Zuletzt aktualisiert am: 03.03.2020

Schimmel an der Wand – was kann ich dagegen tun?

Wer in seinem Zuhause Schimmel an der Wand entdeckt, sollte aktiv werden. Das Myzel des Schimmelpilzes kann tief ins Gemäuer eindringen. Noch schlimmer: Schimmelsporen sind in hoher Konzentration gesundheitsschädlich. Wir zeigen Ihnen, was bei Schimmel zu tun ist.

Wenn wir landläufig von Schimmel sprechen, sind damit eigentlich Schimmelpilze gemeint. Wie alle Pilze mögen auch Schimmelpilze das Zusammenspiel von Feuchtigkeit, Wärme und Nährstoffen. Unter diesen Bedingungen können sie sehr schnell wachsen. Sehr wichtig: Wenn wir Schimmel sehen, handelt es sich dabei nicht um den Pilz selbst, sondern um die Pilzsporen. Der größte Teil des Schimmelpilzes, sein Myzel, hat sich dann bereits über die Oberfläche oder im Gemäuer verteilt.

Schimmel an Wänden entsteht, wenn es in einem Raum feucht und warm ist, die Feuchtigkeit an den Wänden kondensiert und nicht abzieht. Wände mit Schimmelbefall finden sich deshalb häufig im Bad, in der Küche oder allgemein in schlecht belüfteten Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Feuchtigkeit produzieren wir täglich, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. So werden durch den Abwasch, das Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen in einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt bis zu zehn Liter Feuchtigkeit pro Tag erzeugt. Wird diese Feuchtigkeit nicht nach draußen geleitet oder getrocknet, setzt sie sich an kalten Wandflächen ab und kann schließlich zu Schimmel führen.

>> Erfahren Sie hier, wie Sie richtig lüften

Wie Sie bereits wissen, entstehen Schimmelwände vor allem durch Feuchtigkeit, die nicht abziehen kann.

Ursachen dafür sind u.a.:

  • eine schlechte oder mangelhafte Isolierung
  • undichte Fenster, undichtes Mauerwerk
  • falsches Heizen oder unterlassenes Heizen
  • unzureichendes Lüften

Besonders anfällig für Schimmelpilze sind:

  • unzureichend ausgetrocknete Räume nach Neubau
  • Altbauten ohne Wärmedämmung, aber mit Isolierfenstern

Bei der Bekämpfung von Schimmel in der Wohnung oder im Haus geht es vor allem um die Beseitigung der Ursachen. So können Sie zwar Schimmel oberflächlich mit Anti-Schimmel-Sprays behandeln. Ist die Ursache für den Schimmelbefall nicht behoben, wird der Schimmel danach schnell wiederkommen.

Das sollten Sie tun:

  • Regelmäßig lüften: Die wichtigste Maßnahme zur Schimmelbekämpfung ist ausreichend zu lüften. So regulieren Sie die Luftfeuchtigkeit auf einfache Weise und verhindern, dass sich Feuchtigkeit an Wänden und Decken absetzen kann.
  • Heizen: Indem Sie Ihre Wohnräume im Winter richtig beheizen, verringern Sie die Luftfeuchtigkeit. Außerdem werden die Wände erwärmt, sodass sich sammelndes Kondenswasser an Wänden verringert wird.
  • Außenwände belüftet lassen: Stellen Sie Ihre Möbel nicht direkt vor kalte Außenwände. So kann die warme Heizungsluft auch diese Wände erwärmen.
  • Luftfeuchtigkeit kontrollieren: Mit einem Hygrometer lässt sich die relative Luftfeuchte überprüfen. Im besten Fall sollte die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen unter 60 Prozent betragen.
  • Räume nicht auskühlen lassen: Auch wenn Sie einige Räume in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung nur selten nutzen, sollten diese minimal beheizt werden und nicht auskühlen. So verhindern Sie dort feuchte Wände, die zu Schimmel führen können.
  • Heizkörper nicht verdecken: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Heizkörper die Wärme möglichst frei an den Raum abgeben können. So wird die warme Luft gleichmäßig verteilt und feuchte Stellen werden vermieden.
  • Kontrollierte Wohnraumlüftung nutzen: Um sinnvoll und effizient zu lüften, können Sie eine zentrale oder dezentrale Wohnraumlüftung einsetzen. So ist sichergestellt, dass alle Räume ausreichend belüftet werden und Feuchtigkeit nach draußen geleitet wird.

