichend großer Pufferspeicher. Denn nur so kann die Wärmeenergie auch dann genutzt werden, wenn die Sonne nicht mehr scheint und die Solarflüssigkeit erwärmt wird. Empfehlenswert ist ein Kombispeicher, der sowohl warmes Trink- als auch erwärmtes Heizungswasser speichern kann.

Doch auch hier gilt: Wer ohnehin den Umstieg auf Solar in Betracht zieht, sollte überlegen, ob nicht eine komplette Abkehr von der Ölheizung möglich wäre. So bietet die Wärmepumpe komplette Unabhängigkeit von Öl und Gas. Zudem heizt eine Wärmepumpe emissionsfrei, wenn Ökostrom genutzt wird.

In Kombination mit Photovoltaik kann Solar für die Erzeugung des Stroms genutzt werden. Das sorgt für noch mehr Unabhängigkeit und senkt selbstverständlich auch die Energiekosten. Eine Kombination von Wärmepumpe und Solarthermie ist nicht empfehlenswert. Die Wärmepumpe ist auf den Wärmebedarf des Hauses abgestimmt, um effizient zu arbeiten. Damit die Kombination aus Wärmepumpe und Solarthermie effizient und sinnvoll den Wärmebedarf eines Hauses abdecken können, müsste klar sein, mit wie viel Wärme die Solaranlage liefern kann. Das ist nicht gegeben, daher lässt sich nicht kalkulieren, was die Wärmepumpe liefern muss.

Attraktiv wird der Wechsel von der Ölheizung zur Wärmepumpe zudem durch hohe staatliche Förderung von bis zu 50 Prozent.

Es kann sich unter Umständen lohnen, eine nur wenige Jahre alte Öl-Brennwertheizung mit Solarthermie zu kombinieren. Immerhin sparen Sie durch die zusätzlich eingesetzte Solarenergie sehr viel Brennstoff und reduzieren so Ihre Emissionen und die Verbrauchskosten beim Heizöl deutlich. Gerade in Zeiten von stark schwankenden Ölpreisen ist das ein großer Vorteil. Sie können zudem für die Solarthermie-Anlage Förderzuschüsse über die BEG erhalten.

Ab 2026 werden Kauf und Einbau einer neuen Ölheizung erschwert. Ohne Kombination mit erneuerbaren Energien dürfen Sie nur noch in Ausnahmefällen eine neue Ölheizung kaufen. Aber letztlich sollte eine neue Ölheizung nur noch dann eine Option sein, wenn wirklich keine Möglichkeit besteht, die Heizung komplett durch eine EE-Hybridheizung oder eine Wärmepumpe zu ersetzen.

Von der Ampel-Koalition wurde hier sogar eine Verschärfung auf den Weg gebracht. Laut Bundesregierung soll bereits ab 2024 jede neue Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Hier steht noch die Entscheidung im Parlament aus, aber es ist davon auszugehen, dass die neue Regelung kommt.

Neue Heizung im Komplettpaket
Zum Festpreisangebot

Abhängig von der installierbaren Kollektorfläche können Sie sich beim Nachrüsten der Ölheizung für Solarthermie entscheiden, die entweder als Heizungsunterstützung das Heizungswasser erwärmt. Oder Sie wählen Solarthermie, die sowohl Heizungswasser als auch warmes Brauchwasser erzeugen kann.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Wärme die Solaranlage liefert, desto weniger Heizöl braucht Ihre Heizung und desto weniger Schadstoffe stößt Ihre Anlage aus. Und es gilt auch: Je weniger Heizöl Sie brauchen, desto unabhängiger sind Sie von Preisen auf dem Weltmarkt und von Energielieferanten.

Eine Solarthermie-Anlage zur Warmwassererzeugung benötigt ca. einen Quadratmeter Kollektorfläche pro Hausbewohner, damit sie effizient arbeiten kann. Soll die Solaranlage auch die Heizung unterstützen, sollten Sie pro zehn Quadratmeter Wohnfläche ca. einen Quadratmeter Kollektorfläche installieren. Hierbei handelt es sich natürlich nur um Richtwerte. Die tatsächliche Kollektorfläche hängt u. a. auch von der Art der Solarkollektoren ab.

Grundsätzlich lassen sich Öl-Brennwertgeräte in fast jedem Wohngebäude mit Solarthermie kombinieren. Neben einem Platz für einen Heizöltank muss ausreichend Platz für die Solarkollektoren vorhanden sein. Wenn Sie die Ölheizung in einem Neubau installieren wollen, gibt es hinsichtlich des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes in Kombination mit Solarthermie keine Beschränkungen.

Bedenken Sie dabei dennoch:

  • Öl ist als fossiler Brennstoff endlich.
  • Die Preise für Heizöl können stark schwanken.
  • Sie sind abhängig von den Preisen der Öllieferanten.
  • Ölheizungen stoßen CO2-Emissionen aus.
  • Sie benötigen einen großen Tank.
  • Es gibt keine staatliche Förderung für Ölheizungen.

