Ökogas und Klimagas – was ist das?
„Ökogas“ und „Klimagas“ sind keine unterschiedlichen Gasarten: Es handelt sich in beiden Fällen um Erdgas oder ein Erdgasgemisch, dessen CO₂-Emissionen laut Hersteller kompensiert bzw. reduziert werden.
Die Begriffe sind nicht gesetzlich definiert
Die Begriffe „Öko-“ und „Klimagas“ sind nicht gesetzlich geschützt. Anders als bei Erdgas ist nicht festgelegt, was sich hinter den Bezeichnungen verbergen darf. Sie sind überwiegend aus marketingstrategischen Überlegungen entstanden, da sie bei Verbrauchern positive Assoziationen hervorrufen.
Das kann sich hinter „Öko-“ und „Klimagas“ verbergen:
- „Kompensation“ der CO₂-Emissionen durch Klimaschutzprojekte: Einige Gasanbieter versprechen die Unterstützung von Projekten wie Aufforstung oder die Förderung erneuerbarer Energien. Die Wirksamkeit bzw. die Glaubwürdigkeit dieser Projekte variieren jedoch stark.
Wichtig: Der vollständige Abbau von fossilen Gas-Emissionen kann laut Umweltbundesamt (UBA) bis zu mehreren hunderttausend Jahren dauern. Kompensation kann also nur einen Bruchteil dieser Emissionen ausgleichen und das auch nur kurzfristig.
- Erdgas mit Beimischung von Biogas: Hier wird dem fossilen Erdgas meist ein kleiner Teil Biogas beigemischt, oft beläuft sich der Anteil des Biogases auf 5–20 %.
Umweltbundesamt, „Die Treibhausgase“ (zuletzt abgerufen am 15.04.2026)
Zwischenfazit: „Klima-“ und „Ökogas“ beschreiben kein nachhaltiges Gas, sondern fossiles Erdgas. Die Bezeichnung bezieht sich entweder auf die angebliche Kompensation von CO₂ durch Klimaschutzprojekte oder auf die Beimischung eines meist geringen Anteils von Biogas.
Es gibt keine gesetzlichen Standards, die sogenanntes Öko- oder Klimagas erfüllen muss.
Was ist Biogas?
Biogas bezeichnet meistens Gas, das durch die Vergärung von Biomasse, wie Bioabfällen, Mist oder Energiepflanzen gewonnen wird.
Die Vergärung erfolgt unter Ausschluss von Licht und Sauerstoff in sog. Fermentern. Die Substrate werden in einem mehrstufigen Prozess mithilfe von Mikroorganismen aufgespalten, wodurch das Biogas entsteht.
Ist der Fermenter an ein Blockheizkraftwerk angeschlossen, können aus dem Biogas Strom und Wärme erzeugt werden.
Das sind die Vorteile von Biogas:
- Biogas ist potenziell CO₂-neutral: Wird das Biogas aus Pflanzen erzeugt, haben diese bis zur Erzeugung genau die Menge CO₂ gebunden, die bei der späteren Verbrennung wieder freigesetzt wird. Biogas aus Pflanzen verursacht also keinen zusätzlichen CO₂‑Ausstoß. Außerdem reduziert die Nutzung von Gülle und organischen Reststoffen Methanemissionen. Diese würden sonst ungenutzt in die Atmosphäre entweichen.
- Biogas aus Biomasse ist fossilfrei: Wenn das Biogas zu 100 % aus Biomasse hergestellt wurde, ist es die einzige Gasform, die vollständig ohne fossiles Gas auskommt.
- Biogas aus Biomasse ist oft regional: Wenn Biogas zu 100 % aus Biomasse erzeugt wurde, kommt es oft aus der Region.
Das sind die Nachteile von Biogas:
- Kein geschützter Begriff: Es ist nicht eindeutig festgelegt, was sich hinter der Bezeichnung Biogas verbergen darf. Es kann sich bei sog. Biogas bspw. um Erdgasgemische handeln. Derzeit gibt es nur wenige Anbieter, die Biogas-Tarife mit 100 % regenerativem Brennstoff anbieten.
