Zuletzt aktualisiert am: 17.02.2020

Außenfühler: Heizung bequem und komfortabel regeln

Eine moderne Heizungssteuerung basiert auf den Daten von Sensoren, die die Temperatur innen und außen messen. Wir zeigen Ihnen, wie ein Außentemperaturfühler Ihre Heizung effizienter macht und Sie auf diese Weise Kosten sparen können.

Bei einem Außentemperaturfühler handelt es sich um ein elektronisches Gerät, das die Außentemperatur misst. Die Daten sendet der Fühler an die Heizungssteuerung, die dann die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage an der gemessenen Außentemperatur ausrichtet.

Der Außenfühler besitzt für die Messung im Inneren ein temperaturabhängiges Element, das auf steigende oder fallende Temperaturen reagiert.

Fällt die Außentemperatur, erhöht die Heizungsanlage die Vorlauftemperatur. Wie stark diese erhöht wird, hängt von der individuellen Heizkurve ab. Die Heizkurve sollte deshalb im Vorfeld berechnet werden. Sie wird u.a. von der Art der Wärmedämmung der Gebäudehülle bestimmt. Steigt die Außentemperatur, regelt die Heizungssteuerung die Vorlauftemperaturen entsprechend herunter.

Die Position des Außenfühlers ist wichtig, weil die gemessene Temperatur direkten Einfluss auf den Betrieb Ihrer Heizung hat. Empfehlenswert ist es, wenn der Außentemperaturfühler an einer Stelle installiert wird, an welcher die Witterungseinflüsse wie Wind oder Sonneneinstrahlung den Einflüssen entsprechen, die auch auf die zu beheizenden Räume einwirken.

Allerdings sollte der Fühler nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, da das sonst die Messergebnisse verfälschen würde. Misst der Fühler aufgrund starker Sonneneinstrahlung im Sommer zum Beispiel zu hohe Temperaturen, würde die Heizungsanlage die Vorlauftemperatur im Winter analog dazu herunterregeln. Die Folge wären zu kalte Räume.

Wo soll der Außentemperaturfühler also am besten montiert werden? Empfehlenswert ist es, den kältesten Platz an Ihrem Haus zu wählen. Das ist in der Regel die Nordseite. Dort trifft die geringste Sonneneinstrahlung ein. Kann der Fühler dort nicht montiert werden, sollten sie die West- oder Ostseite wählen.

Um den Außentemperaturfühler vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, kann eine Abdeckhaube oder Plane verwendet werden.

Die optimale Montagehöhe des Außenfühlers für die Heizung entspricht ca. 50 bis 65 Prozent der Höhe Ihres Hauses. Ist Ihr Haus fünf Meter hoch, sollte der Fühler somit in einer Höhe von 2,50 bis 3,25 Metern installiert werden. Ist das Gebäude mehrgeschossig, bietet sich die Befestigung zwischen dem zweiten und dritten Stockwerk an.

Häufige Fehler bei der Montage von Außentemperaturfühlern

Um die Heizung per Außentemperatur möglichst effizient zu steuern, sollte die optimale Position des Temperaturfühlers ermittelt werden. In der Praxis sorgen jedoch Zeitmangel oder Unwissenheit schnell zu Fehlern bei der Montage der Außenfühler.

  • Der Fühler wird in einer Nische oder auf dem Balkon installiert: In Hausnischen, auf dem Balkon oder in einer Dachrinne ist Ihr Außenfühler eingeschränkt, denn er ist vor der Witterung geschützt. So kann es z.B. im Schatten einer Nische selbst bei wärmeren Außentemperaturen noch länger kalt bleiben. Die Folge wäre, dass Ihre Heizung Wärme produziert, obwohl diese nicht benötigt wird. Sie würden also unnötig Energie verbrauchen und somit zu viel Heizkosten erzeugen.
  • Sie montieren den Außenfühler in der Nähe von Schornsteinen oder Belüftungsöffnungen: In diesem Fall würde der Außenfühler aufgrund der höheren Abgastemperaturen im Schornstein zu hohe Temperaturen messen, wenn Ihre Heizung in Betrieb ist. Das könnte zur Folge haben, dass Ihre Heizung sich herunterregelt, weil der Fühler irrtümlich zu hohe Temperaturen meldet.
  • Sie befestigen den Fühler in der Nähe von Fenstern oder Türen: Türen und Fenster sind die Stellen an der Gebäudehülle, an welchen auch bei hoher Isolierung die meiste Wärme entweicht. Der Außenfühler misst demnach zu hohe Außentemperaturen. Ihre Heizung würde dann also bei zu geringer Vorlauftemperatur arbeiten und nicht ausreichend Wärme erzeugen.

Kann ich eine Heizung ohne Außentemperaturfühler betreiben?

Sie können Ihre Heizung auch ohne Außenfühler in Betrieb nehmen. Viele Etagenheizungen arbeiten z.B. nur auf der Basis eines Raumthermostats. Allerdings ist die Heizungssteuerung mit einem Außenfühler auf der Basis Ihrer individuellen Heizkurve deutlich effizienter.

Kombination von Außenfühler und Innenthermostat

Je nach Art der Heizungssteuerung ist es möglich, einen Außenfühler mit einem Temperatursensor innen zu kombinieren. Der Innenfühler wird dann in einem "Referenzraum" installiert. Die Heizungsanlage orientiert sich dann zunächst an den Werten des Außenfühlers und gleicht diese mit der Temperaturmessung im Innenraum ab. Entsprechend wird die Vorlauftemperatur angepasst.

Je präziser Sie die Außentemperatur in Ihr Heizkonzept mit einbeziehen, desto effizienter können Sie heizen. Denn die Witterungsverhältnisse bestimmen im Zusammenspiel mit der Art der Wärmedämmung, wie viel Energie benötigt wird, um Ihren Heizwärmebedarf zu erfüllen.

Damit die Heizungsregelung optimal erfolgt, empfiehlt es sich, zunächst die Heizkurve berechnen zu lassen. Ihr Fachbetrieb kann die Effizienz Ihrer Heizungsanlage zusätzlich durch einen hydraulischen Abgleich steigern. Wenn Sie danach "richtig heizen" und z.B. in der Heizperiode sinnvoll lüften oder die Raumtemperatur moderat halten, können Sie deutlich an Heizkosten sparen.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.