Mit der Hilfe eines Energieberaters können Haushalte oder Unternehmen aufdecken, wo und wie sie in ihrem Gebäude Energie einsparen können. Auch vor einem Heizungswechsel von einem älteren Heizsystem auf eine Wärmepumpe können Sie sich von einem Energie­effizienz-Experten beraten lassen. Hier erfahren Sie, mit welchen Energieberater-Kosten Sie rechnen müssen und wie Sie einen seriösen Anbieter finden.

Was macht ein Energieberater?

Professionelle Energieberater helfen dabei, Immobilien nachhaltiger zu gestalten. So kann eine Energieberatung zum Beispiel beim Neubau als Baubegleitung mit einbezogen werden, um ein Niedrigenergiehaus zu gestalten. Ebenso können Energieberater eine Bestandsimmobilie analysieren und dadurch mögliches Energiesparpotenzial aufdecken. Dies lohnt sich vor allem dann, wenn Sie auf ein modernes und effizientes Heizsystem wie die Wärmepumpe wechseln möchten. Dabei kann ein Energieberater einschätzen, ob die Installation einer Wärmepumpe energetisch und ökologisch sinnvoll ist und welche Wärmepumpenart für Sie infrage kommt.

Obwohl es immer modernere Heiz- und Dämmsysteme gibt, existieren in Deutschland noch viele Gebäude, die ihr Energiesparpotenzial kaum oder gar nicht ausnutzen. Dies gilt vor allem für die Immobilien, die älteren Baujahrs sind und bis dato noch nicht energetisch saniert wurden. Ein Energieberater für Wärmepumpen kann in diesem Fall z. B. feststellen, ob Ihr Haus mit einer Wärmepumpe heizen kann. In den meisten Fällen sind keine aufwändigen Sanierungsmaßnahmen erforderlich. So könne aber Schwachstellen aufgezeigt werden, die vor der Installation behoben werden müssen.

Was kostet die Beratung durch einen Energieberater?

Wie viel ein Energieberater kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielen zum einen die Größe des zu analysierenden Gebäudes und zum anderen die beauftragte Leistung eine Rolle. Darüber hinaus können Sie Ihren Eigenanteil senken, indem Sie einen Energieberater mit BAFA- oder KfW-Förderung in Anspruch nehmen.

Mögliche Richtwerte ohne Förderung sind:

  • Eine durchschnittliche Energieberatung kostet bei einem Einfamilienhaus ca. 1.000 Euro
  • Zusatzleistungen wie z. B. die Erstellung eines Energieausweises oder Thermografie-Aufnahmen erhöhen die Energieberater-Kosten pro Leistung um 300 bis 700 Euro
  • Ein individueller Sanierungsfahrplan oder ein umfassendes Sanierungskonzept können 1.700 bis 2.000 Euro kosten

Bevor Sie einen Energieberater beauftragen, erfragen Sie am besten als Erstes die Qualifikationen. So können Sie direkt feststellen, ob der gewählte Energieberater mit ihrem gewünschten Teilgebiet vertraut ist. Lassen Sie sich zudem immer erst ein Angebot mit einem Kostenvoranschlag geben. Denn der veranschlagte Stundensatz kann von Anbieter zu Anbieter variieren. Hinzu kommen Kosten für Material oder die Anfahrt.

Tipp: Um für einen Energieberater die Kosten zu senken, können Sie seine Dienste nur für eine spezielle Fragestellung in Anspruch nehmen. Dann könnte sich zum Beispiel eine stundengenaue Abrechnung eher lohnen als ein Komplettpaket.

Energieberater Kosten: Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Energieberater-Kosten fördern zu lassen oder einen Zuschuss für eine Beratung zu erhalten:

  • Verbraucherzentrale

Über die Verbraucherzentralen können Sie auf die Expertise von über 500 professionellen und seriösen Energieberatern zurückgreifen. Die Beratung wird von den Verbraucherzentralen vermittelt und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziell unterstützt.

Die Bandbreite der Beratungsmöglichkeiten ist groß. So können Sie als Verbraucher zum Beispiel eine kostenlose Telefon- oder Onlineberatung zu einzelnen Fragen zum Energiesparen im Haushalt nutzen. Auch eine Beratung in einer Filiale der Verbraucherzentrale kostet Sie nichts. Kommt ein Energieberater zu Ihnen nach Hause, können Sie mit max. 30 Euro pro Besuch rechnen.

  • KfW

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Energieberater im Rahmen des Wohngebäude-Kredits. Finanzieren Sie die energetische Sanierung und planen die Beratung eines Energie­effizienz-Experten, erhalten Sie einen extra Zuschuss. Möchten Sie für die Baubegleitung Ihres Neubaus einen Energieberater beauftragen, sind die Kosten bereits im Kredit enthalten.

