Gasofen – was kann er und ist er mit dem GModG 2026 noch erlaubt?
Ein Artikel von Sebastian Calließ | Zuletzt aktualisiert am: 27.09.2026
Wie funktioniert ein Gasofen?
Die Funktionsweise von Gasöfen unterscheidet sich nicht grundsätzlich von anderen Einzelraumfeuerungsanlagen. Mit dem Ofen wird ein Brennstoff verbrannt und dabei entsteht Wärme. Diese wird zum Erwärmen von Räumen verwendet.
Ein Gasheizofen kann dabei je nach Bauart sowohl mit Erdgas über die Hausleitung als auch mit Flüssiggas über eine Propangasflasche betrieben werden.
Dass Gas zum Heizen verwendet wird, hat eine mehr als 100-jährige Geschichte. So waren Gasöfen um 1900 bis zu den 1920er-Jahren beliebte Heizgeräte in Wohnungen oder Häusern. Allerdings wurden diese Öfen später von Gasthermen oder gasbetriebenen Zentralheizungen ersetzt.
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Darf ich einen Gasofen gem. GModG noch nutzen?
Welche Regelungen das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) für Gasöfen vorsieht, ist nicht explizit formuliert. Es kommt nämlich darauf an, ob der Gaskamin bzw. Gasofen als handbeschickte Einzelraumfeuerstätte bewertet wird oder als Teil des Heizsystems.
Gasofen als Teil der Gasheizung
In diesem Fall ist der Gasofen eine besondere Form der Gasheizung. Die Neuanschaffung und der Betrieb sind gem. GModG weiterhin erlaubt.
Wurde der Gasofen nach dem 29. Juli 2026 neu installiert, gilt die im GModG festgelegte, verpflichtende Bio-Treppe. Diese besagt, dass Heizungen mit fossilen Brennstoffen ab 2029 mit einem schrittweise ansteigenden Teil Bio-Brennstoff betrieben werden müssen.
Haben Sie Ihren Gasofen vor dem Stichtag installiert, gilt für Sie die sogenannte Grüngasquote. Sie betrifft alle Gasheizungsbetreiber unabhängig vom Installationsdatum. Diese verpflichtet Inverkehrbringer von fossilen Brennstoffen, schrittweise – ab 2045 vollständig – auf erneuerbare Energien umzusteigen. Die Quote soll bereits 2028 mit 1 % starten und bis 2045 bei 100 % liegen.
Gut zu wissen: Durch die Auflagen der Bio-Treppe und die damit verbundenen Mehrkosten sollten Sie sich als Hausbesitzer fragen, ob Sie den Gasofen wirklich benötigen. Denn er sorgt für unnötige Zusatzkosten, auch aufgrund der steigenden CO₂-Steuer und des künftigen EU-weiten Emissionshandels für CO₂‑Emissionen. Betreiben Sie den Gasofen über die Erdgasleitung, kommen zusätzliche Kosten im Zuge der steigenden Netzentgelte auf Sie zu.
Der Gaskamin als handbeschickte Einzelraumfeuerstätte
Theoretisch ist der Einbau und der Betrieb von Gaskaminen, die als Einzelraumfeuerstätte z. B. mit Gasflasche genutzt werden, ohne Auflagen möglich. Lediglich die Bestimmungen der Bundesimmissionsschutzverordnung und die Vorgaben der Brandschutzverordnung müssen eingehalten werden.
Gasöfen – welche Varianten und Ausführungen gibt es?
Wenn in diesem Artikel von dem „Gasofen“ gesprochen wird, bezeichnet der Begriff überwiegend Gaskamine oder Gasheizöfen mit festem Anschluss.
Wird die Bezeichnung allerdings weit gefasst, gibt es sehr viele verschiedene Varianten von Gasöfen, die sich sowohl durch die Bauart als auch durch die Verwendungsmöglichkeiten unterscheiden.
