Das Wichtigste zu Erdgasheizung oder Flüssiggasheizung in Kürze:

  • Zusammensetzung und Verflüssigung: Flüssiggas besteht aus Propan, Butan oder deren Gemisch und verflüssigt sich bei Raumtemperatur unter einem Überdruck von etwa 7 bar.
  • Hohe Energiedichte: Im flüssigen Zustand nimmt es nur ein 260stel seines gasförmigen Volumens ein und bietet mit rund 28 kWh/m³ einen mehr als doppelt so hohen Brennwert wie Erdgas (rund 13 kWh/m³).
  • Flexibel und leitungsungebunden: Es erfordert keinen Netzanschluss und lässt sich oberirdisch oder unterirdisch in einem eigenen Tank speichern.
  • Kompatible Heiztechnik: Herkömmliche Gas-Brennwertgeräte können nach wenigen Einstellungen durch einen Fachmann sowohl mit Erdgas als auch mit Flüssiggas betrieben werden.
  • Gesetzliche Vorgaben nach GModG: Nach dem 29. Juli 2026 eingebaute Gasheizungen müssen ab 2029 zu 10 %, 2030 zu 15 %, 2035 zu 30 % und 2040 zu 60 % mit klimafreundlichen Brennstoffen betrieben werden.

Was ist Flüssiggas?

Flüssiggas stellt eine Alternative zu Erdgas oder Heizöl dar. Als Nebenprodukt der Erdöl- und Erdgasgewinnung besteht Flüssiggas hauptsächlich aus den Kohlenwasserstoffen Propan oder Butan bzw. einem Gemisch aus diesen beiden Gasen.

Der Name „Flüssiggas“ ergibt sich aus der Eigenschaft, dass sich das Gas bei Raumtemperatur und unter leichtem Überdruck von etwa 7 bar verflüssigt.

Flüssiges Flüssiggas nimmt nur ein 260stel des Volumens ein, das es im gasförmigen Zustand benötigt. Es ist somit in einem Tank speicherbar und leitungsungebunden – was den markanten Vorteil und das Hauptunterscheidungsmerkmal gegenüber dem leitungsgebundenen Erdgas darstellt.

Vergleich Flüssiggas vs. Erdgas

Vorteil Nachteil
Flüssiggas Flexibilität
Hoher Brennwert
Höherer Brennstoffpreis
Zusatzkosten für Tankmiete/-kauf
Erdgas Geringerer Brennstoffpreis
Platzsparend
Nicht überall verfügbar
Mögliche Zusatzkosten für Gasanschluss

Flüssiggas verbrennt wie Erdgas

Wie Erdgas verbrennt auch Flüssiggas relativ schadstoffarm und fast ohne Rückstände. Auch die CO₂-Freisetzung ist mit der vom Erdgas vergleichbar und um einiges geringer als bei Heizöl. Der Brennwert von Flüssiggas (rund 28 kWh/m³) ist jedoch mehr als doppelt so hoch wie der des Erdgases (rund 13 kWh/m³).

Können bei der Nutzung von Flüssiggas dieselben Heizungssysteme verwendet werden wie mit Erdgas?

Ja, es können dieselben Gasheizungssysteme verwendet werden wie mit Erdgas. Dies ist somit bei der Entscheidung für eine Erdgas- oder Flüssiggasheizung kein entscheidendes Kriterium.

Es müssen lediglich ein paar Einstellungen am Gaskessel vorgenommen werden – am besten durch einen Fachmann. Prinzipiell kann jedoch jedes herkömmliche Gas-Brennwertgerät auch mit Flüssiggas befeuert werden.

Lagerung von Flüssiggas

Anders als bei Öltanks muss man für Flüssiggastanks keinen gesonderten Raum vorsehen. Flüssiggastanks können oberirdisch in der Garage oder gar hinter Büschen im Garten aufgestellt werden. Um den Tank vor mechanischen und thermischen Einwirkungen zu schützen, oder aus ästhetischen Gründen zu verstecken, kann er auch eingegraben werden.

Die Größe des Tanks ist abhängig vom Jahresbedarf. Dazu wird der Wärmebedarf in Kilowattstunden durch den Heizwert pro Liter geteilt. Bei der konkreten Auswahl und Gestaltung des Tanks empfiehlt sich allerdings die Konsultation eines Experten.

Erdgas oder Flüssiggas

Erdgas- oder Flüssiggasheizung?

Ist ein Gasanschluss vorhanden und zugänglich, so ist Flüssiggas aufgrund der leicht höheren Kosten und erhöhten Sicherheitsanforderungen bezüglich Lagerung die schlechtere Option im Vergleich zu Erdgas.

