Zuletzt aktualisiert am: 04.12.2019

Heizung: Thermostat einstellen leicht gemacht

Wenn wir im Winter zuhause frösteln, drehen wir einfach das Thermostat am Heizkörper auf. Doch wie sollte das Heizungsthermostat eingestellt werden, um optimal zu heizen? Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie sich das Thermostat der Heizung einstellen lässt und worauf Sie dabei achten sollten.

Das Thermostat an Ihrem Heizkörper dient dazu, die Temperatur in einem Raum individuell zu regeln. Mithilfe des Ventils regulieren Sie, vereinfacht gesagt, wie viel erwärmtes Heizwasser durch den Heizkörper fließt.

Ein klassisches mechanisches Heizkörperthermostat besteht aus drei zentralen Elementen: einem Gehäuse, einem Temperatursensor und einem Übertragungsstift. Sobald Sie den Drehknopf des Thermostats zudrehen, drückt der Stift im Gehäuse auf das Ventil. Dadurch verringert sich die Öffnung und es kann weniger Wasser durch den Heizkörper fließen. Unabhängig von der Stellung des Thermostats kann der Temperaturfühler ebenfalls bestimmen, ob sich das Ventil öffnet oder nicht.

Digitale Thermostate und smarte Heizungssteuerung

Digitale Thermostate regulieren ebenfalls die Ventilöffnung am Heizkörper. Allerdings werden die Thermostate nicht manuell gesteuert, sondern per App oder digitaler Eingabe der gewünschten Raumtemperatur.

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Jedes Heizkörperthermostat verfügt über eine Skala von 1 bis 5. Anstelle einer 0 befindet sich ein Sternchen-/Frostsymbol. Die Ziffern entsprechen jeweils einer bestimmten Temperatur. Pro Stufe wird die Temperatur um 4 °C erhöht. Die zwischen den Ziffern aufgeführten Striche entsprechen jeweils einem Grad Celsius.

  • Stern-Symbol: ungefähr 5 °C, dient als Frostschutzeinstellung. Sollte die Temperatur bei ausgedrehten Heizkörpern unter 5 °C fallen, wird die Heizung anspringen und die Heizkörper mit warmen Heizwasser versorgen, damit kein Frost entsteht.
  • Stufe 1 → ca. 12 °C
  • Stufe 2 → ca. 16 °C
  • Stufe 3 → ca. 20 °C
  • Stufe 4 → ca. 24 °C
  • Stufe 5 → ca. 28 °C

Grundsätzlich gilt, dass das Heizungsthermostat nicht in jedem Raum auf gleicher Stufe stehen muss. Schließlich benötigen Sie nicht überall die gleiche Raumtemperatur. So sollte es im Schlafzimmer für ein angenehmes Schlafklima eher kühler sein, während die Temperatur im Bad am höchsten innerhalb Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses sein sollte. Folgende Temperaturen und Thermostateinstellung sind empfehlenswert:

  • Schlafzimmer: 16-18 °C, entspricht Stufe 2-3
  • Bad: 24-26 °C, entspricht Stufe 4-5
  • Wohnzimmer: 20-22 °C, entspricht Stufe 3-4
  • Küche: 18-20 °C, entspricht Stufe 2-3
  • Arbeits- und Kinderzimmer: 20-22 °C, entspricht Stufe 3-4

Ausnahme: Temperatursteuerung über externen Temperaturfühler

Wenn Ihre Heizungsanlage über einen separaten Raumtemperaturfühler verfügt, wird das Heizungsthermostat nicht zur Regelung der Raumtemperatur verwendet. In diesem Fall drehen Sie die Heizkörper im Aufstellort des Temperaturfühlers auf Stufe 5 und regeln die Raumtemperatur über die separate Bedieneinheit.

Wie Sie bereits anhand der Temperaturskalen gesehen haben, steigt die Raumtemperatur mit jeder Stufe. Wenn Sie also alle Heizkörper auf 5 drehen, erzeugt Ihre Heizung mehr Wärmeenergie und benötigt entsprechend mehr Primärenergie, also Öl, Gas, Holz oder Pellets.

Durch die Einstellung der Heizungsthermostate haben Sie somit die Möglichkeit, Ihre Heizkosten zu kontrollieren.

