Zuletzt aktualisiert am: 18.11.2020

Heizungssanierung – so heizen Sie effizienter und kostengünstiger

Früher oder später muss jede Heizung saniert werden. Ob dabei sofort ein Heizungstausch notwendig ist, kann der Fachbetrieb ermitteln. Wir zeigen Ihnen alle Vorteile der Heizungssanierung und welches Heizsystem sich für den Wechsel eignet.

Eine Heizungssanierung hilft grundsätzlich dabei, dass die Klimaschutzziele erreicht werden können. Denn jede sanierte oder neue Heizung ist besser als das Heizsystem davor. Brennstoffe oder andere Primärenergie werden effizienter für die Warmwasseraufbereitung oder für das Heizwasser genutzt.

Für Sie als Hausbesitzer ergeben sich diese individuellen Vorteile:

  • Sie senken Ihre Heizkosten.
  • Sie profitieren von einem höheren Heizkomfort.
  • Ihr Heizsystem ist zuverlässiger und weniger anfällig für Defekte.
  • Sie steigern den Wert Ihrer Immobilie.
  • Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.
  • Sie schaffen schon jetzt die Voraussetzungen für einen geringeren CO2-Preis, den Sie ab 2021 bezahlen müssen.

Der Zeitpunkt für eine Heizungssanierung ist gerade besonders günstig. Denn dank staatlicher Förderung können Sie z.B. beim Umstieg von einer Ölheizung auf moderne Gas-Hybrid-Heiztechnik oder regenerative Energieträger bis zu 45 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten erhalten.

Wenn Sie ein bestehendes Heizsystem sanieren wollen, müssen Sie verschiedene Aspekte berücksichtigen.

Zum einen spielt die Art des Gebäudes und seine Dämmung sowie seine Nutzung eine wichtige Rolle. Ist das Gebäude z.B. noch nicht gedämmt, sollten Sie überlegen, ob sich nicht sogar eine energetische Sanierung lohnt. Denn alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Solarthermie sind in einem schlecht sanierten Gebäude nahezu ineffizient.

Nachdem Sie Ihren Bedarf an Heizwärme und Warmwasser ermittelt haben, können Sie schließlich das geeignete Heizsystem auswählen. Hierbei muss berücksichtigt werden, für wie viele Wohneinheiten Wärme bereitgestellt wird.

Darüber hinaus ist es z.B. wichtig zu prüfen, ob ausreichend Platz für die Wärmeerzeuger verfügbar ist. Reicht die Dachfläche z.B. für Solarmodule aus? Oder gibt es einen passenden Lagerraum für Holzpellets bzw. eine Wärmepumpe?

Bei all diesen Fragen hilft Ihnen ein Fachbetrieb weiter. Die Experten übernehmen die Planung und unterstützen Sie bei der Suche nach dem perfekten Heizsystem. Ein Heizungsbauer kann Ihnen außerdem dabei helfen, eine bestehende Heizung zu sanieren.

Hierfür prüft das Unternehmen, ob der bisherige Heizkessel für zeitgemäßes Heizen geeignet ist oder ob z.B. eine Kombination mit Solarthermie bzw. Wärmepumpen möglich ist.

Wenn Sie eine Heizung sanieren lassen wollen, stehen verschiedene Optionen zur Auswahl, die wir Ihnen hier kurz vorstellen:

Moderne Brennwerttechnik

Nutzen Sie bisher noch Konstanttemperaturkessel oder eine ältere Niedertemperaturheizung, bietet sich der Umstieg auf moderne Brennwerttechnik an.

Mit einer Heizungssanierung von Gas- oder Ölheizungen können Sie so bis zu 30 Prozent an Heizkosten sparen. Darüber hinaus senken Sie Ihre Emissionen deutlich und erfüllen aktuelle Umweltstandards.

Durch die Energieeinsparung hat sich der Umstieg auf Gas- oder Ölbrennwerttechnik in der Regel schon nach wenigen Jahren amortisiert.

Sie können bis 2026 noch auf Ölbrennwerttechnik umsteigen. Erst ab diesem Jahr gibt es ein Ölheizungsverbot.

Wann bietet sich eine Heizungssanierung mit Ölbrennwerttechnik an?

Wenn Sie bisher mit Öl geheizt haben, es keinen Gasanschluss in Ihrem Wohngebiet gibt und Sie nicht auf Flüssiggas umsteigen wollen, ist eine Ölbrennwertheizung immer noch eine sinnvolle Möglichkeit, um auf effizientere Heiztechnik umzusteigen.

Empfehlenswert ist es, bei einer solchen Heizungssanierung die Ölheizung mit einem alternativen Wärmeerzeuger wie Solarthermie zu kombinieren. So sparen Sie noch mehr Brennstoff und reduzieren die Emissionen auf ein Minimum. Zudem ist staatliche Förderung für Solarthermie möglich.

