Zuletzt aktualisiert am: 28.10.2019

Heizung frostsicher machen - Empfehlungen für einen besseren Frostschutz der Heizungsanlage

Wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, kann auch das Wasser in Ihrer Heizungsanlage gefrieren. Gerade in wenig benutzten Räumen oder in Ferienwohnungen etc. sollten Sie Ihre Heizung frostsicher machen. Worauf es dabei ankommt, erfahren Sie hier.

Ein Heizsystem besteht aus einem Netz aus Rohrleitungen, durch welche Wasser zu den Heizkörpern fließt. Wasser ist ein hervorragendes Transportmedium für Wärme. Allerdings hat es bei Kälte einen entscheidenden Nachteil, denn es kann bei Temperaturen unter null Grad gefrieren. Und wenn Wasser zu Eis wird, dehnt sich das Volumen aus.

Gefrierendes Wasser in Heizungsrohren kann also diese Rohre zum Bersten bringen. Aus einem Problem mit defekten Heizungsrohren kann sich schnell ein handfester Wasserschaden entwickeln. Da sich Heizungsrohre häufig in Wänden befinden und durch ganze Häuser laufen können, ist die Reparatur eines Rohrbruchs durch Frost sehr kostspielig.

Um schließlich gefrorenem Heizungswasser vorzubeugen, hilft es, wenn Sie Ihre Heizung im Winter überhaupt einschalten. So kann das erwärmte Heizungswasser immer wieder zirkulieren und es wird ein Einfrieren verhindert. Der beste Frostschutz für die Heizung besteht also darin, dass Sie heizen.

Das sollten Sie tun, um Ihre Heizung vor Frostschäden zu schützen

Auch wenn Ihre Heizung betriebsbereit ist, sind Frostschäden möglich, wenn Sie nicht "richtig" heizen. Folgendes ist wichtig:

  • Heizen Sie am besten alle Räume: Auch wenn Sie sich nicht in allen Räumen Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung permanent aufhalten, sollten Sie darauf achten, dass jeder Raum bei Frost ausreichend warm ist. So verhindern Sie, dass Leitungsrohre genau in diesem Raum einfrieren und bersten können. Empfehlenswert ist es deshalb, die Thermostate in nicht-genutzten Räumen auf eins oder zwei zu stellen. Sinkt die Temperatur im Raum unter 5°C, öffnet sich das Ventil im Thermostat bei Stufe 1 und lässt warmes Heizungswasser in den Heizkörper strömen.
  • Schalten Sie die Heizung nicht aus, wenn Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus im Winter nicht bewohnen: Insbesondere in Ferienhäusern und -wohnungen besteht bei Temperaturen unter null Grad häufig die Gefahr, dass Heizungsrohre platzen. Denn meist werden Heizungen dort komplett ausgeschaltet. Ein Fehler, denn so können Leitungsrohre einfrieren.
  • Lüften Sie nur stoßweise: Bei sehr kalten Temperaturen kann bereits ein geöffnetes Fenster dazu führen, dass in der Nähe liegende Heizungsrohre Frost abbekommen. Schließen Sie Ihre Fenster nach dem Lüften wieder.
  • Prüfen Sie Heizungsrohre unter dem Dach: Wenn Sie ein Dachgeschoss nutzen und dort Heizungsrohre verlegt sind, sollten Sie die Thermostate der Heizkörper unter dem Dach nie komplett schließen. Denn Rohrleitungen für die Heizung werden häufig am Kniestock verlegt, also der kleinen Mauer an der Traufseite des Dachs, welche das Dach trägt. Dort befinden sich die Rohre direkt an der Außenwand, sind also verstärkt Kälte ausgesetzt.
  • Achten Sie bei Dämmarbeiten auf die korrekte Durchführung: Im Rahmen einer energetischen Sanierung erfolgt in der Regel eine Fassadensanierung. Allerdings können Räume auch von innen gedämmt werden. In diesem Fall kann es vorkommen, dass Heizungsrohre zwischen Dämmung und Außenwand verlaufen. Sie sind dann besonders anfällig für Frostschäden. Aus diesem Grund sollte bei der Sanierung unbedingt der Frostschutz für die Heizungsanlage berücksichtigt werden. So können die Rohre entweder nach dem Dämmen durch den Raum geführt werden oder es ist eine sogenannte "Rohrbegleitheizung" zum Schutz der Rohrleitungen erforderlich.
  • Schließen Sie Kellerfenster: Auch wenn die Raumtemperatur im Keller im Winter nicht unter den Gefrierpunkt sinkt, kann ein geöffnetes Kellerfenster zum Frostbruch an Rohren führen. Denn wenn permanent frostige Luft über die Metallrohre streicht, kann das Wasser darin gefrieren. Besonders gefährdet sind die Rohre z.B. dann, wenn die Heizung sich durch die Nachtabsenkung temporär ausschaltet. Lüften Sie deshalb im Keller im Winter zwar regelmäßig, doch schließen Sie die Fenster danach wieder.
  • Setzen Sie Frostwächter ein: Um sicherzugehen, dass kein Frost an Leitungen entsteht, können Sie mit Frostwächtern arbeiten. Hierbei handelt es sich um Heizlüfter, die mit einem Temperatursensor verbunden sind. Sinkt die Umgebungstemperatur unter eine voreingestellte Zahl, schaltet sich der elektrische Heizlüfter ein.