- Biogaserzeugung kann das Klima schädigen: Neben Methan können bei der Biogaserzeugung auch Ammoniak, Schwefelwasserstoff und andere schädliche Stoffe entstehen. Treten diese aus der Biogasanlage aus, hat das negative Folgen für Böden, Grundwasser und Atmosphäre.
- Konkurrenz beim Anbau: Werden Energiepflanzen für Biogas auf fruchtbaren Ackerflächen angebaut, stehen diese in direkter Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln.
- Biogas ist kostspielig: Biogas ist für Verbraucher teurer als herkömmliches Erdgas. Der aktuelle Durchschnittspreis von Biogas-Tarifen liegt ca. 25 % über dem von fossilem Erdgas.
Beispiel: Für Bewohner eines Einfamilienhauses mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh würde das Mehrkosten von über 490 € pro Jahr bedeuten.
Verivox, „Biogastarife verteuern Heizkosten um rund 25 %“ (zuletzt abgerufen am 15.04.2026)
Gut zu wissen: Ab 2045 ist der Betrieb von herkömmlichen Gasheizungen verboten. Zu diesem Zweck wurde mit dem geplanten Gebäude-Modernisierungsgesetz (GMG) die sogenannte Biotreppe eingeführt. Diese schreibt vor, dass Gasheizungen einen zunehmenden Anteil an grünen Gasen, wie Biogas oder grünem Wasserstoff, nutzen müssen. Allerdings ist die ausreichende Verfügbarkeit dieser grünen Gase völlig ungeklärt und mit einem erheblichen Kostenrisiko für Verbraucher verbunden.
Was ist Biomethan?
Biomethan ist ein nahezu CO₂-neutrales Gas mit Erdgasqualität, das direkt ins Gasnetz eingespeist werden kann. Es entsteht durch die technische Aufbereitung von Biogas, bei der das Gas getrocknet, entschwefelt und von CO₂ getrennt wird.
Das sind die Vorteile von Biomethan:
- Vielseitige Einsetzbarkeit: Anders als Biogas kann Biomethan ins Erdgasnetz eingespeist werden. So kann es bspw. zur Wärmeerzeugung in Haushalten und in der Industrie, in Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Strom sowie Wärme und als klimafreundlicher Kraftstoff und in der öffentlichen Gasversorgung eingesetzt werden.
- Nachhaltigkeit: Biomethan ist sehr nachhaltig, wenn es aus Reststoffen und ohne Förderung von Monokulturen erzeugt wird.
- Ganzjährige Nutz- und Speichermöglichkeit: Deutschland hat ein sehr gut ausgebautes Gasnetz, in dem Biomethan problemlos gespeichert und verteilt werden kann. So kann es unmittelbar und unabhängig vom Ort oder dem Zeitpunkt der Produktion genutzt werden.
Das sind die Nachteile von Biomethan:
- Schlechtere CO₂-Bilanz: Die Produktion von Biomethan ist weniger effizient als die direkte Nutzung von Biogas vor Ort, da der Aufbereitungsprozess mehr Energie verbraucht und zusätzliche Emissionen verursacht.
- Zu hoher Bedarf an Biomasse: Es gibt nicht genügend Reststoffe, um den Bedarf klimaverträglich decken zu können. Um den gesamten Gasbedarf mit Biomethan zu decken, müssten zusätzlich Energiepflanzen angebaut werden. Diese belegen Ackerflächen, die für den Anbau von Lebensmitteln oder den Naturschutz gebraucht werden. Außerdem schädigt der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln die Böden, die Gewässer und die Artenvielfalt.
NABU, „Wie nachhaltig ist Bioenergie?“ (zuletzt abgerufen am 15.04.2026)
Sind Klimagas und Co. die besseren Alternativen zu Erdgas?