Wann bietet sich eine Heizungssanierung mit Gasbrennwerttechnik an?

Nutzen Sie noch eine alte Gasheizung, ist der Umstieg auf Gasbrennwerttechnik eine sehr sinnvolle Variante der Heizungssanierung.

Wollen Sie Ihre Emissionen sowie Brennstoffkosten zusätzlich senken, ist eine Hybridheizung aus Gasheizung mit Solarthermie eine sehr gute Wahl. Für den Umstieg erhalten Sie bis zu 35 Prozent an staatlicher Förderung.

Weitere Vorteile sind die ausgereifte und sehr zuverlässige sowie effiziente Technik.

Solarthermie

Mit Solarthermie nutzen Sie ausschließlich die Sonnenkraft, um zu heizen oder Warmwasser zu erzeugen. Solaranlagen sind sehr zuverlässig, wartungsarm und robust. Zudem erzeugen sie keine CO2-Emissionen.

Um jedoch nach der Heizungssanierung nur mit Solarthermie zu heizen, benötigen Sie ein sehr gut gedämmtes Gebäude. In der Regel brauchen Sie in kalten Wintermonaten eine Zusatzheizung. Hier wäre eine Gas-Hybridheizung empfehlenswert.

Der Gasbrennwertkessel würde erst dann anspringen, wenn die Wärmeenergie der Solaranlage nicht zum Heizen ausreicht.

Für die Nachrüstung in Bestandsgebäuden ist Solarthermie sehr gut geeignet. Somit ist Solarthermie ideal für die nachhaltige Heizungssanierung.

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe nimmt Wärmeenergie aus der Luft, dem Boden oder Wasser auf, um sie an die Heizungsanlage abzugeben. Wärmepumpen haben den großen Vorteil, dass sie das ganze Jahr über unabhängig von der Sonneneinstrahlung betrieben werden können.

Damit Wärmepumpen ihre Effizienz ausspielen, sind Heizungsanlagen mit niedrigen Vorlauftemperaturen sinnvoll. Eine passende Kombination ist z.B. die Wärmepumpe mit einer Fußbodenheizung. 



Nachteilig bei Wärmepumpen ist, dass sie Strom für die Pumpe und den Kompressor benötigen. Mit sinkenden Außentemperaturen und sinkendem Dämmungsfaktor des Gebäudes steigt der Strombedarf.

Wird die Wärmepumpe dann mit konventionellem Strom versorgt, steigen nicht nur die Energiekosten, sondern auch der CO2-Fußabdruck.

Wenn Sie Ihre Heizungssanierung mit einer Wärmepumpe realisieren wollen, kombinieren Sie die Sanierung am besten mit dem Einbau einer PV-Anlage, welche die Wärmepumpe mit umweltfreundlichem Strom versorgt.

Eine Wärmepumpe macht Sie unabhängiger vom Energiemarkt. Allerdings kann der Installationsaufwand insbesondere bei der Nutzung von Erdwärme höher ausfallen.

Für Ihre Heizungssanierung können Sie verschiedene Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen.

Sehr profitabel ist die Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Sie können im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP) für den Umstieg auf umweltfreundliche Energieerzeuger bis zu 35 Prozent und beim Umstieg von einer alten Ölheizung bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss zurückerhalten.

Bei einem Heizungspreis von rund 20.000 Euro sind das bis zu 9.000 Euro, die Sie bekommen.

Alternativ bieten sich die Förderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an. Empfehlenswert sind die zinsgünstigen Darlehen inklusive Tilgungszuschuss z.B. bei energetischen Sanierungen, wenn dabei auch gleich die Heizung erneuert wird.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Heizungssanierung?

Eine Heizungssanierung bietet sich in der Regel an, wenn Ihre Heizungsanlage 15 Jahre oder älter ist. Denn selbst wenn die Heizung regelmäßig gewartet wurde, wird sie nicht mehr so effizient wie zu Beginn arbeiten und mehr Brennstoff verbrauchen.

Wichtig ist, dass die Sanierung des Heizsystems genau geplant wird. Empfehlenswert sind die Sommermonate für den Umbau. Denn dann wird die Heizung nicht benötigt.

Die Kosten für eine Heizungssanierung lassen sich nicht pauschal beziffern. Können Sie z.B. Ihre Brennwertheizung noch weiternutzen und wollen diese mit Solarthermie aufrüsten, werden die Kosten geringer ausfallen als bei einem Heizungstausch.

Hier erfahren Sie mehr zu den Kosten verschiedener Heizsysteme:

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Für eine Heizungssanierung gibt es viele gute Gründe. Sie senken damit maßgeblich Ihre CO2-Emissionen und tragen zum nachhaltigen Umgang mit der Natur bei.

Beim Wechsel zu umweltfreundlicher Heiztechnik profitieren Sie darüber hinaus von hoher staatlicher Förderung und deutlich niedrigeren Heizkosten.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.