aus 0 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 24.04.2019

Konvektor – Ratgeber und Informationen

Konvektoren bieten sich als Ergänzung zu bestehenden Heizungsanlagen oder zum schnellen Aufheizen von Räumen an. In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr zur Funktionsweise sowie zu Vor- und Nachteilen dieser Heizsysteme.

Bei einem Konvektor handelt es sich um eine elektrisch betriebene Heizung. Sobald sie eingeschaltet wird, erzeugt sie direkte Wärme, die über ein Gebläse per Konvektion an die Umgebungsluft abgegeben wird. Konvektoren gibt es als mobile Heizgeräte oder als elektrische Direktheizkörper für die Wand- und Bodenmontage. Für den Betrieb eines Konvektors reicht ein Stromanschluss aus. Heizungsrohre wie bei einer wasserbetriebenen Heizungsanlage sind nicht erforderlich.

Im Gehäuse eines Konvektors befinden sich Heizdrähte, die mit Strom erhitzt werden. Der Konvektor saugt nun Luft an, die über diese Heizdrähte geführt wird. Dabei wird die Luft erwärmt und mit Hilfe eines Gebläses in den Aufstellort abgeführt. Abhängig vom Modell wird die Warmluft nach oben oder direkt in den Raum hineingeblasen. Es gibt auch Konvektoren ohne Ventilatoren. Sie nutzen die natürliche physikalische Eigenschaft von Luft, nach dem Erwärmen aufzusteigen.

Konvektoren gibt es in unterschiedlichen Bauarten. Je nach Einsatzzweck können Sie sich für eines folgender Produkte entscheiden:

  • Unterflurkonvektor oder Fußbodenkonvektor: Diese Konvektoren werden im Boden verbaut und überwiegend vor großen Fensterfronten eingesetzt. Dort schirmen sie den Raum vor kalter Luft ab. Fußbodenkonvektoren werden üblicherweise über die gesamte Breite des bodentiefen Fensters installiert.
  • wandhängende Konvektoren: In Badezimmern oder anderen Räumen können Konvektoren an der Wand befestigt werden. Da nur ein Stromanschluss erforderlich ist, kann die Montage grundsätzlich an jeder Wand erfolgen. Allerdings sollte beim Aufbau die Luftströmung berücksichtigt werden, damit die Konvektionswärme bestmöglich in den Raum strömen kann.
  • mobile Konvektoren: Diese Geräte sind als Zusatzheizung oder flexible Heizgeräte geeignet. Sie verfügen über Rollen und können dort aufgestellt werden, wo schnell Wärme benötigt wird.

Konvektoren im Badezimmer

Werden Konvektoren in Badezimmern oder in Räumen installiert, wo die Gefahr von Spritzwasser droht, sollten die Geräte mindestens die Schutzklasse IP44 aufweisen. Dann ist der Konvektor gegen Spritzwasser aus allen Richtungen sowie gegen eindringende Fremdkörper ab einem Millimeter geschützt.

Da Konvektoren mit Strom betrieben werden, eignen sich diese Direktheizgeräte nicht für das Heizen großer Räume. Im Dauerbetrieb würden sich Konvektoren durch die höheren Stromkosten im Vergleich zu anderen Heizungslösungen nicht mehr lohnen. Dies gilt umso mehr, wenn die Räume über keine Wärmedämmung verfügen.

  • Häufig werden Unterflurkonvektoren vor großen Fensterfronten eingesetzt, um mit einem warmen Luftstrom zu verhindern, dass kalte Luft über die Fensterflächen in den Raum gelangt. Die Konvektoren bilden somit eine Art Barriere.
  • Ein mobiler Konvektor ist immer dann geeignet, wenn temporär schnell Wärme benötigt wird, zum Beispiel an einem unbeheizten Arbeitsplatz oder in einem Gästezimmer, in welchem keine Heizkörper installiert sind.
  • Fest installierte Konvektoren können sich zum Beispiel fürs Badezimmer eignen. Dort wird die Heizung üblicherweise nicht den ganzen Tag, sondern nur während des Aufenthalts im Bad benötigt.
  • Praktisch kann ein Konvektor in Ferienhäusern in wärmeren Regionen sein, wo kalte Winter nicht üblich sind. Sollte es an ein paar Tagen im Jahr dennoch kälter sein, können die Konvektoren temporär für Wärme sorgen.
  • Denkbar ist der Einsatz von Konvektoren auch in Niedrigenergiehäusern zur Unterstützung bestehender Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen. Reicht die Leistung der Wärmepumpe oder PV-Anlage im Winter nicht aus, kann ein Konvektor zeitweise für Abhilfe sorgen. Wird zudem Strom über Solarzellen selbst erzeugt, wirkt sich der Betrieb von Konvektoren nicht so negativ auf die Stromrechnung aus.

