Zuletzt aktualisiert am: 28.10.2020

Brennstoffzellenheizung: Kosten und Förderung

Die Brennstoffzellenheizung erzeugt nicht nur Wärme, sondern auch Strom. Damit ist sie ein zukunftsweisendes und sehr effizientes Heizsystem. Wir zeigen Ihnen, wie viel eine Brennstoffzellenheizung kosten kann und wie viel Sie mit einer Förderung sparen.

Wer sich für eine Brennstoffzellenheizung entscheidet, muss mit Kosten von 10.000 bis 20.000 Euro für die Brennstoffzelle rechnen. In der Regel wird die Brennstoffzelle jedoch in Kombination mit einem Gasbrennwertgerät zur Heizungsunterstützung als Paket angeboten. Inklusive Installation fallen durchschnittlich Gesamtkosten von 30.000 bis 35.000 Euro an.

Wie teuer die Heizungsanlage mit Brennstoffzelle letztlich wird, hängt wie bei allen Heizsystemen von der gewünschten Leistung und Ausführung ab. Darüber hinaus können zusätzliche Kosten für bauliche Anpassungen anfallen, wenn z.B. ein Gasanschluss gelegt werden muss oder eine Anpassung am Abgassystem erforderlich wird.

Die hohen Anschaffungskosten sollten Hausbesitzer aber nicht abschrecken, denn mit einer Brennstoffzellenheizung können sie in doppelter Weise von staatlicher Förderung profitieren. Zum einen sind zinsgünstige Kredite von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) möglich, zum anderen gibt es Zuschüsse für die elektrische Leistung und eine Grundförderung. Auf diese Weise lassen sich bis zu 40 Prozent der Brennstoffzellenheizung-Kosten erstatten.

Brennstoffzellenheizung: effizient heizen, Strom selbst erzeugen und 11.000 Euro Förderung

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Wir zeigen Ihnen exemplarisch anhand der Viessmann Vitovalor PT2, welche Brennstoffzellenheizung-Kosten für Hausbesitzer nach Abzug von Fördermitteln tatsächlich entstehen.

Posten Kosten
Brennstoffzellenheizung Viessmann Vitovalor PT2 19.000,00€
Komplette Installation zur Inbetriebnahme der Brennstoffzellenheizung 3.400,00€
1 Heizkreis (Heizkörper) 600,00€
Original Viessmann Abgassystem 800,00€
vollst. Peripheriegeräte 600,00€
vollst. Montagematerial 700,00€
Hydraulischer Abgleich 350,00€
Viessmann Funktions- und Leistungsgarantie der Brennstoffzelle für 10 Jahre" 2.700,00€
Förderunterstützung (KfW/BAFA) 250,00€
Summe Netto 28.400,00€
Summe Brutto 33.796,00€
Förderung 11.100,00€
Ihre Summe 22.696,00€

Wie Sie sehen, reduziert sich die Brutto-Gesamtsumme von über 30.000 Euro auf weniger als 23.000 Euro. Damit liegen die Kosten für eine Brennstoffzellenheizung auf einem ähnlichen Niveau wie bei einer Pelletheizung mit Solarthermie oder einer Gasheizung mit Wärmepumpe.

Die Brennstoffzellenheizung spielt jedoch gegenüber den eben genannten Heizsystemen noch einen weiteren Vorteil aus: Sie produziert Strom. Und Sie haben somit die Möglichkeit, den Strom selbst zu nutzen oder gegen eine Einspeisevergütung ins Stromnetz einzuspeisen. Die höheren Anschaffungskosten für die Brennstoffzellenheizung können sich auf diese Weise noch schneller amortisieren.

Sie können für Ihre Brennstoffzellenheizung eine Förderung bei der KfW beantragen. Hierfür kommt das KfW-Programm 433 „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle“ infrage. Das Programm existiert bereits seit 2016, wurde aber aufgrund des beschränkten Angebots an Produkten nur bedingt wahrgenommen. Mittlerweile ist das Angebot an Brennstoffzellenheizungen gestiegen, wodurch das Förderprogramm der KfW attraktiver geworden ist.

