Was bietet ein Gasofen wirklich, welche Ausführungen gibt es und wie lange sind Gasöfen gem. Gebäudeenergiegesetz noch erlaubt? Diese und andere Fragen beantwortet dieser Artikel.

Wie funktioniert ein Gasofen?

Die Funktionsweise von Gasöfen unterscheidet sich nicht grundsätzlich von anderen Einzelraumfeuerungsanlagen. Mit dem Ofen wird ein Brennstoff verbrannt und dabei entsteht Wärme. Diese wird zum Erwärmen von Räumen verwendet.

Ein Gasheizofen kann dabei je nach Bauart sowohl mit Erdgas über die Hausleitung als auch mit Flüssiggas über eine Propangasflasche betrieben werden.

Dass Gas zum Heizen verwendet wird, hat eine mehr als 100-jährige Geschichte. So waren Gasöfen um 1900 bis zu den 1920er-Jahren beliebte Heizgeräte in Wohnungen oder Häusern. Allerdings wurden diese Öfen später von Gasthermen oder gasbetriebenen Zentralheizungen ersetzt.

Darf ich einen Gasofen laut GEG 2024 noch nutzen?

Welche Regelungen das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG) für Gasöfen vorsieht, ist nicht explizit formuliert. Es kommt nämlich darauf an, ob der Gaskamin/Gasofen als handbeschickte Einzelraumfeuerstätte bewertet wird oder als Teil des Heizsystems.

  • Gasofen als Teil der Gasheizung: In diesem Fall ist der Gasofen eine besondere Form der Gasheizung. Entsprechend den Vorgaben des novellierten Gebäudeenergiegesetzes kann ein Gasofen dann noch bis zum 31. Dezember 2044 genutzt werden. Wird allerdings ein neuer Gasofen als Teil der Heizungsanlage in einem Neubaugebiet eingebaut, muss das gesamte Heizsystem mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien genutzt werden. Sie müssen den neuen Gasofen z. B. mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie kombinieren. Diese Regelung gilt je nach Region und Größe der Gemeinde spätestens ab Juni 2028 auch dann, wenn Sie einen neuen Gasofen im Bestand in Betrieb nehmen. Die Neuanschaffung eines Gasofens ist demnach nicht verboten, jedoch spätestens 2028 mit zusätzlichen Auflagen verbunden. Hier müssen Sie sich als Hausbesitzer dann fragen, ob Sie den Gasofen wirklich benötigen, denn er sorgt für unnötige Zusatzkosten, u. a. aufgrund der steigenden CO2-Steuer und des künftigen EU-weiten Emissionshandels für CO2-Emissionen.
  • Der Gaskamin als handbeschickte Einzelraumfeuerstätte: Theoretisch ist der Einbau und der Betrieb von Gaskaminen, die als Einzelraumfeuerstätte z. B. mit Gasflasche genutzt werden, ohne Auflagen durch das GEG möglich. Lediglich die Bestimmungen der Bundesimmissionsschutzverordnung und die Vorgaben der Brandschutzverordnung müssen eingehalten werden.

Gas in unterschiedlichen Aggregatzuständen

Ein Gasofen kann je nach Bauart mit Erdgas oder Flüssiggas betrieben werden. Bei Flüssiggas handelt es sich um komprimiertes und verflüssigtes Gas, das in Flaschen oder Tanks transportiert und gelagert werden kann. Der Vorteil von Flüssiggas besteht darin, dass zum Beispiel kleine Gasöfen mobil betrieben werden können.

Gasöfen – welche Varianten und Ausführungen gibt es?

Wenn in diesem Artikel von dem „Gasofen“ gesprochen wird, bezeichnet der Begriff überwiegend Gaskamine oder Gasheizöfen mit festem Anschluss.

Wird die Bezeichnung allerdings weit gefasst, gibt es sehr viele verschiedene Varianten von Gasöfen, die sich sowohl durch die Bauart als auch durch die Verwendungsmöglichkeiten unterscheiden.

Allen Gasöfen ist gemein, dass sie Strahlungswärme erzeugen, die entweder direkt über die Flamme oder über Radiatoren bzw. Speicherelemente abgegeben wird.

  • Gaskamin:

Der Gaskamin ist die technisch anspruchsvollste Variante eines Gasofens. Der Kamin wird an den Gasanschluss im Haus angeschlossen und kann per Knopfdruck betrieben werden.

