Viele Verbraucher kennen zwar ihren monatlichen Abschlag oder die Jahreskosten für ihre Heizung. Doch erst mit einem Heizkostenvergleich wissen Sie, ob Sie im Vergleich zu anderen Heizsystem mehr oder weniger bezahlen. In diesem Ratgeber vergleichen wir Heizkosten für Sie.

Laut der thermondo Heizstudie heizen über 70 Prozent der Deutschen immer noch primär mit Gas oder Öl. Solarthermie oder Wärmepumpen werden noch zu selten genutzt. Dabei zeigt der Heizkostenvergleich, dass vor allem die Wärmepumpe eine sehr zeitgemäße und kostengünstige Variante zur Öl- und Gasheizung ist.

Heizkostenvergleich von Gasbrennwertheizung und Gasheizwert-Heizung

Ein Heizkostenvergleich bietet sich zunächst bei Heizungsanlagen an, die denselben Brennstoff verwenden. So verbrauchen Sie zum Beispiel mit einer modernen Gasheizung mit Brennwerttechnik rund 30 Prozent weniger Gas, und das bei gleicher Wärmeleistung.

Bei einem bisherigen Gaspreis von 6 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Herbst 2021) und einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowatt würden Sie mit einer Niedertemperatur- oder Konstanttemperatur-Gasheizung rund 900 Euro bezahlen. Mit einem Brennwertgerät ließen sich die Heizkosten bei diesem Beispiel auf 630 Euro senken. Sie würden also mit einer Heizungsmodernisierung jedes Jahr mindestens 270 Euro an Heizkosten sparen.

Allerdings handelt es sich bei den Gaspreisen um Richtpreise. Die jüngste Krise in der Ukraine hat gezeigt, wie schnell Preise für fossile Brennstoffe massiv und unvorhergesehen steigen können. Im Mai 2022 ist der Gaspreis pro Kilowattstunde auf über 13 Cent gestiegen. Selbst mit einer modernen Gas-Brennwertheizung können abhängig vom Weltmarkt hohe Heizkosten auf Sie zukommen.

Heizkostenvergleich verschiedener Energieträger am Beispiel eines Einfamilienhauses

Um den Heizkostenvergleich noch besser zu veranschaulichen, gehen wir von einem rund 110 Quadratmeter großen Einfamilienhaus aus. Der Bedarf an Wärmeenergie liegt hier bei 18.000 kWh.

Lassen Sie uns nun die Heizkosten vergleichen, wenn Sie mit Strom, Gas, Öl, Pellets oder Fernwärme heizen.

  • Gasheizung: Bei einem durchschnittlichen Preis von 13 Cent pro Kilowattstunde entstehen Heizkosten von 2.340 Euro pro Jahr.
  • Ölheizung: Bei einem durchschnittlichen Preis von rund 13 Cent pro Kilowattstunde (bei rund 130 Euro/100 Liter Heizöl: Stand Mai 2022) lägen die Heizkosten mit Öl bei 2.340 Euro pro Jahr.
  • Fernwärme: Mit rund 8,8 Cent pro Kilowattstunde müssten die Verbraucher in diesem Einfamilienhaus jedes Jahr 1.584 Euro fürs Heizen bezahlen.
  • Pellets: Bei knapp 7 Cent pro Kilowattstunde lägen die Heizkosten mit der Pelletheizung bei 1.260 Euro pro Jahr.
  • Strom: Würde das Haus mit einem Nachtspeicherofen beheizt werden, würden bei einem Preis von 30 Cent pro Kilowattstunde jedes Jahr Kosten von 2.400 Euro für das Heizen mit Strom entstehen.

Für einen korrekten Heizkostenvergleich müssen neben dem Energieverbrauch auch die Anschaffungskosten berücksichtigt werden. Mit Fernwärme haben Sie zwar kaum Investitionskosten. Dafür müssen Sie an den Betreiber neben den verbrauchsabhängigen Heizkosten auch Gebühren für Wartung und System bezahlen, sodass sich die vermeintlichen Einsparungen bei der Anschaffung mittelfristig ebenfalls wieder aufheben.

Nur die reine Stromheizung fällt beim Heizkostenvergleich durch. Denn selbst bei sehr günstigen Anschaffungspreisen für Nachtspeichergeräte sind die Stromkosten so hoch, dass sich der alleinige Betrieb einer Stromheizung nicht lohnt. Den Heizkostenvergleich Gas-Strom oder Öl-Strom gewinnt immer Öl oder Gas.

