Das Wichtigste zur Gasheizung in Kürze:

  • Funktionsweise des Systems: Die Gasheizung erzeugt Wärme durch die Verbrennung von Erdgas in einem Gasbrenner, welche über einen Wärmetauscher an das Heizungswasser abgegeben und per Umwälzpumpe im Haus verteilt wird.
  • Effizienz der Brennwerttechnik: Gasheizungen mit Brennwerttechnik erzielen Wirkungsgrade von 90–95 %, da sie im Gegensatz zu alten Heizwertgeräten auch die Kondensationswärme aus den Abgasen über einen zweiten Wärmetauscher nutzen.
  • Finanzielles Risiko: Eine neue Gasheizung verursacht laut Fraunhofer-Berechnungen über eine Lebensdauer von 19 Jahren Mehrkosten von über 23.700 € gegenüber einer Wärmepumpe im durchschnittlichen Einfamilienhaus.
  • Kostentreiber: Das Kostenrisiko beim Gaspreis steigt durch die gesetzliche Bio-Treppe ab 2029, einen ab 2028 frei am Markt gebildeten CO₂-Preis von potenziell 300 €/t sowie kontinuierlich steigende Netzentgelte.
  • Staatliche Förderung: Der Umstieg auf die ca. 4-mal effizientere Wärmepumpe wird aktuell noch mit bis zu 70 % staatlich bezuschusst, wodurch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bereits ab 9.000 € erhältlich ist.

Wie funktioniert eine Gasheizung?

Eine Gasheizung erzeugt Heizwärme durch die Verbrennung von Erdgas in einem Gasbrenner. Die bei der Verbrennung freigesetzte Wärme wird über einen Wärmetauscher an das Heizungswasser abgegeben und über das Rohrsystem des Gebäudes im Haus verteilt.

Die Wärmeerzeugung verläuft in diesen Schritten:

  • Heizungsregelung: Die Heizungsregelung wird über die Thermostate oder die außentemperatur- bzw. raumtemperaturgeführte Heizungssteuerung aktiviert und meldet Wärmebedarf.
  • Gasverbrennung im Brenner: Durch Unterdruck in den Gasleitungen wird Gas in den Gasbrenner gepumpt, wo es entzündet und verbrannt wird.
  • Erwärmung im Wärmetauscher: Die Verbrennungshitze wird über einen Wärmetauscher geleitet, der sie an das Heizungswasser weitergibt.
  • Zirkulation des Heizungswassers: Das erhitzte Wasser wird mithilfe der Umwälzpumpe an die Heizkörper weitergeleitet. Anschließend fließt das abgekühlte Wasser über den Rücklauf zurück zum Kessel, wo es erneut erhitzt werden kann.

Gut zu wissen: Ein zusätzliches Ausdehnungsgefäß sorgt für den nötigen Druckausgleich in den Heizleitungen, da das Wasser durch Erwärmung und Abkühlung in den Rohren sein Volumen verändert.

Was sind die Unterschiede zwischen Brennwerttechnik und einem Heizwertgerät?

Während ein Heizwertgerät nur die direkte Wärmeenergie aus der Verbrennung des Gases nutzt, verwertet eine Gasheizung mit Brennwerttechnik auch die Kondensationswärme aus den Abgasen.

Bei einer Gasheizung mit Brennwerttechnik wird durch die Wiederverwendung der Abgaswärme ein größerer Teil des Brennstoffs in nutzbare Wärmeenergie umgewandelt als bei einem Heizwertgerät.

Da bei herkömmlicher Heizwerttechnik die Wärmeenergie der Abgase ungenutzt an die Umwelt abgegeben wird, haben Heizwertgeräte einen höheren Wärmeverlust sowie einen höheren Gasverbrauch als Gasheizungen mit Brennwerttechnik. Dadurch erzielt Brennwerttechnik im Vergleich höhere Wirkungsgrade.

Gasheizung Funktion: Welche Aufgabe hat der zweite Wärmetauscher bei der Brennwerttechnik?

Der zweite Wärmetauscher bei einer Gasheizung mit Brennwerttechnik ist für deren höhere Effizienz im Vergleich mit Heizwertgeräten verantwortlich. Die bei der Verbrennung des Gases entstehenden Abgase steigen zum zweiten Wärmetauscher auf und dieser entzieht ihnen Wärme.

