Heizen mit Gas oder Öl ist spätestens seit dem Krieg in der Ukraine zu einem Problem geworden. Die Preise steigen und auch die Versorgungsicherheit, hier vor allem Erdgas, ist seit dem Sommer 2022 fraglich geworden. Daher suchen Hausbesitzer nach Alternativen, die sie unabhängig von fossilen Energien machen. Neben der immer beliebteren Wärmepumpe bietet sich hierfür ebenfalls eine Pelletheizung an. Doch welches Heizsystem passt besser in Ihr Eigenheim und bietet die größeren Vorteile? Diese Informationen helfen bei Ihrer Entscheidungsfindung.

Wer vor der Entscheidung für oder gegen Wärmepumpe oder Pelletheizung steht, sollte sich zuerst bewusst machen, dass es sich um zwei sehr unterschiedliche Heizsysteme handelt.

Pelletheizungen erzeugen Wärmeenergie durch Verbrennung. In einer Brennkammer werden Holzpellets, also gepresstes Holz, verbrannt. Dadurch entsteht Wärme, die wiederum zum Heizen oder für Warmwasser genutzt wird. Hausbesitzer müssen diese Brennstoffe einkaufen und lagern, wenn sie eine Pelletheizung betreiben wollen. Darüber hinaus wird ein Abgassystem benötigt, das für hohe Abgastemperaturen ausgelegt ist.

Eine Wärmepumpe hingegen bezieht ihre Wärmeenergie aus der Luft, der Erde oder aus Wasser. Diese Wärme wird zu einem Kompressor mit Kühlmittel geführt. Dieses verdampft und setzt noch mehr Wärme frei, die schließlich für das Heizungswasser und/oder für die Warmwasserbereitung genutzt wird.

Energetische Grundlage für die Wärmepumpe ist somit Naturenergie, die kostenlos verfügbar ist und ohne Verbrennung genutzt werden kann. Es entfallen dadurch Brennstofflagerung und -kauf. Es wird lediglich Strom für den Betrieb der Pumpe benötigt.

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Die großen Vorteile der Pelletheizung liegen in der hohen Energieeffizienz und der Möglichkeit, nahezu vollautomatisiert mit einem nachwachsenden Brennstoff zu heizen. Darüber hinaus kann die Pelletheizung mit Flächenheizungen ebenso wie mit herkömmlichen Heizkörpern kombiniert werden. Auch große Wohnkomplexe lassen sich mit Pellets beheizen. Wärme ist sofort nach dem Anschalten verfügbar. Im Vergleich zu herkömmlicher Holzfeuerung zeichnet sich Pellettechnik durch eine höhere Energieeffizienz aus.

Nachteilig ist hingegen, dass eine Pelletheizung einen großen Lagerraum für Holzpellets erfordert. Dieser Raum muss absolut trocken sein und in unmittelbarer Nähe des Pelletkessels liegen. Wer auf eine Pelletheizung umrüsten möchte, muss umfassende bauliche Arbeiten durchführen. So kann ein Umbau des Schornsteins notwendig werden. Ebenso muss komplexe Technik installiert werden, die eine automatische Beschickung des Heizkessels ermöglicht.

Im Betrieb ist Pellettechnik sehr wartungsintensiv, da die Pelletschnecke und das gesamte Fördersystem regelmäßig gereinigt werden müssen. So kann es vorkommen, dass sich natürliche Harze ablagern und die Beschickung des Heizkessels behindern, weil das Förderband ins Stocken gerät. Insgesamt ist eine Pelletheizung mit hohen Investitionskosten verbunden.

Als Verbrennungsheizung hat die Pelletheizung einen deutlichen Nachteil, denn sie erzeugt neben CO2 auch Feinstaub. Insbesondere in Ballungsgebieten tragen Holzheizungen maßgeblich zur hohen Luftverschmutzung bei.