Praktische Tipps:

  • Regeln Sie das Heizungsthermostat im Badezimmer wieder herunter, wenn Sie z.B. nicht duschen oder baden wollen.
  • Stellen Sie das Heizungsthermostat in der Küche eher ein bisschen kälter ein. Denn wenn Sie z.B. kochen, backen oder das Geschirr abwaschen, sind Sie ohnehin in Bewegung. Ist der Herd oder Backofen an, erzeugen auch diese Kochstellen Wärme. Sie benötigen dann nicht so viel Heizwärme.
  • Stellen Sie das Heizkörperthermostat nicht unnötig hoch ein. Regeln Sie lieber hoch, wenn es Ihnen noch zu kalt ist.

Entspricht die Raumtemperatur immer exakt der Einstellung am Heizungsthermostat?

In jedem Heizkörperthermostat befindet sich ein Temperaturfühler, der prüft, ob die eingestellte Temperatur erreicht wird. Doch das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Raumtemperatur überall und konstant bei 20 °C liegt, wenn Sie das Thermostat auf Stufe 3 eingestellt haben.

Denn zum einen wirkt sich der Standort des Heizkörpers auf die Wärmeverteilung aus. Zum anderen hat auch die Form des Raums Einfluss auf die Messung des Fühlers. Verantwortlich für "falsche" Messungen ist in der Regel sogenannte "Stauwärme". So kann es vorkommen, dass sich die vom Heizkörper erzeugte Wärme in unmittelbarer Nähe des Thermostats staut, weil z.B. ein Sofa davorsteht oder ein Vorhang davor hängt. In diesem Fall erhält das Thermostat das Signal, dass die gewünschte Raumtemperatur bereits erreicht wurde und schließt das Ventil, obwohl es im Rest des Raumes noch kühl ist.

Empfehlenswert ist es deshalb, eher mit Raumtemperaturfühlern zu arbeiten. Diese Sensoren werden am besten in der Raummitte installiert. Dort messen sie die korrekte Raumtemperatur und können die Heizungsthermostate noch sinnvoller steuern.

  • Das Thermostat wird auf Stufe 5 gestellt, um den Raum schneller zu erwärmen.

Viele Verbraucher denken, dass sie einen Raum schneller warm bekommen, wenn sie das Heizungsthermostat gleich auf Stufe 5 stellen. Das ist jedoch ein Trugschluss, denn Ihre Heizung braucht genauso lange, um z.B. auf 20 °C zu heizen, wenn Sie die Heizkörper auf Stufe 3 oder auf Stufe 5 einstellen. Da Stufe 5 ca. 28 °C entspricht, werden Sie sogar die Fenster öffnen müssen, um den Raum wieder herunter zu kühlen. Sie verschwenden damit nur unnötig Energie.

  • In Abwesenheit werden die Thermostate nur auf "Frostschutz" gestellt.

Sicherlich, das Sternchensymbol bedeutet Frostschutz. Sind aber draußen dauerhaft Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, können die Räume so stark auskühlen, dass selbst bei der Frostschutzeinstellung Heizungsrohre gefrieren. Empfehlenswert ist es deshalb, den Heizkörper am Ende des Heizstrangs auf mindestens Stufe 1 oder 2 zu stellen. So zirkuliert kontinuierlich warmes Heizwasser durch die Leitungen. Damit verhindern Sie übrigens nicht nur Frost, sondern auch Schimmelbildung.

  • Die Thermostate sind immer auf "Wunschtemperatur" eingestellt.

Wenn Sie tagsüber beim Arbeiten oder länger unterwegs sind, müssen Sie die Heizungsthermostate nicht auf hoher Stufe lassen. Drehen Sie die Heizung am besten eine Stufe herunter, wenn Sie gehen und wieder hoch, wenn Sie kommen. So sparen Sie Heizenergie und Heizkosten.

Wie Sie gesehen haben, ist es nicht so schwer, die Thermostate an der Heizung richtig einzustellen. Wer dann noch seine Heizung regelmäßig wartet und im Winter eine sinnvolle Wohnraumlüftung betreibt, heizt effizient und spart an Heizkosten, aber nicht an Wohnkomfort.