Das Wichtigste in Kürze:

  • Technischer Kern: Gasbrennwertkessel nutzen die latente Wärme des Wasserdampfs im Abgas, um Normnutzungsgrade von über 100 % zu erreichen.
  • Effizienz-Vergleich: Trotz moderner Brennwerttechnik sind Wärmepumpen bis zu fünfmal effizienter und senken die Heizkosten im Vergleich zum Gaskessel enorm.
  • Gesetzliche Lage: Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) muss eine neu eingebaute Gasheizung im Bestand schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt werden (ab 2029 mit mindestens 10 %, steigend bis auf 60 % im Jahr 2040).
  • Bauliche Anforderung: Durch die kühlere Abgastemperatur stellt die Brennwertfeuerung spezielle Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit des Schornsteins.
  • Prognose: Der Gasbrennwertkessel gilt als Auslaufmodell, da das Heizungsgesetz den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl besiegelt hat.

Kann ein Gasbrennwertkessel effizient heizen?

Moderne Gasheizungen mit Brennwerttechnik erreichen Normnutzungsgrade von über 100 %. Damit können Heizungen mit Gasbrennwerttechnik in Kombination mit einer optimal eingestellten Heizung und moderner Gebäudedämmung den Gasverbrauch zwar senken und auch Schadstoff-Emissionen reduzieren. Im Vergleich zur Wärmepumpe sind sie jedoch deutlich ineffizienter.

Bis zu fünfmal effizienter sind Wärmepumpen und senken somit Ihre Heizkosten enorm. Auch im Altbau und ohne Fußbodenheizung sind sie mittlerweile das beste Heizsystem und dem Gasbrennwertkessel überlegen.

Technik von Gasbrennwertkesseln

Besser sind die Gasbrennwertkessel durch die Nutzung der Kondensationswärme des Wasserdampfs im Abgas geworden. Dadurch reduzieren sich sowohl der Verbrauch an Gas als auch der Ausstoß von Schadstoffen. Bei älteren Heizkesseln war es technisch beabsichtigt, die Abgastemperatur möglichst hochzuhalten, um die Heizungsanlage und den Schornstein nicht zu schädigen.

Unterschied zwischen Heizwert & Brennwert

Durch die Brennwertfeuerung ist dies nicht mehr nötig, wodurch der Einbau eines Gasbrennwertkessels neue Anforderungen an den Schornstein stellt. Über den Wärmetauscher erfolgt die Nutzung der latenten Wärme des Wasserdampfs in den Abgasen. Das Kondensat und das Abgas werden abgeleitet.

Mit modernen Gasbrennwertkesseln lässt sich die Vorlauftemperatur senken. Mit der optimalen Einstellung ist der Betrieb der Heizung – sei es für die Versorgung von Heizkörpern oder von Fußbodenheizungen – möglich.

Gasbrennwertkessel sind Auslaufmodell

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das im Sommer 2026 in Kraft getreten ist, wurde der schrittweise Ausstieg aus Gas und Öl beim Heizen weiter festgeschrieben. Wer nach dem 29. Juli 2026 einen neuen Gasbrennwertkessel in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss den Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung schrittweise erhöhen.

Das sind die Stufen der sogenannten Bio-Treppe:

  • ab 2029 auf 10 %
  • ab 2030 auf 15 %
  • ab 2035 auf 30 %
  • ab 2040 auf 60 %

Zusätzlich kommt die sogenannte Grüngas-/Grünheizölquote. Die Bundesregierung soll bis Ende 2026 ein Gesetz vorlegen, das Inverkehrbringer von fossilen Brennstoffen verpflichtet, die Brennstoffe für die Gebäudewärme bis 2045 vollständig auf klimaneutrale Varianten umzustellen.

Das heißt: Selbst wer eine Gasheizung behält, bekommt über die Jahre zunehmend teurere, klimaneutrale Brennstoffe geliefert.