Häufig wird angemerkt, dass Pelletheizungen CO2-neutral arbeiten. Das stimmt, was die Verbrennung angeht, denn es wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie ohnehin durch die natürliche Verrottung des Holzes entstehen würde. Allerdings werden aufgrund der verstärkten Nutzung von Holzpellets nicht mehr nur Reststoffe aus der Holzverarbeitung für Holzpellets verwendet, sondern Bäume dafür abgeholzt.

Werden Pellets nicht aus der heimischen oder regionalen Holzwirtschaft gekauft, entsteht ein größerer CO2-Fußabdruck, weil diese dann durch ganz Europa transportiert oder sogar aus Übersee importiert werden. Die CO2-Neutralität der Pelletheizung ist somit nur gegeben, wenn beim Einkauf der Holzpellets bereits auf Nachhaltigkeit geachtet wird.

Wärmepumpen können mit der in der Natur vorhandenen Wärme durch einen umgekehrten „Kühlschrankeffekt“ mithilfe eines Kompressors Heizwärme oder Wärmeenergie für Warmwasser liefern. Und hierin besteht ihre große Stärke. Wärmepumpen, vor allem die modernen Ausführungen, arbeiten sehr energieeffizient und nutzen dafür kostenlose Energie aus der Luft, aus Wasser oder der Erde.

Ein weiterer Vorteil besteht in der platzsparenden Ausführung. So lassen sich Luft-Wasser-Wärmepumpen außerhalb des Gebäudes an der Hauswand montieren. Als alternative Wärmeerzeuger sind Wärmepumpen zudem über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig. Das kann die Investitionskosten um bis zu 40 Prozent reduzieren.

Wärmepumpen sind heutzutage auch im Altbau hervorragend als alleiniges Heizsystem geeignet. Die Annahme, dass sie nur in Kombination mit einer Fußbodenheizung genutzt werden können, ist falsch. Moderne Wärmepumpen können problemlos mit normalen, größer dimensionierten Heizkörpern kombiniert werden, auch wenn der Einsatz mit einer Flächenheizung als ideal gilt.

Um den Stromverbrauch gering zu halten, empfiehlt es sich, auf moderne Wärmepumpen zu setzen. Diese heizen auch bei Minusgraden noch effizient und verhindern so, dass der integrierte Heizstab zum Einsatz kommt, der den Stromverbrauch erhöht. Zudem bieten sehr viele Stromversorger mittlerweile eine speziellen Stromtarif für Wärmepumpen an. Dieser ist in der Regel um bis zu 20 - 25 Prozent günstiger, als üblicher Haushaltsstrom.

Je nach Wärmepumpentyp kann der Installationsaufwand hoch sein. Das gilt für Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen, für welche Erdbohrungen und Genehmigungen erfolgen müssen. Luft-Wasser-Wärmepumpen hingegen lassen sich ohne großen baulichen Aufwand installieren, was sich in den weitaus günstigeren Anschaffungskosten widerspiegelt.

Förderung von Wärmepumpen und Pelletheizungen

Geht es um die staatliche Förderung, liegt die Wärmepumpe deutlich vor der Pelletheizung. Zwar werden beide Heizsysteme über die BEG gefördert, jedoch unterscheiden sich die Fördersätze seit Anpassung der Heizungsförderung im August 2022 stark. So können Hausbesitzer bei der Heizungssanierung als BEG Einzelmaßnahme die Wärmepumpe mit bis zu 40 Prozent fördern lassen. Für die Pelletheizung gibt es mittlerweile nur noch maximal 20 Prozent Zuschuss.

Zusätzlich zum Basiszuschuss von 25 bzw. 10 Prozent, erhält man für beide Heizsysteme einen Wechselbonus von 10 Prozent, wenn zuvor eine Öl- oder Gasheizung genutzt wurde. Spezielle Vorgabe für die Gasheizung ist, dass diese dafür mind. 20 Jahre in Betrieb und noch funktionsfähig sein muss. Der im August 2022 eingeführte Wärmepumpen-Bonus von 5 Prozent wird bei Anschaffung einer Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe gewährt.

