aus 3 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 10/04/2018

Abgasrohre – elementar für Heizungsanlagen

Das Abgasrohr ist Voraussetzung für einen sicheren, effizienten und ökologischen Betrieb Ihrer Heizungsanlage. In diesem Artikel haben wir alle wichtigen Details zu Abgasrohren für Heizungen, Gasthermen oder Brennwertkesseln für Sie zusammengestellt.

Wenn ein Heizungssystem Brennstoffe verbrennt, benötigt es ein Abgasrohr, das die Abgase sicher über den Schornstein nach draußen abführt. Aus welchem Material das Abgassystem besteht, wie und ob es gedämmt werden muss, hängt von den baulichen Gegebenheiten sowie der Art der Feuerstätte ab. Bei der Montage sind zudem Brandvorschriften zu berücksichtigen.

Abgasrohre im Schornstein sind wichtige Elemente Ihrer Heizungsanlage. Denn bei der Verbrennung von Gas oder Feststoffen wie Öl, Kohle, Briketts, Holz oder Holzpellets entstehen neben Staub- und Rußpartikeln auch viele verschiedene Gase, allen voran Kohlenmonoxid. Das geruchlose Gas ist schon in geringer Konzentration tödlich. Damit dieses Gas zusammen mit anderen Gasen wie CO2 bei der Verbrennung im Kessel nicht zurückströmt, muss ein Abgasrohr vorhanden sein. Somit sind Schornsteine unerlässlich für die Betriebssicherheit von Heizungsanlagen

Neues Abgassystem bei Brennwerttechnik

Mit dem Umstieg von Heizwert- auf Brennwerttechnik muss auch das Abgassystem modernisiert werden, da sich die Bedingungen für das Ableiten der Abgase geändert haben. Die moderne Brennwerttechnik nutzt die Wärme der Abgase, die beim Verbrennungsvorgang entstehen und führt sie dem Heizkreislauf zu. Bei der Heizwerttechnik werden die Abgase über den Schornstein abgegeben und nicht genutzt.

Daher stoßen Brennwertheizungen weniger Abgase aus, die durch die geringere Temperatur zudem weniger Auftrieb haben. Das hat Auswirkungen auf das Abgassystem.

Zugleich sorgen Schornsteine gerade bei Festbrennstoffen dafür, dass die Brennstoffe gleichmäßig und mit hohen Wirkungsgraden verbrennen. Dazu müssen die Schornsteinschächte so konstruiert sein, dass ein konstanter „Zug“ vorhanden ist, der durch einen Unterdruck am oberen Schornsteinende die Luft vom Heizkessel nach oben zur Schornsteinmündung zieht. Abgasrohre sind demnach nicht nur sicherheitsrelevant, sondern begünstigen einen reibungslosen und effizienten Betrieb von Feuerungsanlagen.

Abhängig von der Abgastemperatur können unterschiedliche Materialen, Stärken und Längen für das Abgasrohr gewählt werden.

Bei der Montage der Abgasrohre müssen diese Vorschriften erfüllt werden:

• die Angaben der Hersteller zur Montage und Einrichtung

• die Feuerungsverordnungen der Bundesländer

• die Landesbauordnungen

• die Bundesemissionsschutzverordnung

• technische Regeln der deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfachs (TRGI)

Nach der Montage müssen Abgassysteme vom zuständigen Schornsteinfeger abgenommen werden. Darüber hinaus können noch weitere Prüfungen erforderlich sein. Das gilt insbesondere für den Brandschutz. Wird die Abgasanlage zum Beispiel in öffentlichen Gebäuden installiert, sind die Vorschriften noch strenger.

Im Rahmen der Bauaufsicht werden darüber hinaus folgende Punkte kontrolliert:

• Welchen Abstand haben die Abgasrohre zu Wänden, Decken oder Verkleidungen?

• Wie groß sind die Winkel innerhalb des Abgassystems?

• Wie hoch sind die Abgastemperaturen und welcher Rohrtyp liegt vor?

• Aus welchem Material sind die Abgasrohre?

• Welche Abstände haben Schornsteinmündungen zum Dach oder zu Dachüberständen?

• Wie ist der Querschnitt des Systems und welches Abgasvolumen kann es aufnehmen?

Abgasrohre nicht selbst installieren!

Grundsätzlich können Abgasrohre für Gasheizungen, Brennwertanlagen oder Kaminöfen nicht „einfach so“ installiert werden. Um die Sicherheit und Betriebsfähigkeit der Anlage zu gewährleisten, müssen die Schornsteine den geltenden Bestimmungen und Vorschriften genügen. Es ist deshalb immer empfehlenswert, für die Schornsteinmontage oder Nachrüstung einen Fachbetrieb zu beauftragen.

