Zuletzt aktualisiert am: 18.08.2021

Heizen wird teuer – Ursachen und Tipps

Mit der Einführung der CO2-Steuer im Januar 2021 und aufgrund gestiegener Netzentgelte müssen Verbraucher mit höheren Gas- und Ölpreisen rechnen. Doch wie hoch fallen die Preiserhöhungen wirklich aus und was können Sie als Verbraucher dagegen tun?

Im November 2020 ist das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung in Kraft getreten. Es sieht u.a. eine "CO2-Steuer" vor. Unternehmen, die Öl oder Gas verkaufen, müssen seit dem 1. Januar 2021 pro verursachter Tonne CO2 25 Euro bezahlen.

Diese Kosten legen die Unternehmen laut unterschiedlicher Studien schon jetzt auf die Verbraucher um. Nach einer Erhebung des Vergleichsportals Verivox haben bereits 326 von 700 kommunalen und regionalen Gasversorgern Preiserhöhungen angekündigt.

Der Energiedienstleister Enet rechnet damit, dass Familien 2021 rund 4,45 Prozent mehr für Gas bezahlen werden. Grundlage für die Berechnung ist der Grundversorgungspreis von 1.221,57 Euro, den ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh im Jahr 2020 bezahlen musste. Enet geht 2021 von durchschnittlichen Kosten von 1.275,91 Euro aus.

Es gibt zwei Ursachen für steigende Gas- und Ölpreise:

CO2-Steuer: Seit 1. Januar 2021 gilt die von der Bundesregierung im November 2020 verabschiedete CO2-Abgabe. Ziel des Klimaschutzgesetzes ist es, die Emissionen bis zum Jahr 2030 deutlich reduzieren.

Zu diesem Zweck wurde die CO2-Steuer eingeführt, welche Verbraucher zum Senken ihres Gas- und Ölverbrauchs animieren soll.

Gestiegene Netzentgelte: Für die Durchleitung von Gas durch das öffentliche Netz müssen Gasversorger seit 2020 in vielen Bundesländern mehr bezahlen.

Diese Kosten werden ebenfalls auf die Verbraucherpreise umgelegt und führen u.a. zu höheren Gaspreisen. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh sind Zusatzkosten von bis zu 64 Euro pro Jahr allein aufgrund gestiegener Netzentgelte möglich.

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Wer die Gaspreisentwicklung der letzten zehn Jahre betrachtet, wird schnell feststellen, dass der durchschnittliche Gaspreis 2020 unter dem Niveau von 2010 lag. Laut Zahlen des Vergleichsportals Verivox mussten Verbraucher 2010 rund 6,07 Cent pro Kilowattstunde Gas bezahlen, 2020 lag der Preis bei 6,03 Cent.

Selbst wenn der Gaspreis 2021 aufgrund der CO2-Abgabe und höherer Netzentgelte auf 6,10 Cent steigen sollte, liegen die Kosten für Gas immer noch unter dem Preis von 2012. In diesem Jahr hatte der Gaspreis mit 6,80 Cent sein Zehn-Jahres-Hoch.

Auch wenn wir gesehen haben, dass die Preissteigerungen durch die CO2-Steuer und höhere Netzentgelte vergleichsweise moderat ausfallen, haben Sie als Verbraucher verschiedene Hebel, um die Kosten dennoch zu senken:

Umstieg auf moderne Heiztechnik: Wenn Sie bis dato noch mit einer alten Gas- oder Ölheizung heizen, sollten Sie bei künftig steigenden Preisen am besten umrüsten. Schon allein der Umstieg auf moderne Brennwerttechnik wird Ihren Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken. Entsprechend werden auch Ihre Heizkosten sinken.

Gasanbieter wechseln: Es ist sinnvoll, regelmäßig Gaspreise zu vergleichen. Denn die aktuellen Zahlen, z.B. von Enet, zeigen, dass die Gaspreise nicht im gesamten Bundesgebiet gleichmäßig steigen. Außerdem fallen die Netzentgelte von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich aus. In manchen Regionen sinken die Preise sogar. Ein Vergleich kann sich also lohnen. Die vermeintliche Preiserhöhung ist schnell kompensiert.

Verbrauch optimieren: Allein durch richtiges Lüften lässt sich viel Heizenergie einsparen. Achten Sie z.B. darauf, im Winter nur stoßweise zu lüften und heizen Sie Ihre Wohnräume nicht unnötig auf. Schon ist der der vermeintlich höhere Gaspreis durch einfache Einsparungen reduziert.

Erneuerbare Energieträger nutzen: Es empfiehlt sich, die Gas- oder Ölbrennwertheizung mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe zu kombinieren. Durch die Heizungsunterstützung lässt sich sehr viel Energie einsparen. Zudem gibt es für den Einbau von Solarthermie oder einer Wärmepumpe attraktive Fördermöglichkeiten durch den Bund, z.B. einen Förderzuschuss von bis zu 45 Prozent durch das BAFA.

Wer eine moderne Gas- oder Ölbrennwertheizung betreibt, nutzt sehr energieeffiziente Heizgeräte. Und auch wenn die Gas- und Ölpreise 2021 steigen werden, sind die Preiserhöhungen durch einfache Maßnahmen kompensierbar. Wer bis jetzt noch mit veralteter Technik heizt, sollte die Gelegenheit nutzen, um auf zeitgemäße Heiztechnik umzusteigen. So sparen Sie auch trotz steigender Preise in Zukunft bares Geld.

In Kombination mit Solarthermie ist eine Gasheizung auch für die Zukunft eine gute Option. Zudem wird diese Hybridheizung mit bis zu 45 Prozent Förderung vom Staat bezuschusst.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.