Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei Minusgraden?
Ein Artikel von Luisa Ney | Zuletzt aktualisiert am: 27.09.2026
Wie funktionieren Wärmepumpen?
Eine Wärmepumpe funktioniert im Winter genauso wie auch bei höheren Temperaturen. Bei sehr niedrigen Temperaturen kommt zusätzlich ein Heizstab zum Einsatz. Für feuchtfrostiges Wetter verfügen Luft-Wasser-Wärmepumpen über eine integrierte Abtaufunktion. Diese sorgt dafür, dass die Außeneinheit nicht einfriert und auch bei Minusgraden einwandfrei funktioniert.
So funktioniert der Kältemittelkreislauf:
- Wärmepumpen entziehen die Energie aus ihrer jeweiligen Wärmequelle – dem Grundwasser, der Umgebungsluft oder dem Erdreich.
- Durch die Aufnahme der Umweltwärme verdampft das Kältemittel im Inneren. Durch den niedrigen Siedepunkt, der bei Propan (R290) bspw. bei –42,1 °C liegt, funktioniert das auch bei extremer Kälte.
- Ein Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel, wodurch die Temperatur weiter erhöht wird.
- Die Hitze des verdichteten Kältemittels wird auf das Heizungswasser übertragen.
Quellen:
Fraunhofer-Institut (2014–2019), WPsmart im Bestand: Wärmepumpenfeldtest – Fokus Bestandsgebäude und smarter Betrieb (zuletzt abgerufen am 01.04.2026)
Besondere Funktionen der Wärmepumpe bei Minusgraden
Vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen, bei denen die Außeneinheit der Witterung ausgesetzt ist, verfügen über eine Heizungsunterstützung:
- Heizstab
Liegen die Temperaturen unter dem sogenannten Bivalenzpunkt, unterstützt ein Heizstab die Wärmepumpe. Dieser funktioniert ähnlich wie ein Tauchsieder im Pufferspeicher, der das Wasser erwärmt und den Strom eins zu eins als Wärme auf das Wasser überträgt. Der Heizstab ist zwar deutlich ineffizienter als die Wärmepumpe, macht jedoch lediglich rund 1,9 % des gesamten Wärmebedarfs im Jahr aus.*
Kurz erklärt: Der Bivalenzpunkt einer Wärmepumpe liegt zwischen –2 °C und –8 °C. An 90 % der Tage im Jahr liegt die Außentemperatur über dem Bivalenzpunkt und die Wärmepumpe heizt ohne zusätzliche Unterstützung.
Die Alternative zum Heizstab wäre eine größere Dimensionierung der Wärmepumpe. Dadurch wäre die Wärmepumpe jedoch die meiste Zeit zu groß ausgelegt. Das führt zum Takten, was den Energieverbrauch deutlich erhöht und zu einem größeren Verschleiß führt.
- Abtaufunktion
Liegen die Außentemperaturen unter dem Gefrierpunkt, kann die Wärmepumpe vereisen. Das ist kein Grund zur Sorge. Sensoren prüfen, ob eine Vereisung vorliegt und aktivieren automatisch die Abtaufunktion.
Bei der elektrischen Abtaufunktion befindet sich ein Heizstab in der Außeneinheit. Der bringt das Eis zum Schmelzen, das über das Entwässerungssystem abfließt.
Bei der Prozessumkehr wird der Kältemittelkreislauf kurzzeitig umgekehrt und die Wärmepumpe entzieht dem Pufferspeicher Wärme. Dadurch wird das Kältemittel erwärmt und die gefrorenen Komponenten tauen auf. Danach wird der Kältemittelkreislauf wieder auf Normalbetrieb umgestellt.
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Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei Minusgraden zuverlässig?
Ja, Wärmepumpen fallen nicht aus oder heizen weniger gut, wenn es draußen sehr kalt ist. Selbst bei sehr niedrigen Außentemperaturen wird das Haus zuverlässig mit Wärme versorgt. Dass auch bei strengen Frost ausreichend Wärme zur Verfügung steht, stellt ein elektrischer Heizstab sicher.
Wärmepumpen verbrauchen lediglich mehr Strom und werden dadurch etwas weniger effizient. In der Regel liefern Erdreich, Grundwasser oder Außenluft aber genug Wärmeenergie, sodass Wärmepumpen auch im Winter größtenteils ohne Heizstab arbeiten.
