aus 0 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 10/04/2018

Warmwasseraufbereitung - Varianten und Kosten

Warmes Wasser aus der Leitung und eine Zentralheizung sind moderne Errungenschaften, die heute niemand mehr missen möchte. In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen die gängigsten Varianten der Warmwasserbereitung in einem Überblick kurz vor.

Um in einem Haus warmes Wasser zu erzeugen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zunächst benötigen Sie Wärmeenergie, damit das Brauchwasser oder Heizungswasser erhitzt werden kann. Diese Varianten gibt es:

  • Verbrennung (Heizkessel): Die heute gängigste Form der Warmwasseraufbereitung erfolgt mit einem Heizkessel. Hierfür wird Wasser durch Verbrennung von Feststoffen oder Gas erhitzt. Für diese Variante der Warmwasserbereitung können Gasbrennwertgeräte, Ölkessel, wasserführende Kaminöfen oder Pelletöfen, Holzvergaser oder Kohleöfen eingesetzt werden. Abhängig vom verwendeten Brennstoff können unterschiedliche Wirkungsgrade erzielt werden.
  • Strom: Ein strombetriebener Warmwasserspeicher hält warmes Wasser für mehrere Entnahmestellen vor und wird in der Regel über eine Elektrozentralheizung aufgeheizt. Dagegen erzeugt ein Durchlauferhitzer Warmwasser dezentral nach Bedarf. Eine gängige Variante eines dezentralen Warmwasserspeichers ist der Elektroboiler.
  • Solarthermie: Wenn Solarthermie zur Warmwasserbereitung genutzt wird, bringt eine Pumpe kaltes Wasser in einen Vakuumröhrenkollektor. Dort wird das Wasser mit Hilfe der Sonnenergie erwärmt und in einen Warmwasserspeicher geführt. Von dort kann das Warmwasser zur Entnahmestelle gepumpt werden. Da die Sonneneinstrahlung über das Jahr nicht konstant hoch ist, wird die Solarthermie-Anlage in der Regel mit einer konventionellen Heizungsanlage kombiniert, um konstant warmes Wasser nutzen zu können.
  • Fernwärme: Bei diesem Prinzip wird über ein Rohrleitungssystem heißes Wasser zum Abnehmer befördert. Das Wasser wurde zuvor in einem Kraftwerk durch Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Es ist häufig das „Nebenprodukt“ der Stromgewinnung. Fernwärme kann sowohl für das Warmwasser in Heizungsanlagen als auch für Erzeugung von warmem Brauchwasser genutzt werden.
  • Strom und Energie aus der Umgebungsluft: Eine zusätzliche Variante zur Warmwassergewinnung stellt die Brauchwasserwärmepumpe dar. Mit Hilfe eines Kompressors und Kältemittel erzeugt sie aus der Umgebungsluft Wärmeenergie, mit welcher Brauchwasser erwärmt wird. Dieses wird anschließend mit einer Pumpe zu den Entnahmestellen gebracht. Die Brauchwasserwärmepumpe ist eine sinnvolle Ergänzung zur Heizungsanlage.
  • Besonderheit Frischwasserstation: Eine weitere Variante, die aber lediglich zur Erwärmung von Trinkwasser geeignet ist, ist die Frischwasserstation. Dabei handelt es sich um eine Art „Durchlauferhitzer“. Das Besondere daran ist, dass warmes Trinkwasser mit Hilfe des Heißwassers für die Heizung erzeugt wird.
Warmwasseraufbereitung Optionen in der Übersicht

Die Varianten der Warmwasserbereitung sind entweder zentral oder dezentral. Bei den zentralen Möglichkeiten gibt es einen Ort, wo das warme Wasser erzeugt und anschließend an die Entnahmestellen befördert bzw. in das Heizsystem eingespeist wird.

Zu den zentralen Systemen der Warmwasserbereitung gehören Heizkessel, Solarthermie oder Fernwärme. Strom kann sowohl für zentrale als auch für dezentrale Systeme genutzt werden.

