aus 0 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 11/05/2018

Energieberater - Kosten und Möglichkeiten

Mit der Hilfe eines Energieberaters können Haushalte oder Unternehmen aufdecken, wo und wie sie in ihrem Gebäude Energie einsparen können. Hier erläutern wir Ihnen, was ein Energieberater macht und welche Kosten mit einer Energieberatung verbunden sind.

Obwohl es immer modernere Heiz- und Dämmsysteme gibt, existieren in Deutschland noch viele Gebäude, die ihr Energiesparpotential kaum oder gar nicht ausnutzen. Dies gilt vor allem für die Immobilien, die älteren Baujahrs sind und bis dato noch nicht energetisch saniert wurden.

Die Konsequenzen dieser geringen Energieeffizienz unsanierter oder ungedämmter Gebäude machen sich leider in der Umwelt und am Geldbeutel der Besitzer oder Mieter negativ bemerkbar. Durch die Energieeinsparung könnten sowohl Energieverbrauch als auch die Emissionen reduziert werden.

Professionelle Energieberater helfen dabei, Immobilien nachhaltiger zu gestalten. So kann eine Energieberatung zum Beispiel beim Neubau mit einbezogen werden, um ein Niedrigenergiehaus zu gestalten. Ebenso können Energieberater eine Bestandsimmobilie analysieren und dadurch mögliches Einsparpotential aufdecken.

Eine professionelle Energieberatung zielt grundsätzlich auf eine höhere Energieeffizienz von Gebäuden ab. Zu diesem Zweck begutachtet und analysiert ein Energieberater das betreffende Gebäude vor Ort. Auf der Basis dieser Analyse kann dann abhängig vom Bedarf des Eigentümers ein kompletter Sanierungsfahrplan oder nur ein Bericht erstellt werden.

Der Energieberater prüft vor allem folgende Bereiche:

  • Dämmung: Mit Hilfe von Wärmebildkameras kann ein Energieberater zum Beispiel ermitteln, wie gut Wände oder Dächer isoliert sind. Die Kameras zeigen deutlich an, wo große Wärmeverluste entstehen, die in der Heizperiode für unnötige Emissionen und Kosten sorgen.
  • Fenster: Energieberater prüfen auch, wie dicht schließend Fenster sind und ob bereits automatisierte Lüftungsvorrichtungen vorhanden sind. Ebenso wird kontrolliert, ob zum Beispiel eine Doppel- oder Einfachverglasung verwendet wird.
  • Heiztechnik: Eine zentrale Rolle bei der Energieberatung spielt selbstverständlich das vorhandene Heizsystem bzw. System zur Warmwassererzeugung. Dieses System findet bei der Energieberatung auch Berücksichtigung.
  • Bausubstanz: Handelt es sich um einen Altbau oder Neubau? Gibt es eine Unterkellerung? Wie wurde gebaut? Diese und andere Fragen werden bezüglich der Bausubstanz geklärt.

Im Rahmen der Vor-Ort-Begehung kann der Energieberater umfangreiche Berechnungen zum Wärmeverlust oder zu möglichen Wärmebrücken erstellen. Diese Daten fließen letztlich in ein gesamtes Energiekonzept für das Gebäude ein.

Neben diesen Arbeiten kann ein Energieberater folgende Leistungen übernehmen:

  • Beratung im Rahmen von energieeffizientem Bauen
  • Erstellen von Sanierungskonzepten
  • Hilfestellung beim Beantragen von Fördergeldern über die KfW oder das Bafa
  • Thermografische Aufnahmen
  • Baubegleitung
  • energetische Fachplanung

So kann eine Energieberatung ablaufen

Zunächst wird ein Termin mit einem Energieberater vereinbart. Am Termin prüft der Energieberater die Dämmung, danach die Fenster und Türen. Für den Ersteindruck fließt auch der Zustand des gesamten Lüftungskonzepts mit ein. Im zweiten Schritt wird das Heizsystem überprüft. Hier spielen sowohl die Technik als auch der Zustand eine wichtige Rolle.

Abschließend erstellt der Energieberater einen Bericht. In einem weiteren Termin kann der Energieberater konkrete Maßnahmen zur Sanierung oder Optimierung bestehender Dämmungen oder Heizungs-/Lüftungsanlagen geben.

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Wer nicht vom Fach ist, kann bei den vielfältigen Angeboten rund um die „Energieberatung“ leicht an eine falsche Adresse geraten. Denn ähnlich wie die Bezeichnung „Therapeut“ ist auch der Begriff „Energieberater“ gesetzlich nicht geschützt.

Aufgrund dieser eher undurchsichtigen Marktlage hat der Bund eine Website eingerichtet, auf der Sie qualifizierte Energieberater finden können: www.energie-effizienz-experten.de. Alternativ können Sie sich auch an den SHK-Fachbetrieb Ihres Vertrauen wenden oder Ihre lokale, öffentliche Verwaltung aufsuchen. Dort erhalten Sie auch Adressen mit seriösen Energieberatern.

Die Website des Bundes hingegen bietet nicht nur Kontaktdaten für fachkundige Energieexperten, sondern zeigt auch die sogenannten KfW Energieberater oder Bafa Energieberater an. Dabei handelt es sich um die Experten, die nötig sind, damit eine Energieberatung überhaupt durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert werden kann.