Insbesondere in ländlichen Regionen, wo weder Gas-, noch Fernwärmenetze vorhanden sind, kann Flüssiggas jedoch eine Alternative zum ebenso leitungsungebundenen und mit höherem CO₂‑Ausstoß verbundenen Heizöl darstellen.

Für beide Heizarten gilt: Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) verbietet den Einbau einer neuen Gas- oder Flüssiggasheizung nicht, aber das Heizen mit Gas wird immer mehr zum Kostenrisiko.

Wird eine fossil betriebene Heizung nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut, muss sie ab 2029 mit einem stufenweise steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden. Dieser Anteil liegt zunächst bei 10 %, steigt 2030 auf 15 %, 2035 auf 30 % und 2040 auf 60 %.

Allerdings sind grüne Brennstoffe kostspielig und nur knapp verfügbar. Die flächendeckende und bezahlbare Versorgung von Privathaushalten kann bislang nicht gewährleistet werden.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema

Was ist der Hauptunterschied zwischen Erdgas und Flüssiggas beim Heizen?

Der entscheidende Unterschied liegt in der Logistik: Erdgas ist leitungsgebunden, während Flüssiggas ortsunabhängig in Tanks gelagert werden kann. Flüssiggas bietet zudem eine deutlich höhere Energiedichte:

  • Es verflüssigt sich bereits unter geringem Druck (ca. 7 bar).
  • Im flüssigen Zustand benötigt es nur ein 260stel seines gasförmigen Volumens.
  • Erdgas ist meist günstiger im Einkauf, setzt aber einen vorhandenen Hausanschluss voraus.
Kann ich meine bestehende Gasheizung von Erdgas auf Flüssiggas umstellen?

Ja, im Prinzip kann jedes herkömmliche Gas-Brennwertgerät mit beiden Gasarten betrieben werden. Für die Umstellung sind jedoch technische Anpassungen erforderlich:

  • Ein Fachmann muss spezifische Einstellungen am Gaskessel vornehmen.
  • Die Brennerleistung wird an den höheren Brennwert des Flüssiggases angepasst.
  • Das Heizsystem selbst muss nicht ausgetauscht werden, was Flüssiggas zu einer flexiblen Nachrüst-Option macht.
Welche Vorteile bietet Flüssiggas im Vergleich zu Heizöl?

Flüssiggas verbrennt deutlich schadstoffärmer und setzt weniger CO₂ frei als Heizöl, was es zur ökologischeren Alternative unter den leitungsungebundenen Brennstoffen macht. Zudem ergeben sich bauliche Vorteile:

  • Flüssiggas gilt als nicht gewässerschädigend, weshalb keine speziellen Auflagen für Wasserschutzgebiete gelten.
  • Es ist kein separater, gemauerter Tankraum im Haus notwendig.
  • Die Verbrennung erfolgt fast rückstandsfrei und ohne Rußbildung.
Wo darf ein Flüssiggastank auf dem Grundstück installiert werden?

Flüssiggastanks sind äußerst flexibel in der Aufstellung und können dort platziert werden, wo sie optisch am wenigsten stören. Es gibt drei gängige Varianten:

  • Oberirdisch: Einfache Montage in der Garage oder hinter Sichtschutz im Garten.
  • Unterirdisch: Vollständig eingegraben, um das ästhetische Bild des Grundstücks zu bewahren.
  • Ein Schutz vor mechanischen oder thermischen Einwirkungen muss dabei immer gewährleistet sein.
Ist der Einbau einer neuen Gasheizung im Jahr 2026 noch erlaubt?

Neu eingebaute Gas- und Flüssiggasheizungen sind nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) weiterhin erlaubt, müssen jedoch ab dem Jahr 2029 mit stufenweise steigenden Anteilen klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden.

Dieser Pflichtanteil liegt im Jahr 2029 zunächst bei 10 %, erhöht sich im Jahr 2030 auf 15 %, im Jahr 2035 auf 30 % und im Jahr 2040 auf 60 %. Da diese grünen Brennstoffe kostspielig und nur knapp verfügbar sind, ist eine flächendeckende Versorgung von Privathaushalten bislang nicht gewährleistet und geht mit einem Kostenrisiko für Verbraucher einher.

Lohnt sich eine Wärmepumpe für Ihr Haus?
Ihre Situation prüfen

Luft-Wasser-Wärmepumpe von thermondo im Komplettpaket

Sie möchten zukunftssicher heizen? Die Wärmepumpe erfüllt jetzt wie in Zukunft alle Anforderungen des GModG, senkt Ihre Heizkosten und wird staatlich gefördert. Kaufen Sie Ihre Wärmepumpe im themondo‑Komplettpaket. Nutzen Sie unseren Heizungsplaner und wir melden uns zeitnah für ein erstes Beratungsgespräch.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.