aus 4 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 11/29/2018

Gastherme: Aufbau und Funktion

Gasthermen sind beliebte Heizgeräte, die sich in verschiedenen Punkten von bodenstehenden Gasheizungskesseln unterscheiden. Das betrifft vor allem Aufbau und Funktionsweise. Wir klären auf, welche das sind.

Häufig werden alle wandhängenden Gasheizungen zu Gasthermen erklärt, das ist allerdings nicht ganz korrekt.

Ganz genau genommen ist eine Gastherme entweder ein wandhängendes Gerät zum Heizen oder zur Warmwasserbereitung.

Durchlaufprinzip bei Warmwasser

Zudem erfolgt die Warmwasserbereitung nach dem Durchlaufprinzip, das heißt, das Wasser wird bei Bedarf im Durchlaufen erhitzt. Es kommt kein Speicher zum Einsatz.

Wird die Warmwasserbereitung nach dem Durchlaufprinzip und das Heizen in einem Gerät kombiniert, handelt es sich um eine Kombitherme.

Nun gibt es aber auch wandhängende Gasheizungen, die heizen und Warmwasser liefern, aber hierfür einen internen Speicher nutzen. Das sind Gas-Kompaktgeräte.

Sie interessieren sich für mehr Informationen rund um die Gastherme?

Vor dem Kauf: Alles über die Gastherme in der Übersicht

Nach dem Kauf: Wie die Gastherme mit Wartung fit bleibt

Anders als bei einem Gasheizkessel wird nicht das Wasser im Speicher beheizt. Stattdessen führen die Heizungsrohre mit dem zu erwärmenden Heizungswasser direkt über den Brenner.

Während Heizkessel das Wasser in einem notwendigen Speicher erhitzen und die Wärme so bereitstellen, arbeitet die Gastherme nur dann, wenn sie direkt benötigt wird.

Der Brenner springt an, wenn die Heizung aufgedreht oder Warmwasser benötigt wird.

Hygienevorteil bei Trinkwassererwärmung

Gerade bei der Trinkwassererwärmung ergibt sich durch die bedarfsorientierte Funktionsweise ein Hygienevorteil, da das Wasser in der Gastherme immer frisch erwärmt wird.

Auf der anderen Seite kommt die Gastherme mit dieser Arbeitsweise aber auch schneller an ihre Grenzen, wenn an verschiedenen Abnahmestellen zeitgleich Wasser benötigt wird.

Abgesehen davon hat die Gastherme die gleichen Komponenten wie ein bodenstehender Heizungskessel.

Neben dem Brenner gehören auch die Umwälzpumpe, die Heizungssteuerung und ein eventuell notwendiges Ausdehnungsgefäß dazu.

Kurz erklärt...

Die Umwälzpumpe sorgt dafür, dass das vom Brenner der Gastherme erwärmte Wasser zu den Heizkörpern transportiert wird und das abgekühlte zurück zum Brenner. Die Pumpe wird mit Strom betrieben und kann zu einem hohen Kostenfaktor werden, wenn sie in die Jahre gekommen ist.

Mit der Heizungssteuerung sorgen Sie dafür, dass die Gastherme auf Ihren Bedarf eingestellt ist und nur so viel Energiie aufwendig, wie dafür notwendig ist. So sparen Sie unnötige Heizkosten.

Das Ausdehnungsgefäß gleicht den Druck aus, der bei der Erwärmung des Heizungswassers entsteht.

Gasthermen arbeiten wie alle modernen Gasheizungen mit Brennwerttechnik.

Anders als bei Heizwerttechnik werden dabei die Abgase des Verbrennungsvorgangs noch einmal genutzt, statt sie an die Umgebung abzugeben.

Damit wird der Brennstoff effizient genutzt, was die Energiekosten um bis zu 30 Prozent reduziert.

Zudem arbeiten moderne Gasthermen modulierend und lassen sich so nach Bedarf steuern.

Schauen Sie daher vor dem Kauf auch immer danach, wie viele Modulationsstufen angegeben werden.

Mehr Modulation gibt Ihnen die Möglichkeit, stärker nach aktuellem Bedarf zu heizen. So heizen Sie noch sparsamer mit Ihrer Gastherme.

Abgassystem bei Gastherme mit Brennwerttechnik

Tauschen Sie eine Heizwerttherme gegen eine Gastherme mit Brennwerttechnik aus, müssen Sie auch Ihr Abgassystem erneuern. Da die Abgase bei Heizwerttechnik deutlich heißer sind als bei Brennwertthermen, ändern sich auch die Anforderungen an das Abgassystem.

Durch die kühleren Abgase entsteht in den Rohren Kondensat. Sind die Rohre nicht feuchtebeständig, greift das Wasser das Mauerwerk an und verursacht eine Versottung des Schornsteins.

Beim Blick auf den benötigten Brennstoff zeigt sich eins: Der größte Teil der Gasthermen wird mit Erdgas betrieben.

Es gibt jedoch auch Alternativen. Allerdings ist denen gemein, dass sie teurer als Erdgas sind.

Eine Alternative ist Flüssiggas, das vor allem für die interessant ist, die keinen Gasanschluss haben und legen können.

Für Flüssiggas brauchen Sie jedoch einen Tank zur Lagerung. Das bedeutet, dass ausreichend Platz vorhanden sein muss.

Umweltschonend mit Biogas

Da Erdgas als fossiler Brennstoff u.a. CO2 beim Verbrennen freisetzt, greifen einige Gasthermennutzer auf umweltfreundlichere Gase zurück.

Manche Anbieter führen sogenanntes Klima- oder Ökogas. Hierbei handelt es sich zwar um normales Erdgas, allerdings werden die CO2-Emissionen mit verschiedenen Maßnahmen (z.B. Kauf von Emissionszertifikaten) ausgeglichen.

Darüber hinaus bieten einige Versorger Biogas aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen an, aber auch Gasgemische mit nur einem kleinem Anteil Bio.

Auch hier gilt, im Vergleich zu Erdgas sind diese Gasprodukte teurer.

Aufgrund ihrer Funktionsweise und Größe ist die Gastherme für Einfamilienhäuser oder Einzelwohnungen eine attraktive Option für die Heizung oder Warmwasserbereitung. Zudem sind moderne Geräte mit Brennwerttechnik deutlich sparsamer als Gasthermen mit Heizwerttechnik.

Unterschied Gastherme und Gasheizung kompakt:

Gastherme Gasheizung
Kosten (inkl. Installation) 3.500 - 6.000 Euro 4.500 - 8.000 Euro
Platzbedarf gering, da kompakte Größe und wandhängend Stellfläche von 2 - 3 m², da bodenstehend u.
evtl. externer Speicher notwendig
Warmwasser nach dem Durchlaufprinzip je nach Bedarf;
gerät bei großen Mengen schnell an die Grenze
Integrierter oder externer Wasserspeicher
sorgt für höheren Warmwasserkomfort
Geeignet für Einfamilienhaus und Etagenwohnung Ein- und Mehrfamilienhäuser

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