Allen Gasöfen ist gemein, dass sie Strahlungswärme erzeugen, die entweder direkt über die Flamme oder über Radiatoren bzw. Speicherelemente abgegeben wird.
- Gaskamin:
Der Gaskamin ist die technisch anspruchsvollste Variante eines Gasofens. Der Kamin wird an den Gasanschluss im Haus angeschlossen und kann per Knopfdruck betrieben werden.
Gaskamine, auch Gaskaminöfen genannt, erzeugen ein individualisierbares Flammenbild und können so auch optisch für eine angenehme „Kaminatmosphäre“ sorgen.
Zudem gibt es Gaskamine mit Wassertasche, die auch für die Erwärmung von Heizwasser oder Brauchwasser eingesetzt werden können. Darüber hinaus können Gaskaminöfen mit Speicherelementen aus Speckstein oder anderen Wärmespeichern ausgestattet werden, um die Wirkungsgrade zu erhöhen.
Alternativ sind Gaskamine auch als schicke Raumteiler mit ansprechendem Flammenbild erhältlich. Grundsätzlich können Gaskamine mit größerer Nennleistung auch zum Beheizen mehrerer Räume in Ergänzung zu Solarthermie oder Photovoltaik eingesetzt werden.
Für den Betrieb leistungsstarker Gaskamine ist ein entsprechendes Abgassystem Voraussetzung.
- mobile Gasöfen/Katalytöfen:
Diese praktischen Gasöfen werden mit Flüssiggas in Gasflaschen betrieben und können überall dort eingesetzt werden, wo Wärme benötigt wird. Mobile Gasöfen sind sehr beliebt, um Ferienhäuser, Wintergärten, Festzelte, Campingwagen oder Werkstätten und Hobbyräume temporär zu beheizen.
Ein mobiler Gasofen kann keine Zentralheizung ersetzen, doch er kann alternativ dort eingesetzt werden, wo keine Heizung vorhanden ist oder eingebaut werden kann. Der Vorteil dieser Öfen besteht darin, dass sie weder Strom- noch Gasanschluss benötigen und sofort einsatzbereit sind.
Diese Gasöfen sind mit Radiatoren und als sogenannte „Katalytöfen“ erhältlich. Katalytöfen arbeiten mit katalytischer Verbrennung. Dabei wird der Brennstoff Gas ohne offene Flamme verbrannt, wodurch die Öfen sicherer sind und auch in Innenräumen eingesetzt werden können.
Da mobile Gasöfen jedoch immer ohne entsprechendes Abgassystem eingesetzt werden, müssen die Aufstellräume über ausreichende Be- und Entlüftungsmöglichkeiten verfügen.
- Terrassenstrahler/Heizpilze:
Bei den gasbetriebenen Terrassenstrahlern wird ein Radiator mit einer Gasflamme erwärmt. Die erzeugte Strahlungswärme wird über einen Reflektor nach unten geleitet.
Da der Reflektor bei diesen Strahlern aussieht wie ein Pilz, wird diese Form der Heizung auch „Heizpilz“ genannt. Heizpilze finden überwiegend im Außenbereich Anwendung – zum Beispiel auf Außenflächen von Restaurants oder bei Festen.
Wir haben diese Strahler aber nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Gasöfen in unserem Sinn sind sie nicht.
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Gasofen kaufen: Sicherheitsaspekte
Wer einen Gasofen betreiben möchte, sollte wie bei allen Feuerstätten auf die Sicherheit achten. Während ein Gaskamin an ein fest installiertes Abgassystem angeschlossen ist und seine Verbrennungsgase darüber abziehen können, ist für mobile Gasöfen kein spezielles Abgassystem notwendig.
Umso wichtiger ist es deshalb, dass beim Betrieb mobiler Gasöfen auf ausreichend Luftzufuhr geachtet wird. Denn der Ofen verbraucht zum Verbrennen Sauerstoff und setzt zugleich Kohlendioxid frei.
