Zuletzt aktualisiert am: 14.04.2020

Pelletspreise – was kosten Pellets?

Pelletheizungen sind eine beliebte und umweltfreundliche Alternative zum Kaminofen oder zur herkömmlichen Öl- oder Gasheizung. Viele Verbraucher fragen sich jedoch vor dem Kauf eines Pelletkessels, was Pellets kosten. Alles Wissenswerte rund um Pelletspreise lesen Sie hier.

Preise für Pellets werden – wie die Preise von jedem Wirtschaftsgut – durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Sobald das Angebot für Holzpellets steigt und die Nachfrage sinkt, sinken auch die Pelletspreise. Steigt jedoch die Nachfrage, erhöhen sich auch die Pelletkosten. Eine typische Preisschwankung bei Holzepellets besteht zwischen der Sommer- und der Heizsaison, wenn im Herbst und Winter die Nachfrage nach Brennstoffen steigt.

Pelletspreise sind zwar nicht an die Ölpreise gekoppelt wie die Gaspreise, dennoch sind die saisonalen Preisschwankungen beim Brennstoff Holzpellet ähnlich.

Der wichtigste Faktor für den Pelletspreis ist die Nachfrage. Doch darüber hinaus bestimmen weitere Faktoren die Preise.

Abnahmemenge: Bei Pellets bestimmt die Abnahmemenge maßgeblich, wie teuer die nächste Pelletlieferung wird. Grundsätzlich gilt: Wenn Sie mehr Pellets kaufen, werden die Kosten im Verhältnis günstiger. Allerdings müssen Sie auch berücksichtigen, dass Sie für die Lagerung von Holzpellets geeignete Lagerkapazitäten benötigen.

Ein Beispiel: Schon bei einem Kauf von zwei statt einer Tonne Holzpellets können Sie je nach Qualität und anderen Faktoren über 60 Euro sparen. Nehmen Sie dem Händler fünf Tonnen ab, sind Einsparungen um bis zu 50 Euro pro Tonne im Vergleich zum Kauf von einer Tonne möglich. Um einen Referenzwert zu haben: Um ein Einfamilienhaus mit Holzpellets zu beheizen, benötigen Sie rund sechs Tonnen Holzpellets pro Jahr. Kaufen Sie gleich sechs Tonnen, können Sie also bis zu 300 Euro pro Jahr einsparen.

Liefergebiet: Bei Pelletspreisen gibt es regionale Unterschiede in Deutschland. In der Regel sind die Preise vor allem im waldreichen Süden, in Bayern und Baden-Württemberg günstiger als z.B. in Norddeutschland. Darüber hinaus spielt es auch eine wichtige Rolle, wie weit die Pelletfabrikation von Ihrem Wohnort entfernt ist. Je länger der Lieferweg wird, desto teurer werden die Pellets.

Wettbewerb: Wenn in Ihrer Region nur wenige Pellethändler aktiv sind, werden die Pelletpreise in der Regel höher sein als in einer Region mit vielen verschiedenen Händlern.

Lieferart: Werden die Pellets eingeblasen oder werden sie als Sackware geliefert? Abhängig von der Lieferform können auch die Kosten variieren. So kann die Lieferung in kleinen Säcken teurer werden als das Einblasen in den Pelletbunker.

Pellet-Qualität: Die Qualität von Holzpellets hat einen entscheidenden Einfluss auf die Kosten. Sind Pellets nicht genormt, sind sie zwar günstiger, aber dafür ist der Heizwert der Pellets nicht vergleichbar. Außerdem brennen die nicht genormten Pellets nicht so gleichmäßig ab. Deshalb ist es immer empfehlenswert, genormte Holzpellets zu kaufen.

Eine zuverlässige Qualität liefern Pellets nach DIN EN 14961-2. Diese Pellets werden hinsichtlich Größe, Heizwert und Schadstoffgehalt genormt. Die beste Qualität innerhalb dieser Norm haben Pellets der Klasse A1. Sie haben einen niedrigen Wasser- und Aschegehalt sowie den höchsten Heizwert. Pellets der Klasse A2 sind günstiger, aber dafür haben sie einen geringeren Heizwert. Ganz praktisch bedeutet das, dass Sie deutlich mehr A2-Pellets benötigen, um den gleichen Heizwert wie mit A1-Pellets zu erzielen. Sie brauchen also mehr Speicherplatz.

