Zuletzt aktualisiert am: 22.06.2020

Nachtspeicheröfen entsorgen - worauf muss ich achten?

Der Nachtspeicherofen war lange Zeit eine sinnvolle Lösung, um den überschüssigen, von Kraftwerken nachts produzierten Strom zum Heizen zu nutzen. Doch diese Heizungsart ist nicht mehr rentabel. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Nachtspeicheröfen entsorgen können.

Die zunehmende Kapazität deutscher Kohle- und Atomkraftwerke hat in den 1960er- und 1970er-Jahren zu einer großen Überkapazität an Strom geführt, der in den Nachtstunden produziert wurde. Denn um wirtschaftlich zu arbeiten, mussten die Kraftwerke rund um die Uhr in Betrieb sein. Um den überschüssigen Strom zu verkaufen, boten Energieversorger besonders günstige "Nachtstromtarife" an.

Hier kamen die Nachtspeicheröfen ins Spiel. Sie konnten den günstigen Nachtstrom nutzen, um Wärme zu erzeugen, die in Speichermedien wie Schamotte oder Asbestplatten gespeichert und am nächsten Tag zum Heizen abgegeben wurde. Noch in den 1980er-Jahren war die Nachtspeicherheizung im Zuge der Öl-Krise ein beliebter Wärmeerzeuger.

In der Zwischenzeit sind Heizungsanlagen moderner und dank Brennwerttechnik sehr effizient geworden. Gleichzeitig sind die Stromkosten gestiegen und Nachtstromtarife werden nicht mehr angeboten, weil sie sich für die Energieversorger nicht mehr lohnen und weil es dank des technischen Fortschritts auch nachts ausreichend Stromabnehmer gibt, die Überkapazitäten verringern.

Nachtspeicheröfen ergeben zumindest im Betrieb mit konventionell erzeugtem Strom in einem modernen Wohnkonzept keinen Sinn mehr. Viele Hausbesitzer möchten deshalb ihre Nachtspeicherheizung entsorgen und gegen eine neue Heizung tauschen.

Die Entsorgung von Nachtspeicheröfen sollte immer mit großer Vorsicht erfolgen. Denn vor allem das Speichermaterial der Heizungen kann giftige oder krebserregende Stoffe enthalten. Sie müssen abhängig vom jeweiligen Baujahr mit folgenden Gefahrstoffen rechnen:

  • Baujahr vor 1984: Asbest
  • Baujahr vor Juli 1987: künstliche Mineralfasern (KMF)
  • Baujahr vor Juni 2000: polychloriertes Biphenylen (PCB)
  • Baujahr bis heute: Chromat

Die bis zum Juni 2000 häufig in Nachtspeicheröfen verwendeten Materialien für die Wärmespeicherung sind heute verboten. Auch wenn nicht alle Hersteller diese Gefahrstoffe verwendet haben, sollten Sie bei Nachtspeicheröfen grundsätzlich von Schadstoffen ausgehen. Diese Stoffe können bei unsachgemäßer Entsorgung nicht nur Sie oder Dritte, sondern auch die Umwelt gefährden.

Für das Entsorgen von Nachtspeicherheizungen gilt die Technische Regel für Gefahrstoffe 519 (TRGS 519). Demnach dürfen nur zugelassene Fachfirmen diese Öfen auseinanderbauen und zu einer entsprechenden Mülldeponie bringen.

Schon das Öffnen eines Nachtspeicherofens und das Entfernen der Speichermasse kann ohne entsprechenden Schutz gesundheitsgefährdend oder umweltschädlich sein. Die meisten Fachbetriebe holen deshalb Nachtspeicheröfen im Ganzen ab und zerlegen diese nur in einer dafür ausgelegten Umgebung, z.B. mit einer Absauganlage für Staub.

Um die Nachtspeicheröfen gefahrlos transportieren zu können, werden sie fachmännisch in Folie gehüllt, sodass keine Schadstoffe entweichen können.

Sollten Sie ohne Zweifel belegen können, dass Ihre Nachtspeicheröfen keine Schadstoffe enthalten, können Sie die Heizungen bei einer regionalen Recyclingstelle für Elektroschrott selbst entsorgen. Die Speichersteine gelten als Bauschutt, der separat entsorgt werden muss. Je nach Annahmestelle müssen Sie auch für den Bauschutt eine Gebühr bezahlen.

Nachtspeicheröfen sind übrigens sehr schwere Geräte. Allein das Speichermaterial kann schnell über 50 Kilogramm wiegen. Auch wenn Ihre Öfen keine Schadstoffe enthalten sollten, nimmt Ihnen ein professioneller Entsorger viel Arbeit ab.

Lassen Sie Ihre Nachtspeicheröfen von einem Fachbetrieb demontieren und abholen, sollten Sie mit Kosten von 100 bis 300 Euro pro Ofen rechnen.

Die Kosten können jedoch steigen, wenn die Öfen Schadstoffe enthalten. Dies gilt insbesondere für Asbest-belastete Heizsteine. Holen Sie am besten ein Angebot von verschiedenen Fachbetrieben ein, um die Preise zu vergleichen.

Wie hoch die Kosten für die Entsorgung ausfallen, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Arbeitsleistung (zwei Personen oder mehr)
  • Anfahrt
  • zusätzliches Gerät (z.B. Kran, Hebebühne)
  • Verpackung
  • Entsorgungsgebühren
  • zusätzliche Aufwand für den Umgang mit Gefahrstoffen

Tipp: Meist macht Ihnen Ihr Heizungsbauer- so auch wir - ein günstiges Angebot für die Entsorgung, wenn Sie eine neue Heizung kaufen.

Die Kosten für die Entsorgung der Nachtspeicheröfen kann im Zuge einer energetischen Sanierung auch von der KfW gefördert werden. Lassen Sie sich hierzu am besten beraten.

Nachtspeicheröfen können unterschiedliche Gefahr- und Schadstoffe enthalten. Deshalb sollen Sie beim Entsorgen grundsätzlich vorsichtig sein. Empfehlenswert ist es immer, einen Fachbetrieb zu beauftragen. Sollten Sie ohnehin eine neue Heizung einbauen lassen, können Sie Ihren Heizungsbauer nach einem günstigen Angebot für die Entsorgung der Nachspeicheröfen fragen. Planen Sie eine energetische Sanierung, sollten Sie prüfen, in wie weit die KfW-Förderung auch für den fachgerechten Rückbau Ihrer Nachtspeicherheizung genutzt werden kann.

Für die Modernisierung Ihrer Heizung sind wir der richtige Ansprechpartner, von der Beratung und Planung über die Installation der Heizung und die Koordination mit Energieversorgern und Schornsteinfeger bis hin zum Fördermittelservice. Unsere regionalen Serviceteams sind auch nach dem Kauf für Sie da, sei es für die Wartung oder einem Serviceeinsatz.

Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und lassen Sie sich beraten, bevor wir das passende Angebot für Sie erstellen.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.