Gefördert werden Brennstoffzellenheizungen mit einer maximalen Leistung von 20 Kilowatt. Die Förderung teilt sich auf in einen Grundförderbetrag von 5.700 Euro und einen Zuschuss von 450 Euro pro 100 Watt elektrischer Leistung.

Je höher die elektrische Leistung Ihrer Brennstoffzellenheizung ist, desto höher fällt der Zuschuss aus. Die Maximalhöhe der Förderung ist auf 40 Prozent der förderfähigen Kosten beschränkt.

Förderfähige Kosten bei einer Brennstoffzellenheizung

Als förderfähige Kosten gelten die Anschaffungskosten sowie die Kosten für einen Energieberater, der im Vorfeld die passende Anlage empfiehlt. Förderfähig sind außerdem die Kosten für den obligatorischen Wartungsvertrag der Anlage, der über 10 Jahre geschlossen werden muss.

Die Auszahlung der Zuschüsse erfolgt, nachdem Sie die Brennstoffzellenheizung in Betrieb genommen haben und ein von der KfW zugelassener Energieberater bei der KfW einen Beleg über die erfolgreiche Realisierung der Brennstoffzellenheizung eingereicht hat.

Voraussetzungen für die staatliche Förderung der Brennstoffzellenheizung

Über das KfW-Programm 433 können Brennstoffzellenheizungen in Ein- oder Zweifamilienhäusern sowie Mehrfamilienhäusern mit Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) gefördert werden. Ebenso wird der Einbau der Brennstoffzellenheizung in Gewerbegebäuden staatlich gefördert. Ob die Heizung in einem Neubau oder im Bestand installiert wird, spielt für die Förderung keine Rolle.

Technische Voraussetzung ist, dass die elektrische Leistung pro Modul zwischen 0,25 und 5 Kilowatt beträgt.

Weitere Bedingungen für die Brennstoffzellen-Förderung:

  • Es wird ein qualifizierter Energieberater in die Planung und Umsetzung eingebunden.
  • Der Energieberater stellt den Antrag auf Förderung vor der Beauftragung eines Heizungsfachbetriebs.
  • Der Energieberater prüft nach dem Einbau, ob die Planungsvorgaben eingehalten wurden.
  • Der Heizungsbesitzer muss einen Vollwartungsvertrag über mindestens zehn Jahre abschließen.
  • Die Brennstoffzellenheizung muss von einem für das System geschulten Fachbetrieb installiert werden.
  • Vor dem Betrieb muss ein hydraulischer Abgleich erfolgen.
  • Die Brennstoffzellenheizung muss einen elektrischen Wirkungsgrad von mindestens 32 Prozent und einen Gesamtwirkungsgrad von mindestens 82 Prozent aufweisen.

Da Sie sich bei der Planung und Konzeption der Brennstoffzellenheizung mit einem Energieberater und einem Fachbetrieb, wie Thermondo, koordinieren müssen, werden die Anforderungen der KfW für eine Förderung immer erfüllt.

Wichtig: Lassen Sie im Vorfeld prüfen, ob es in Ihrem Bundesland auch länderspezifische Förderprogramme für die Brennstoffzellenheizung gibt. Eventuell können Sie so noch mehr Kosten sparen. Beachten Sie, dass diese Programme nicht mit dem KfW-Zuschuss kombinierbar sind.

Mehr zur Förderung finden Sie hier: Förderung für Ihre Brennstoffzelle ab 7.050 Euro!

