Zuletzt aktualisiert am: 11.06.2020

Brennstoffe für die Heizung: Kosten vs. Umweltbilanz

Wer heute heizt, verwendet Brennstoffe wie Gas oder Öl, um Wärmeenergie zu erzeugen. Wir geben Ihnen hier einen Überblick über die verschiedenen Brennstoffe für die Heizung. Sie erfahren mehr über Kosten, Umweltbilanz sowie Alternativen zu den Energieträgern.

Zum Heizen werden ganz unterschiedliche Brennstoffe verwendet. Unterschieden werden fossile und regenerative Brennstoffe:

Fossile Brennstoffe

  • Erdgas: Dieser fossile Brennstoff wird aus Gasfeldern gefördert. Für den Transport und die Lagerung wird das Gas in der Regel verflüssigt oder komprimiert. Verwendet wird Erdgas sowohl für Gasheizungen als auch für Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellenheizungen oder Gaskamine. Heizwert: 10 kWh pro m3
  • Heizöl: Der flüssige Brennstoff wird aus raffiniertem Erdöl hergestellt. Das Öl wird auf Ölfeldern weltweit gewonnen. Verwendung findet Heizöl in klassischen Ölheizungen. Es kann aber auch für den Betrieb von BHKW genutzt werden. Heizwert: 10 kWh pro m3
  • Kohle: Braun- oder Steinkohle wird in großem Umfang im Tagebau geschürft. Als Brennstoff kann die Kohle in Kohleöfen oder auch in einem Kaminofen verbrannt werden. Heizwert: 5 kWh pro kg (Braunkohle) und 9 kWh pro kg (Steinkohle)
  • Wasserstoff: Der gasförmige Brennstoff kann aus Erdgas gewonnen werden. Er wird zum Heizen in Brennstoffzellenheizungen eingesetzt. Heizwert: 3 kWh pro m3

Deutschland heizt immer noch überwiegend mit Öl und Gas

Rund 48 Prozent der Deutschen heizten 2019 mit dem Brennstoff Gas. 26 Prozent erzeugten Wärme mit Heizöl. Zusammen deckten Gas und Öl rund drei Viertel der erzeugten Heizwärme ab. Holz und Holzpellets hatten bei den Brennstoffen einen Anteil von 3 Prozent.

Regenerative Brennstoffe

  • Biogas: Dieser regenerative Brennstoff wird in Biogasanlagen aus pflanzlichen oder tierischen Abfällen durch Gärprozesse gewonnen. Geliefert wird Biogas in flüssiger Form. Biogas kann mit einer Gasheizung oder in großem Umfang mit einem BHKW verwendet werden. Heizwert: 13 kWh pro m3
  • Scheitholz: Brennholz wird in heimischen Wäldern gewonnen. Genutzt werden unterschiedliche Hölzer, z.B. von Buchen, Eichen oder Birken. Die Qualität und der Brennwert des Brennholzes werden u.a. durch die Restfeuchte bestimmt. Holzscheite können in Kaminöfen oder Holzvergasern eingesetzt werden. Heizwert: 4 kWh pro kg
  • Holzpellets: Holzpellets bestehen aus getrockneten und gepressten Holzspänen. Für die Herstellung von Pellets gibt es unterschiedliche Normen. So ist sichergestellt, dass der Brennstoff eine gleichmäßige Heizleistung bietet. Holzpellets werden in Pelletöfen oder Pelletkesseln verbrannt. Heizwert: 5 kWh pro kg
  • Hackschnitzel: Hierbei handelt es sich um Holzreste aus der Holzverarbeitung. Diese können in großem Umfang in einer Hackschnitzelheizung verbrannt werden. Heizwert: 4 kWh pro kg
  • Holzbriketts: Briketts aus Holz werden aus Holzresten und Spänen mithilfe von Pressen hergestellt. Sie können in Kaminöfen oder Hackschnitzelheizungen sowie Holzvergasern genutzt werden. Heizwert: 4,3 kWh pro kg

Der Heizwert der Brennstoffe dient nur einem ersten Überblick. Er zeigt z.B., dass Sie weniger Kohle benötigen, um den gleichen Heizwert wie ein Kilogramm Holz zu erzielen. Allerdings sagt der Heizwert nichts über die Wirtschaftlichkeit des Brennstoffs aus. Darüber hinaus spielt die Qualität des Brennstoffs eine wichtige Rolle dabei, wie hoch sein Heizwert tatsächlich ist.

Was sind Energieträger?

Als „Energieträger“ werden Stoffe bezeichnet, die ihre Energie durch einen Umwandlungsprozess freigeben. Die freigesetzte Energie kann z.B. zum Heizen oder für die Stromgewinnung genutzt werden. Primärenergieträger liefert die Natur, z.B. Erdöl oder Erdgas. Sekundäre Energieträger werden aus Primärenergieträgern gewonnen. Hierzu gehört z.B. Heizöl. Brennstoffe sind Energieträger, welche die in ihnen gespeicherte Energie durch Verbrennung freisetzen.

