Zuletzt aktualisiert am: 26.09.2019

Heizkostenvergleich – wie teuer ist es, wenn ich mit Strom, Gas, Öl oder Pellets heize?

Viele Verbraucher kennen zwar ihren monatlichen Abschlag oder die Jahreskosten für ihre Heizung. Doch erst mit einem Heizkostenvergleich wissen Sie, ob Sie im Vergleich zu anderen Heizsystem mehr oder weniger bezahlen. In diesem Ratgeber vergleichen wir Heizkosten für Sie.

Laut einer aktuellen Erhebung des Bundesverbands der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) aus 2019 werden in Deutschland rund 49,3 Prozent aller Wohngebäude mit Gas beheizt, gefolgt von Ölheizungen, die in rund 30,4 Prozent aller Behausungen für Wärme und Warmwasser sorgen. Mit Holz, Pellets, Kohle und anderen Festbrennstoffen werden Heizungsanlagen in acht Prozent aller Wohngebäude in Deutschland betrieben, rund 6,6 Prozent nutzen Fernwärme. Elektrische Nachtspeicheröfen sind mit 2,3 Prozent in der absoluten Minderheit.

Heizkostenvergleich von Gasbrennwertheizung und Gasheizwert-Heizung

Der Heizkostenvergleich lohnt sich auch bei Heizungsanlagen, die denselben Brennstoff verwenden. So verbrauchen Sie zum Beispiel mit einer modernen Gasheizung mit Brennwerttechnik rund 30 Prozent weniger Gas, und das bei gleicher Wärmeleistung.

Bei einem Gaspreis von 6 Cent pro Kilowattstunde und einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowatt würden Sie mit einer Niedertemperatur- oder Konstanttemperatur-Gasheizung rund 900 Euro bezahlen. Mit einem Brennwertgerät ließen sich die Heizkosten bei diesem Beispiel auf 630 Euro senken. Sie würden also mit einer Heizungsmodernisierung jedes Jahr mindestens 270 Euro an Heizkosten sparen.

Heizkostenvergleich verschiedener Energieträger am Beispiel eines Einfamilienhauses

Um den Heizkostenvergleich noch besser zu veranschaulichen, gehen wir von einem rund 110 Quadratmeter großen Einfamilienhaus aus. Der Bedarf an Wärmeenergie liegt hier bei 18.000 kWh.

Lassen Sie uns nun die Heizkosten vergleichen, wenn Sie mit Strom, Gas, Öl, Pellets oder Fernwärme heizen.

  • Gasheizung: Bei einem durchschnittlichen Preis von 6 Cent pro Kilowattstunde entstehen Heizkosten von 1.080 Euro pro Jahr.
  • Ölheizung: Bei einem durchschnittlichen Preis von 7,5 Cent pro Kilowattstunde lägen die Heizkosten mit Öl bei 1.350 Euro pro Jahr.
  • Fernwärme: Mit rund 8,8 Cent pro Kilowattstunde müssten die Verbraucher in diesem Einfamilienhaus jedes Jahr 1.584 Euro fürs Heizen bezahlen.
  • Pellets: Bei knapp 5 Cent pro Kilowattstunde lägen die Heizkosten mit der Pelletheizung bei 900 Euro pro Jahr.
  • Strom: Würde das Haus mit einem Nachtspeicherofen beheizt werden, würden bei einem Preis von 30 Cent pro Kilowattstunde jedes Jahr Kosten von 2.400 Euro für das Heizen mit Strom entstehen.

Für einen korrekten Heizkostenvergleich müssen neben dem Energieverbrauch auch die Anschaffungskosten berücksichtigt werden. Hier nähern sich dann die Heizkosten bei Gas, Öl und Holz bzw. Pellets langfristig an. Während zum Beispiel eine Pelletheizung deutlich teurer in der Anschaffung ist, sparen Sie damit im Vergleich zu Gas und Öl an Heizkosten. Mit Fernwärme haben Sie zwar kaum Investitionskosten. Dafür müssen Sie an den Betreiber neben den verbrauchsabhängigen Heizkosten auch Gebühren für Wartung und System bezahlen, sodass sich die vermeintlichen Einsparungen bei der Anschaffung mittelfristig ebenfalls wieder aufheben.