Dadurch wird das Rücklaufwasser auf dem Weg zum Gasbrenner bereits vorgewärmt. Der Brenner benötigt durch das vorgewärmte Wasser weniger Energie, um es erneut auf die benötigte Vorlauftemperatur zu erhitzen.

Wirkungsgrad in % Wärmeverlust in % Abgastemperatur in °C
Konstanttemperaturkessel 65-70 30-35 160-180
Niedertemperaturkessel 80-89 20-11 160-180
Gas-Brennwertkessel 90-95 10-5 40-50

Funktion Gas-Brennwertkessel, Kompakttherme, Kombitherme: Welche Unterschiede gibt es?

Das Funktionsprinzip ist bei allen Gasheizungsarten gleich. Sie unterscheiden sich lediglich bezüglich ihrer Leistung und ihrer Art der Warmwassererzeugung.

Die Gasheizungsarten im direkten Vergleich

Gas-Brennwertkessel Kombitherme Gas-Kompakttherme
Aufstellung bodenstehend wandhängend wandhängend
Leistung hohe Warmwasser-und Wärmeleistung geringe Warmwasserleistung hohe Warmwasser- und Wärmeleistung
Warmwasserversorgung interner Speicher, externer Speicher Durchlauferhitzer interner Speicher
Geeigneter Gebäudetyp Ein- und Zweifamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser Etagenwohnung, kleine Einfamilienhäuser Etagenwohnung, Ein- und Zweifamilienhäuser

Gasheizung Funktion: Gibt es eine wirtschaftlichere Alternative?

Die Gasheizung ist unabhängig von ihrer Ausführung keine wirtschaftliche Investition mehr, da Gas aufgrund verschiedener Faktoren in Zukunft zunehmend zur Preisfalle wird. Die Wärmepumpe ist hingegen ein zukunftssicheres Heizsystem, mit dem Sie das hohe Kostenrisiko durch Gas vermeiden.

Da das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablösen wird, entfällt auch die 65 %-Regel als Kernelement des GEG. Es wird also nicht länger vorgeschrieben, dass neu installierte Gasheizungen ab spätestens 2028 zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.

Auch ein Aus für fossile Heizungen ist laut GModG bislang nicht vorgesehen. Die geplanten gesetzlichen Änderungen sollen Verbrauchern Entscheidungsfreiheit bei der Wahl des Heizsystems suggerieren. Allerdings warnen Experten vor den enormen Mehrkosten, die durch den Kauf einer neuen Gasheizung entstehen können.

Eine Berechnung des Fraunhofer-Instituts hat ergeben, dass eine neu eingebaute Gasheizung in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus über eine Lebensdauer von 19 Jahren Mehrkosten von über 23.700 € gegenüber einem fossilfreien Heizsystem wie der Wärmepumpe verursachen kann.

Quellen:
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Die Gründe für die hohen Mehrkosten durch Gasheizungen sind:

  • Wirkungsgrad: Gasheizungen sind verglichen mit Wärmepumpen das deutlich ineffizientere Heizsystem. Während eine Gasheizung einen durchschnittlichen Wirkungsgrad von 0,9 hat, ist der Wirkungsgrad der Wärmepumpe ca. 4-mal so hoch.

    Dadurch ist die Wärmepumpe im Betrieb günstiger – auch im Altbau und ohne Fußbodenheizung.

  • Bio-Treppe: Das GModG schreibt in Form der Bio-Treppe vor, dass fossil betriebene Heizungen ab 2029 einen stufenweise steigenden Anteil kostspieliger und nur knapp verfügbarer grüner Brennstoffe wie Biogas/-methan oder grünen Wasserstoff nutzen müssen.

  • CO₂-Preis: Da durch die Verbrennung von Gas CO₂-Emissionen verursacht werden, besteht der Gaspreis teilweise aus der sog. CO₂-Steuer.

    Ab 2028 wird der CO₂-Preis nicht länger gesetzlich festgelegt, sondern bildet sich durch die Ausweitung des Emissionshandels auf die Sektoren Gebäude und Straßenverkehr frei am Markt. Experten halten hier 300 €/t CO₂ für möglich.