Wer als Energieberater auf der Liste des Bundes geführt werden möchte, muss bestimmte Qualifikationen besitzen:

  • Belege und Nachweise einer ausreichenden Qualifikation für eine professionelle Energieberatung.
  • Nachweise über regelmäßige Fortbildungen für jedes Teilgebiet, in welchem die Experten als Energieberater tätig sein wollen, zum Beispiel als Energieberater für Baudenkmäler.
  • Praxisnachweise über bereits erfolgreich durchgeführte Energieberatungen.
  • Nachweise über regelmäßige Kontrollen durch Experten des Bundes.

Egal, ob Sie nicht unbedingt auf eine Förderung der Energieberatung angewiesen sind oder eine solche wünschen – Sie sollten vor der Beauftragung eines Energieberaters darauf achten, ob der gewünschte Experte Mitglieder einer dieser Vereinigungen ist:

  • Bundesverband für das Sachverständigen Gutachterwesen
  • Deutsche Sachverständigen Gesellschaft
  • Sachverständiger bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft u. Ernährung (BLE)

Wie viel Sie für einen Energieberater bezahlen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielen zum einen die Größe des zu analysierenden Gebäudes und zum anderen die beauftragte Leistung eine Rolle. Darüber hinaus können Sie Ihren Eigenanteil senken, indem Sie einen Energieberater mit Bafa- oder KfW-Förderung in Anspruch nehmen.

Mögliche Richtwerte sind:

  • Eine Energieberatung für ein Einfamilienhaus mit ca. 140 Quadratmeter Wohnfläche kostet ungefähr 600 Euro.
  • Wird ein Energieberater in einem Mehrfamilienhaus mit mindestens drei Mietparteien/Eigentümern tätig, können Sie mit Energieberater-Kosten ab 700 Euro rechnen.
  • Eine Energieberatung für größere Immobilien mit mehr als zehn Mitparteien bzw. Eigentümern wird mehr als 1.000 Euro kosten.

Bevor Sie einen Energieberater beauftragen, sollten Sie sich immer erst ein Angebot mit einem Kostenvoranschlag geben lassen. Denn der veranschlagte Stundensatz kann von Anbieter zu Anbieter variieren. Üblich sind zum Beispiel Stundensätze zwischen 45 und über 100 Euro. Hinzu kommen Kosten für Material oder die Anfahrt. Zusatzleistungen wie Thermografie oder Blower-Door-Tests werden außerdem in Rechnung gestellt.

TIPP: Sie können die Kosten für den Energieberater auch teilweise selbst beeinflussen, wenn Sie seine Dienste zum Beispiel nur für eine spezielle Fragestellung benötigen. Dann könnte sich zum Beispiel eine stundengenaue Abrechnung eher lohnen als ein Komplettpaket.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Energieberater-Kosten fördern zu lassen:

  • Verbraucherzentralen: Über die Verbraucherzentralen können Sie auf die Expertise von über 500 professionellen und seriösen Energieberatern zurückgreifen. Die Beratung wird von den Verbraucherzentralen vermittelt und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziell unterstützt. Die Bandbreite der Beratungsmöglichkeiten ist groß. So können Sie als Verbraucher zum Beispiel eine kostenlose Telefonberatung zu einzelnen Fragen zum Energiesparen im Haushalt nutzen. Möglich ist aber auch ein Besuch vom Energieberater bei Ihnen vor Ort, der zum vergünstigten Tarif abgerechnet wird. Lassen Sie sich in der Verbraucherzentrale von einem Energieberater beraten, kostet diese Leistung fünf Euro pro 30 Minuten.
  • Bafa: Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (Bafa) bietet für die Energieberatung Fördergelder von bis zu 1.100 Euro. Mit bis zu 500 Euro können auch Berichte gefördert werden, die von einem Energieberater erstellt werden. Damit Sie diese Energieberater-Förderung nutzen können, muss der Energieberater aus der Expertenliste des Bundes gewählt werden und Ihr Haus vor dem 1.2.2002 gebaut bzw. beim Bauamt angemeldet worden sein. Darüber hinaus muss das Gebäude überwiegend privat zum Wohnen genutzt oder geplant sein.
  • KfW: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert Energieberater vor allem beim Neubau und der Baubegleitung. Über das Programm der KfW können bis zu 4.000 Euro abgerufen werden. Voraussetzung ist, dass das geplante Gebäude energieeffizient geplant ist und dass der gewählte Energieberater in der Expertenliste des Bundes mit dieser Dienstleistung geführt wird.

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Fazit

Energieberater erfüllen eine wichtige Aufgabe, wenn es um energieeffizientes Bauen, Heizen und Lüften geht. Sie helfen Ihnen nicht nur dabei, Energiekosten zu senken, sondern auch nachhaltiger zu heizen.

Mit der passenden Förderung können Sie die durch die Beratung entstehenden Kosten senken. Lassen Sie sich von Ihrem Energieberater am besten durchrechnen, welches Einsparpotential durch die energetische Sanierung bzw. das energetische Bauen besteht. So können Sie leichter abschätzen, wann sich diese Maßnahmen für Sie amortisiert haben. Bei Bedarf können Sie selbstverständlich auch einen SHK-Fachbetrieb mit einbeziehen, um konkrete Kostenschätzungen für die notwendigen Maßnahmen zu erhalten.

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