Im Jahr 2022 wurden in Deutschland weit über 200.000 Wärmepumpen verbaut. Damit sind die Absatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent gestiegen. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist im privaten Gebäudesektor weiterhin die beliebteste und gängigste Wärmepumpen-Art. Beinahe 87 Prozent der Eigenheimbesitzer, die sich eine Wärmepumpe anschaffen, entscheiden sich für diese Variante. Da sie in der Regel außerhalb des Hauses aufgestellt wird, spielt der Geräuschpegel dieser Wärmepumpe eine besondere Rolle. Warum das so ist und welche Lautstärke sie maximal erreichen dürfen, erfahren Sie hier.

Wieso sind Wärmepumpen unterschiedlich laut?

Mittels eines technischen Prozesses wandeln Wärmepumpen Umweltenergie aus Luft, Wasser oder Erde in Heizenergie um. Geräusche entstehen bei diesem Vorgang vor allem bei Luft-Wasser-Wärmepumpen, da sie die Außenluft zur Wärmegewinnung nutzen. Diese wird mittels Ventilatoren angesaugt, die in der Außeneinheit der Wärmepumpe verbaut sind. Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen ziehen ihre Energie aus dem Erdreich bzw. dem Grundwasser – also unterirdisch. Daher verursachen sie kaum Geräusche bei der Wärmegewinnung.

Wie laut sind moderne Luftwärmepumpen?

Luft-Wasser-Wärmepumpen – auch Luftwärmepumpen genannt – galten in der Vergangenheit als verhältnismäßig laut und oftmals störend für Nachbarn in dichter besiedelten Wohngebieten. Durch den hohen technologischen Sprung, den Wärmepumpen in den letzten Jahren erlebten, hat sich auch bei der Lautstärke einiges getan. Moderne Wärmepumpen weisen in der Regel Geräuschemissionen von 50 bis 65 Dezibel auf. Diese sinken natürlich, umso weiter man sich von der Wärmepumpe entfernt – bei einem Abstand von drei Metern liegt der Schallpegel meist schon unter 45 Dezibel.

Wie laut darf die Wärmepumpe sein?

Wie laut die Wärmepumpe sein darf, hängt neben der Tageszeit auch vom jeweiligen Gebiet ab, in dem sie steht. In Industriegebieten liegt der maximale Grenzwert dementsprechend höher als in reinen Wohngebieten. In der Verwaltungsvorschrift der Bundesrepublik Deutschland „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ – kurz TA Lärm – sind die Grenzwerte für außenstehende Anlagen genau geregelt:

Gebiet Max. dB(A) Tag Max. dB(A) Nacht
Industriegebiet 70 70
Gewerbegebiet 65 50
Urbanes Wohngebiet 63 45
Reine Wohngebiete 50 35
allg. Wohngebiete 55 40
Misch- u. Dorfgebiete 60 45

Achtung: Wichtig ist hier nicht die tatsächliche Lautstärke der Wärmepumpe, sondern wie viel Dezibel davon beim Nachbarn ankommen.

Eine zentrale Rolle spielt also der Aufstellort der Wärmepumpe. Bei der Aufstellung berücksichtigt wird außerdem noch die Leistung der Wärmepumpe, da der Schallpegel mit der Leistungsfähigkeit steigt.

Der Mindestabstand zum Nachbargrundstück muss in einigen Bundesländern 3 bzw. 2,5 Meter betragen. In den Bundesländern Bremen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland gilt diese Vorschrift seit 2022 nicht mehr. In anderen Regionen sind die Vorschriften zum Mindestabstand rechtlich aktuell nicht abschließend geklärt. Daher ist es immer ratsam, sich vor Anschaffung der Wärmepumpe über die derzeit geltenden Regularien in Ihrer Region hinsichtlich Mindestabstand zum Nachbargrundstück zu informieren.

Schallrechner Wärmepumpe: Die Lärmimmission vor der Installation schätzen

Um die Lautstärke und potenziell notwendigen Abstände zum Nachbargrundstück abschätzen zu können, finden sich online einige Schallrechner für Wärmepumpen. Auch der Bundesverband Wärmepumpe hat einen solchen Schallrechner zur Verfügung gestellt. Dieser ermöglicht die Beurteilung der Lärmimmission von Luft-Wasser-Wärmepumpen gemäß der TA Lärm.

Dort können Eigenheimbesitzer die genauen Voraussetzungen wie Hersteller, Aufstellort oder Lärmschutzmaßnahmen wie z. B. eine Einhausung der Wärmepumpe angeben. Im Ergebnis berechnet der Schallrechenrechner die zu erwartende Lautstärke der Wärmepumpe und gibt an, ob weitere Lärmschutzmaßnahmen oder ein anderer Aufstellort notwendig sind.

Hinweis: Die Ergebnisse dieser Schallrechner für Wärmepumpen basieren auf Prognosen und ersetzen z. B. im Falle eines Nachbarschaftsstreits kein offiziell erstelltes, individuelles Schallgutachten.

Entscheiden Sie sich für die Luft-Wasser-Wärmepumpe von thermondo übernehmen wir alle nötigen Maßnahmen zur Aufstellung Ihrer Wärmepumpe. Die Schallpegelberechnung, die Sie für die Installation benötigen, ist ebenfalls in unserem Service enthalten.

Tipps, um die Lautstärke einer Wärmepumpe zu minimieren

Ändern sich die Gegebenheiten auf Ihrem Grundstück – beispielsweise durch eine neue Überdachung im Aufstellbereich der Wärmepumpe – kann dies Einfluss auf den Schallpegel haben. Damit die Wärmepumpe nicht umgestellt und neu installiert werden muss, gibt es folgende Tipps, um die Lautstärke wieder zu verringern:

  • Wärmepumpe mit Schallschutzhaube: Dabei wird die Wärmepumpe in einem Gehäuse untergebracht. Natürlich muss dieses ausreichend gelüftet und speziell auf die Wärmepumpe zugeschnitten sein. Daher sollten Sie für Ihre Wärmepumpe die Schallschutzhaube bei der jeweiligen Herstellerfirma beziehen. Eine Wärmepumpe mit Schallschutzhaube kann so bis zu 10 dB(A) leiser sein.
  • Wärmepumpe mit Einhausung oder Blattwerk abschirmen: Neben Hecken schlucken auch Rasenflächen viel Lärm und verringern die Lautstärke zum Nachbargrundstück. Auch eine Einhausung für die Wärmepumpe kann helfen. Zur wirkungsvollen Lärmpegelreduzierung können z. B. Schalldämmplatten verwendet werden. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Einhausung der Wärmepumpe die Luftzufuhr nicht beeinflusst bzw. behindert, um einen thermischen Kurzschluss zu vermeiden.
  • Betrieb der Wärmepumpe in der Nacht verringern: Ist ein Puffer- und Warmwasserspeicher vorhanden, kann die Wärmepumpe in der Nacht herunterreguliert werden, was die Lautstärke senkt. Dies kann sich vor allem in reinen Wohngebieten lohnen, in denen in der Nacht maximal 35 dB(A) erlaubt sind.
Tipps um die Lautstärke der Wärmepumpe zu minimieren

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