Also letztlich ist eine Ölheizung nicht mehr zeitgemäß. Sollten Sie überlegen, ob Sie Ihre bestehende Ölheizung mit Solartechnik kombinieren, ist die Überlegung sinnvoller, gleich komplett mit Erneuerbaren Energien zu heizen. Die Ölheizung sollte immer nur eine Kompromisslösung sein, wenn wirklich keine nachhaltigen Heizsysteme möglich sind.

Wichtiger Faktor für die Energieeffizienz: Die Dämmung

Wenn Sie in einem älteren Gebäude leben, das noch nicht wärmegedämmt ist, sollten Sie sich überlegen, ob die energetische Sanierung nicht Vorrang vor dem Einbau einer Solarthermie-Anlage hat. Denn allein durch die Gebäudehülle kann so viel Energie verloren gehen, dass die Einsparung durch die Solarthermie-Anlage dadurch schon wieder aufgehoben wird. Das gilt übrigens auch dann, wenn Sie auf eine Wärmepumpenheizung umsteigen.

Es ist empfehlenswert, im Rahmen einer Energieberatung alle Möglichkeiten auszuloten und einen Sanierungsplan aufzustellen.

Die Kosten für eine Öl-Hybridheizung mit Solarthermie hängen von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt die Art der Solaranlage eine Rolle. Zum anderen die Größe der Heizungsanlage.

  • Anschaffungskosten für eine Öl-Brennwertheizung: zwischen 10.000 und 15.000 Euro
  • Kosten für eine Solarthermie-Anlage zur Brauchwassererwärmung inkl. Wärmespeicher, Rohrleitungen und Kollektoren: zwischen 3.000 und 5.000 Euro
  • Kosten für eine Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung und Warmwassererzeugung, inkl. Kollektoren, Rohren und Wärmespeicher: zwischen 10.000 und 15.000 Euro

Wenn Sie eine Ölbrennwertheizung mit Solar nachrüsten wollen, kommen nur die Kosten für die Solaranlage auf Sie zu.

Vergleichen Sie die Kosten mit der Installation einer Wärmepumpe, ist das nachhaltigere System dank hoher staatlicher Förderung sogar günstiger. Wechseln Sie von Öl zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, müssen Sie mit Kosten zwischen 25.000 und 30.000 Euro rechnen. Dank des 15-Prozent-Bonus für den Austausch der Ölheizung im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans ist eine Förderung von bis zu 50 Prozent möglich. Sie bezahlen damit am Ende für die Wärmepumpe nur noch zwischen 12.500 und 15.000 Euro. Preislich liegen Sie damit je nach System sogar unter den Kosten für eine Öl-Solar-Heizung. Dafür heizen Sie CO2-neutral und haben keine Betriebskosten für Brennstoffe.

Die Förderung für Öl-Brennwertheizungen ist im Januar 2020 ausgelaufen. Wenn Sie sich für eine neue Öl-Hybridheizung mit Solarthermie entscheiden, kann nur noch der Solarthermie-Anteil gefördert werden. Konkret bedeutet das, dass Sie bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten vom BAFA zurückbekommen.

Aufgrund der geringen Förderung lohnt es sich deshalb, lieber gleich vollständig in umweltfreundliche Heizsysteme wie die Wärmepumpe zu investieren.

Wie bei allen konventionellen Heizsystemen, die mit erneuerbaren Energien kombiniert werden, gilt auch bei der Ölheizung: Je höher der Anteil an erneuerbaren Energien, desto umweltfreundlicher ist das System. Deshalb sollten Sie grundsätzlich versuchen, den Anteil am Heizen mit Öl so gering wie möglich zu halten. Die Ölheizung sollte selbst in Kombination mit Solarthermie nur noch in Ausnahmefällen in Betracht gezogen werden, und zwar dann, wenn kein anderes Heizsystem möglich ist.

Mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe gibt es eine sehr effiziente Alternative. Da die Geräte nur sehr wenig Platz benötigen, sich leicht installieren lassen und auch ohne den Einbau einer Fußbodenheizung Sinn ergeben, ist ein Wechsel vom Öl zur Wärmepumpe auch im Bestand möglich.

Als Hausbesitzer sollten Sie sich auf jeden Fall zu Ihren Möglichkeiten beraten lassen. So sorgen Sie dafür, dass Sie eine mögliche staatliche Förderung optimal ausnutzen und das Heizsystem bekommen, das optimal auf Ihren Bedarf und Ihre Wohnumgebung zugeschnitten ist. Nutzen Sie hierfür unseren Heizungsplaner.

Neue Heizung im Komplettpaket
Zum Festpreisangebot
Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.