Damit die Energieberater-Kosten von der KfW mit gefördert werden, ist es eine Voraussetzung, dass das Gebäude nach den Sanierungsmaßnahmen oder dem Bau Effizienzhaus-Stufe 85 oder besser erreicht. Zudem muss der gewählte Energieberater in der Expertenliste des Bundes mit dieser Dienstleistung geführt werden.

Gut zu wissen: Im Zuge der anstehenden Änderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurden die Details des Kredits für energieeffizientes Sanieren neu erarbeitet und an die neuen Förderrichtlinien angepasst. Der Kredit 431, bei dem speziell Fördermittel für eine Baubegleitung durch einen Energieberater beantragt werden konnten, wurde eingestellt.

  • BAFA

Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet für die Energieberatung Fördergelder von bis zu 80 Prozent des förderfähigen Beratungshonorars. Dieser beträgt bei Ein- oder Zweifamilienhäusern max. 1.300 Euro, bei Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten maximal 1.700 Euro. Mit bis zu 500 Euro können auch Beratungsberichte gefördert werden, die von einem Energie­effizienz-Experten erstellt werden.

Damit Sie diese Förderung nutzen können, muss der Energieberater aus der Expertenliste des Bundes gewählt werden und der Bauantrag Ihr Hauses mindestens 10 Jahre zurückliegen. Darüber hinaus muss das Gebäude überwiegend privat zum Wohnen genutzt oder geplant sein.

Informationen zu Fördermöglichkeiten gem. dem neuen Heizungsgesetz

  • KfW
    Mit der Anpassung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wechselte die Administration der Förderprogramme zur KfW (ehem. BAFA). Die Förderung startet stufenweise und die Anträge können voraussichtlich ab dem 27. Februar 2024 gestellt werden.
  • BAFA
    Mit der Urteilsverkündung des Bundesverfassungsgerichts am 15. November 2023 hat das Bundesfinanzministerium eine sofortige Haushaltssperre verfügt. Demnach dürfen aktuell keine neuen finanziellen Zusagen getätigt werden, die mit Zahlungen für die Jahre ab 2024 verbunden sind. Entsprechend erfolgen derzeit keine Bewilligungen neuer Vorhaben. Maßnahmen zu bereits erfolgten Förderzusagen können weiterverfolgt werden.

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Welche Leistungen übernimmt der Energieberater?

Eine professionelle Energieberatung zielt grundsätzlich auf eine höhere Energieeffizienz von Gebäuden ab. Zu diesem Zweck begutachtet und analysiert ein Energieberater das betreffende Gebäude sowie das vorhandene Heizsystem vor Ort. Auf der Basis dieser Analyse kann dann abhängig vom Bedarf des Eigentümers ein kompletter Sanierungsfahrplan oder nur ein Bericht erstellt werden.

Der Energieberater prüft vor allem folgende Bereiche:

  • Dämmung: Mithilfe von Wärmebildkameras kann ein Energieberater zum Beispiel ermitteln, wie gut Wände oder Dächer isoliert sind. Die Kameras zeigen deutlich an, wo große Wärmeverluste entstehen, die in der Heizperiode für unnötige Emissionen und Kosten sorgen.
  • Fenster: Energieberater prüfen auch, wie dicht schließend Fenster sind und ob bereits automatisierte Lüftungsvorrichtungen vorhanden sind. Ebenso wird kontrolliert, ob zum Beispiel eine Doppel- oder Einfachverglasung verwendet wird.
  • Heiztechnik: Eine zentrale Rolle bei der Energieberatung spielt selbstverständlich das vorhandene Heizsystem bzw. System zur Warmwassererzeugung. Dabei wird nicht nur die Energieeffizienz des aktuellen Systems geprüft. Interessieren Sie sich für ein modernes Heizsystem wie eine Wärmepumpe, überprüft der Energieberater, ob Ihr Gebäude alle Voraussetzungen erfüllt oder noch Schwachstellen aufweist.
  • Bausubstanz: Handelt es sich um einen Altbau oder Neubau? Gibt es eine Unterkellerung? Wie wurde gebaut? Diese und andere Fragen werden bezüglich der Bausubstanz geklärt.

Im Rahmen der Vor-Ort-Begehung kann der Energieberater umfangreiche Berechnungen zum Wärmeverlust oder zu möglichen Wärmebrücken erstellen. Diese Daten fließen letztlich in ein gesamtes Energiekonzept für das Gebäude ein.

