Zuletzt aktualisiert am: 03.08.2021

KfW-Effizienzhaus 115: Standards, Kosten, Vor- und Nachteile

Hausbesitzer können ihr Haus energetisch sanieren, um damit einen sogenannten „Effizienzhausstandard“ nach KfW-Kriterien zu erreichen. Die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 115 lässt sich staatlich fördern. Hier finden Sie alles Wichtige dazu.

Auch wenn im Alltag gerne vom „KfW-Effizienzhaus 115“ gesprochen wird, gibt es diese Kategorie im Förderkatalog der Kreditanstalt für Wiederaufbau so nicht mehr. Es gibt lediglich das KfW-Effizienzhaus 100, dessen Vorgaben mithilfe einer energetischen Sanierung im Bestand erreicht werden können.

Die Förderung ist dann möglich, wenn das Gebäude nach den Sanierungsmaßnahmen einen maximal 15 Prozent höheren Transmissionswärmeverlust als das Referenzgebäude nach KfW-100-Standard benötigt. Daraus ergibt sich die allgemeine Bezeichnung „KfW-Effizienzhaus 115“.

Es handelt sich somit um ein Bestandsgebäude, dessen energetischer Zustand durch Baumaßnahmen oder den Einbau eines energiesparenden Heizsystems so verbessert wird, dass das Gebäude maximal 15 Prozent mehr Wärme verliert als ein Neubau in der KfW-100-Klasse.

Wenn Hausbesitzer sich für die energetische Sanierung eines Bestandsgebäudes zum KfW-Standard 100 entscheiden, können sie staatliche Förderung erhalten. Der Staat kommt ihnen dabei entgegen, indem die sanierten Häuser nicht zu 100 Prozent den Transmissionswärmeverlust des KfW-Standards 100 erreichen müssen, sondern sogar einen bis zu 15 Prozent höheren Wärmeverlust als das Referenzgebäude aufweisen dürfen.

Doch nicht nur die staatliche Förderung macht das Sanieren für Hausbesitzer attraktiver, sondern auch die mögliche Einsparung an Heizkosten. Förderung und Energieeinsparung können dafür sorgen, dass sich die Renovierung über einen Zeitraum von mehreren Jahren amortisiert.

Der Umfang der energetischen Sanierung eines Gebäudes hängt von dessen energetischem Zustand ab. Sind die Wände und Decken nicht gedämmt, kann eine nachträgliche Wärmedämmung erforderlich sein. Ebenso kann es notwendig sein, das Dach zu sanieren und zu dämmen. Auch die Fenster können Teil der energetischen Sanierung werden. So lässt sich z.B. mit doppelt oder mehrfach verglasten Fenstern der Wärmeverlust über die Fensterfronten verringern.

Wärmedämmung ist für die Energieeffizienz von Gebäuden essenziell, denn die größten Wärmeverluste erfolgen über eine unzureichend gedämmte Gebäudehülle.

Neben Maßnahmen zur Wärmedämmung spielt auch der Heizungstausch eine wichtige Rolle bei der energetischen Sanierung. Allein der Umstieg auf moderne Brennwerttechnik bei Gasheizungen kann den Primärenergieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken. Werden im Rahmen einer Heizungssanierung Heizsysteme eingebaut, die mit erneuerbaren Energien Wärme gewinnen, lässt sich zudem CO2 sparen.

Grundsätzlich gilt: Je besser ein Gebäude nach der Sanierung gedämmt ist, desto mehr Energie lässt sich einsparen.

Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Hausbesitzer bis zu 150.000 Euro für die Sanierung Ihres Hauses mit einem Darlehen der KfW finanzieren.

Wird mit Hilfe der Sanierungsmaßnahmen erreicht, dass das Haus einen Transmissionswärmeverlust von maximal 115 Prozent gegenüber einem Haus nach KfW-Standard 100 aufweist, sind folgende Förderungen möglich:

Wärmedämmung und/oder Gas-Brennwert: In diesem Fall können Hausbesitzer bis zu 120.000 Euro über die KfW finanzieren und dafür einen Tilgungszuschuss von 27,5 Prozent der Darlehenssumme (maximal 33.000 Euro) erhalten.

Wärmedämmung und Erneuerbare Energien: Bei dieser Variante gilt das Gebäude als Haus der „Effizienzhaus 100 Erneuerbare-Energien-Klasse“. Dann können bis zu 150.000 Euro der Sanierungskosten über die KfW finanziert werden. Der Tilgungszuschuss erhöht sich auf 32,5 Prozent, was einem maximalen Zuschuss von 48.750 Euro entspricht.

Um die Fördergelder über die BEG zu erhalten, müssen Hausbesitzer folgende Voraussetzungen erfüllen:

Einbindung eines Energieeffizienz-Experten: Die energetische Sanierung von Gebäuden kann sehr komplexe Planung erfordern. Um sicherzustellen, dass mit der Sanierung auch der gewünschte Standard erreicht wird, müssen die Maßnahmen von einem Energieeffizienz-Experten geplant werden. Die Kosten für die Bauplanung werden vom Staat zu 50 Prozent bezuschusst. Wichtig ist, dass der Fachmann aus der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) ausgewählt wird. Nur so darf auch Förderung beantragt werden.

Antragstellung vor Beginn der Maßnahmen: Der Antrag für die staatliche Förderung muss über das KfW-Portal noch vor den Baumaßnahmen eingehen und genehmigt werden. Die Leistungen für die Planung und Beratung lassen sich aber schon vor der Antragstellung nutzen.

Auszahlung nach der Durchführung: Wurde das Projekt fertiggestellt und das Gebäude erfolgreich saniert, erstellt der Energieeffizienz-Experte die „Bestätigung nach Durchführung“ (BnD). Diese offizielle Bestätigung ist notwendig, damit der Tilgungszuschuss für den KfW-Kredit ausgezahlt werden kann.

An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass der KfW-Effizienzhaus-Standard 115 nicht mehr staatlich gefördert wird. Dennoch ist der Begriff vielfach im Umlauf und wird für KfW-Effizienzhäuser 100 verwendet, da diese 115 Prozent des Transmissionswärmeverlusts eines BEG-Standardgebäudes erreichen dürfen.

Ob sich die energetische Sanierung lohnt, müssen Hausbesitzer am besten mit einem Energie- oder Heizungsexperten durchrechnen. Ist das Gebäude z.B. schon ausreichend gedämmt, kann schon der Heizungstausch in Kombination mit neuen Fenstern ausreichen, um den KfW-Standard 100 zu erreichen.

Hausbesitzer sollten dann aber auch berücksichtigen, ob es in einem ersten Schritt nicht sinnvoller ist, zunächst das Heizsystem zu sanieren und dafür z.B. die BEG EM über das BAFA zu nutzen. So bietet die staatliche Förderung von Einzelmaßnahmen im Heizungsbau bis zu 55 Prozent an Zuschüssen, wenn z.B. eine EE-Hybridheizung eingebaut wird. Die Förderung von Einzelmaßnahmen ist darüber hinaus auch möglich, wenn eine komplette energetische Sanierung mit Wärmedämmung z.B. aufgrund von baulichen Gegebenheiten nicht in vollem Umfang möglich ist.

Im zweiten Schritt ist dann zu überlegen, ob nach einiger Zeit eine Sanierung mit dem Ziel eines höheren KfW-Standards möglich ist, um noch höhere Tilgungszuschüsse zu erhalten.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.