Gaskamine, auch Gaskaminöfen genannt, erzeugen ein individualisierbares Flammenbild und können so auch optisch für eine angenehme „Kaminatmosphäre“ sorgen.

Zudem gibt es Gaskamine mit Wassertasche, die auch für die Erwärmung von Heizwasser oder Brauchwasser eingesetzt werden können. Darüber hinaus können Gaskaminöfen mit Speicherelementen aus Speckstein oder anderen Wärmespeichern ausgestattet werden, um die Wirkungsgrade zu erhöhen.

Alternativ sind Gaskamine auch als schicke Raumteiler mit ansprechendem Flammenbild erhältlich. Grundsätzlich können Gaskamine mit größerer Nennleistung auch zum Beheizen mehrerer Räume in Ergänzung zu Solarthermie oder Photovoltaik eingesetzt werden.

Für den Betrieb leistungsstarker Gaskamine ist ein entsprechendes Abgassystem Voraussetzung.

  • mobile Gasöfen/Katalytöfen:

Diese praktischen Gasöfen werden mit Flüssiggas in Gasflaschen betrieben und können überall dort eingesetzt werden, wo Wärme benötigt wird. Mobile Gasöfen sind sehr beliebt, um Ferienhäuser, Wintergärten, Festzelte, Campingwagen oder Werkstätten und Hobbyräume temporär zu beheizen.

Ein mobiler Gasofen kann keine Zentralheizung ersetzen, doch er kann alternativ dort eingesetzt werden, wo keine Heizung vorhanden ist oder eingebaut werden kann. Der Vorteil dieser Öfen besteht darin, dass sie weder Strom- noch Gasanschluss benötigen und sofort einsatzbereit sind.

Diese Gasöfen sind mit Radiatoren und als sogenannte „Katalytöfen“ erhältlich. Katalytöfen arbeiten mit katalytischer Verbrennung. Dabei wird der Brennstoff Gas ohne offene Flamme verbrannt, wodurch die Öfen sicherer sind und auch in Innenräumen eingesetzt werden können.

Da mobile Gasöfen jedoch immer ohne entsprechendes Abgassystem eingesetzt werden, müssen die Aufstellräume über ausreichende Be- und Entlüftungsmöglichkeiten verfügen.

  • Terrassenstrahler/Heizpilze:

Bei den gasbetriebenen Terrassenstrahlern wird ein Radiator mit einer Gasflamme erwärmt. Die erzeugte Strahlungswärme wird über einen Reflektor nach unten geleitet.

Da der Reflektor bei diesen Strahlern aussieht wie ein Pilz, wird diese Form der Heizung auch „Heizpilz“ genannt. Heizpilze finden überwiegend outdoor Anwendung, zum Beispiel auf Außenflächen von Restaurants oder bei Festen.

Wir haben diese Strahler aber nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Gasöfen in unserem Sinn sind sie nicht.

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Gasofen = Gasherd?

Wer im Netz nach Gasofen sucht, trifft häufig auch auf Gasherde. Im Alltag werden beide Begriffe meist gleichbedeutend verwendet. Allerdings gibt es ganz praktisch einen entscheidenden Unterschied. Ein Gasherd wird überwiegend zum Kochen und Backen verwendet und nicht zum Heizen. Sicherlich kann der Gasherd auch einen Ofen (=Backofen) beinhalten.

Ein Gasofen im eigentlichen Sinne ist demnach ein Heizgerät, ein Gasherd ein Kochgerät.

Gasofen kaufen: Sicherheitsaspekte

Wer einen Gasofen betreiben möchte, sollte wie bei allen Feuerstätten auf die Sicherheit achten. Während ein Gaskamin an ein fest installiertes Abgassystem angeschlossen ist und seine Verbrennungsgase darüber abziehen können, ist für mobile Gasöfen kein spezielles Abgassystem notwendig.

Um so wichtiger ist es deshalb, dass beim Betrieb mobiler Gasöfen auf ausreichend Luftzufuhr geachtet wird. Denn der Ofen verbraucht zum Verbrennen Sauerstoff und setzt zugleich Kohlendioxid frei.

Sie sollten beim Kauf deshalb auf eine Zünd- bzw. Sauerstoffmangelsicherung achten. Als Zündvorrichtung hat sich bei Gasöfen die Piezo-Sicherheitszündvorrichtung bewährt.

Wichtig ist bei allen Gasöfen, dass der Gasanschluss, ob per Hausleitung oder Gasflasche, dicht ist. So kann kein Gas entweichen und im schlimmsten Fall zu einer Gasexplosion führen.