Stromheizungen bieten sich nur für das temporäre Beheizen von Wohnräumen, Werkstätten oder Verkaufsräumen an. Hierfür gibt es mit Infrarotheizungen oder Heizlüftern passende mobile Geräte.

Dafür gewinnen Wärmepumpen. Sie werden zwar auch mit Strom betrieben und kosten mit 15.000 bis 25.000 Euro in der Anschaffung mehr als Öl- oder Gasheizungen. Dafür gibt es aber bis zu 50 Prozent staatliche Förderung, wodurch sich die Anschaffungspreise stark annähern. Gleichzeitig sparen Sie Öl- oder Gaskosten und durch die EEG-Umlage. Durch spezielle Stromtarife sind auch die Stromkosten deutlich niedriger als die Kosten für fossile Brennstoffe.

Hohe Förderung ist zwar auch bei der Pelletheizung möglich, doch stößt diese Feinstaub und CO2 aus, was bei der Wärmepumpe entfällt.

Maßnahmen, um Heizkosten zu sparen

Neben den Kosten für den Brennstoff und dem Heizungstyp bestimmt vor allem Ihr individuelles Verhalten, wie teuer die Heizkosten werden. Deshalb haben wir hier 19 Tipps zum Heizkosten-Sparen für Sie zusammengestellt.

Darüber hinaus spielt die Dämmung Ihres Hauses eine wichtige Rolle bei der Einsparung von Heizkosten. Unabhängig vom verwendeten Heizungstyp sollten Sie deshalb prüfen, ob eine nachträgliche Wärmedämmung Ihrer Immobilie sinnvoll sein könnte.

Wenn Sie weiterhin überwiegend mit fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl heizen, müssen Sie langfristig mit steigenden Heizkosten rechnen. Da diese Brennstoffe endlich sind, wird mit sinkenden Vorräten der Preis auf dem Markt steigen. Wie die Gaspreisentwicklung weiter verläuft, hängt auch davon ab, wie die großen Gasproduzenten Russland und die USA agieren. Krisen wie der Ukraine-Krieg zeigen zudem, wie abhängig Öl- und Gaspreise von den politischen Entwicklungen sind. Innerhalb weniger Monate haben sich die Preise für Erdgas und Heizöl teilweise verdreifacht.

Heizen Sie bisher noch ausschließlich mit Strom, sollten Sie überlegen, ob Sie Ihre Heizung erneuern. Denn bei Preisen von über 30 Cent pro kWh ist eine Stromheizung kaum rentabel. Sollte der Strom eines Tages günstiger werden und nur noch mit Wind, Wasser und Sonne erzeugt werden, könnten Stromheizungen wieder attraktiv werden. Doch bis die Energiewende sich so weit vollzogen hat, wird es noch einige Jahre bzw. Jahrzehnte dauern. Bis dahin sind vor allem Wärmepumpen oder Solarthermie sinnvoll, um die Heizkosten zu senken.

Wie sich die Heizkosten für Fernwärme entwickeln, hängt ebenfalls von den Preisen der Primärenergieträger ab, mit welchen u.a. Fernwärme produziert wird. Langfristig ist hier auch erst einmal mit höheren Heizkosten zu rechnen.

Haben Sie eine Holz- oder Pelletheizung in Betrieb, lässt sich nicht genau prognostizieren, wie sich die Heizkosten entwickeln. Denn die Holzpreise können aufgrund zunehmender Dürreperioden ebenfalls steigen. Momentan liegen die kWh-Preise immer noch unter den Preisen für Gas und Öl, sodass sich Holz- oder Pelletheizungen lohnen können.

CO2-Bepreisung und der Einfluss auf Öl und Gas

Auch die CO2-Bepreisung sorgt dafür, dass Öl- und Gas langfristig teurer werden. In Kombination mit der Entwicklung auf dem Weltmarkt und mit der Aussicht auf sinkende Erträge aus den erschlossenen Quellen werden Besitzer von Öl- oder Gasheizungen immer mehr für ihren Brennstoff bezahlen müssen. Wer sich davon unabhängig machen möchte, sollte auf die Wärmepumpe umsteigen. Wird der Strom für die Pumpe mit einer PV-Anlage erzeugt, haben Hausbesitzer die Möglichkeit sich CO2-frei und nahezu autark von Energieversorgern mit kostenloser Umweltenergie zu versorgen.

Neue Heizung inkl. Installation mit thermondo

Wenn Sie Ihre Ölheizung gegen ein umweltfreundliches und effizienteres Heizsystem tauschen möchten, sind wir der richtige Partner. Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und lassen Sie sich im Anschluss von uns telefonisch oder bei Ihnen vor Ort beraten.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.