Gut zu wissen: Im Jahresdurchschnitt werden nur rund ein Viertel elektrische Energie, also Strom, für den Betrieb der Wärmepumpe benötigt. Die übrigen 75 % stammen aus kostenloser Umweltenergie, weshalb der Wirkungsgrad einer Wärmepumpe zwischen ca. 300 und 500 % liegt. Dadurch heizen Wärmepumpen im Durchschnitt rund viermal effizienter als Gasheizungen.
Kann eine Wärmepumpe bei Minusgraden vereisen?
Eine vereiste Wärmepumpe ist im Winter bei Minusgraden normal. Je niedriger die Außentemperatur und je höher die Luftfeuchtigkeit, desto häufiger kann eine Wärmepumpe vereisen. Im regulären Betrieb verfügen Wärmepumpen über eine automatische Abtaufunktion.
Dabei überwachen Sensoren die Differenz zwischen Außentemperatur und Kältemittel. Liegt eine Vereisung vor, kann nicht genügend Luft angesaugt und damit das Kältemittel nicht richtig erwärmt werden.
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Wie effizient ist eine Wärmepumpe bei Minusgraden?
- 0 °C: Bei einer Außentemperatur von 0 °C erzielen moderne Wärmepumpen weiterhin sehr gute Effizienz-Werte. Sie können problemlos ausreichend Wärme aus der Umgebungsluft, dem Grundwasser oder dem Erdreich gewinnen, um Gebäude effizient und sparsam zu beheizen.
- –10 °C: Außentemperaturen von –10 °C verlangen Wärmepumpen etwas mehr Leistung ab. Moderne Anlagen können nach wie vor effizient arbeiten, ohne den Stromverbrauch in die Höhe schnellen zu lassen. In manchen Fällen ist bereits der Einsatz des Heizstabs notwendig. Durch die höhere Leistung, die benötigt wird, steigt dementsprechend der Energieverbrauch leicht an.
- –15 °C: Diese Temperaturen stellen für einige Wärmepumpen eine größere Herausforderung dar. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Ausfallen der Anlage befürchtet werden muss. Bei solchen Temperaturen kommt der elektrische Heizstab häufiger zum Einsatz, was den Stromverbrauch für diesen Zeitraum erhöht.
Wichtig: Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe bei zweistelligen Minusgraden ist nur begrenzt aussagefähig. Für eine korrekte Effizienzermittlung ist vielmehr der durchschnittliche Jahresverbrauch ausschlaggebend.
Sind Wärmepumpen bei Minusgraden Stromfresser?
Nein, Wärmepumpen sind bei fachgerechter Dimensionierung und Installation auch bei Minusgraden keine Stromfresser. Wie bei jedem Heizsystem steigt der Energiebedarf an kalten Wintertagen an. Denn je niedriger die Außentemperatur, desto mehr muss geheizt werden, um die gewünschte Raumtemperatur zu erhalten.
Kurz erklärt: In fast allen Wärmepumpen ist für extrem kalte Tage ein Elektroheizstab verbaut, der bei Minusgraden zum Einsatz kommt. Dieser wandelt Strom eins zu eins in Wärme um und ist daher deutlich ineffizienter als die Wärmepumpe. Aber auch das macht die Wärmepumpe nicht gleich zum Stromfresser. Im Jahresverbrauch macht der Anteil des Heizstabs durchschnittlich lediglich 1,9 % aus.
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe beträgt pro Tag im Winter in einem Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche durchschnittlich 20–35 kWh.
Dass Sie an kalten Wintertagen einen höheren Stromverbrauch haben, als in einer lauen Herbstnacht, ist normal und kein Grund zur Sorge. Ausschlaggebend ist vor allem die Jahresarbeitszahl (JAZ), die als wichtigste Effizienzkennzahl die Effizienz der Wärmepumpe über das ganze Jahr hinweg anzeigt.
