Zuletzt aktualisiert am: 13.10.2021

KfW Effizienzhaus 55: So kommen Sie zur Förderung

Durch eine effiziente Gebäudedämmung in Kombination mit einem modernen Heizsystem lassen sich viel Heizenergie und somit Heizkosten und Emissionen einsparen. Mit einem KfW Effizienzhaus 55 ist das realisierbar. Wir zeigen Ihnen, wie Sie zur Förderung kommen.

Als KfW Effizienzhaus 55 werden Gebäude bezeichnet, die sich durch einen niedrigen Primärenergieverbrauch auszeichnen. Sie werden nach einem von der Kreditanstalt für Wiederaufbau entwickelten Standard umgesetzt.

Es gibt verschiedene KfW Effizienzhäuser, wobei sich ein KfW 55 Haus dadurch auszeichnet, dass es nur 55 Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes verbraucht. Definiert wird dies durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Der KfW-Effizienzhausstandard lässt sich sowohl mit einem Neubau als auch durch eine energetische Sanierung erzielen und wird staatlich gefördert.

Damit ein Gebäude den Effizienzhausstandard 55 der KfW erfüllt, muss es folgende Bedingungen erfüllen:

  • Der Primärenergiebedarf muss um 45 Prozent unter dem Primärenergiebedarf eines Neubaus sein, der nach den Vorgaben des GEG errichtet wird. Der Primärenergiebedarf drückt aus, wie viel Energie ein Gebäude benötigt, damit es beheizt und mit Warmwasser versorgt werden kann. Wie hoch der Primärenergiebedarf ist, hängt u.a. vom Heizsystem, der Dämmung und den Energieträgern ab.
  • Der Transmissionswärmeverlust in einem KfW-Haus 55 muss 30 Prozent geringer als bei einem GEG-Referenzhaus sein. Hier kommt es vor allem auf die Dämmung an.

Um die Anforderungen zu erfüllen, spielen verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle. Hierzu zählt u.a. wie luftdicht die Gebäudehülle ist, wie gut Wärme zurückgewonnen wird und wie effizient die Heizungsanlage arbeitet.

Der KfW-55-Standard kann sowohl im Bestand als auch im Neubau durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

  • Heizungstausch: Durch den Austausch alter Öl- oder Gasheizungen lässt sich der Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken.
  • Einbindung erneuerbarer Energien: Durch Wärmepumpen oder Solarthermie kann die Energieerzeugung CO2-neutral erfolgen.
  • Verwendung von mehrfach verglasten Fenstern: Durch die Mehrfachverglasung lassen sich Wärmeverluste um bis zu 20 Prozent senken.
  • Dämmung der Außenwände/des Daches: Durch eine Wärmedämmung kann die Wärmeabgabe deutlich gesenkt werden.
  • Nutzung alternativer Energieerzeuger: Eine Wärmepumpe oder Solarthermieanlage kann den Verbrauch an Primärenergie deutlich senken.
  • Installation eines Lüftungssystems mit Wärmerückgewinnung: Durch die Wärmerückgewinnung wird die Wärmeenergie der verbrauchten Raumluft nochmals genutzt.

Für die Realisierung eines KfW-55-Hauses reicht nie eine Maßnahme allein, sondern es ist immer die Kombination aus unterschiedlichen Maßnahmen zur Energieeinsparung, die zum Ziel führen. Energieexperten entwickeln für jedes Gebäude eine individuelle Lösung bzw. maßgeschneiderte Sanierungsfahrpläne.

Bis zum 30. Juni 2021 können Bauherren das Förderprogramm 153 „Energieeffizientes Bauen“ für den Neubau eines KfW-55-Hauses beantragen.

Der Höchstförderbetrag liegt bei 120.000 Euro pro Wohneinheit zu einem Zins von rund 0,8 Prozent bei einer Laufzeit von vier bis 30 Jahren. Außerdem kann ein Tilgungszuschuss von bis zu 5.000 Euro bei der KfW beantragt werden.

Ab dem 1. Juli 2021 gilt die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Dann wird der Kredit auch über die KfW abgewickelt. Allerdings ändern sich die Förderkonditionen.

Hausbauer können für das Effizienzhaus 55 bis zu 120.000 Euro Förderkredit pro Wohneinheit beantragen. Vom Kredit werden 15 Prozent als Tilgungszuschuss, also maximal 18.000 Euro erstattet. Wird das Effizienzhaus 55 in der Erneuerbaren-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeitsklasse errichtet, erhöht sich der maximale Förderkreditbetrag auf 150.000 Euro. Bis zu 17,5 Prozent, also maximal 26.250 Euro können Hausbesitzer zurückbekommen.

Zusätzlich kann die Fachplanung sowie die Baubegleitung gefördert werden.

Über das BAFA können Hausbesitzer seit Januar 2021 BEG-Förderung zum Erreichen des KfW 55 Standards erhalten. So werden z.B. Einzelmaßnahmen zur Dämmung der Gebäudehülle oder Umrüstungen der Heizungsanlage vom BAFA bezuschusst.

Wie bekomme ich die Förderung für ein KfW Effizienzhaus 55?

Die Förderung für das KfW Effizienzhaus 55 muss bei der KfW vor Beginn der Bau- bzw. Sanierungsmaßnahmen über die Hausbank oder eine akkreditierte Bank beantragt werden.

Zuschüsse werden seit Januar 2021 nicht mehr über die KfW beantragt, sondern über das BAFA. Die Anträge müssen zusammen mit einem Erneuerbaren-Energie-Experten (EEE) erstellt und online eingereicht werden.

Durch die bessere Wärmedämmung kann eine neue Heizung in der Regel kleiner dimensioniert werden, weil für das Erwärmen des Gebäudes nicht mehr so viel Energie benötigt wird. Darüber hinaus bietet sich z.B. eine Kombination aus zuverlässiger Gasheizung mit Solarthermie an. Auch eine Flächenheizung wie eine Fußbodenheizung kann in Kombination mit Solarthermie in einem KfW-Haus 55 sinnvoll sein.

Die Heizungsförderung zum Erreichen des KfW-55-Standards gilt auch für Sanierungsarbeiten im Bestand. Hierfür eignen sich sowohl die Zuschüsse, die über das BAFA beantragt werden, als auch die KfW-Kredite mit Tilgungszuschüssen.

Der große Vorteil in einem KfW 55 Haus besteht in seinem geringen Energiebedarf im Vergleich zu herkömmlich gebauten Häusern. Somit sinken die Energiekosten deutlich, weil für das Heizen dank hohem Dämmungsgrad weniger Primärenergie benötigt wird.

Für Bauherren ist der KfW-55-Standard außerdem nützlich, um eine attraktive Förderung für die Baumaßnahmen zu erhalten.

Durch die starke Wärmedämmung benötigen Hausbesitzer ein tragfähiges Lüftungskonzept. Das gilt sowohl für die Heizperiode als auch für die Sommermonate. Wird nur unzureichend oder falsch gelüftet, besteht bei sehr gut gedämmten Gebäuden die Gefahr von Schimmelbildung.

Für Hausbesitzer oder künftige Hausbesitzer kann sich ein KfW Effizienzhaus 55 lohnen. Zum einen sparen sie langfristig an Heizkosten und profitieren von hoher staatlicher Förderung. Zum anderen tragen sie durch den geringeren Energieverbrauch zum Umweltschutz bei.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.