Die Norm allein entscheidet noch nicht über die Qualität. Mit EN-Plus und DIN-Plus gibt es zwei Pelletzertifikate, die noch über die Norm hinausgehen. EN-Plus-Pellets sind nicht nur von hoher Qualität, sondern es wird auch sichergestellt, dass die Pellets nachhaltig und fair produziert werden. Darüber hinaus stehen die EN-Plus A1 Pellets für höchste Sicherheit in der Anwendung. Dafür müssen Sie im Vergleich zu anderen Pellets auch etwas mehr bezahlen.

Ein Vorläufer der EN-Plus-Pellets sind DIN-Plus-Pellets.

Zahlungsart: Wenn Sie Pellets bestellen, hängen die Kosten auch von der gewählten Zahlungsart ab. Meist ist die Barzahlung am günstigsten, da die Anbieter dann keine Gebühren an Kartendienstleister bezahlen müssen und den Nachlass an die Kunden weitergeben. Günstiger ist es außerdem, wenn Sie die Summe in einem bezahlen und keine Ratenzahlung wählen.

Wie Sie sehen, ist es wichtig, verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, um die Pelletspreise zu bestimmen.

Wenn Sie Pellets kaufen, sollten Sie vor allem vorher einen Pelletpreisvergleich durchführen. Ähnlich wie beim Bezug von Gas oder Öl finden Sie nur durch einen Vergleich die günstigsten Preise für die von Ihnen gewünschten Brennstoffe.

Achten Sie beim Kauf jedoch auf Folgendes:

  • Sind die Lieferkosten und die Einblaspauschale bereits im Pelletspreis enthalten?
  • Um welche Pelletqualität handelt es sich bei dem Angebot?
  • Haben Sie ausreichend Lagerkapazitäten, um z.B. auch günstigere A2-Pellets zu kaufen?
  • Wollen Sie trotz etwas höherer Kosten lieber den Pellethändler aus der Region unterstützen?

Im Internet gibt es unterschiedliche Preisvergleichsportale für Holzpellets. Sie können aber auch Ihren Heizungsbauer fragen, wo Sie Pellets am günstigsten einkaufen können.

Wo kann ich Pellets kaufen?

In Deutschland gibt es vor allem in Süddeutschland viele Anbieter für Holzpellets. Sie finden diese am einfachsten über Preisvergleichsportale im Internet. Häufig können Sie die Pelletlieferung bereits online bezahlen und sparen sich so eine Abwicklung bei der Anlieferung.

Benötigen Sie nur wenige Pellets für einen kleinen Pelletofen, der gelegentlich beheizt wird, gibt es Holzpellets auch im Baumarkt oder einem Raiffeisen-Handel vor Ort. Gibt es ein Pelletwerk in Ihrer Nähe, können Sie die Holzpellets auch dort abholen. Berücksichtigen Sie aber, dass Sie für eine große Lieferung von mehreren Tonnen einen passenden Transporter benötigen.

Wann sind Pellets Preise günstig und wann sollte ich mein Pelletlager füllen?

Vergleichbar mit dem Kauf von Heizöl sind die Sommermonate am besten geeignet, um Pellets zu kaufen. Denn in dieser Zeit ist die Nachfrage saisonal bedingt am geringsten und die Chance auf günstige Preise ist hoch.

Wie haben sich die Pelletpreise in den letzten Jahren entwickelt?

Die Deutsches Pelletinstitut GmbH erhebt regelmäßig die Brennstoffkosten in Deutschland. Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen wie Heizöl und Erdgas sind Pellets mit durchschnittlich 5,13 Cent pro Kilowattstunde im März 2020 am günstigsten. Der Pelletpreis lag seit 2019 konstant unter 5,5 Cent pro Kilowattstunde. 
Berücksichtigen Sie dabei jedoch, dass es sich um exemplarische Werte handelt und regionale Unterschiede bestehen können.

Im Sommer lohnt es sich, Pellets zu kaufen. Denn dann sind die Preise tendenziell am günstigsten. Um zu sparen, sollten Sie möglichst große Mengen an Pellets bestellen. Aus Gründen der Nachhaltigkeit wählen Sie am besten einen Händler aus Ihrer unmittelbaren Region.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.