Gut zu wissen: Bei einem Heizungswechsel war ein Energieberater bis August 2022 Pflicht, wenn Sie eine Förderung für Ihre Heizung erhalten wollten. Das ist nicht mehr der Fall. Um die maximale Wärmepumpen-Förderung von 40 Prozent zu erhalten, ist kein vom Energieberater erstellter Sanierungsfahrplan mehr notwendig. Führen Sie den Heizungswechsel mit thermondo durch, unterstützen wir Sie bei der Beantragung der Fördermittel. So erhalten Sie das Maximum an Förderung für Ihre Heizungsmodernisierung.

Neben diesen Arbeiten kann ein Energieberater folgende Leistungen übernehmen:

  • Beratung im Rahmen von energieeffizientem Bauen
  • Erstellen von Sanierungskonzepten
  • Thermografische Aufnahmen
  • Baubegleitung
  • energetische Fachplanung
  • Ausstellung eines Energieausweises

So kann eine Energieberatung ablaufen:

Zunächst wird ein Termin mit einem Energieberater vereinbart. Am Termin prüft der Energieberater die Dämmung, danach die Fenster und Türen. Für den Ersteindruck fließt auch der Zustand des gesamten Lüftungskonzepts mit ein. Im zweiten Schritt wird das Heizsystem überprüft. Hier spielen sowohl die Technik als auch der Zustand eine wichtige Rolle. Möchten Sie auf ein Heizsystem wie die Wärmepumpe wechseln, kann der Energieberater prüfen, ob Ihr Gebäude für den Umstieg geeignet ist.

Abschließend erstellt der Energieberater einen Bericht. In einem weiteren Termin kann der Energieberater konkrete Sanierungsmaßnahmen oder Optimierungen bestehender Dämmungen oder Heizungs-/Lüftungsanlagen geben.

Mehr zum Thema Energieberater und Sanierungsfahrplan

Wie finde ich einen seriösen Energieberater?

Wer nicht vom Fach ist, kann bei den vielfältigen Angeboten rund um die „Energieberatung“ leicht an eine falsche Adresse geraten. Denn ähnlich wie die Bezeichnung „Therapeut“ ist auch der Begriff „Energieberater“ gesetzlich nicht geschützt. Durch mangelnde Weiterbildungen und fehlende Schulungen werden Hausbesitzer vor allem im Bereich Wärmepumpe von Energieberatern häufig nicht fachkundig beraten.

Aufgrund dieser eher undurchsichtigen Marktlage werden qualifizierte und seriöse Energieberater von der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) zum Förderprogramm zugelassen. Diese werden auf der eigens vom Bund eingerichteten eine Website Energie-Effizienz-Experten.de gelistet. Alternativ können Sie auch Ihre lokale, öffentliche Verwaltung aufsuchen. Dort erhalten Sie ebenfalls Adressen mit seriösen Energieberatern.

Die Website des Bundes hingegen bietet nicht nur Kontaktdaten für fachkundige Energieexperten, sondern zeigt auch die sogenannten KfW Energieberater oder BAFA Energieberater an. Dabei handelt es sich um die Experten, die nötig sind, damit eine Energieberatung überhaupt durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert werden kann.

Wer als Energieberater auf der Liste des Bundes geführt werden möchte, muss bestimmte Qualifikationen besitzen:

  • Belege und Nachweise einer ausreichenden Qualifikation für eine professionelle Energieberatung
  • Nachweise über regelmäßige Fortbildungen für jedes Teilgebiet, in welchem die Experten als Energieberater tätig sein wollen, zum Beispiel als Energieberater für Wärmepumpen
  • Praxisnachweise über bereits erfolgreich durchgeführte Energieberatungen
  • Nachweise über regelmäßige Kontrollen durch Experten des Bundes

Egal, ob Sie nicht unbedingt auf eine Förderung der Energieberatung angewiesen sind oder eine solche wünschen – Sie sollten vor der Beauftragung eines Energieberaters darauf achten, ob der gewünschte Experte Mitglieder einer dieser Vereinigungen ist:

  • Berufsfachverband für das Sachverständigen- und Gutachterwesen
  • Deutsche Sachverständigen Gesellschaft
  • Sachverständiger bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft u. Ernährung (BLE)

Fazit: Lohnt sich ein Energieberater?

Energieberater erfüllen eine wichtige Aufgabe, wenn es um energieeffizientes Bauen, Heizen und Lüften geht. Sie helfen Ihnen nicht nur dabei, Energie- und Heizkosten zu senken, sondern auch nachhaltiger zu heizen.

Mit der passenden Förderung können Sie die Energieberater-Kosten senken. Lassen Sie sich von Ihrem Energieberater am besten durchrechnen, welches Einsparpotential durch die energetische Sanierung bzw. das energetische Bauen besteht.

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Luisa, Expertin für Photovoltaik Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.