TIPP: Hier haben wir alle wichtigen Infos für Sie zusammengestellt, wie Sie Gasgeruch erkennen und entsprechend handeln können.

Gasofen – Kosten nach Bauart

Bei Gasöfen gibt es zwischen mobilen Standgeräten und festen Gaskaminen deutliche Preisunterschiede. Gaskamine kosten abhängig vom Hersteller ab 800 Euro und können zum Beispiel als wasserführende Kamine oder mit entsprechendem Speichermaterial auch mehrere tausend Euro kosten.

Darüber hinaus müssen Sie eventuell mit Anpassungen an der Schornsteinanlage rechnen. Die Produkte liefern eine Heizleistung zwischen drei und neun Kilowatt und können für Wohnräume genutzt werden.

Standheizgeräte mit Gas sind für Innenräume schon ab rund 100 Euro erhältlich und können ohne Schornsteinanschluss betrieben werden. Ihre Heizleistung liegt meist bei ca. drei Kilowatt. Gasöfen für außen sind noch günstiger und schon ab ca. 70 Euro zu haben.

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Was verbraucht ein Gasofen?

Es ist nicht einfach, den Verbrauch eines Gasofens pauschal zu beziffern. Ein möglicher Richtwert liegt bei rund einem Kubikmeter Gas pro Stunde bei einer Leistung von sieben Kilowatt. Wie viel Leistung des Ofens Sie in Anspruch nehmen, damit es für Sie angenehm warm wird, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab:

  • dem eigenen Wärmeempfinden
  • der Isolierung des Aufstellorts
  • der Art des Gasofens
  • der Größe des Aufstellraums

Beispielrechnung:

Bei einem Preis von 11 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Oktober 2024) Gas kommen Sie bei einer durchschnittlichen Leistung von 5 Kilowatt auf Kosten von knapp 165 Cent, wenn der Gasofen drei Stunden in Betrieb ist.

Gasofen: Vorteile und Nachteile

Wie jedes Heizgerät hat ein Gasofen seine Vor- und Nachteile. Diese zeigen wir Ihnen hier auf.

Vorteile Gasofen

  • Wird ein Gaskamin verwendet, kann das Flammenbild individuell angepasst werden.
  • Mobile Standheizkamine können flexibel aufgestellt werden.
  • Gasöfen liefern Wärme auf Knopfdruck, ohne langes Vorheizen.
  • Mobile Gasöfen sind günstig in der Anschaffung.
  • Bei Gaskaminen wird kein Aschekasten benötigt.

Nachteile Gasofen

  • Ein mobiler Gasofen ist kein Ersatz für eine Heizung.
  • Gasöfen benötigen für jedes einzelne Gerät einen Gasanschluss oder eine Gasflasche.
  • Gasöfen können in der Regel nicht für die Warmwasserbereitung eingesetzt werden. Entsprechend ausgestattete Gaskamine sind wiederum teuer in der Anschaffung.
  • Standöfen, die mit Gas betrieben werden, sind nicht für größere Räume geeignet, da die Wärmeabstrahlung nur einen geringen Radius hat.
  • Die Preise für den Brennstoff werden in den nächsten Jahren durch den CO2-Preis und den Emissionshandel deutlich steigen.
  • Der Gaskamin zählt nicht zu den Erfüllungsoptionen des GEG.

Gasofen: Fazit

Ein Gasofen bietet vor allem als mobiles Standgerät sehr große Flexibilität und ist günstig in der Anschaffung.

Wer nur sporadisch auf eine Heizung angewiesen ist und den Ofen zum Beispiel nur in der Werkstatt oder im Wintergarten benötigt, findet damit eine mögliche Alternative zum Stromradiator, zum Heizgebläse oder zur mobilen Infrarotheizung. Allerdings sollte man sich in diesem Fall immer fragen, ob ein strombetriebenes Heizgerät für die sporadische Nutzung nicht günstiger und umweltfreundlicher ist.

Suchen Sie nach einer effizienten Heizung, die nicht nur als Einzelraumfeuerstätte eingesetzt werden kann, ist der Gasofen keine gute Wahl. Zum einen ist der Ofen als Heizgerät nicht effizient, zum anderen müssen Sie mit steigenden Kosten für das Gas rechnen. Wollen Sie wirklich effizient heizen und von hoher staatlicher Heizungsförderung über die BEG profitieren, sind Sie mit einer Wärmepumpe gut beraten.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.