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Tipps: Wie Sie bei Minusgraden mit Ihrer Wärmepumpe Strom sparen können
Bei Minusgraden benötigen Wärmepumpen mehr Strom, um die jeweilige Energiequelle auf die notwendige Temperatur zu bringen. So können Sie trotz starker Minusgrade mit Ihrer Wärmepumpe Strom sparen:
1. Den energetischen Zustand des Hauses prüfen lassen
Der energetische Zustand des Hauses ist von großer Bedeutung, wenn es um die Effizienz der Wärmepumpe geht. Ein gut gedämmtes Haus sowie die Verwendung passender Heizkörper sparen Strom und damit auch Betriebskosten. Ist Ihr Wärmebedarf sehr hoch und liegt bei über 200 kWh/m² im Jahr, sollten Sie unabhängig vom Heizsystem Ihr Gebäude sanieren.
Das bestätigt auch Dr. Marek Miara, Koordinator Wärmepumpen beim Fraunhofer-Institut, im thermondo-talk zur Wärmepumpe im Bestand:
Wenn ein Haus mehr als 200 kWh/m² im Jahr Wärmeenergie oder eine höhere Vorlauftemperatur als 75 °C oder 70 °C braucht, dann ist nicht mit der Heizungstechnologie etwas nicht in Ordnung, sondern mit dem Haus. Und diese Häuser müssen sowieso entweder ganz anders beheizt werden oder zuerst saniert werden.
Dr. Marek Miara
Fraunhofer ISE
Koordinator Wärmepumpen
2. Wärmepumpe mit Photovoltaik & Energiemanagement kombinieren
Eine weitere Möglichkeit ist es, den Strom für die Wärmepumpe selbst herzustellen. Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik macht das möglich. Mit dieser Kombination können Sie nicht nur sehr viel Betriebskosten einsparen, sondern sich auch unabhängig ggü. steigender Strompreise machen.
Gut zu wissen: Wenn Sie zusätzlich einen Stromspeicher verwenden, der den produzierten und nicht benötigten Strom zwischenspeichert, können Sie Ihren Autarkiegrad noch weiter erhöhen. Wird der Wärmepumpenbetrieb von einem intelligenten Energiemanager optimiert, kann der Autarkiegrad Ihres Hauses sogar bis zu 70 % betragen.
Fazit: Wärmepumpen funktionieren auch bei Minusgraden noch sehr gut
Wärmepumpen haben auch bei zweistelligen Minusgraden kein Problem damit, Ihr Haus ordentlich aufzuheizen. Ein Ausfall ist auch bei sehr niedrigen Temperaturen ausgeschlossen.
Lediglich der Stromverbrauch kann bei extremer Kälte steigen. Doch auch in diesem Fall können Sie mit passenden Heizkörpern und einer guten Dämmung gegensteuern. So gibt es auch nach besonders kalten Winterperioden keine böse Überraschung.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Wärmepumpe bei Minusgraden
Nein. Zwar steigt der Stromverbrauch bei zweistelligen Minusgraden an, da der Temperaturunterschied größer ist, aber dies betrifft nur wenige Tage im Jahr. Ausschlaggebend ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Da der elektrische Heizstab im Schnitt nur 2 % der Betriebszeit läuft, bleibt die Wärmepumpe auch im Winter wirtschaftlich und ist keine Kostenfalle.
Nein, eine Wärmepumpe funktioniert auch mit normalen Heizkörpern effizient, sofern das Haus eine gewisse Grunddämmung aufweist (z. B. Fenster, Türen, Fassade). Wichtig ist, die Vorlauftemperaturen der Wärmepumpe so niedrig wie möglich zu halten – das gelingt auch im Altbau oft ohne Komplettsanierung.
Auch dann heizt die Anlage weiter. Bei etwa –15 °C muss der elektrische Heizstab häufiger unterstützen, um die gewünschte Vorlauftemperatur zu erreichen. Sehr leistungsstarke Modelle schaffen es aber selbst bei diesen Temperaturen oft noch ohne Heizstab. Die automatische Abtaufunktion verhindert zudem, dass die Außeneinheit vereist.
Ja, absolut. Wer mittels Photovoltaik den Strom für den Betrieb der Wärmepumpe selbst produziert, senkt seine Betriebskosten massiv und macht sich unabhängig von Strompreisen. Mit einem Stromspeicher kann ein solcher Autarkiegrad von bis zu 70 % erreicht werden.