Sie sollten beim Kauf deshalb auf eine Zünd- bzw. Sauerstoffmangelsicherung achten. Als Zündvorrichtung hat sich bei Gasöfen die Piezo-Sicherheitszündvorrichtung bewährt.
Wichtig ist bei allen Gasöfen, dass der Gasanschluss, ob per Hausleitung oder Gasflasche, dicht ist. So kann kein Gas entweichen und im schlimmsten Fall zu einer Gasexplosion führen.
TIPP: Hier haben wir alle wichtigen Infos für Sie zusammengestellt, wie Sie Gasgeruch erkennen und entsprechend handeln können.
Gasofen – Kosten nach Bauart
Bei Gasöfen gibt es zwischen mobilen Standgeräten und festen Gaskaminen deutliche Preisunterschiede. Gaskamine kosten abhängig vom Hersteller ab 800 € und können zum Beispiel als wasserführende Kamine oder mit entsprechendem Speichermaterial auch mehrere tausend Euro kosten.
Darüber hinaus müssen Sie eventuell mit Anpassungen an der Schornsteinanlage rechnen. Die Produkte liefern eine Heizleistung zwischen 3 und 9 kW und können für Wohnräume genutzt werden.
Standheizgeräte mit Gas sind für Innenräume schon ab rund 100 € erhältlich und können ohne Schornsteinanschluss betrieben werden. Ihre Heizleistung liegt meist bei ca. drei Kilowatt. Gasöfen für außen sind noch günstiger und schon ab ca. 70 € zu haben.
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Was verbraucht ein Gasofen?
Es ist nicht einfach, den Verbrauch eines Gasofens pauschal zu beziffern. Ein möglicher Richtwert liegt bei rund einem Kubikmeter Gas pro Stunde bei einer Leistung von 7 kW. Wie viel Leistung des Ofens Sie in Anspruch nehmen, damit es für Sie angenehm warm wird, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab:
- dem eigenen Wärmeempfinden
- der Isolierung des Aufstellorts
- der Art des Gasofens
- der Größe des Aufstellraums
Beispielrechnung:
Bei einem Preis von 12 ct/kWh Gas kommen Sie bei einer durchschnittlichen Leistung von 5 kW auf Kosten von knapp 180 ct, wenn der Gasofen 3 Stunden in Betrieb ist.
Gasofen: Vorteile und Nachteile
Wie jedes Heizgerät hat ein Gasofen seine Vor- und Nachteile. Diese zeigen wir Ihnen hier auf.
Vorteile Gasofen
- Wird ein Gaskamin verwendet, kann das Flammenbild individuell angepasst werden.
- Mobile Standheizkamine können flexibel aufgestellt werden.
- Gasöfen liefern Wärme auf Knopfdruck, ohne langes Vorheizen.
- Mobile Gasöfen sind günstig in der Anschaffung.
- Bei Gaskaminen wird kein Aschekasten benötigt.
Nachteile Gasofen
- Ein mobiler Gasofen ist kein Ersatz für eine Heizung.
- Gasöfen benötigen für jedes einzelne Gerät einen Gasanschluss oder eine Gasflasche.
- Gasöfen können in der Regel nicht für die Warmwasserbereitung eingesetzt werden. Entsprechend ausgestattete Gaskamine sind wiederum teuer in der Anschaffung.
- Standöfen, die mit Gas betrieben werden, sind nicht für größere Räume geeignet, da die Wärmeabstrahlung nur einen geringen Radius hat.
- Die Preise für den Brennstoff werden in den nächsten Jahren durch den CO₂-Preis und den Emissionshandel sowie die Grüngasquote deutlich steigen.
Gasofen: Fazit
Ein Gasofen bietet vor allem als mobiles Standgerät Flexibilität und ist günstig in der Anschaffung.