  • Netzentgelte: Als Netzentgelte werden die Fixkosten des Gasnetzes bezeichnet, die den Ausbau, die Wartung und den Betrieb der Netzinfrastruktur abdecken. Diese werden anteilig von allen Gaskunden über den Gaspreis gezahlt.

    Da immer mehr Menschen auf fossilfreie Heizsysteme umsteigen, erhöhen sich die Kosten für die verbleibenden Haushalte fortschreitend.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema

Wie funktioniert eine Gasheizung?

Eine Gasheizung erzeugt Heizwärme durch die Verbrennung von Erdgas in einem Gasbrenner. Die Heizungsregelung meldet über die Thermostate oder die außentemperatur- bzw. raumtemperaturgeführte Heizungssteuerung ein Signal, woraufhin Gas in den Brenner gepumpt und dort entzündet wird. Die Verbrennungshitze wird über einen Wärmetauscher geleitet, der sie an das Heizungswasser übergibt, welches anschließend per Umwälzpumpe zu den Heizkörpern geleitet wird.

Wozu dienen Umwälzpumpe und Ausdehnungsgefäß?

Diese Komponenten der Gasheizung steuern die Zirkulation und den physischen Zustand des Heizungswassers im System.

  • Umwälzpumpe: Regelt den Transport des warmen Wassers zu den Heizkörpern und leitet das abgekühlte Wasser zum Kessel zurück.
  • Ausdehnungsgefäß: Sorgt für den Druckausgleich, da Wasser sein Volumen verändert, wenn es sich erwärmt oder abkühlt.

Ohne diese Bauteile käme es zu Fehlfunktionen im Wärmekreislauf oder zu Schäden an den Heizleitungen durch Überdruck.

Was ist der Unterschied zwischen Brennwerttechnik und einem Heizwertgerät?

Eine Gasheizung mit Brennwerttechnik nutzt neben der direkten Verbrennungshitze zusätzlich die Kondensationswärme aus den Abgasen. Ein Heizwertgerät gibt diese Energie ungenutzt an die Umwelt ab. Durch die Verwertung der Abgaswärme wird ein größerer Teil des Brennstoffs in nutzbare Energie umgewandelt.

Daraus folgen:

  • Höhere Wärmeverluste bei herkömmlichen Heizwertgeräten (10–35 %)
  • Höhere Wirkungsgrade bei der Brennwerttechnik (90–95 %)
Welche Aufgabe hat der zweite Wärmetauscher bei der Gas-Brennwerttechnik?

Der zweite Wärmetauscher bei der Gas-Brennwerttechnik entzieht den bei der Verbrennung entstehenden Abgasen Kondensationswärme, um die Effizienz des Heizsystems zu steigern. Dadurch wird das Rücklaufwasser auf dem Weg zum Brenner bereits vorgewärmt. Der Gasbrenner benötigt dadurch im Anschluss weniger Energie, um das Wasser wieder auf die erforderliche Vorlauftemperatur zu erhitzen.

Warum wird eine neue Gasheizung in Zukunft zur Preisfalle?

Eine neu eingebaute Gasheizung wird in Zukunft durch steigende Betriebskosten und gesetzliche Vorgaben zu einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko für Verbraucher. Laut Berechnungen des Fraunhofer-Instituts entstehen im Einfamilienhaus über eine Lebensdauer von 19 Jahren potenziell Mehrkosten von über 23.700 € im Vergleich zu einer Wärmepumpe. Die wesentlichen Preistreiber sind:

  • Die Bio-Treppe des GModG, die ab 2029 den stufenweisen Einsatz teurer und knapper grüner Brennstoffe vorschreibt.
  • Der CO₂-Preis, der sich ab 2028 frei am Markt bildet und laut Experten auf bis zu 300 € pro Tonne steigen kann.
  • Steigende Netzentgelte für die Gasinfrastruktur, da sich die Fixkosten auf immer weniger verbleibende Gaskunden verteilen.
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Bild von Pia Marie Oppermann, Fachredakteurin Pia ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.