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Hat alles super geklappt, man hat sich sofort um alles gekümmert. So wie es sein soll. Tolle Erfahrung, kann ich nur empfehlen. Nette Monteure.
Ralph Kirchheim
22.10.2026
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Gut geplante Installation bei allen 3 Schritten: Fundamentarbeiten, Elektronische Arbeiten und Demontage und Installation der Heizung bzw. der Wärmepumpe. Monteure alle kompetent, zuverlässig und freundlich. Der Kundenberater ist ebenfalls als kompetent und freundlich zu bewerten. Spannend wird nun wie die Betreuung in der Zukunft aussieht falls ein Problem aufgetreten ist. Lassen wir uns überraschen.
HANS-JOACHIM PFEUFFER
21.10.2026
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Thermondo hat sich um alles gekümmert. Die Mitarbeiter waren sehr freundlich und kompetent. Die Installation erfolgte problemlos.
Dieter Schütte
21.10.2026
Heizungswechsel gut ausgeführt
Der von Thermondo organisierte Demontagebetrieb für die Entfernung unserer Öltanks war 1A. Die Entfernung erfolgte rückstandslos. Die beteiligten Montageteams von Thermondo (Elektro, Fundament/Hauswand und Installation) erledigten ihre Gewerke gemäß ihren Vorgaben professionell. Das Gesamtergebnis kann sich sehen lassen. Wenn ein anberaumtes Gewerk an einem bestimmten Tag nicht termingerecht begonnen wird, darf man sich nicht nervös machen lassen, das hat dann meist seinen Grund ( so bei uns). Es wird übrigens bei Ankündigung der Termine darauf hingewiesen, das es zu Verschiebungen kommen kann. Der betreffende Handwerker kam am nächsten Tag und wurde auch zum vorgesehenen Zeitpunkt fertig. Der Abschluss der Arbeiten erfolgte jedenfalls termingerecht.
Angeloberto Eremito
20.10.2026
Installation der Wärmepumpe
Die Installation wurde schnell und ordentlich durchgeführt. Die Mitarbeiter waren kompetent und freundlich.
H. Popp
20.10.2026
Kundenorientierung, Termintreue, Ausführungsqualität
Termintreue, Ausführungsqualität und Freundlichkeit des Personals sind sehr überzeugend und vorbildlich. Ein besonderer Dank gilt auch dem Vertrieb für seine kundenorientierte Beratung, seine Geduld und sein Verständnis für unsere Fragen und Belange - speziell ist hier Herr Tiryaki gemeint!
Robert Bitz
19.10.2026
Sehr zu empfehlen was Beratung, Planung und Kommunikation betrifft!
Wir sind derzeit noch in der Planungs- und Datenaufnahmephase mit Thermondo. Bis jetzt ist nur Positives zu berichten. Der Berater ist sehr nett, nimmt sich Zeit, erklärt alles und meldet sich umgehend zurück, sollte er bei einer Kontaktaufnahme mal nicht erreichbar sein. Wir sind gespannt, wie es weitergeht. Aber bis dato ist Thermondo, auch vom Preis-Leistungsverhältnis her gesehen, sehr zu empfehlen.
Andreas
18.10.2026
Begeistert
Bereits das Erstgespräch war sehr angenehm und informativ. Sehr gut fanden wir, daß nach der telefonischen Akquise unmittelbar ein persönliches Treffen mit einem Vertriebsmitarbeiter von Thermondo an der Installationsadresse stattfand und uns durch Herrn Stietzel alle wichtigen Informationen zur Wärmepumpe und PV-Anlage erklärt wurden. Das nachfolgende Angebot, welches wir kurz darauf bestätigt haben, entsprach exakt den besprochenen Inhalten. Besonders wichtig fanden wir für uns, daß die Planung und Installation der Wärmepumpe und PV-Anlage aus einer Hand erfolgen wird und damit die Abstimmung beider Komponenten auf den Bedarf im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten gewährleistet ist. Wir sind bis zum jetzigen Zeitpunkt mit sämtlichen Abläufen sehr zufrieden, fühlen uns sehr gut betreut und freuen uns nun, nach der Feinplanung durch Thermondo, auf die Ausführung der beiden Projekte.
Jochen
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Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.
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