Der große Kostenvorteil der Brennstoffzellenheizung gegenüber konventionellen Heizsystemen besteht darin, dass die Brennstoffzelle auch Strom erzeugt. Hausbesitzer bekommen somit nicht nur eine höhere Grundförderung, sondern können über das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz auch eine Einspeisevergütung erhalten:

  • Pro Kilowattstunde Strom, die Sie ins Stromnetz einspeisen, erhalten Sie eine Vergütung von 8 Cent.
  • Verbrauchen Sie Ihren Strom selbst, bezahlen Sie dafür nur 4 Cent pro Kilowattstunde.

Anhand dieses Hebels lassen sich die Kosten für die Brennstoffzellenheizung vor allem dann schnell amortisieren, wenn die Anlage viel Strom produziert. Bei der Anschaffung können Sie sich darüber hinaus 60.000 Kilowattstunden eingespeisten Strom als Vorschuss auszahlen lassen.

Um diesen Vorschuss zu erhalten, darf die Brennstoffzellenheizung nicht mehr als zwei Kilowatt an elektrischer Leistung erzielen und das System muss in der Liste der förderfähigen Produkte des BAFA aufgeführt werden.

In der Praxis bedeutet das, dass Sie beim Kauf einer Brennstoffzellenheizung über das KWK-Gesetz vom BAFA bis zu 4.800 Euro (60.000 kWh x 0,08 EUR) erhalten.

So sparen Sie beim Strom mit der Brennstoffzellenheizung

Bei einem aktuellen Strompreis von rund 30 Cent pro Kilowattstunde, sparen Sie mit Ihrer Brennstoffzellenheizung 22 Cent pro Kilowattstunde ein, wenn Sie Ihren Strom selbst verbrauchen.

Auf einen Jahresverbrauch von rund 2.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr (Durchschnittsverbrauch für zwei Personen) sparen Sie 440 Euro an Stromkosten pro Jahr. Im Zeitraum von zehn Jahren sparen Sie bei diesem Verbrauch über 4.000 Euro an Stromkosten.

In einem Vier-Personen-Haushalt sind im gleichen Zeitraum Einsparungen von bis zu 8.000 Euro und mehr möglich.

Anhand der oben aufgeführten Beispiele wird deutlich, dass eine Brennstoffzellenheizung umso wirtschaftlicher wird, je mehr Strom Sie erzeugen und je mehr Strom Sie verbrauchen.

Geht man von steigenden Strompreisen sowie einem höheren CO2-Preis ab 2021 aus, erhöht sich das Einsparpotenzial nochmals. Sie können davon ausgehen, dass sich die Brennstoffzellenheizung-Kosten abhängig von Ihrem Stromverbrauch in Kombination mit den hohen KfW-Förderzuschüssen und dem BAFA-Vorschuss in 10 bis 15 Jahren amortisiert haben.

Viele Verbraucher sind aufgrund der hohen Anschaffungskosten für die Brennstoffzellenheizung erst einmal abgeschreckt. Doch es lohnt sich, ein Brennstoffzellen-Projekt genau durchzurechnen. Dann zeigt sich in der Regel schnell, dass sich die Installation einer Brennstoffzellenheizung lohnt.

Denn mit KfW-Förderung und selbstproduziertem Strom reduzieren sich die Investitionskosten auf eine Summe, die Sie auch für ein konventionelles Heizsystem in Kombination mit Solarthermie ausgeben würden, ohne dass Sie CO2-freundlichen Strom selbst produzieren. Hierfür bräuchten Sie dann noch eine PV-Anlage, welche die Kosten nochmals erhöhen würde.

Gerne beraten wir Sie zur Brennstoffzellenheizung und den damit verbundenen Kosten. Ist die Brennstoffzellenheizung nicht die beste Lösung für Ihre Immobilie, bieten wir andere attraktive und regenerative Heizsysteme mit attraktiver Förderung, wie beispielsweise die Hybridheizung.

Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und wir melden uns zeitnah bei Ihnen, um Ihnen bei der Wahl der passenden Heizung zu helfen.

Innovativ heizen und dabei Strom produzieren - Brennstoffzellenheizung mit hoher Förderung

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.