Zuletzt aktualisiert am: 17.12.2019

Heizung-Thermostat ist defekt: Reparieren oder austauschen?

Wenn das Heizkörperventil defekt ist, können Sie Ihre Räume nicht mehr richtig beheizen. Wir zeigen Ihnen hier, welche Anzeichen auf ein defektes Thermostat hinweisen und was Sie bei einem Defekt tun können.

Um zu wissen, wann bei Ihrer Heizung das Thermostat defekt ist, sollten Sie wissen, wie das Bauteil überhaupt funktioniert. Heizungsthermostate bestehen aus einem Drehknopf einem Heizungsventil sowie einem Temperaturfühler. Das Ventil reguliert, wie viel Heizungswasser durch den Heizkörper fließt. Davon hängt schließlich ab, wie warm der Heizkörper wird.

Im Ventil befindet sich der Ventilstift. Drehen Sie das Thermostat zu, drückt dieser Ventilstift auf die Öffnung und verringert den Wasserdurchfluss. Der Wärmesensor besteht aus einer Patrone. Sie ist mit Flüssigkeit gefüllt, die sich bei Wärme ausdehnt. Ist die eingestellte Raumtemperatur erreicht, dehnt sich die Flüssigkeit aus und drückt auf den Ventilkopf, wodurch ebenfalls der Heizwasserdurchfluss verringert wird. Sinkt die Temperatur entsprechend, zieht sich die Flüssigkeit zusammen und der Ventilstift geht zurück.

Wenn nun von einem defekten Heizungsthermostat gesprochen wird, ist es in der Regel genau der eben beschriebene Mechanismus, der nicht mehr funktioniert.

Das Heizungsthermostat sorgt dafür, dass Ihre Heizkörper die eingestellte Temperatur erzeugen. Ein defektes Thermostat kann dann vorliegen, wenn:

a) die Heizkörper weiterhin warm bleiben, obwohl Sie den Drehknopf zugedreht haben.

b) die Heizkörper nicht die gewünschte Temperatur erreichen, obwohl Sie diese voll aufgedreht haben.

Wichtig: Wenn Sie mit einem separaten Raumtemperaturfühler arbeiten, können diese beiden Phänomene ebenfalls auftreten. In diesem Fall ist dann meist nicht das Thermostat defekt, sondern der Temperaturregler nicht korrekt eingestellt.

Wenn das Thermostat Ihrer Heizung kaputt ist, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Thermostat reparieren oder Thermostat austauschen.

Wohnen Sie zur Miete, ist es empfehlenswert, bei Problemen mit Thermostaten oder der Heizung immer einen Fachbetrieb zu holen. Denn letztlich haften Sie, wenn es nach der eigenen "Reparatur" zu Schäden kommt.

Trauen Sie sich selbst zu, das defekte Thermostat zu reparieren, können Sie folgendermaßen vorgehen.

Ein defektes Thermostat funktioniert meist deshalb nicht mehr, weil der Ventilstift klemmt. Diesen können Sie einfach lösen.

1) Nehmen Sie den Drehknopf (Gehäuse) des Thermostats ab.

Hierfür lösen Sie zunächst die Überwurfmutter. Am einfachsten geht das mit einer Rohrzange, die Sie gegen den Uhrzeigersinn drehen. Nach dem Aufdrehen nehmen Sie den Einstellkopf ab. Sie müssen dabei keine Angst haben, dass Wasser aus dem Heizkörper läuft, denn das Ventil ist im Heizkörper verschraubt.

2) Kontrollieren Sie die Ventilspindel

Die sogenannte "Ventilspindel" reguliert den Durchfluss des Heizungswassers. Sie sollte ungefähr fünf Millimeter herausragen und sich ganz einfach mit einem Finger in das Ventil drücken lassen. Klemmt der Ventilstift, haben Sie bereits die Ursache für den Defekt am Thermostat gefunden.

3) Lösen Sie den klemmenden Ventilstift

Klopfen Sie mit einem kleinen Gummihammer ganz leicht von vorn auf die Ventilspindel. So können Sie diese lösen. Wichtig: Klopfen Sie sehr vorsichtig, denn sonst besteht die Gefahr, dass Sie das Ventil beschädigen.

4) Schrauben Sie den Einstellkopf wieder an

Haben Sie den Ventilstift gelöst und er lässt sich wieder mit dem Finger ohne großen Druck reindrücken, können Sie den Einstellkopf wieder aufschrauben. Drücken Sie ihn dazu gegen das Ventil und ziehen Sie die Überwurfmutter wieder an (im Uhrzeigersinn drehen).

Konnten Sie nach dem Aufschrauben den Ventilstift nicht lösen, weil er zu fest saß, ist ein Austausch des Heizungsthermostats notwendig. Am besten fragen Sie bei einem Fachbetrieb nach, um ein passendes Ventil montieren zu lassen. Wenn Ihr Heizungsthermostat ohnehin getauscht werden muss, könnten Sie überlegen, auf ein digitales Thermostat oder ein smartes Heizungsthermostat umzusteigen.

Hat das Aufschrauben des Thermostats ergeben, dass der Ventilstift locker ist und sonst keine Schäden bestehen, gilt es, auf Fehlersuche zu gehen. Dabei sollten Sie aber die Hilfe eines Heizungsfachbetriebs in Anspruch nehmen.

Ist Ihr Heizungsthermostat defekt, sind die notwendigen Arbeitsschritte zum Reparieren oder Austauschen schnell erledigt. Wohnen Sie zur Miete oder trauen Sie sich die eigenhändige Reparatur nicht zu, sollten Sie einen Heizungsfachbetrieb beauftragen. Das Gute daran: Sie bekommen Garantie auf die Arbeiten und können die Arbeitskosten von der Steuer als "haushaltsnahe Dienstleistungen" absetzen.

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