Finden sich bei Ihnen bereits große Wandflächen mit Schimmel, sollten Sie am besten eine Fachfirma beauftragen. Denn in diesem Fall ist der Schimmelpilz bereits tief ins Mauerwerk eingedrungen und kann mit handelsüblichen Haushaltsmitteln nicht mehr beseitigt werden.

Wenn Sie kleine Schimmelstellen an Fugen zwischen den Badfliesen oder in Ecken in Bad oder Küche entdecken, können Sie diese selbst entfernen. Hierzu verwenden Sie am besten Schimmelentferner mit Benzalkoniumchlorid. Dieses Mittel hat eine starke Desinfektionswirkung und zerstört die Membrane von Sporen und Myzel.

Wichtig ist, dass Sie bei der Schimmelentfernung Schutzkleidung wie Handschuhe und Mundschutz tragen. Zum einen schützen Sie sich vor den Schimmelsporen, zum anderen vor den Dämpfen des Desinfektionsmittels.

Bedenken Sie bei jeder Schimmelbehandlung, dass hier nur ein Symptom behandelt wird. Sie sollten unbedingt die Ursache für den Schimmelbefall kennen und dann die Ursache behandeln. Neben unzureichender Raumlüftung können auch Bauschäden oder z.B. ein defektes Wasserrohr für feuchte Wände und Schimmel sorgen.

Schimmelbefall in Mietwohnungen – Rechte und Pflichten für Mieter und Vermieter

Schimmel an Wänden in Mietwohnungen führt häufig zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen Vermietern und Mietern. In diesen Fällen muss ermittelt werden, ob der Mieter verantwortlich für die Schimmelbildung war oder ob z.B. bauliche Mängel vorliegen, die Schimmelbefall begünstigt haben.

Grundsätzlich sind Mieter dazu verpflichtet, das Eigentum des Vermieters zu pflegen. So müssen sie im Winter z.B. ausreichend heizen. Im Gegenzug muss der Vermieter eine funktionierende Heizung gewährleisten.

Der Mieter kann zwar nicht vorschreiben, dass z.B. Möbel einen größeren Abstand von Außenwänden haben sollten. Dennoch sind Mieter immer gut beraten, wenn sie alles dafür tun, dass erst gar kein Schimmel an der Wand entstehen kann.

Mit diesen sechs einfachen Tipps beugen Sie Schimmel an der Wand vor.

  1. Wohnräume möglichst gleichmäßig beheizen, um Kondensation von Feuchtigkeit in kalten Räumen zu vermeiden.
  2. Nach dem Duschen oder Kochen sofort lüften, damit die Feuchtigkeit nach draußen strömen kann.
  3. Richtig lüften, am besten drei bis vier Mal pro Tag stoßlüften.
  4. Lieber stoßlüften als Fenster dauerhaft zu kippen.
  5. Stoßlüften am besten morgens und abends.
  6. Wenig genutzte Räume ausreichend beheizen, damit sie nicht auskühlen.

Solange keine Bauschäden oder Baumängel vorliegen, sollten Sie alles dafür tun, dass Ihre Wohnung oder Ihr Haus ausreichend gelüftet und beheizt wird. Wer richtig lüftet und die Heizung im Winter anschaltet, verringert die Gefahr von Schimmelpilzbefall auf ein Minimum.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.