Zuletzt aktualisiert am: 24.04.2019

Mit Briketts heizen - ist das zeitgemäß?

Briketts gelten allgemein als Brennstoff von gestern, der vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren für rauchende Schornsteine gesorgt hat. Doch tatsächlich werden Holzbriketts auch heute noch verwendet. Hier haben wir alles Wichtige über diesen Brennstoff für Sie zusammengestellt.

Das Brikett ist ein Brennstoff, der in eine bestimmte Form gepresst wurde. Grundlage für das Brikett kann Holz oder Kohle sein. Die Bezeichnung „Brikett“ hat ihren Ursprung im Französischen. Dort wird der Ziegelstein als „brique“ bezeichnet. Mit diesem hat das Brikett seine Form gemeinsam, in welche verschiedene Brennstoffe gepresst werden. Dieser Prozess wird auch „Brikettierung“ genannt.

Bei der Brikettierung wird Brennmaterial zunächst zerkleinert und anschließend unter Druck in Stücke gepresst. Der Vorteil der Brikettierung besteht darin, dass selbst kleinste Teile eines Festbrennstoffs zu einem Brikett verarbeitet werden können.

Die Herstellung von Briketts ist vergleichbar mit der Produktion von Holzpellets. Allerdings sind Holzpellets deutlich kleiner. Gemeinsam haben sie jedoch, dass das Brennmaterial sehr homogen ist und daher gleichmäßig abbrennt.

Ursprung der Briketts

Mit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert stieg der Energiebedarf. Dampfloks und Dampfmaschinen benötigten leistungsstarke Brennstoffe. Mit Holz allein ließ sich dieser Bedarf nicht mehr decken. Durch die Verdichtung von Festbrennstoffen durch die Brikettierung konnte die Energieleistung gesteigert werden. Gleichzeitig benötigten Briketts deutlich weniger Lagerplatz als Holz.

Nach Torfbriketts wurden später Kohlebriketts hergestellt. Heute werden meist Holzbriketts verwendet.

Briketts gibt es heute in drei gängigen Ausführungen. Wir zeigen Ihnen hier, was diese auszeichnet.

  • Hartholzbriketts: Für die Herstellung dieser Briketts werden Harthölzer von Bäumen wie Eiche, Esche oder Buche verwendet. Der Vorteil von Hartholz besteht in seinem hohen Energiewert. Hartholzbriketts brauchen zwar länger, um sich entzünden zu lassen, dafür ist aber ihr Abbrand deutlich länger als bei Briketts aus Weichholz. Darüber hinaus zeichnen sich Hartholzbriketts durch ein sehr ruhiges Flammenbild und schönes Flammenspiel aus. Empfehlenswert sind Hartholzbriketts immer dann, wenn Sie wenig Holz im Kaminofen nachlegen und von einer langen Wärmeabgabe profitieren wollen.
  • Weichholzbriketts: Wie es der Name schon verrät, werden diese Briketts aus Weichhölzern gepresst. Dazu gehören Tanne, Kiefer oder Kastanie. Weichholzbriketts lassen sich vergleichsweise schnell entzünden und entwickeln schnell viel Wärme. Durch diese hohe Energieleistung brennen diese Briketts auch schneller ab. Im Gegensatz zu Hartholzbriketts ist das Flammenbild unruhiger und flackernder. Wichtig ist, dass die Brennkammer nicht zu dicht mit Weichholzbriketts gefüllt wird, denn diese Briketts dehnen sich beim Abbrennen aus.
  • Braunkohlebriketts: Briketts aus Braunkohle benötigen deutlich länger, bis sie brennen bzw. glühen. Deshalb sollten Sie Braunkohlebriketts am besten immer nur auf bereits vorhandene Glut legen oder viel Anzündholz verwenden. Braunkohle brennt sehr langsam ab und gibt bei einem ruhigen Flammenspiel dementsprechend lange Wärme ab. Diese Briketts eignen sich, wenn Sie nicht oft Holz nachlegen wollen und Ihre zentrale Heizungsanlage zum Beispiel mit einem wasserführenden Heizkessel unterstützen wollen.

ABER: Braunkohlebriketts werden nicht wie Hart- oder Weichholzbriketts aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt. Die Förderung von Braunkohle im Tagebau zerstört langfristig ganze Landstriche. Darüber hinaus setzen Braunkohlebriketts beim Verbrennen sehr viel CO2 frei. Aus ökologischer Sicht sollten Sie deshalb auf die Verwendung von Braunkohlebriketts verzichten.