Die dezentrale Warmwasserbereitung kann mit Hilfe von Boilern oder Durchlauferhitzern erfolgen. Dezentral kann auch eine Gas-Brennwertgerät sein, das in einer Etagenwohnung eingesetzt wird.

Art der Warmwasseraufbereitung + Kosten Vorteile Nachteile
Gaskessel
ab ca. 4.000 Euro
- Zentrale Warmwassererzeugung
- hoher Wirkungsgrad mit Brennwerttechnik
- kombinierbar mit Solarthermie, Brauchwasserwärmepumpe oder Frischwasserstation
- hohe Lebensdauer
- fossiler Brennstoff und Abhängigkeit von Gasanbieter und Preisentwicklung
- regelmäßige Wartung erforderlich
Ölkessel
ab ca. 6.000 Euro
- geringere Preisschwankungen bei Gas durch Ölimport aus über 30 Ländern
- eigenständige Lagerung des Brennstoffs
- effizient mit Brennwerttechnik
- kombinierbar mit alternativer Energiegewinnung
- Verbraucher müssen sich selbst um Brennstoff kümmern
- Brennstoffpreise abhängig vom Weltmarkt
- ältere Modelle mit hohem Schadstoffausstoß
wasserführender Pellet-/Kaminofen
ab ca. 5.000 Euro
- nachwachsender Brennstoff
- größere Unabhängig von lokalen Energieversorgern
- im Aufstellraum zusätzlich angenehme Strahlungswärme
- großer Lagerraum notwendig
- Verbraucher muss regelmäßig Brennstoff kaufen
- Automatisierung nur in begrenztem Umfang möglich, z.B. mit Förderschnecken
Boiler
ab 100 Euro
- einfache Installation
- dezentral nutzbar
- hoher Stromverbrauch
- braucht lange um Wasser erneut zu erwärmen
Brauchwasserwärmepumpe
ab 1.800 Euro
- sehr gute Ergänzung zur Heizungsanlage
- senkt Primärenergieverbrauch
- kombinierbar mit Solarthermie
- Abhängig von einer ausreichend hohen Umgebungstemperatur
- benötigt zusätzlichen Platz im Keller
Warmwasser mit Solartechnik
ab 7.500 Euro inkl. Speicher
- umweltfreundliche Technik
- hilft Energiekosten langfristig zu senken
- Abhängig von ausreichender Sonneneinstrahlung
- höherer Investitionsaufwand
Durchlauferhitzer Gas
ab 400 Euro
- hoher Wirkungsgrad mit Brennwerttherme
- Wassertemperatur individuell auch sehr heiß einstellbar
- hygienisch, da Wasser nur bei Bedarf erhitzt wird
- höhere Kosten bei häufiger Warmwasserentnahme; erfordert mehr Spardisziplin beim Duschen oder Baden
- Abhängigkeit von Gaspreisentwicklung
Durchlauferhitzer Strom
ab 100 Euro
- dezentrale Wassererwärmung für Trinkwasser
- gut geeignet für kleine Wasserentnahmestellen
- kompakte Größe
- hohe Stromkosten bei hoher Beanspruchung: deshalb nicht für komplette Warmwassererzeugung (Trinkwasser) geeignet
Frischwasserstation
ab 800 Euro
- umweltfreundliche Technik
- beugt Legionellenbefall vor
- erzeugt warmes Trinkwasser nach Bedarf
- nur als Ergänzung für Trinkwassererwärmung möglich
- abhängig von der Erzeugung von heißem Heizungswasser

Es gibt heute viele verschiedene Möglichkeiten zur Warmwasserbereitung. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt letztlich von Ihrem individuellen Bedarf an Warmwasser ab. Es ist aber grundsätzlich empfehlenswert, sich vor der Umstellung einer bestehenden Anlage oder vor einem Neubau von einem SHK-Experten, wie Thermondo, beraten zu lassen.

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