TIPP: Mit einer smarten Heizungssteuerung können Sie ganz einfach Frostschutz für die Heizung betreiben. Die smarte Technik informiert Sie jederzeit über die Raumtemperatur oder je nach Ausstattung auch über geöffnete Fenster. So haben Sie die Möglichkeit, auch aus der Ferne Thermostate bei Frostgefahr hochzuregeln oder das System regelt die Temperaturen automatisch hoch.

Frostschutzmittel zum Schutz der Heizung sind weniger geeignet

Während in Solarthermieanlagen Frostschutzmittel sehr hilfreich ist, um das Trägermedium vor dem Einfrieren zu schützen, ist Frostschutzmittel im Heizkreislauf nicht zu empfehlen. Rohrleitungen und die Heizungsanlage sind nicht auf die Zusätze der Frostschutzmittel ausgelegt. Somit können durch die Verwendung von Frostschutzmitteln Schäden an der Heizungsanlage entstehen.

Warum es auch für die Versicherung wichtig ist, dass Sie die Heizung vor Frost schützen

Sollte es aufgrund eines frostbedingten Rohrbruchs zu einem großen Schaden in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus kommen, kann der Schaden z.B. von der Hausratversicherung reguliert werden. Allerdings prüft die Versicherung, ob Sie ausreichende Maßnahmen zum Frostschutz ergriffen haben. Stellt ein Gutachter fest, dass Sie fahrlässig gehandelt haben, kann die Versicherung die Zahlung verweigern. Deshalb sollten Sie auch aus Versicherungsgründen immer für eine frostsichere Heizung im Winter sorgen und alles tun, um Frostschäden zu vermeiden.

Eine einwandfrei funktionierende Heizung ist der beste Frostschutz für Ihre Heizungsanlage. Schalten Sie Ihre Heizung im Winter nie ganz aus und lassen Sie die Thermostate mindestens auf 1 oder 2 stehen. Damit Ihr Heizgerät auch bei kalten Temperaturen zuverlässig arbeitet, sollten Sie es regelmäßig warten lassen. Im Rahmen der Wartung kann Ihr Heizungsfachbetrieb mögliche Fehler frühzeitig erkennen und beheben.

Warme und beheizte Räume haben übrigens auch noch einen anderen Sinn: Sie vermeiden dadurch Schimmelbildung!

Quellen:

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