Klima- bzw. Ökogas ist Erdgas bzw. ein Erdgasgemisch und somit keine echte Alternative zu herkömmlichem Erdgas.
Deshalb ist Klima-/Ökogas keine Alternative:
- Es verursacht klimaschädliche Emissionen.
- Die CO₂-Kompensation erfolgt nur rechnerisch. Verbraucher können nicht überprüfen, ob, wann und in welcher Form ein Ausgleich stattfindet.
- Die rechnerische Kompensation der CO₂-Emissionen reicht nicht aus, um das Gas klimafreundlich zu machen.
- Wird Biogas hinzugemischt, passiert dies oft nur zu einem geringen Anteil.
Wichtig: Eine klimaschonende Energieversorgung kann nur durch die Vermeidung von Emissionen entstehen, nicht durch angebliche Kompensation.
Biogas ist grundsätzlich eine klimafreundliche Alternative zu Erdgas, wenn es aus 100 % regenerativem Brennstoff besteht und aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Mist oder organischen Abfällen hergestellt wurde.
Aus diesen Gründen ist es trotzdem keine zuverlässige Alternative zu Erdgas:
- Oft handelt es sich bei Biogas nicht zu 100 % um einen regenerativen Brennstoff, sondern um ein Gasgemisch mit fossilem Anteil.
- Verbraucherschützer und Umweltverbände warnen vor den hohen Kosten und der mangelnden Verfügbarkeit des Biogases:
Biogas ist aktuell bis zu 25 % teurer als fossiles Erdgas. Zukünftig sind weitere Preissteigerungen möglich. Grund dafür sind die begrenzte Verfügbarkeit bei gleichzeitig steigender Nachfrage.
Ist Biomethan eine geeignete Alternative zu Erdgas?
Nein, Biomethan kann Erdgas nicht vollständig ersetzen. Biomethan erzeugt bei der Verbrennung zwar keine CO₂-Emissionen, mit Blick auf die gesamte Produktionskette kann seine CO₂-Bilanz jedoch schlechter sein als die von fossilem Erdgas.
Grund dafür sind die aufwendige Erzeugung von Biomethan, die Verdrängung von Nahrungspflanzen und der Verlust an gebundenem Kohlenstoff im Boden.
Klimafreundlich heizen mit der Wärmepumpe
Wer klimafreundlich und kostengünstig heizen möchte, muss auf ein fossilfreies Heizsystem wie die Wärmepumpe umsteigen.
Das sind die Vorteile der Wärmepumpe:
- Nachhaltigkeit: Wärmepumpen machen mithilfe von Strom unbegrenzte und kostenlose Umweltwärme als Heizwärme nutzbar. Sie verursachen also keine direkten CO₂-Emissionen.
- Günstiger Betrieb: Aufgrund des hohen Wirkungsgrades der Wärmepumpe, arbeitet sie durchschnittlich 4-mal effizienter als eine Gasheizung. Das macht sie im Betrieb günstiger.
Durch die Abkehr von Gas werden Sie außerdem unabhängig von steigenden Gaskosten durch geopolitische Einflüsse und Versorgungsengpässe. - Rechtliche Vorgaben: Der Betrieb von Gasheizungen ist ab 2045 verboten und die sichere Versorgung mit grünen Gasen zur Einhaltung der Biotreppe gem. GMG kann nicht garantiert werden. Mit der Wärmepumpe entsprechen Sie allen gesetzlichen Vorgaben, ohne ein Versorgungs- oder Kostenrisiko einzugehen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Klima-, Öko- und Biogas
Mit thermondo auf die Wärmepumpe umsteigen
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thermondo ist für den Umstieg auf die Wärmepumpe der Partner an Ihrer Seite. Bei uns erhalten Sie alles aus einer Hand: von der Beratung und Planung über die Entsorgung Ihrer alten Heizung bis hin zur fertigen Installation Ihrer Wärmepumpe.
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Pia ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.