Bei einer Gastherme oder der modernen Gasbrennwerttherme entsteht bei der Verbrennung nicht nur Abgas, sondern auch Kondensat. Dieses Wasser, das sich aus dem Wasserdampf der Anlage entwickelt, schlägt sich im Abgasrohr nieder und sammelt sich dort. Da diese Flüssigkeit Säuren enthält, sind herkömmliche, gemauerte Schornsteinanlagen dafür nicht geeignet, denn es droht die Gefahr einer Versottung. Dabei wird das Mauerwerk durch das säurehaltige Kondensat porös. Aus diesem Grund werden für Gasthermen üblicherweise Edelstahlschornsteine oder Abgasrohre aus Kunststoff eingesetzt.

Zugleich ist die Abgastemperatur bei Gasthermen so gering, dass der Zug in einem herkömmlichen Schornstein nicht ausreicht, um die Abgase sicher nach draußen zu führen. Meist wird für moderne raumluftunabhängige Brennwert-Gasthermen ein LAS verwendet. Dabei handelt es sich um ein Luft-Abgassystem, das zwei Luftströme leitet. Der eine Luftstrom führt der Gastherme Verbrennungsluft zu, der andere Luftstrom leitet die Abgase ab.

LAS - einfach oder doppelt

LAS-Schornsteine sind sowohl gemauert möglich als auch in Form von Doppelrohr-Abgasleitungen. Bei gemauerten LAS führt im Innern eines quadratischen oder rechteckigen Schachts ein Abgasrohr nach draußen. In den Zwischenräumen zwischen Schacht und Abgasrohr wird der Therme Frischluft für die Verbrennung zugeführt.

Doppelrohr-Systeme bestehen hingegen aus einem „Rohr im Rohr“: Das innere Rohr führt dabei die Abgase nach draußen. Es wird von der Verbrennungsluft, die durch das äußere Rohr zur Therme führt, umspült.

Wenn Holz in einem Kaminofen verbrannt wird, werden Temperaturen von bis zu 1.000 °C erreicht. Die Abgastemperatur, die den Feuerraum verlässt, ist ebenfalls sehr heiß und kann mehrere hundert Grad Celsius erreichen. Aus diesem Grund gelten besondere Anforderungen an den Brandschutz für Schornsteine, an welche Kaminöfen angeschlossen werden.

Lange Zeit wurden ausschließlich gemauerte Schornsteine für Holz- oder Kohleöfen verwendet. Diese hatten allerdings verschiedene Nachteile. Zum einen ist die Gefahr einer Schornsteinversottung bei gemauerten Abgassystemen stärker gegeben. Zum anderen setzt sich Ruß stärker in diesen Abgasrohren ab. Dadurch steigt die Gefahr von sogenanntem „Rußbrand“. Dabei entzündet sich der im Schornsteinrohr abgelagerte Ruß und sorgt dafür, dass der Schornstein brennt. Da die Schornsteinrohre sich durch ein ganzes Haus ziehen, erhöht sich die Gefahr eines Hausbrands.

Brandschutz durch korrekte Abgasrohre sichergestellt

Moderne Abgasrohre für den Kaminofen bestehen deshalb aus rostfreiem und kondensatbeständigem Edelstahl. Alternativ sind auch Schornsteinsysteme aus Keramik oder als sogenannter „F90-Schacht“ möglich. Die letztgenannten Systeme bestehen aus einer feuerfesten Ummantelung aus Beton und haben im inneren ein einwandiges Schornsteinrohr.

Für die Außenmontage von Schornsteinen bieten sich doppelwandige Abgasrohre aus Edelstahl an. Sie verfügen über ein Außenrohr, in dessen Innern ein zweites Edelstahlrohr verläuft, das rundum mit Stahlwolle gedämmt ist. So wird sichergestellt, dass die Abgastemperatur beim Aufsteigen im Schornstein nicht zu stark abkühlt und zu viel Kondensat anfällt.

Abhängig davon, ob das Abgasrohr beim Kaminofen durch das Haus oder Decken geführt wird, müssen entsprechende Brandschutzvorrichtungen gegeben sein. Für die Durchführung der Rohre durch Wände und Decken gibt es inzwischen spezielle Decken- oder Wanddurchführungen, welche den Brandschutz sicherstellen.

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