Wer nur sporadisch auf eine Heizung angewiesen ist und den Ofen zum Beispiel nur in der Werkstatt oder im Wintergarten benötigt, findet damit eine mögliche Alternative zum Stromradiator, zum Heizgebläse oder zur mobilen Infrarotheizung. Allerdings sollte man sich in diesem Fall immer fragen, ob ein strombetriebenes Heizgerät für die sporadische Nutzung nicht günstiger und umweltfreundlicher ist.
Suchen Sie nach einer effizienten Heizung, die nicht nur als Einzelraumfeuerstätte eingesetzt werden kann, ist der Gasofen keine gute Wahl. Zum einen ist der Ofen als Heizgerät ineffizient, zum anderen müssen Sie mit steigenden Kosten für das Gas rechnen.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Gasofen
Ja, bestehende Gasöfen dürfen laut GModG weiterhin eingebaut und betrieben werden. Beim Einbau neuer Geräte gibt es jedoch wichtige Unterschiede:
- Als Teil des Hauptheizsystems sind neue Gasöfen (Installation nach 29.07.2026) von der Bio-Treppe betroffen.
- Für Inverkehrbringer von fossilen Brennstoffen wie Gas wird eine Grüngasquote eingeführt.
- Mobile Einzelgeräte mit Gasflasche gelten oft als Einzelraumfeuerstätten und unterliegen derzeit nicht den Auflagen zu Bio-Brennstoffen im GModG.
- Es müssen jedoch immer die Brandschutzregeln und die Bundesimmissionsschutzverordnung beachtet werden.
Ein Gaskamin ist fest an die Hausleitung und ein Abgassystem angeschlossen, während mobile Gasöfen mit Flüssiggasflaschen betrieben werden. Die Einsatzgebiete unterscheiden sich grundlegend:
- Gaskamin: Erzeugt Kaminatmosphäre per Knopfdruck und kann sogar zur Brauchwassererwärmung (mit Wassertasche) genutzt werden.
- Mobiler Gasofen: Benötigt weder Strom- noch Gasanschluss und ist ideal für Werkstätten, Camping oder Ferienhäuser.
- Während Gaskamine Abgase nach draußen leiten, benötigen mobile Geräte in Innenräumen zwingend eine gute Belüftung.
Die wichtigste Sicherheitskomponente für Gasöfen ist eine Sauerstoffmangelsicherung sowie eine zuverlässige Zündsicherung. Achten Sie beim Kauf auf folgende Details:
- Eine Piezo-Sicherheitszündvorrichtung hat sich für den täglichen Betrieb bewährt.
- Die Sauerstoffmangelsicherung schaltet das Gerät automatisch ab, wenn die Luftqualität im Raum sinkt.
- Zudem muss die absolute Dichtheit der Anschlüsse (ob Flasche oder Leitung) garantiert sein, um Explosionsgefahr zu vermeiden.
Die Preise variieren stark zwischen einfachen Standgeräten und fest installierten Kaminsystemen. Das sind die groben Richtwerte:
- Mobile Gasöfen: Einfache Geräte für Innenräume sind bereits ab ca. 100 € erhältlich.
- Gaskamine: Die Kosten starten bei etwa 800 € und können bei wasserführenden Modellen mehrere tausend Euro erreichen.
- Bei festen Installationen müssen zusätzlich Kosten für das Abgassystem und eventuelle Schornsteinanpassungen eingeplant werden.
Gasöfen punkten durch geringe Anschaffungskosten und sofortige Strahlungswärme, fallen jedoch bei Effizienz und Umweltbilanz deutlich zurück. Im Vergleich zur Wärmepumpe ergeben sich folgende Nachteile:
- Gasöfen sind von fossilen Brennstoffen und der steigenden CO₂-Steuer abhängig.
- Eine Wärmepumpe ist ca. 4-mal effizienter und wird staatlich hoch gefördert.
- Langfristig verursacht ein Gasofen durch die CO₂‑Kosten unnötige Zusatzkosten, während die Wärmepumpe zukunftssicher heizt.
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Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.
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