Wer heute noch auf Gas setzt, muss die Anlage also über die kommenden Jahre zunehmend mit erneuerbaren Energieträgern betreiben – ein zusätzlicher Aufwand, den eine Wärmepumpe von vornherein vermeidet.

FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema

Wie funktioniert die Brennwerttechnik bei einem Gaskessel genau?

Ein Gasbrennwertkessel gewinnt zusätzliche Energie, indem er den Wasserdampf in den Abgasen bis zur Kondensation abkühlt. Dieser Prozess nutzt die physikalischen Eigenschaften des Brennstoffs optimal aus:

  • Über einen Wärmetauscher wird die latente Wärme des Dampfes dem Heizkreislauf zugeführt.
  • Das entstehende Kondensat sowie die abgekühlten Abgase werden sicher abgeleitet.
  • Dadurch sinkt der Gasverbrauch im Vergleich zu alten Heizkesseln, die diese Wärme ungenutzt durch den Schornstein ließen.
Warum gilt der Gasbrennwertkessel heute als Auslaufmodell?

Der Gasbrennwertkessel basiert auf fossilen Brennstoffen, deren Nutzung durch das reformierte Gebäudeenergiegesetz (GEG) schrittweise beendet wird. Es gibt mehrere Gründe für diesen Status:

  • Neue Heizungen müssen künftig zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
  • Im Vergleich zu modernen Wärmepumpen ist die Gasverbrennung deutlich ineffizienter.
  • Der Gesetzgeber hat das Ziel, die Abhängigkeit von Gas und Öl langfristig vollständig aufzulösen.
Ist eine Wärmepumpe einem Gasbrennwertkessel wirklich überlegen?

Ja, eine Wärmepumpe ist bis zu fünfmal effizienter als ein Gasbrennwertkessel und damit das überlegene Heizsystem. Dies gilt nicht nur für Neubauten, sondern zunehmend auch für den Bestand:

  • Wärmepumpen senken die Heizkosten durch die Nutzung von Umweltenergie massiv.
  • Sie funktionieren auch im Altbau und in Kombination mit herkömmlichen Heizkörpern zuverlässig.
  • Im Gegensatz zum Gaskessel ist die Wärmepumpe zukunftssicher und klimafreundlich.
Welche Anforderungen stellt ein Brennwertkessel an den Schornstein?

Da die Abgase bei der Brennwerttechnik stark abgekühlt werden, steigen sie nicht mehr von selbst durch natürlichen Auftrieb nach draußen und bilden Kondensat. Dies macht bauliche Anpassungen am Schornstein notwendig:

  • Der Schornstein muss feuchtigkeitsunempfindlich und korrosionsbeständig sein.
  • Die niedrigen Abgastemperaturen erfordern eine aktive Ableitung der Gase.
  • Bei alten Heizwertgeräten war die Temperatur absichtlich hoch, um Schäden durch Kondensation zu vermeiden – bei Brennwerttechnik ist die Kondensation hingegen erwünscht.
Wie hoch muss der Anteil erneuerbarer Energien bei einer neuen Gasheizung laut GModG sein?

Beim Einbau einer neuen Gasheizung (gilt auch für Öl- oder Flüssiggasheizungen) nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude schreibt das GModG einen steigenden Erneuerbaren-Anteil vor:

  • 10 % ab 2029
  • 15 % ab 2030
  • 30 % ab 2035
  • 60 % ab 2040

Zusätzlich soll eine Grüngas-/Grünheizölquote eingeführt werden, die Brennstoffanbieter verpflichtet, ihre Produkte bis 2045 vollständig auf klimaneutrale Varianten umzustellen. Auch bestehende Gasheizungen bekommen dadurch schrittweise klimaneutralere Brennstoffe geliefert.

Gut zu wissen: Das Gesetz über die Regelungen Grüngas-/Grünheizölquote soll bis zum 1. Dezember 2026 vorgelegt werden.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.