Um die Förderung zu erhalten, müssen die Wärmepumpen in einer Liste des BAFA aufgeführt sein und einen entsprechenden ETAs aufweisen, der ihre Energieeffizienz belegt. Pelletheizungen dürfen einen bestimmten Emissionsgrenzwert nicht überschreiten und müssen über einen Partikelabscheider verfügen.

Wer sich für die Wärmepumpe entscheidet, liegt bei Anschaffungskosten zwischen 30.000 und 50.000 Euro. Die große Preisspanne kommt durch den unterschiedlichen Installationsaufwand, je nach Wärmepumpen-Art, zustande. Luft-Wasser-Wärmepumpen erhält man inkl. Installation bereits ab 30.000 Euro. Die Kosten für Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen liegen durch die aufwändigen Bauarbeiten eher im höheren Bereich und können bis zu 50.000 Euro kosten.

Der jährliche Stromverbrauch einer Wärmepumpe hängt von mehreren Faktoren ab. Die Kosten für ein Einfamilienhaus liegen im Durchschnitt bei 1.600 bis 2.500 Euro. Da Wärmepumpen sehr wartungsarm sind, fallen hierfür kaum Kosten an. Ebenso müssen Hausbesitzer nichts für Brennstoffe ausgeben. Durch den speziellen Stromtarif für Wärmepumpen können nochmals 20 bis 25 Stromkosten eingespart werden.

Eine Pelletheizung inklusive Pufferspeicher und Fördertechnik sowie Pelletlager kosten zwischen 25.000 und 50.000 Euro.

Aufgrund der komplexen Technik und der Verbrennung entstehen jährliche Wartungskosten von 100 bis 400 Euro. Für den Schornsteinfeger müssen Sie jährlich mit Kosten zwischen 100 und 200 Euro rechnen. Alle zwei Jahre muss das Abgassystem geprüft werden. Das kostet rund 300 Euro. Abhängig vom individuellen Heizbedarf, dem Dämmungsgrad der Immobilie und dem Heizverhalten liegen die Kosten für Holzpellets bei einer vierköpfigen Familie pro Jahr bei rund 1.800 Euro.

Dieser Richtpreis gilt bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 4,5 Tonnen Pellets pro Jahr für einen Vierpersonen-Haushalt und einem Pelletpreis von rund 400 Euro pro Tonne.

Wer sich zwischen Pelletheizung und Wärmepumpe entscheiden möchte, sollte dabei vor allem berücksichtigen, ob er ein Heizsystem nutzen möchte, das auch in heutiger Zeit auf Holzverbrennung beruht. Darüber hinaus sollten Hausbesitzer überlegen, ob sie ausreichend Platz für die Brennstofflagerung haben.

Wichtig ist auch: Pelletheizungen sind nicht zu verwechseln mit einem Pelletofen, der gemütliche Strahlungswärme im Aufstellraum erzeugt. Es handelt sich dabei um leistungsstarke Heizsysteme ganz ohne Holzfeuerromantik.

Der klare Vorteil einer Wärmepumpe liegt darin, dass sie vollständig ohne Brennstoffe auskommt. Sie schöpft ihre Energie aus Luft, Wasser und Erde und ist damit nicht den schwankenden und stetig steigenden Brennstoffpreisen ausgesetzt. Das macht sie zu einem modernen und zukunftsfähigen Heizsystem, mit dem Sie sauber und klimaneutral heizen können. Durch den großen Technologievorsprung sind sie mittlerweile auch im Altbau ohne Fußbodenheizung sehr gut einsetzbar. Gleichzeitig erhalten Sie ein nahezu wartungsfreies und langlebiges Heizsystem, das ohne Emissionen arbeitet. Im besten Fall wird der Strom für die Wärmepumpe noch mit einer Photovotaik-Anlage erzeugt oder es kommt Ökostrom aus der Dose. In diesem Fall ist die ohnehin schon klimafreundliche Wärmepumpe komplett CO2-neutral.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.