Kleinere und mittlere Feuerstätten können mit Holzbriketts oder auch Holzkohlebriketts befeuert werden. Dementsprechend können Sie Briketts mit einem Kaminofen, Kachelofen oder Schwedenofen verwenden.

Besonders hoch ist die Energieausbeute, wenn Sie Briketts in einem Holzvergaser verbrennen.

Wichtig: Holzbriketts, vor allem Weichholzbriketts, dehnen sich beim Verbrennen aus. Wird der Brennraum zu voll gemacht, kann er beim Abbrand verstopfen. Legen Sie lieber zunächst nur wenige Briketts auf und beobachten die Ausdehnung. Empfehlenswert kann es außerdem sein, die Holzbriketts vorher zu teilen.

TIPP: So heizen Sie perfekt mit Holzbriketts

Führen Sie beim Anfeuern von Holzbriketts möglichst viel Luft zu, damit die Briketts mit starker Flamme brennen können. Glühen die Briketts schließlich rot, reduzieren Sie die Luftzufuhr auf ein Minimum. Dann können die Briketts lange ausglühen und lange Wärme abgeben.

Vorteile:

  • hohe Energieausbeute
  • lange Brenndauer
  • es muss weniger häufig nachgelegt werden
  • geringerer Platzbedarf zum Lagern als Scheitholz oder Holzpellets
  • verwendbar mit kleinen und mittleren Feuerstätten

Nachteile:

  • Braunkohlebriketts erzeugen viel CO2
  • Flammenbild ist nicht mit Scheitholz vergleichbar

Wenn Sie Holzbriketts kaufen wollen, sollten Sie vor allem auf eine hohe Qualität des Brennstoffs achten. Bei minderwertiger Qualität kann es vorkommen, dass die Briketts beim Transport zerbröseln oder sich nicht stapeln lassen. Darüber hinaus enthalten sehr günstige Briketts meist unerwünschte Beimischungen von Papier oder Tropenhölzern.

Beim Briketts-Kaufen bieten Zertifizierungen wie die ENplus Orientierung. Diese Holzbriketts sind genormt und verfügen dementsprechend über klar definierte Eigenschaften und Größen.

ENplus-Holzbriketts gibt es in zwei Qualitätsstufen, A1 und A2. Diese bestimmen u.a. die Grenzwerte für den Asche- und Wassergehalt, legen den minimalen Heizwert sowie den maximalen Schwefelanteil fest. Holzbriketts nach ENplus in der Qualitätsstufe A1 bieten den höchsten Heizwert.

Wollen Sie für Holzbriketts Preise erfahren, gibt es verschiedene Online-Plattformen, über welche Sie Anbieter finden. Geliefert werden Briketts in Kartons bzw. Paletten. Die Kosten für Holzbriketts beziehen sich bei größeren Abnahmemengen wie bei Scheitholz auf den Raummeter oder Kubikmeter.

Eine Palette mit Holzbriketts wiegt ca. eine Tonne und kostet rund 300 Euro.

Wer Holzbriketts günstig kaufen möchte, sollte Vergleichsportale im Internet nutzen. Allerdings sollten Sie immer genau prüfen, wie hoch die Transportkosten sind. Ökologisch sinnvoll ist es außerdem, bei einem Holzbrikett-Händler aus der näheren Umgebung oder Region zu kaufen.

Wie viel Holzbriketts kosten, hängt grundsätzlich von der Qualität des Brennstoffs ab. Weichholzbriketts sind in der Regel günstiger als Hartholzbriketts. Außerdem können Sie beim Brikett-Kauf sparen, wenn Sie größere Mengen abnehmen. Da Holzbriketts stapelbar und im Gebinde oder im Karton gut im Keller zu lagern sind, bietet sich der Kauf per Palette an.

Briketts sind ein sehr leistungsstarker Brennstoff, der für einen langen Abbrand mit hoher Energieausbeute sorgt. Wer die besonderen Eigenschaften wie längere Entzündungsdauer und Ausdehnung beachtet, kann Kaminöfen oder Holzvergaser sinnvoll mit Briketts befeuern. Allerdings sollten Sie überwiegend Holzbriketts verwenden, da Holzkohle als fossiler Brennstoff aufgrund der negativen CO2-Bilanz nicht mehr zeitgemäß ist.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.