Rentieren sich die Kosten für ein Blockheizkraftwerk?

Mit einem Blockheizkraftwerk, kurz BHKW, werden Hauseigentümer unabhängiger von Energieversorgern, da sie ihren eigenen Strom produzieren. Das klingt verlockend, aber lohnt sich das? Schließlich sind Anschaffungskosten eines BHKW im Vergleich zu anderen Heizungen deutlich höher.

Der Preis für ein BHKW lässt sich nicht pauschal benennen. Erst wenn die Eckdaten zur Immobilie und die benötigte Leistung bekannt sind, lässt sich ein darauf zugeschnittenes Angebot erstellen. 

Eine erste Orientierung über den Preis eines Nano-, Mikro- oder Mini-BHKW ist aber möglich.

Die Unterschiede von Nano-, Mikro- oder Mini-BHKW liegen vor allem in ihrer Leistung. Da das Nano-BHKW den kleinsten Leistungsbereich (bis zu 2,5 Kilowatt) abdeckt und sich so vor allem für Einfamilienhäuser lohnt, ist auch dessen Preis am geringsten. Hier ist für die reinen Anschaffungskosten mit ungefähr 10.000 Euro zu rechnen. 

Kaufpreis ohne Installation (+ ca. 5.000 Euro) Maximale elektrische Leistung Geeignet für
Nano -BHKW ab 10.000 Euro < 2,5 Kilowatt Ein-/Zweifamilienhaus
Mikro-BHKW ab 15.000 Euro 2,5 - 15 Kilowatt Ein- bis Mehrfamilienhaus
Mini-BHKW ab 30.000 Euro 15 - 50 Kilowatt Mehrfamilienhäuser, Wohnblocks oder Kleingewerbe

Wem ein BHKW zu teuer in der Anschaffung ist, kann auch auf Gasheizung mit Solar umsteigen. Dadurch heizen Sie ebenfalls umweltbewusst und sparen dank der kostenlosen Sonnenenergie langfristig Heiz- und Warmwasserkosten ein.

Der Preis für ein Mikro-BHKW, mit dem Sie Ein- und Zwei- oder gar Mehrfamilienhäuser versorgen, liegt bei mindestens 15.000 Euro. Noch teurer in der Anschaffung ist das Mini-BHKW. Kein Wunder, deckt es doch den Bedarf für größere Mehrfamilienhäuser oder ganze Wohnblöcke ab. So liegt der Preis für ein Mini-BHKW bei 30.000 Euro und aufwärts. 

BHKW zu teuer? Auch mit neuer Gas- und Ölheizung Kosten sparen und Umwelt schonen

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Bei den genannten Preisen für Nano-, Mikro- oder Mini-BHKW handelt es sich nur um die Anschaffungskosten. Die Installation oder eventuelles Zubehör, wie beispielsweise ein Pufferspeicher, sind hier noch nicht mit eingerechnet. Realistisch betrachtet ist hier mit mindestens weiteren 5.000 Euro zu rechnen. 

Bei solchen Investitionskosten soll sich der Betrieb der Anlage natürlich auch lohnen. Der ausschließliche Verweis auf die sehr gute Ökobilanz befriedigt Immobilienbesitzer da nur bedingt. Für eine korrekte Kosten-Nutzung-Rechnung müssen daher neben den Anschaffungskosten auch die laufenden Betriebskosten von Nano-, Mikro- oder Mini-BHKW herangezogen werden

Die Folgekosten beim Betrieb des jeweiligen BHKW setzen sich einerseits aus den Kosten für den Brennstoff und andererseits aus dem Preis für die notwendige jährliche Wartung zusammen.

Als Orientierung für die Wartungskosten können Sie die Faustformel nutzen, dass pro Kilowattstunde erzeugtem Strom 2-3 Cent für die Wartung gezahlt werden müssten. Je größer also die Leistung des BHKW, desto höher fallen die Wartungskosten aus.

Brennstoff Vorteile Nachteile
Erdgas - saubere Verbrennung macht BHKW weniger störanfällig und garantiert längere Lebensdauer
- Nutzung von Biogas ermöglicht Einbindung regenerativer Energien
- BHKW mit Erdgas haben größten Marktanteil und bieten große Vielfalt
- nur möglich mit Gasanschluss
- Erdgas ist fossiler Brennstoff
Flüssiggas - Alternative wenn kein Gasanschluss vorhanden
- auch hier saubere Verbrennung mit positivem Einfluss auf Lebensdauer und Störanfälligkeit der Anlage
- Flüssiggastank notwendig
Heizöl - Alternative bei fehlendem Gasanschluss - unsaubere Verbrennung -> BHKW wartungsintensiver und kürzere Lebensdauer
- Tank zur Lagerung notwendig
Holzpellets - niedriger Preis bei hervorragender Ökobilanz - BHKW mit Holzpellets noch nicht etabliert

In Sachen Heizkosten ist ein BHKW so effizient wie eine moderne Gas- und Öl-Brennwertheizung. So sparen Sie im Vergleich zu einem alten Heizwertkessel bereits 30 Prozent Energiekosten ein. Eine Amortisation ausschließlich über die Heizkosten würde jedoch deutlich länger als bei einem normalen Brennwertgerät benötigen. Den Unterschied macht die Stromproduktion des BHKW. 

Neben den eingesparten Stromkosten von momentan gut 29 Cent/kWh eröffnet sich mit Ihrem Nano-, Mikro- oder Mini-BHKW auch eine Einnahmeseite. Denn Sie können den Strom in das öffentliche Stromnetz einspeisen und werden hierfür bezahlt. 

Die sogenannte Einspeisevergütung setzt sich aus drei Faktoren zusammen. Als erstes ist der Strompreis zu nennen. Entweder handeln Sie diesen mit dem Netzbetreiber aus oder es gilt der aktuelle Preis an der Strombörse EPEX. 

Momentan liegt der Preis für eine kWh bei 4,1 Cent. Zusätzlich dazu erhalten Sie den sogenannten KWK-Zuschlag von 8 ct/kWh und einen Betrag von ca. 0,2 ct/kWh für vermiedene Netzkosten. Zusammengefasst liegt die Einspeisevergütung damit momentan bei gut 12 ct/kWh.

Der KWK-Zuschlag wird darüber hinaus auch für selbst verbrauchten Strom gezahlt. Allerdings nur 4 ct/kWh. Bei einer Anlage bis 2 Kilowatt, was einem Nano-BHKW entspricht, elektrischer Leistung können Sie sich den Zuschlag auch als Pauschale für 60.000 Vollbenutzungsstunden einmalig auszahlen lassen. Das ist ein Betrag von 4.800 Euro.

Der Reiz eines BHKW liegt also in der Stromproduktion. Je mehr Sie produzieren, desto schneller haben sich die Investitionskosten des BHKW amortisiert. Dabei ist zu beachten, dass Ihr Blockheizkraftwerk richtig dimensioniert ist und viele Stunden läuft. Denn nur wenn Sie heizen, produzieren Sie auch Strom. 

Trotz eines vergleichsweise hohen Anschaffungspreis für ein BHKW verspricht es bei entsprechender Nutzung eine sehr gute Wirtschaftlichkeit und kann schon nach einigen Jahren Rendite abwerfen. Wie gut ein BHKW zu Ihrem Haus passt, finden wir gemeinsam mit Ihnen heraus. Nutzen Sie unseren Heizungsplaner und lassen Sie sich von uns beraten. So finden Sie die beste Lösung.

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