Zuletzt aktualisiert am: 24.06.2021

Wasserdruck in der Heizung: Wann ist er zu hoch, wann zu niedrig?

Damit Ihre Heizung effizient arbeiten kann, ist ein konstanter Wasserdruck notwendig. Wir zeigen Ihnen, wo Sie den Wasserdruck in der Heizung ablesen können und was Sie bei zu niedrigem oder zu hohem Druck im Heizsystem machen können.

Jede Heizungsanlage ist im Grunde ein Einzelstück, denn in keinem Haus und keiner Wohnung sind die Rohre gleich – auch beim selben Heizkessel. Demnach unterscheidet sich der korrekte Druckbereich von Heizung zu Heizung und von Gebäude zu Gebäude. Der Fachbetrieb bestimmt den optimalen Systemdruck, schon bevor das Heizsystem erstmalig in Betrieb genommen wird, und zwar bei der Planung der neuen Heizungsanlage.

Für die Berechnung des besten Wasserdrucks in der Heizung werden u.a. die Gesamtlänge des Heizungsrohrsystems, die Zahl der Heizkörper sowie mögliche Höhenunterschiede im Heizsystem berücksichtigt. Als Faustregel gilt, dass eine Heizungsanlage einen Wasserdruck von mindestens einem bar benötigt, um einen Höhenunterschied von zehn Metern bewältigen zu können.

Der durchschnittliche Wasserdruck in der Heizung liegt bei Einfamilienhäusern oder Wohnungen zwischen 1,5 und 1,8 bar. So schaffen Sie auch in einem höher gelegenen Stockwerk noch einen Druck von 0,5 bar und mehr.

So lesen Sie den Wasserdruck Ihrer Heizung ab

Der Heizungswasserdruck lässt sich ganz einfach am Manometer ablesen, das beim Heizkessel montiert ist. Das Manometer zeigt Ihnen den Bereich für den optimalen Wasserdruck im System an.

Heizungsmanometer sind meist gleich aufgebaut:

  • Ein Zeiger verweist auf eine Skala, wo Sie den aktuellen Druck des Heizsystems in bar ablesen können.
  • Ein grün eingefärbter Bereich zeigt Ihnen den Bereich mit dem optimalen Systemdruck an.
  • Rot sind die Bereiche für zu hohen oder zu niedrigen Druck markiert. Liegt der Zeiger im roten Bereich, sollten Sie handeln, denn dann kann der Druck in der Heizung zu hoch oder entsprechend zu niedrig sein.

Wenn Sie beim Ablesen des Manometers feststellen, dass der Wasserdruck unterhalb des optimalen Bereichs im roten Bereich liegt, können Sie das einfach beheben.

Ist der Wasserdruck im Heizsystem zu gering, können Sie das übrigens auch an Heizkörpern feststellen, die sich ungleichmäßig erwärmen. Häufig ist zu wenig Wasser im Heizsystem die Ursache für den geringen Druck. In diesem Fall sollten Sie Heizungswasser nachfüllen.

Heizungswasser nachfüllen

Bevor Sie Ihre Heizung mit Wasser auffüllen, sollten Sie prüfen, ob Ihr Leitungswasser ohne weiteres dafür geeignet ist. Der Härtegrad sollte bei mindestens „mittel“ liegen. Das entspricht einer Wasserhärte von 8,4° bis 14°dH. Liegt die Wasserhärte außerhalb dieses Bereichs, muss es vorher aufbereitet werden.

Zunächst sollten Sie die Umwälzpumpe der Heizung ausschalten bzw. die komplette Heizung ausschalten. Danach öffnen Sie die Thermostatventile der Heizkörper.