  • Erdgas: Erdgas besitzt zwar einen hohen Heizwert und setzt unter den fossilen Energieträgern bei der Verbrennung am wenigsten CO2 frei. Allerdings entstehen auch bei der Förderung von Erdgas Emissionen. CO2-Äquivalent (g pro kWh verbrauchter Endenergie): 250
  • Steinkohle und Braunkohle: Sowohl die Förderung als auch die Verbrennung von Kohle emittieren sehr viel CO2. CO2-Äquivalent (g pro kWh verbrauchter Endenergie): 679
  • Heizöl: Ein hoher Heizwert korrespondiert hier mit einem hohen CO2-Ausstoß. CO2 entsteht außerdem bei der Förderung und beim Raffinieren von Erdöl. CO2-Äquivalent (g pro kWh verbrauchter Endenergie): 319
  • Holz: Bei nachhaltiger Holzbewirtschaftung ist auch der CO2-Ausstoß niedrig. Allgemein wird von CO2-neutraler Verbrennung gesprochen, da beim Verbrennen genauso viel gespeichertes CO2 freigesetzt wird, wie bei der natürlichen Verrottung von Holz. CO2-Äquivalent (g pro kWh verbrauchter Endenergie): zwischen 20 (Kaminholz, Hackschnitzel) und 27 (Holzpellets)

Fossile Brennstoffe

Fossile Brennstoffe sind in der Natur vorkommende Energieträger aus Kohlenstoffen. Hierzu zählen Kohle, Öl und Erdgas. Fossile Brennstoff sind endlich. Ihre Vorräte werden zwar regelmäßig geschätzt, doch eine genaue Aussage darüber, wann die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen, ist nicht möglich.

In Deutschland gibt es Reserven an fossilen Brennstoffen. So reicht der Vorrat an Erdöl rund vier Monate, die Reserve an Erdgas neun bis zehn Monate. Die Braunkohlevorräte könnten das Land bei gleichbleibendem Verbrauch mehr als 200 Jahre lang mit Energie versorgen.

Der große Vorteil fossiler Brennstoffe besteht in ihrer Lagerfähigkeit und den bereits vorhandenen, globalen Lieferketten. Darüber hinaus besitzen fossile Brennstoffe einen sehr hohen Energiegehalt.

Demgegenüber besteht der große Nachteil, dass fossile Brennstoffe große Mengen an CO2 freisetzen.

Brennstoffkosten für die Heizung im Überblick

Die Kosten für Brennstoffe hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. So beeinflussen u.a. Nachfrage, Saison und die Situation auf dem Weltmarkt die Preise. Um Brennstoffkosten vergleichen zu können, werden sie in Cent pro Kilowattstunde Energie angegeben.

  • Erdgas: zwischen 6 und 7 ct/kWh
  • Flüssiggas: zwischen 7 und 8,5 ct/kWh
  • Scheitholz: zwischen 6 und 7 ct/kWh
  • Hackschnitzel: ca. 3 ct/kWh
  • Heizöl: ca. 7 ct/kWh
  • Holzpellets: ca. 6 ct/kWh

Wie Sie sehen, liegen Brennstoffe mit einer deutlich besseren CO2-Bilanz preislich mindestens auf demselben, wenn nicht auf niedrigerem Niveau.

Wer nicht mit Brennstoffen heizen möchte, findet mit der Wärmepumpe oder Fotovoltaik eine sinnvolle Ergänzung. Moderne Gas-Hybridheizungen oder Öl-Hybridheizungen bieten den Vorteil, dass sie bewährte und zuverlässige Heiztechnik mit alternativen Energieträgern verknüpfen. So schonen sie endliche Ressourcen, reduzieren CO2-Emissionen und sparen gleichzeitig Heizkosten. Dank attraktiver staatlicher Förderung kann sich der Umstieg auf Energieträger lohnen, die ganz ohne Verbrennung auskommen.

Fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl bilden immer noch ein wichtiges Fundament bei der Erzeugung von Wärmeenergie in Deutschland. Durch den Umstieg auf moderne Brennwerttechnik haben Sie als Hausbesitzer die Möglichkeit, den Brennstoffverbrauch um bis zu 30 Prozent zu senken. Kombinieren Sie Ihre Gas- oder Ölbrennwertheizung mit Solarthermie, Wärmepumpen oder einer Holzheizung, sind Sie für die Zukunft gerüstet und in immer kleinerem Umfang auf fossile Energieträger angewiesen.

Egal ob Sie konventionell mit Gas oder Öl oder mit regenerativen Energien heizen wollen, wir bieten Ihnen die passende Heizung inkl. Installation. Sie haben zudem die Wahl, ob sie die Heizung kaufen oder mieten möchten, zudem profitieren Sie von ausgezeichneten Serviceleistungen. Nutzen Sie jetzt unseren Heizungsplaner und erhalten Sie ein maßgeschneidertes Angebot für Ihr Zuhause.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.