Welche anderen Heizkörper-Typen gibt es? Lesen Sie hier mehr:

Konvektoren unterscheiden sich deutlich von herkömmlichen Heizkörpern.

Konvektor Radiator
heizt Räume indirekt über Konvektionswärme auf erzeugt Konvektions- und Strahlungswärme und heizt somit auch direkt
warme Luft steigt zunächst auf und sinkt dann ab warme Luft kann gleichmäßiger im Raum verteilt werden
Wärme wird erzeugt und von einem Gebläse an die Luft abgegeben Wärme wird direkt ohne Gebläse über die Heizkörper an die Luft oder umgebende Körper abgegeben

Konvektoren haben wie alle Heizungstypen nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile. Wir stellen für Sie die Pros und Contras gegenüber:

Vorteile:

  • Konvektoren brauchen keine lange Vorlaufzeit und können sofort Wärme erzeugen und abgeben.
  • Die Anschaffungskosten für Konvektoren sind niedrig.
  • Mobile Konvektoren lassen sich einfach transportieren und sind flexibel einsetzbar.
  • Konvektoren lassen sich schnell installieren. Für den Betrieb wird lediglich ein Stromanschluss benötigt.

Nachteile:

  • Im längeren Betrieb sind Konvektoren teuer, weil sie bei hoher Leistung viel Strom benötigen.
  • Die erzeugte Konvektionswärme kann die Luft schnell austrocknen.
  • Durch die Konvektion entsteht ein Luftstrom, der Staub aufwirbeln kann. Für Allergiker sind Konvektoren deshalb nur bedingt geeignet.
  • Die durch diese Heizung entstehende Luftzirkulation kann unangenehm sein.
  • Das Betriebsgeräusch des im Konvektor verbauten Ventilators kann störend wirken.

Günstige mobile Konvektoren sind schon für weniger als 100 Euro im Fachhandel oder Online-Shops erhältlich. Auch für fest installierte Wandgeräte müssen Verbraucher im Vergleich zu herkömmlichen Heizkörpern oftmals weniger bezahlen.

Wer einen Konvektor kaufen möchte, sollte aber vor allem den Stromverbrauch im Blick haben. Wird das Gerät nämlich im Dauerbetrieb eingesetzt, können die Stromkosten deutlich steigen.

Ein Rechenbeispiel:

Wird ein Konvektor mit einer Leistung von 1.000 Watt acht Stunden am Tag eingesetzt, verbrauchen Sie acht Kilowattstunden Strom pro Tag mit dieser Heizung. Bei einem Strompreis von rund 30 Cent pro Kilowattstunde wären das Heizkosten von 2,40 Euro pro Tag. Läuft der Konvektor monatlich 10 Tage, müssten Sie mit 24 Euro an Mehrkosten rechnen. Hochgerechnet auf ein Jahr würde dieser Konvektor bei dem im Beispiel angegebenen Verbrauch 288 Euro an Stromkosten verursachen.

Lesen Sie mehr darüber, was Sie beim Kauf eines Heizkörpers beachten müssen.

Fazit

Mit einem mobilen Konvektor können Sie flexibel von direkter Heizungswärme profitieren. Diese Geräte bieten sich für die temporäre Wärmeerzeugung an und überzeugen durch sehr geringe Anschaffungskosten. Für die Dauernutzung sollten Sie jedoch auf andere Heizkörper bzw. Heizsysteme setzen.

Eine Ausnahme bilden Konvektoren vor großen Fensterfronten. Sie können eine bestehende Heizungsanlage in der kalten Jahreszeit sinnvoll ergänzen. Doch auch an dieser Stelle sollten sich Hausbesitzer fragen, ob eine moderne Wärmedämmung in Kombination mit einer effizienten Heizungsanlage langfristig nicht nur günstiger, sondern auch ökologisch sinnvoller wäre. Darüber hinaus sorgen andere Heizungssysteme, die nicht überwiegend Konvektionswärme erzeugen, für ein deutlich angenehmeres Raumklima.

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