Nur die reine Stromheizung fällt beim Heizkostenvergleich durch. Denn selbst bei sehr günstigen Anschaffungspreisen für Nachtspeichergeräte sind die Stromkosten so hoch, dass sich der alleinige Betrieb einer Stromheizung nicht lohnt. Den Heizkostenvergleich Gas-Strom oder Öl-Strom gewinnt immer Öl oder Gas.

Stromheizungen bieten sich nur für das temporäre Beheizen von Wohnräumen, Werkstätten oder Verkaufsräumen an. Hierfür gibt es mit Infrarotheizungen oder Heizlüftern passende mobile Geräte.

Maßnahmen, um Heizkosten zu sparen

Neben den Kosten für den Brennstoff und dem Heizungstyp bestimmt vor allem Ihr individuelles Verhalten, wie teuer die Heizkosten werden. Deshalb haben wir hier 19 Tipps zum Heizkosten-Sparen für Sie zusammengestellt.

Darüber hinaus spielt die Dämmung Ihres Hauses eine wichtige Rolle bei der Einsparung von Heizkosten. Unabhängig vom verwendeten Heizungstyp sollten Sie deshalb prüfen, ob eine nachträgliche Wärmedämmung Ihrer Immobilie sinnvoll sein könnte.

Wenn Sie weiterhin überwiegend mit fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl heizen, müssen Sie langfristig mit steigenden Heizkosten rechnen. Da diese Brennstoffe endlich sind, wird mit sinkenden Vorräten der Preis auf dem Markt steigen. Doch wann der deutliche Preisanstieg sein wird, lässt sich bis jetzt noch nicht vorhersagen. Wie die Gaspreisentwicklung weiter verläuft, hängt auch davon ab, wie die großen Gasproduzenten Russland und die USA agieren.

Heizen Sie bisher noch ausschließlich mit Strom, sollten Sie überlegen, ob Sie Ihre Heizung erneuern. Denn bei Preisen von über 30 Cent pro kWh ist eine Stromheizung kaum rentabel. Sollte der Strom eines Tages günstiger werden und nur noch mit Wind, Wasser und Sonne erzeugt werden, könnten Stromheizungen wieder attraktiv werden. Doch bis die Energiewende sich so weit vollzogen hat, wird es noch einige Jahre bzw. Jahrzehnte dauern. Bis dahin sind Gas- und Öl-Brennwertheizungen sinnvoll, um die Heizkosten zu senken.

Wie sich die Heizkosten für Fernwärme entwickeln, hängt ebenfalls von den Preisen der Primärenergieträger ab, mit welchen u.a. Fernwärme produziert wird. Langfristig ist hier auch erst einmal mit höheren Heizkosten zu rechnen.

Haben Sie eine Holz- oder Pelletheizung in Betrieb, lässt sich nicht genau prognostizieren, wie sich die Heizkosten entwickeln. Denn die Holzpreise können aufgrund zunehmender Dürreperioden ebenfalls steigen. Momentan liegen die kWh-Preise immer noch unter den Preisen für Gas und Öl, sodass sich Holz- oder Pelletheizungen lohnen können.

CO2-Bepreisung und der Einfluss auf Öl und Gas

Gerade im Zuge einer CO2-Bepreisung ist eine Ölheizung nur dann eine Option, wenn es nicht anders geht. Schließlich wird aufgrund höherer CO2-Emissionen pro Kilowattstunde die Nutzung deutlich teurer als Gas. Auch wenn die momentane Bepreisung für CO2 sehr gering angesetzt ist, dürfte die zukünftig stärker steigen, als momentan geplant ist.

Insofern ist die Kombination Gasheizung mit Solarthermie zumindest für die nächsten Dekaden eine sinnvolle Lösung, um Heizkosten und CO2-Emissionen zu reduzieren.

Neue Heizung inkl. Installation mit Thermondo

Wenn auch Sie über eine neue Heizung nachdenken, können Sie modernste Gas- und Ölheizungen mit Brennwerttechnik und auch in Kombination mit einer Solarthermie-Anlage mithilfe unseres Heizungsplaners vergleichen und so schnell herausfinden, welches Gerät für Ihren Bedarf besonders günstig ist.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.