  • Hat die Heizung einen direkten Wasseranschluss, können Sie das Heizungswasser durch Öffnen des Ventils nachfüllen. Behalten Sie beim Aufdrehen des Ventils das Manometer im Auge. Füllen Sie so lange nach, bis der Wasserdruck im System im optimalen Bereich liegt. Füllen Sie nicht zu viel Wasser auf.
  • Manche Heizsysteme müssen mithilfe eines Schlauchs aufgefüllt werden. Der Schlauch wird an einen Wasserhahn und bei der Heizung an den passenden Stutzen angeschlossen. Der Stutzen ist mit einer abschraubbaren Schutzkappe und einem Ventil versehen. Schließen Sie zuerst den Schlauch an. Danach öffnen Sie den Wasserhahn. So verhindern Sie, dass Luft in das Heizrohrsystem gelangt. Erst zum Schluss öffnen Sie das Ventil und lassen so lange Wasser nachlaufen, bis das Manometer im grünen Bereich liegt. Schließen Sie dann zuerst das Ventil am Heizkessel. Danach schließen Sie den Wasserhahn. Entfernen Sie den Schlauch anschließend vom Wasserhahn und lassen Sie das im Schlauch verbliebene Wasser abfließen. Zum Schluss drehen Sie den Schlauch vom Anschluss am Heizkessel ab und setzen die Verschlusskappe darauf.

Nach dem Auffüllen der Heizung sollten Sie das Heizsystem noch einmal entlüften. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Heizung entlüften können.

Wenn Sie Ihre Heizungsanlage mit frischem Wasser aufgefüllt und entlüftet haben, das Druckproblem aber kurz danach wieder auftritt, liegt das Problem für zu niedrigen Wasserdruck woanders.

Mögliche Ursachen sind auch:

  • Undichte Stellen im Rohrsystem: Prüfen Sie zu diesem Zweck, ob sich an den Heizungsrohren feuchte Stellen bilden.
  • Undichte Stellen am Heizkessel: Gibt es feuchte Stellen unterhalb oder neben dem Heizkessel? Sie können auf ein Leck hindeuten.
  • Defekt am Ausdehnungsgefäß: Auch eine Beschädigung am Ausdehnungsgefäß kann für zu niedrige Druckverhältnisse in der Heizung sogen.

Diese Fehler kann nur ein Fachbetrieb für Sie beheben. Deshalb sollten Sie in diesen Fällen einen Termin mit Ihrem Heizungstechniker vereinbaren.

Schauen Sie auf das Manometer Ihrer Heizung und stellen fest, dass der Druck im oberen roten Bereich liegt, ist Handeln gefragt. Denn dann kann nur ein Fachbetrieb den Fehler beheben. Ein zu hoher Druck kann für Schäden am Rohr- und Heizsystem sorgen.

Die Heizungsexperten können u.a. durch Ablassen des Heizungswassers den Druck zunächst verringern. Anschließend muss die Ursache für den überhöhten Wasserdruck in der Heizung gefunden werden.

Ursachen für zu hohen Druck

Zu hoher Wasserdruck in Ihrer Heizung kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Falsche Dimensionierung der Heizungsanlage: Wurde Ihr Heizsystem nicht fachgerecht geplant, kann dauerhaft ein zu hoher Druck herrschen. In diesem Fall kann nur eine Heizungssanierung bzw. der Austausch einzelner Komponenten für Abhilfe sorgen.
  • Defekt am Ausdehnungsgefäß: Eine Beschädigung des Sicherheitsventils am Ausdehnungsgefäß kann für zu hohen Druck sorgen. Ein Fachbetrieb kann prüfen, ob das Ventil oder das komplette Gefäß ausgetauscht werden muss.
  • Fehler am Wärmetauscher: Ist der Wärmetauscher im Warmwasserspeicher defekt, kann eindringendes Brauchwasser den Druck im Heizsystem ungewollt erhöhen.

Um zu hohem oder zu niedrigem Druck in der Heizung vorzubeugen, sollten Sie Ihr Heizsystem am besten regelmäßig warten lassen. So sorgen Sie dafür, dass u.a. das Heizungswasser regelmäßig nachgefüllt wird.

Langfristig ist es aus verschiedenen Gründen wichtig, dass der Wasserdruck in Ihrer Heizung stimmt: Nur so läuft Ihr System effizient und verbraucht nicht unnötig viel Brennstoff. Außerdem verringern Sie den Verschleiß und erhöhen die Lebensdauer.

Läuft Ihre Heizung nicht mehr rund und häufen sich die Reparaturen, dann empfiehlt sich ein Heizungswechsel. Wir übernehmen die komplette Heizungssanierung, inkl. Installation und Fördermittelservice. Nutzen Sie hierfür unseren Heizungsplaner und erhalten Sie zeitnah ein auf Sie zugeschnittenes Angebot.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.